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Wie soll es weiter gehen?

Hallo,
ich weiß nicht wie mein Leben weitergehen soll, wo finde ich noch einen Sinn für mein Leben? Ich habe jedes Selbstwertgefühl verloren und meine Arbeitslosigkeit macht es nicht besser. Ich habe meine Depression immer mit meiner Arbeit kompensiert- hatte nie frei, keinen Urlaub und keine Zeit über mich und mein Leben nachzudenken. Ich habe schon seit 2006 Depressionen aber Anfang 2010 (als ich meine Arbeit verloren habe) wurde es ganz schlimm. Ich habe versucht mit einer Überdosis Insulin diesem trostlosen Leben ein Ende zu setzten.

Ich war 7Wochen in Reha doch die hat mir überhaupt nicht geholfen. Ich verliere mehr und mehr meine Selbstachtung, mein Lachen und meine Lust an allem. Gerade gestern hatte ich mir 2 Freundinnen eingeladen und diese dann mit einem Vorwand wieder verschoben weil ich einfach keine Kraft dazu hatte. Ein guter Freund sagt immer geh doch spazieren oder mach was schönes - doch er versteht nicht, dass ich wie gelähmt bin - so gerne ich auch raus möchte - es geht irgendwie nicht. Ich habe seit 2010 hunderte von Bewerbungen geschrieben doch kaum einmal eine Antwort bekommen oder wenn doch - eine Absage. Mitlerweile weiß ich gar nicht ob ich überhaupt noch in der Lage bin überhaupt 8 Stunden täglich zu arbeiten. Wie soll es weiter gehen. Der Gedanke an den Tot liegt immer in greifbarer Nähe.

Kommentare

Bild von Malinda

Hallo

Hallo Sternschnuppe,
bitte laß Dir helfen. Geh zum Hausarzt, Psychiater, Psychologen und laß Dich tablettenmäßig einstellen!
Es kann nicht sein, daß Arbeit alles ist!!
Ich habe auch 2010 meine Arbeitsstelle verloren und kämpfe nun um meine Rente. Muß mir von den Gutachter- Ärzten dumme Sprüche anhören, wie: Nun ja, so ist halt das Leben usw.- 

Es gibt auch die Möglichkeit, eine Teilerwerbsminderungsrente zu bekommen, d.h. die Hälfte Rente, ein Teil Arbeit, je nachdem wieviel geht.
Es gibt für Dich auch Lösungen!!!
VDK oder Gewerkschaften helfen mit Anwälten, Rente durchzuboxen und wenn Du eine(n) gute(n) Psychiater(in) an Deiner Seite hast, geht das.
Und das Selbstwertgefühl kann auch wieder kommen, wenn Du Dich später ehrenamtlich engagierst oder Minijobs machst.
Gruß
Malinda

Bild von bär

arbeiten.

Liebe Sternschnuppe,

dein Wert und dein Leben hängen nicht von deiner Arbeit ab. Ich selbst bin ja als Beamter vorläufig "ausser Dienst",
noch bis Februar, und dann muss man sehen, ob ich es wieder schaffe.
Ich habe meinen Selbstwert, meine Existenz auch immer über meine Arbeit bezogen, geschafft wie dumm, um Lob
und Anerkennung, und vielleicht ein bieschen Liebe zu bekommen. Aber als ich plötzlich nicht mehr konnte, hat man mich einfach fallen lassen, weggeworfen, wie Abfall, entsorgt.

Weisst DU, wir leben in einer Gesellschaft, wo Arbeit und Leistung sehr hoch angesehen ist. Sagst du, du hast einen burnout vom arbeiten, bist du angesehen, aber wenn du er-
wähnst, du hast eine Depression.....................................da nehmen doch leider einige Menschen Abstand, und man beginnt sich zu schämen.
Aber Arbeit und Leistung in Balance ist ja was Gutes, wenn
es nicht übertrieben wird. Am Anfang habe ich mich in meiner Wohnung verkrochen, mich nicht mehr rausgtraut,
habe mich echt geschämt.
Aber zum Glück habe ich ja "Freund Hund", der raus muss.
Der konnte es ja gar nicht mehr verstehen.
DU, wir müssen uns nicht verstecken, auch wir Depris haben ein Recht zu leben. Und Menschen, die das nicht verstehen,
mit denen müssen wir ja keine Beziehung haben.
Aber es tut so gut, Menschen zu kennem, die einem annehmen und lieben, das brauchen wir, die sind so unendlich
wertvoll.
Ich arbeite gerade son etwas ehrenamtlich, ohne Geld zu verdienen, abert irgendwo füllt mich das mehr aus.

Liebe, Freunde, gute Beziehungen sind viel viel mehr wert,
als alles Geld dieser Erde. Aber diese Einsicht musste bei
mir auch erst langsam wachsen.

Habe Dich selbst ganz arg lieb, du bist sehr viel wert, das
ist die Wahrheit, und nicht das, was die dunkle Depression
dir einflüstern möchte. Die Depression raubt uns die Kraft,
und die Freude.
auch die ganzen negativen  Gefühle entspringe aus dieser

Depression. Wenn wir negativ denken, ernten wir Negatives.

Achte bitte auf dich und deine Gedanken. Wehre so gut du

kannst, die negativen Gedanken ab, tue dir was Gutes.

Du hast dein Leben lang hart gearbeitet, jetzt darfst du

auch mal entspannen, dich ausruhen, Leben......................

atmen.........................freuen.........................................................

Du hast ein  Recht darauf, zu leben, wie wir alle hier,

auch Hund gehört dazu.................................................................

viele liebe Grüsse,

hund und bär.

Arbeiten

Hallo Bär,

danke für deine lieben Worte. Der Gedanke mich Ehrenamtlich zu beschäftigen ist mir auch schon gekommen und ich habe bei uns im Altenheim eine Anfrage gemacht, leider habe ich nichts davon gehört. Die Idee mit dem HUnd hatte ich auch, doch darf ich leider keine Haustiere halten und das nächste Tierheim ist ziemlich weit weg (Fahrkosten!!)
ICh versuche es weiter und vielleicht finde ich irgendwann etwas passendes. Danke das es Menschen wie dich gibt

Sternschnuppe

Tabletten

HAllo MAlinda,

danke für deine lieben Worte. Ich gehe regelmäßig zum Neurologen und bekomme auch Tabletten. Doch mein Leben kann doch nicht aus irgendwelchen Tabletten bestehen. Ich weiß auch nicht, ob eine Rente mir den gehofften Erfolg bringt. Ich werde jetzt ein Ehrenamt suchen und dann weiter sehen.
Ich danke dir für deine Tipps ganz lieb

Sternschnuppe

Bild von Glimmender Docht

Gute Idee

Hallo Sternschnuppe,

ich möchte Dir auch Mut machen, Dir eine ehrenamtliche Tätigkeit zu suchen.
Ich selbst gehe Montag Nachmittag mit meiner Gitarre und einem guten Freund, der Mandoline spielt, in unser hiesiges Altenzentrum und singe mit einer Gruppe Volkslieder, lese schöne, kurze Geschichten vor, und wir haben alle ganz viel Freude daran. Und wenn Du nicht Gitarre spielen kannst, gibt es die Möglichkeit, bettlägerigen Bewohnern etwas vorzulesen oder mit denen, die im Rollstuhl sitzen, einen Spaziergang zu machen. Die Senioren freuen sich einfach, wenn jemand kommt und ihnen zuhört. Wenn auf Deine Anfrage niemand reagiert hat, geh einfach noch mal hin oder frag bei einem anderen Seniorenheim nach. Irgendjemand wird sich bestimmt freuen, wenn Du Dich zur Verfügung stellst.
Eine andere Alternative ist die Hausaufgabenbetreuung in einer Grundschule. Das mache ich auch zwei Mal in der Woche. Dazu braucht man keine Ausbildung, nur Geduld und Liebe zu den Kindern. In manchen Schulen gibt es auch Lesepaten, vor allem in Schulen, in denen viele Kinder mit Migrationshintergrund sind. Die brauchen einfach manchmal jemanden, der mit ihnen Lesen übt.

Und wegen der Tabletten, die wir nehmen müssen/sollten, kann ich mich nur wiederholen: ein Diabetiker muss auch sein Leben lang Insulin spritzen oder Medikamente nehmen. Warum denken wir Depris eigentlich immer, es wäre ein Makel, eine nicht zu duldende Schwäche, dass wir unsere Seele mit Tabletten stabil halten müssen? WIR SIND EBENSO KRANK WIE JEDER DIABETIKER; NUR DASS BEI UNS NICHT DIE BAUCHSPEICHELDRÜSE (glaube ich??) SONDERN DIE SEELE NICHT RICHTIG FUNKTIONIERT!

LG
Ruth

Es wird nicht dunkel bleiben über denen, die in Angst sind (Jes.8,23)