Bei Depressiven die von Suchterkrankungen betroffen sind, muss man sich immer die Frage stellen, was war zuerst da. Die Depression oder die Sucht?
Erst nach Klärung dieser Frage, kann ein Therapievorschlag sinnvoll sein.
Warum ist diese Frage so wichtig?
Weil Suchtmittel (Alkohol, Drogen, Spielsucht) sowohl Auslöser als auch Kompensationsmethode für eine Depression sein können.
Ein Depressiver, der noch nicht in ärztlicher Behandlung ist, stellt nach dem Genuss von Alkohol plötzlich fest, dass es ihm wesentlich besser geht. Was liegt da näher als sich am Abend einen zu genehmigen? Der Erfolg rechtfertigt doch schließlich die Maßnahme.
Nein, genau das macht er nicht!
Alkohol macht süchtig wenn man regelmäßig trinkt. Reichen am Anfang noch ein oder zwei Flaschen Bier, so muss nach einiger Zeit die Dosis erhöht werden, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Der Weg in die Sucht ist vorgezeichnet.
Ein anderes Beispiel.
Ein Mensch trinkt über die Jahre zuviel und wird abhängig. Durch die Gegebenheiten der Sucht entwickelt sich bei diesem zusätzlich noch eine Depression.
Um jedem dieser Menschen helfen zu können, ist ein ganz anderer Therapieansatz nötig.
Deshalb ist es für suchtkranke Depressive wichtig, sich über diesen Sachverhalt klar zu werden.
Das Gleiche gilt auch für andere Suchtmittel.


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