Skip to Content

schlechtes gewissen

4 Antworten [Letzter Beitrag]
Bild von Astrantia
Astrantia
Offline
Forenurgestein 250 Beiträge

Land

Deutschland
Beigetreten: 28.09.2010

Hallo ihr Alle,

mich plagt heute ein schlechtes gewissen. Ich habe eigentlich ein sehr tolles leben: wohnung, kleidung, meine familie, meinen mann, meine freunde, genug gutes zu essen, die möglichkeit zu studieren, die möglichkeit meine hobbies auszuleben, bin gesund mal von alergien abgesehen usw. eigentlich en perfektes leben!!!
Warum geht es mir dann oft so schlecht!? ja ich weiß, wegen den depressionen, aber warum muss mir dieses tolle leben so verdorben werden?
ich habe nicht nur jetzt ein gutes leben, auch in der vergangenheit hatte ich es, also kann daher meine depression nicht kommen. bin ich depressiv, weil es mir zu gut geht? im film matrix werden von auserirdischen menschen gezüchtet und geerntet, als sie ihnen eine perfekte künstliche welt schufen, gab es missernten.
es gibt menschen, die wurden vergewaltigt, müssen hungern, haben kein zuhause oder sonstiges schreckliches. aber mir geht es schlecht, was soll das!? die haben grund dafür, dass es ihnen schlecht geht, ich nicht. ich verstehe es nicht und habe ein schlechtes gewissen.
viele grüße von astrantia

Licht
Offline
Erfahrener Nutzer
Beigetreten: 06.06.2011
Hallo Astrantia,  ich kenne

Hallo Astrantia, 

ich kenne das. Theoretisch hat mein eigentlich ein gutes Leben, viele Möglichkeiten, etc. Manch anderer hat wirklich ein viel schlechteres Leben als man selbst. Doch leider bringt dieses Wissen nichts, wenn man es nicht fühlen kann. Und ich glaube, dass das der springende Punkt ist. Ich würde mein Leben auch gerne leben, werde aber immer wieder von den Depressionen (Ängsten und den Erschöpfungsgefühlen) eingegrenzt. Ich glaube, dass ich ohne die Depressione ein echt tolles Leben führen würde; mit all seinen Hoch und Tiefs. Allerdings übersteigen die Tiefs meistens und so fühlt sich vieles sehr schlimm an. Manchmal denke ich, wenn ich heute sterben würde, hätte ich mein Leben gar nicht (richtig) gelebt. Und das fabriziert natürlich auch keine Lebensfreude. Ich denke aber trotzdem, das es einen Grund für die Depressionen gibt, nur dass man ihn nicht kennt. Allerdings könnte ich auch gut auf die Depressionen verzichten. Man darf halt nicht vergessen, dass es eine Krankheit ist. Ich vergleich das immer mit "Seelenkrebs", nur das bei dieser Krankheit die Aussenwelt dies nicht so sehen will bzw. eher verstehen kann. Ich persönlich sehe meine Depressionen öfters als Schwäche oder Manko an, was mich noch mehr runter zieht. Ich glaube, dass man es wesentlich einfacher hat, wenn man die Krankheit akzeptiert und versucht, das Beste daraus zu machen. Ist jetzt leicht gesagt/geschrieben; das Umsetzen fällt halt immer so schwer.

Ich hoffe, Du bekommst heute wieder einen Aufschwung und dass es Dir besser geht.

Ganz lieben Gruß

Licht

Bild von bär
bär
Online
Forenurgestein 4.200 Beiträge

Land

Deutschland
Beigetreten: 31.07.2010
Liebe Astrantia, so wie du es

Liebe Astrantia,

so wie du es beschreibst, geht es wahrscheinlich vielen von

uns, nach aussen hui, nach innen pfui........(die Depris)

Und klar, man fragt sich warum, oder wozu das Ganze...........

Wenn du auch noch eine gute Kindheit hattest, es gibt auch

noch körperliche Depris, Schilddrüse uswm, hast du dich

darauf hin schon mal untersuchen lassen....................................

Nachdem ich jetzt selbst schon jahrelang unter diesen Depris

leide, lerne ich mehr und mehr, meine Grenzen einzuhalten,

und versuchen in diesen Grenzen zu leben, und die Depri

eher als Freund zu sehen.............................................................

Und, man soll es nicht glauben, es gibt auch positive Aus-

wirkungen der Depri. Warm früher überhaupt nicht barmher-

zig, wenn andere krank waren, das hat mich nicht so belastet.

Und meine Grenzen, ich brauche mehr Schlaf wie andere,

bin nicht mehr so belastbar, wenn Freunde was gemeinsam

machen, muss ich auch mal Nein sagen, bin oft langsamer im

Begreifen oder im Tun.

Wenn ich es aber packe, dieses anzunehmen, als mein Ich,

mein Sein, dann geht es mir echt besser. Wenn ich dankbar

bin, trotzdem noch zu leben, und auch zu geniessen, Freude,

Lebenslust empfinde, auch bei den kleinsten Dingen.

Bin ab und zu mit Rollifahrern unterwegs, und manche, nicht

alle, können sich über die kleinnsten Dinge, vielleicht nur

eine freundliche Berührung so was von freuen, da bin ich

jedesmal beschämt.

Sei gut zu deiner Depri, liebe Astrantia, kaufe ihr mal ein

Eis, gehe mit ihr shoppen, esse mit ihr einen Kuchen, fahre

mit ihr Fahrrad...............................................................................

usw...................klingt jetzt komisch, ich weiss, aber ich mache

fast alles, wenn es hilft.

Und manchmal hilft es auch, sein Leben einfach zu ändern.

wenn es sein muss, radikal. Aber ich weiss, viele wollen das

gar nicht, lieber in der Depri bleiben, als etwas Neues zu

wagen.....................................................................................dann

kann aber die liebe Depri nichts dafür............................

Ein ver-rückter Bär mit verfressenem Hund.

Bild von Astrantia
Astrantia
Offline
Forenurgestein 250 Beiträge

Land

Deutschland
Beigetreten: 28.09.2010
Hallo Licht,   ja du hast es

Hallo Licht,
 
ja du hast es genau auf den Punkt getroffen. Ich denke auch, dass ich mein Leben nicht gelebt
Hallo Bär,
das was du vorschlägst habe ich schon so oft versucht. Manchmal hat es etwas gebracht und ich werde es weiter versuchen. Ich will nicht in der Depri bleiben.

Ich schreibe nachher noch mehr, muss jetzt fort.
Vielen Dank für eure Antworten!

grüße von Astrantia

Bild von Astrantia
Astrantia
Offline
Forenurgestein 250 Beiträge

Land

Deutschland
Beigetreten: 28.09.2010
hallo nochmal, ich habe es

hallo nochmal, ich habe es zeitlich nicht geschafft am selben tag zu antworten. mir geht es heute etwas besser, aber das schlechte gewissen ist geblieben.
Ich möchte allerdings meine krankheit nicht akzeptieren, sondern sie bekämpfen. und ich sehe sie keinesfalls als freund. und ja, ich bin auch bereit mein leben radikal zu ändern. nur fehlt mir die kraft dafür. es ist nicht so, dass ich es nicht schon versucht hätte
ich weiß nur nicht wie ich meine depressionen bekämfpen kann, aber ich denke das geht vielen hier so. es gibt natürlich viele methoden, aber wen man schon so viel ausprobiert hat..... wegen der schilddrüse war ich schon beim arzt. ich habe eine unterfunktion, die sollte aber eigentlich mit den hormonen, die ich bekomme behoben sein. trotzdem kommt es mir so vor, als wäre nichts dadurch besser geworden.
ich danke euch für eure worte, auch wenn ich nicht euren rat annehmen möchte die depression zu akzeptieren. es ist schön, dass es hier so wie ihr menschen gibt, denen es genauso geht.

viele Grüße von Astrantia