schlechtes gewissen
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Hallo ihr Alle,
mich plagt heute ein schlechtes gewissen. Ich habe eigentlich ein sehr tolles leben: wohnung, kleidung, meine familie, meinen mann, meine freunde, genug gutes zu essen, die möglichkeit zu studieren, die möglichkeit meine hobbies auszuleben, bin gesund mal von alergien abgesehen usw. eigentlich en perfektes leben!!!
Warum geht es mir dann oft so schlecht!? ja ich weiß, wegen den depressionen, aber warum muss mir dieses tolle leben so verdorben werden?
ich habe nicht nur jetzt ein gutes leben, auch in der vergangenheit hatte ich es, also kann daher meine depression nicht kommen. bin ich depressiv, weil es mir zu gut geht? im film matrix werden von auserirdischen menschen gezüchtet und geerntet, als sie ihnen eine perfekte künstliche welt schufen, gab es missernten.
es gibt menschen, die wurden vergewaltigt, müssen hungern, haben kein zuhause oder sonstiges schreckliches. aber mir geht es schlecht, was soll das!? die haben grund dafür, dass es ihnen schlecht geht, ich nicht. ich verstehe es nicht und habe ein schlechtes gewissen.
viele grüße von astrantia
Hallo Astrantia,
ich kenne das. Theoretisch hat mein eigentlich ein gutes Leben, viele Möglichkeiten, etc. Manch anderer hat wirklich ein viel schlechteres Leben als man selbst. Doch leider bringt dieses Wissen nichts, wenn man es nicht fühlen kann. Und ich glaube, dass das der springende Punkt ist. Ich würde mein Leben auch gerne leben, werde aber immer wieder von den Depressionen (Ängsten und den Erschöpfungsgefühlen) eingegrenzt. Ich glaube, dass ich ohne die Depressione ein echt tolles Leben führen würde; mit all seinen Hoch und Tiefs. Allerdings übersteigen die Tiefs meistens und so fühlt sich vieles sehr schlimm an. Manchmal denke ich, wenn ich heute sterben würde, hätte ich mein Leben gar nicht (richtig) gelebt. Und das fabriziert natürlich auch keine Lebensfreude. Ich denke aber trotzdem, das es einen Grund für die Depressionen gibt, nur dass man ihn nicht kennt. Allerdings könnte ich auch gut auf die Depressionen verzichten. Man darf halt nicht vergessen, dass es eine Krankheit ist. Ich vergleich das immer mit "Seelenkrebs", nur das bei dieser Krankheit die Aussenwelt dies nicht so sehen will bzw. eher verstehen kann. Ich persönlich sehe meine Depressionen öfters als Schwäche oder Manko an, was mich noch mehr runter zieht. Ich glaube, dass man es wesentlich einfacher hat, wenn man die Krankheit akzeptiert und versucht, das Beste daraus zu machen. Ist jetzt leicht gesagt/geschrieben; das Umsetzen fällt halt immer so schwer.
Ich hoffe, Du bekommst heute wieder einen Aufschwung und dass es Dir besser geht.
Ganz lieben Gruß
Licht
Liebe Astrantia,
so wie du es beschreibst, geht es wahrscheinlich vielen von
uns, nach aussen hui, nach innen pfui........(die Depris)
Und klar, man fragt sich warum, oder wozu das Ganze...........
Wenn du auch noch eine gute Kindheit hattest, es gibt auch
noch körperliche Depris, Schilddrüse uswm, hast du dich
darauf hin schon mal untersuchen lassen....................................
Nachdem ich jetzt selbst schon jahrelang unter diesen Depris
leide, lerne ich mehr und mehr, meine Grenzen einzuhalten,
und versuchen in diesen Grenzen zu leben, und die Depri
eher als Freund zu sehen.............................................................
Und, man soll es nicht glauben, es gibt auch positive Aus-
wirkungen der Depri. Warm früher überhaupt nicht barmher-
zig, wenn andere krank waren, das hat mich nicht so belastet.
Und meine Grenzen, ich brauche mehr Schlaf wie andere,
bin nicht mehr so belastbar, wenn Freunde was gemeinsam
machen, muss ich auch mal Nein sagen, bin oft langsamer im
Begreifen oder im Tun.
Wenn ich es aber packe, dieses anzunehmen, als mein Ich,
mein Sein, dann geht es mir echt besser. Wenn ich dankbar
bin, trotzdem noch zu leben, und auch zu geniessen, Freude,
Lebenslust empfinde, auch bei den kleinsten Dingen.
Bin ab und zu mit Rollifahrern unterwegs, und manche, nicht
alle, können sich über die kleinnsten Dinge, vielleicht nur
eine freundliche Berührung so was von freuen, da bin ich
jedesmal beschämt.
Sei gut zu deiner Depri, liebe Astrantia, kaufe ihr mal ein
Eis, gehe mit ihr shoppen, esse mit ihr einen Kuchen, fahre
mit ihr Fahrrad...............................................................................
usw...................klingt jetzt komisch, ich weiss, aber ich mache
fast alles, wenn es hilft.
Und manchmal hilft es auch, sein Leben einfach zu ändern.
wenn es sein muss, radikal. Aber ich weiss, viele wollen das
gar nicht, lieber in der Depri bleiben, als etwas Neues zu
wagen.....................................................................................dann
kann aber die liebe Depri nichts dafür............................
Ein ver-rückter Bär mit verfressenem Hund.



Land
Hallo Licht,
ja du hast es genau auf den Punkt getroffen. Ich denke auch, dass ich mein Leben nicht gelebt
Hallo Bär,
das was du vorschlägst habe ich schon so oft versucht. Manchmal hat es etwas gebracht und ich werde es weiter versuchen. Ich will nicht in der Depri bleiben.
Ich schreibe nachher noch mehr, muss jetzt fort.
Vielen Dank für eure Antworten!
grüße von Astrantia