Reingefallen... :-(
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Ich habe sehr lange hier nichts geschrieben. Zu Anfang, weil es mir seit einem Jahr sehr gut ging und ich einfach froh war nicht mehr unter der Seelenfinsternis zu leiden. Und da wollte ich mich irgendwie gar nicht mehr mit der Krankheit beschäftigen.
Dann beging ich einen verhängnisvollen Fehler. Weil ich dachte ich sei dermaßen seelisch stabil, setzte ich in Absprache mit meinem Psycho-Doc mein Medikament (Fluoxetin) auf die halbe Dosis um es komplett abzusetzen. Ich wollte mehr und mehr "ausschleichen".
Dann gab es ein klein wenig Stress in meinem Lobpreisdienst in der Gemeinde - ich fühlte mich einfach etwas von den Terminen und der Verantwortung überfordert. Und schwupps saß ich plötzlich mal wieder im wohlbekannten auswegslosen depressiven Loch! 
Ich hatte ähnliche Versuche über die Jahre immer mal wieder gemacht und war stets übel damit reingefallen. Aber diesmal dachte ich daß alles anders sei. Ich hatte ja schließlich mit Sport angefangen und Vitamin B12 regelmäßig eingenommen. Der Arzt hatte einen B12 -Mangel bei mir festgestellt. Ich fühlte mich sicher und geheilt.
Mal wieder ein Irrtum vom Amt. Der Absturz war fürchterlich. Neben der Depression kamen zeitweise noch teilweise panische Ängste und die allermerkwürdigsten Gedanken und Träume dazu.
Ich habe seit kurzem angefangen statt meiner normalen 20mg nun die doppelte Dosis an Tabletten einzunehmen, nachdem die "alte" Dosis von 20mg mir kaum eine Änderung brachte. So langsam versuche ich wieder aus der tiefen Grube rauszukrabbeln, in die ich mich leichtsinniger Weise selbst hineingeschubst hatte. Während der großen Hitze konnte ich überhaupt keinen Sport mehr machen und muss nun auch dort kämpfen, wieder neu anzufangen, da ich wochenlang nur zu hause vor mich hin gebrütet habe. Aber Gottseidank gibt es Hoffnung. Die übelen Phasen der Krankheit gehen bei mir immer irgendwann wieder vorbei. So soll das laut Literatur ja bei allen Depressionen der Fall sein.
Gruß und viel Glück an Alle
Don Ralfo
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hallo,
das kenne ich auch, ein Medikament versuchen ausschleichen zu lassen, und merken, dass es sich dreht, die Spirale nach unten geht. Weil wir uns im tiefsten Innneren, doch für die Medis schämen, und loshaben wollen, uns nicht eingestehen wollen, dass wir sie brauchen.
Aber wenn es klappt, sind wir unheimlich stolz. ICH habe es gepackt, ...............................
Also ich merke, dass ich gar nichts ohne Gott packe, es aber immer wieder versuche, und reinfalle...............und denke, warum bin ich so dumm. Gut, dass Gott auch mal darüber lächeln kann und uns mit all unserer Dummheit annimmt. Gott sei Dank!!!!
viel Segen,
bär
hallo lieber Don Ralfo,
da hast du schon recht, das alles Wollen und Schaffen letztlich von ihm kommt. Und er freut sich über uns. Bin gerade selbst beim langsamen Ausschleichen von diesen Psychopharmaka. Es ist eine gute Sache das es sie gibt, aber sie stellen halt nur eine begrenzte Hilfe dar, weil sie zwar eine Dämpfung der Symptome bewirken, aber keine Lösung der eigentlichen Problematik sind. Aber erstmals sind sie wichtig, weil es auch zunächst mal die schnellste Art ist, zu helfen.
Und ich frage mich gerade, lebe ich vom Selbstvertrauen, oder vom Gottvertrauen, traue ich es mir selbst zu, oder traue ich es Gott zu. Oder gehört es irgendwo zusammen. Liebe ich mich selbst, oder liebe ich mich, weil Gott mich liebt, annimmt wie ich bin..................
liebe Grüsse,
bär
hallo Ralf,
ja, wenn man das immer so genau wüsste, was der Ursprung der Depris ist. Dann denke ich immer, Gott hat mich doch erschaffen, er muss doch wissen, woran es hängt......................
Mein Arzt kann es mir auch nicht genau sagen......................
Das Problem der Psychos ist halt, dass sich die Depri oft nach Absetzen des Medikamentes wieder einstellt, sie heilen halt nicht die Depri. Sie helfen uns aber, Angst und Spannungen nicht so stark zu empfinden, also zur Unterstützung von anderen Therapien.
Ich merke, dass bei mir Depression oft mit Stress zusammenhängt. Wenn ich es schaffe,ruhiger und gelassener zu leben, sind die Depris nicht ganz so stark. Auf dieser Basis versuche ich jetzt, ausschleichen zu lassen. Aber sobald ich merke, das Ganze dreht sich ins Gegenteil, höre ich wieder auf. Oder ich muss auf eine einsame Insel..............................
Jedenfalls habe ich mal gelesen, und auch schon gemerkt, Menschen mit Depressionen sind eigentlich sehr wertvolle Menschen, und sehen manches tiefer, nicht so oberflächlich, und kommen somit der Wahrheit näher, und das ist doch schon mal was, yeah!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
!!!!!!!!!!!!!
Wie alles auf dieser Erde haben auch die Psychos zwei Seiten, einmal zur Hilfe, und die andere, dass man sie nicht mehr so schnell loskriegt. Aber bei starken Depris würde ich auf jedenfall diese Psychos raten, ohne die wäre ich..................................................
liebe Grüsse,
Bär
Hallo, lieber Bär mit Hund,
hallo, lieber Ralf,
als ich Eure Kommentare gelesen habe, fand ich mich dort ziemlich deutlich wieder, aber gleichzeitig habe ich mich folgendes gefragt: warum sind wir so sehr darum bemüht, unsere Pillen abzusetzen? Hat es vielleicht doch damit zu tun, dass wir unsere "Schwermut" (ich mag diese Bezeichnung für Depressionen viel lieber, weil sie einen positiven Aspekt hat) nicht als echte Krankheit anerkennen können? Mir geht es manchmal so. Mein Hausarzt hat es mir mal ganz deutlich gesagt: "Ruth, du bist genauso krank wie meine anderen Patienten!" Würde ein Diabetiker versuchen, seine Medikamente so schnell wie möglich loszuwerden? Wenn ich meine Blutdruckmedikamente absetze, riskiere ich einen Herzinfarkt oder so was! Ich werde mich also hüten, sie ausschleichen zu lassen, ausser mein Doktor meint, dass ich das könnte (weil ich z.B. 40 Kilo abgenommen hätte - mein absoluter Traum!)
Natürlich: ich weiss, dass diese Antidepressiva Nebenwirkungen haben, aber das haben alle anderen Medikamente auch.
Warum sind wir alle so darauf erpicht, zu beweisen, dass wir keine Medizin mehr brauchen? Kann es sein, dass gerade die Schwermütigen besonders auf Heilung hoffen, weil diese Krankheit kaum offensichtlich ist, wie z. B. ein gebrochenes Bein? Warum stehen wir nicht dazu und akzeptieren vielleicht auch, dass Gott sagt "Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig."?
Ich stelle mir diese Fragen auch immer wieder......
Hat jemand von Euch eine Antwort?
Liebe Grüße
Ruth
Liebe Ruth,
lieber 'Ralf,
vielen Dank für eure interessanten Beiträge. Ja Ruth, du hast schon recht, auch ein Diabetiker oder andere leidende Menschen brauchen regelmässig Tabletten. Und seit ich ich mit Depris zu leben habe, schaue ich auch öftes auf Menschen, die eine Krankheit tragen müssen. Wenn ich Kraft habe, besuche ich Rollifahrer und unternehme was mit denen, weil mich deren Dankbarkeit und Freude irgendwo ansteckt, und so helfen wir uns gegenseitig.
Aber ich nehme jetzt schon viele Jahre diese Psychos. Und, ich war ziemlich hoch eingestellt, damit ich arbeiten und meine Familie versorgen konnte, und es war ja auch gut so.
Jetzt habe ich mehr Ruhe, und das tut mir sehr gut. Und ich wünsche mir, auch wieder mal abends weggehen zu können. Nun ja, eitel bin ich auch noch, so ein paar kg weniger würden mir auch nicht schaden, ............................................, .Am besten tut mir so Fahrrad fahren in freier Natur gut, und vielleicht würde ich manchen Berg eher raufkommen......................, es reizt mich auch wieder sportlich irgendwo..............................
Natürlich, wenn ich merke, es geht doch nicht, halte ich mich inzwischen so vernünftig, aufzuhören mit ausschleichen lassen.
Weil ich weiss, am Anfgang meiner Depri habe ich mich mit Händen und Füssen gewehrt, diese Psychos zu schlucken..............Erst, als es gar nicht anders mehr ging, und mein Arbeitsplatz in Gefahr war, habe ich diese Psychos geschluckt.
Und da ja alles irgendwo Gottes Schöpfung ist.............................na ja...........................
Stolz und eigensinnig bin ich auch schon, aber sind wir auch froh und dankbar, dass es diese Psychos gibt....................................
Lieber Ralf, ich glaube nicht, dass es schlechte und gute Christen gibt. Das entspricht meiner Ansicht wieder diesem Leistungsdenken, Gott denkt da ganz anders.
Wir Menschen unterscheiden immer wieder, au was der oder die kann, und die sind ja besonders gesegnet....................................................
Wir sind alle Gottes Kinder, und Gott gibt uns alle Gaben und Möglichkeiten, die nur wir tun können. Mehr verlangt er nicht von uns, als das was sir geben, was wir von ihm geschenkt bekommen. Und schau mal, auch dieser in unseren Augen grosse Martin Luther hatte auch Depris.............................
Also, manchmal glaube ich an den Segen der Depris. Ohne diese würde ich mich vielleicht nicht som arg von Gott abhängig machen, meine Kraft, Freude, usw. in ihm suchen.
Mir wird immer wichtiger ein "Sein" in Christus, eine Geborgenheit, mich von ihm beschenken lassen, und das weitergeben. Nicht mehr und nicht weniger.
Aber ich kann deinen Frust schon verstehen, diesen Scheis loszuwerden, und von jetzt auf nachher geheilt.............................................., und dann, wie wären wir dann..................,wie würden wir dann leben................................................,
und liebe Inge, ich sehe dich gar nicht so, wie ein glimmender Docht, du darfst dein Licht auch nicht unter den Scheffel stellen, und ich bewundere echt deinen Glauben und deine Zuversicht, so wie ich dich hier lese.
liebe grüsse
bär mit hund..........ob ein Hund auch Depris kriegen kann?
Hallo Ralf,
setzen wir uns nicht immer wieder selbst unter Druck, eben weil wir denken, es muss auch ohne Pillen gehen? Ich habe mich auch immer wieder gefragt und vor allem darum gebetet, warum der Herr mir diese Krankheit nicht wegnimmt!!!! Sie erscheint so widersinnig, paßt so gar nicht zu einem Leben mit Jesus, weil wir doch durch ihn "Freude die Fülle" haben. Zu unserem Leben soll doch nach der Bibel "Freude, Friede, Freundlichkeit....usw" gehören. Wie oft habe ich danach gefragt, was ich falsch mache......ich kann doch kein echtes Zeugnis für den Herrn sein, wenn ich oft so schlecht drauf bin! Gerade erlebe ich so eine Phase, dass ich mich von allen Menschen zurückziehe! Ich habe einfach keinen Bock mehr, mich ständig erklären zu müssen und lasse meine sozialen Kontakte einfach schleifen. Seltsamerweise geht es mir supergut dabei, aber dann kommt das schlechte Gewissen: ich soll doch Gemeinschaft pflegen mit anderen Christen usw. Manchmal ist es ein Kampf in mir bis auf's Messer.
Der Bär mit Hund hat da was geschrieben, dass wir Schwermütigen besonders wertvolle Menschen sind. Liegt da vielleicht der Hund begraben: dass wir unsere Krankheit annehmen sollen, weil wir damit anderen Menschen, denen es genauso geht wie uns, besser beistehen können? Wer kann schon einen Depressiven besser verstehen als der, der das selbst erlebt?
Liebe Grüße
Ruth
hallo,
also ich hatte in meinem Arbeitsleben fast immer mit Publikumsverkehr zu tun. Manche Menschen haben mich erfreut, andere wiederum niedergedrückt,
Jetzt bin ich zuhause, und kann mir eher die Menschen aussuchen, die mich aufbauen, und das finde ich, ist auch nicht unchristlich. Manche Menschen mögen mich, manche mögen mich nicht. Ich habe auch immer geglaubt, als Christ muss ich immer freundlich, lieb und nett sein, doch Gott verlangt das gar nicht von mir. Wir dürfen und müssen auch mal NEIN sagen, man kann es nie allen recht machen.
Wir müssen uns auch nichts vormachen, so cool wie wir manchmal tun, sind wir gar nicht.
Ich versuche mir auch weniger Sorgen zu machen, wie ich so "ankomme", was die anderen so über mich denken, womöglich über mich reden...................
Wir müssen gar nichts, vielleicht nur ehrlich sein. Auch die anderen Menschen haben ihre Probleme..........................
Irgendwie hat das alles auch mit unserem Selbstwertgefühl zu tun, .............................
liebe grüsse,
bär




Land
Und ich habe manchmal das Gefühl, daß ich es weder MIT noch OHNE Gott alles packe!

Und wenn ich dann mal etwas aus sogenannter eigener Kraft packe bin ich sowohl ein wenig stolz auf mich als auch trotzdem sehr dankbar Gott gegenüber, weil ich genau weiß, daß alles eigene Wollen und schaffen doch letztendlich von IHM kommt. Aus seiner Gnade heraus. Und deshalb schäme ich mich auch nicht über meinen kleinen Stolz auf das Erreichte!
Machs wie Gott - werde Mensch