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Allgemeine Fragen und Antworten

Was ist kognitive Verhaltenstherapie?

Der Ansatz ist, Gedanken (Kognitionen) zu ändern, oder einfacher ausgedrückt,
erworbene, krankmachende, falsche Gedankengänge zu erkennen und zu korrigieren.
Ein solcher Gedanke wäre zum Beispiel: „Ich bin nichts wert. Alles was ich mache ist falsch. Niemand mag mich.“
Durch Veränderungen von negativ ablaufenden Gedankenketten, lässt sich die Grundstimmung sowie das eigene Verhalten ändern.

Die kognitive Verhaltenstherapie wird bei vielfältigen psychologischen Störungen eingesetzt. Sie hat eine hohe Erfolgsquote und wird von speziell ausgebildeten Ärzten oder Psychotherapeuten durchgeführt und umfasst in der Regel 20- 40 Therapiestunden.
Es gibt Einzel- und Gruppensitzungen, je nach Art und Schwere der Erkrankung.

Im Zusammenspiel mit einer medikamentösen Behandlung sind beispielsweise bei Depressionen sehr hohe Heilungschancen gegeben.

Die Vorgehensweise bei der Verhaltenstherapie ist wie folgt.

Wie hängen Schmerzen und Depressionen zusammen?

Schmerzen können depressiv machen.

Besonders bei Erkrankten mit chronischen Schmerzen besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit an einer Depression zu erkranken.
Mit dazu beitragen dürfte sicherlich auch, dass Patienten mit chronischen Schmerzen großen seelischen Belastungen ausgesetzt sind, die sie oftmals daran hindern, in normaler Weise am Alltag teilzunehmen.
Durch die erfolgende Isolation von der Umwelt aber auch durch die permanent hohe Belastung können sich Depressionen entwickeln.

Fast 65 % aller depressiv Erkrankten klagen beim ersten Arztbesuch über Symptome wie Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen, sowie über Verspannungen.
Viele geben an, vorrangig wegen ihrer Schmerzsymptomatik den Arzt aufgesucht zu haben.
Ein anderer Teil klagte über Symptome wie Appetitlosigkeit, Schlafmangel oder Schwindel.
Trotz dieser Zahlen denkt nur etwa jeder dritte Arzt daran, seine Patienten zu Symptomen der Depression zu befragen.

Weniger bekannt dürfte dagegen die Tatsache sein, dass Depressionen auch Schmerzen auslösen.

In einer amerikanischen Studie wurden 70 Frauen mit Depressionen und etwa halb soviel Nichtdepressive untersucht und befragt.
Etwa die Hälfte der depressiven Frauen gab an, unter leichten Schmerzen zu leiden.

Schlafstörungen

Diese Nacht scheint mal wieder kein Ende zu nehmen.
Unruhig und müde wälzt man sich von einer Seite auf die andere, doch der Schlaf will und will nicht kommen.
Der Kopf ist voll mit Gedanken, die man schon mindestens eine Millionen mal gedacht hat.
Mit Grauen denkt man an den nächsten Tag, den man wieder völlig übermüdet und erschöpft meistern muss.
So oder so ähnlich erleben Depressive Schlafstörungen.

Es gibt die Schlafstörung in unterschiedlichen Ausprägungen.
Man unterscheidet zwischen der Einschlaf- und der Durchschlafstörung und dem vorzeitigem Erwachen. Eine Kombination dieser Störungen ist möglich.

Diese Schlafstörungen können vielfältigste Ursachen haben.
Kummer, Freude und Sorgen können Auslöser dafür sein. Erst wenn die Leistungsfähigkeit während des Tages dauerhaft beeinträchtigt wird, spricht man von einer krankhaften Störung.

Im Allgemeinen kann man Störungen des Schlafes durch Verhaltensänderungen positiv beeinflussen. Dazu zählen keine aufregenden Filme mehr unmittelbar vor dem Einschlafen. Ebenso wird davon abgeraten, Kaffee oder Alkohol zu trinken.

Symptome einer Depression

Das Krankheitsbild einer Depression zu beschreiben, ist fast nicht möglich. Zu vielfältig und vielschichtig sind die Erscheinungsformen der Krankheit.

Es ist auch nicht möglich zu sagen ein Depressiver ist schwermütig und niedergeschlagen. Wer je einen an Depression erkrankten in einer manischen Phase erlebt hat, ist von vermeintlichen Klarheit der Krankheitssymptome nicht mehr überzeugt.

Relativ typische Merkmale sind gestörtes Zeitempfinden, Freudlosigkeit, Schwermut, Elendigkeit, Antriebslosigkeit, Erschöpfbarkeit, Schamgefühle, Unruhe, Interesselosigkeit, Aggressivität, Reizbarkeit, Überempfindlichkeit, Gedächtnisstörungen, Minderwertigkeitsgefühle, Entscheidungsunfähigkeit, Grübelzwang, Angstzustände, Panikattacken, Verarmungsideen, Entfremdungserlebnisse, Zwangsgedanken, Emotionslosigkeit, Lebensmüdigkeit, Zwangsgedanken, Hypochondrie, Schuldgefühle, Versündigungswahn, Sinnestäuschungen, Halluzinationen, Wahrnehmungstörungen, gestörtes Zeitempfinden.

Dazu kommen noch körperliche Symptome wie Appetitlosigkeit, Muskel-, Rücken- , Gelenkschmerzen, Verspannungen, Herz- und Kreislaufstörungen, Schlafstörungen, Alpträume, Gewichtsverlust und sexuelle Störungen.

Appetitlosigkeit bei Depressionen

Verbunden mit einer Depression sind oft Essstörungen.
Vielfach wird über Appetitlosigkeit geklagt.
Das Essen schmeckt nicht mehr und der Kranke, der sowieso schon mit Antriebslosigkeit zu kämpfen hat, muss sich regelrecht zum Essen zwingen.
Die allgemeine Kraftlosigkeit tut ein Übriges. Es gibt Kranke, die davon berichteten, keine Kraft zum Essen gehabt zu haben.
Gewichtsverluste von bis zu 20 Kilogramm sind keine Seltenheit.
Die Regelstellen im Körper, die sonst Hunger melden und dadurch für eine regelmäßige Nahrungsaufnahme sorgen, funktionieren nicht mehr.
Manche bezeichnen die Depression auch als eine Art Winterschlaf des Körpers. Körperliche Grundfunktionen werden auf Sparflamme gefahren.

Andere Kranke legen einen gesteigerten Appetit an den Tag und stopfen wahllos alles in sich hinein, was Küche und Kühlschrank hergeben.
Wobei dem Verzehr von kohlehydrathaltigen Lebensmitteln eindeutig der Vorzug gegeben wird.
In dieser, etwas weniger häufigen Variante der Erkrankung, kann es zu, zum Teil erheblichen, Gewichtszunahmen kommen.

Andere Kranke ernähren sich sehr einseitig, essen zum Beispiel nur noch Schokolade oder Obst.

In jedem Falle ist der Arzt zu konsultieren.

Antidepressiva

Antidepressiva sind eine Gruppe von Medikamenten mit höchst unterschiedlicher Wirkungsweise.
Doch verfolgen alle das gleiche Ziel.
Sie sollen eine Verbesserung und Steigerung des Antriebes bewirken.

Wie geschieht das?
Im menschlichen Gehirn spielen Botenstoffe, sogenannte Neurotransmitter eine sehr wichtige Rolle.
Sie überbringen Botschaften, die unser Befinden betreffen, an „Empfänger“.
Diese „Empfänger“ und „Sender“ nennt man Synapsen. Die Botenstoffe heißen Serotonin, Noradrenalin und Dopamin.
Stark vereinfacht gibt es drei Störungen dieser Botenstoffe, die Depressionen auslösen können.
Es gibt Störungen der aussendenden Stelle, es gibt eine Störung der Stelle, an der die Botenstoffe andocken und es gibt ein Zuviel oder Zuwenig an Botenstoffen.
Wieder stark vereinfacht gibt es jetzt drei Gruppen von Medikamenten.
Eine Gruppe wirkt auf die aussendende Synapse, eine auf die Andockstelle, und eine Gruppe reguliert die Menge der Botenstoffe im Gehirn.
In Wirklichkeit ist das wesentlich komplizierter, doch um ein Grundverständnis der Wirkungsweise der Medikamente zu bekommen, ist dieses Beispiel sehr anschaulich.

Depressionen und Panikattacken

Sie kommt ohne jede Vorwarnung und ohne jeden Grund.
Das Herz schlägt plötzlich rasend, Schweiß perlt auf der Stirn, man zittert am ganzen Körper, hat Atemnot, ein beklemmendes Gefühl im Brustkorb, hyperventiliert, sieht manchmal nichtvorhandene Dinge oder Personen und fühlt sich mehr als unwohl.
Man hat das Gefühl, nicht man selbst zu sein, oder neben sich zu stehen.
Symptome einer typischen Angst- oder Panikattacke, die zwar alle miteinander auftreten können, aber nicht müssen.

Im ursprünglichen Sinne ist Angst eine Schutz- und Erhaltungshandlung unseres Körpers.
In früheren Zeiten, als die Nahrungsbeschaffung oft mit direkter Lebensgefahr verbunden war, und man sich sein Essen mit Pfeil und Bogen jagen musste, war die Angstattacke oft lebensrettend.
Sie brachte uns in Sekundenbruchteilen in die Lage, mit aller zu Verfügung stehenden Energie vor einem Angreifer zu flüchten oder uns zum Kampf zu stellen.

Dazu wurden im Gehirn verschiedene sogenannte Indolamine ausgeschüttet, zu denen auch das Adrenalin und Serotonin gehören.

Depressionen und Ängste

Eine gesunde Angst ist etwas absolut Natürliches und Begrüßenswertes.
Sie hält uns davon ab, Dinge zu tun, die uns Schaden zufügen können, oder macht uns bereit für Flucht oder Angriff in Gefahrensituationen.
Die Angst davor, eine Schlange zu berühren, in eine Flamme zu fassen oder halsbrecherisch an einem Felsüberhang zu turnen, sind solche Ängste.
Oder den Kampf mit einem angreifenden wilden Tier zu wagen, oder doch besser die Flucht zu ergreifen. Die Angst macht uns, unter anderem mit einer heftigen Adrenalinausschüttung, zu beidem bereit.
Ängste dienen unserem Schutz.

Doch neben diesen Ängsten gibt es auch erworbene und krankhafte Ängste.
Ein Beispiel zur erlernten Angst.
Ein Frau wird in ihrer Kindheit von einem Hund gebissen und entwickelt aufgrund dieses Erlebnisses eine Hundephobie. Jahre später erzählt sie ihrem eigenem Kind immer wieder wie gefährlich und böse Hunde doch sind.
Ohne jemals negative Erfahrungen mit dieser Tierrasse gemacht zu haben, wird das Kind einem Hund zumindest mit größter Skepsis begegnen.
Man spricht von einer erlernten Angst.

Darüber hinaus gibt es Ängste, die durch psychische Krankheiten oder Störungen ausgelöst werden.

Wie hängen Depressionen und Sucht zusammen?

Bei Depressiven die von Suchterkrankungen betroffen sind, muss man sich immer die Frage stellen, was war zuerst da. Die Depression oder die Sucht?
Erst nach Klärung dieser Frage, kann ein Therapievorschlag sinnvoll sein. 

Warum ist diese Frage so wichtig?
Weil Suchtmittel (Alkohol, Drogen, Spielsucht) sowohl Auslöser als auch Kompensationsmethode für eine Depression sein können.

Ein Depressiver, der noch nicht in ärztlicher Behandlung ist, stellt nach dem Genuss von Alkohol plötzlich fest, dass es ihm wesentlich besser geht. Was liegt da näher als sich am Abend einen zu genehmigen? Der Erfolg rechtfertigt doch schließlich die Maßnahme.

Nein, genau das macht er nicht!
Alkohol macht süchtig wenn man regelmäßig trinkt. Reichen am Anfang noch ein oder zwei Flaschen Bier, so muss nach einiger Zeit die Dosis erhöht werden, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Der Weg in die Sucht ist vorgezeichnet.

Ein anderes Beispiel.
Ein Mensch trinkt über die Jahre zuviel und wird abhängig. Durch die Gegebenheiten der Sucht entwickelt sich bei diesem zusätzlich noch eine Depression.
Um jedem dieser Menschen helfen zu können, ist ein ganz anderer Therapieansatz nötig.

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