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Hilfe für Betroffene

Wichtiges zur Beantragung von Rente

Stand August 2001

MERKBLATT – GEWÄHRUNG ÖFFENTLICHER LEISTUNGEN WEGEN GESUNDHEITLICHER
EINSCHRÄNKUNGEN

Dieses Merkblatt ist aufgrund jahrelanger Erfahrung entstanden. Das

Was ist kognitive Verhaltenstherapie?

Der Ansatz ist, Gedanken (Kognitionen) zu ändern, oder einfacher ausgedrückt,
erworbene, krankmachende, falsche Gedankengänge zu erkennen und zu korrigieren.
Ein solcher Gedanke wäre zum Beispiel: „Ich bin nichts wert. Alles was ich mache ist falsch. Niemand mag mich.“
Durch Veränderungen von negativ ablaufenden Gedankenketten, lässt sich die Grundstimmung sowie das eigene Verhalten ändern.

Die kognitive Verhaltenstherapie wird bei vielfältigen psychologischen Störungen eingesetzt. Sie hat eine hohe Erfolgsquote und wird von speziell ausgebildeten Ärzten oder Psychotherapeuten durchgeführt und umfasst in der Regel 20- 40 Therapiestunden.
Es gibt Einzel- und Gruppensitzungen, je nach Art und Schwere der Erkrankung.

Im Zusammenspiel mit einer medikamentösen Behandlung sind beispielsweise bei Depressionen sehr hohe Heilungschancen gegeben.

Die Vorgehensweise bei der Verhaltenstherapie ist wie folgt.

Antidepressiva

Antidepressiva sind eine Gruppe von Medikamenten mit höchst unterschiedlicher Wirkungsweise.
Doch verfolgen alle das gleiche Ziel.
Sie sollen eine Verbesserung und Steigerung des Antriebes bewirken.

Wie geschieht das?
Im menschlichen Gehirn spielen Botenstoffe, sogenannte Neurotransmitter eine sehr wichtige Rolle.
Sie überbringen Botschaften, die unser Befinden betreffen, an „Empfänger“.
Diese „Empfänger“ und „Sender“ nennt man Synapsen. Die Botenstoffe heißen Serotonin, Noradrenalin und Dopamin.
Stark vereinfacht gibt es drei Störungen dieser Botenstoffe, die Depressionen auslösen können.
Es gibt Störungen der aussendenden Stelle, es gibt eine Störung der Stelle, an der die Botenstoffe andocken und es gibt ein Zuviel oder Zuwenig an Botenstoffen.
Wieder stark vereinfacht gibt es jetzt drei Gruppen von Medikamenten.
Eine Gruppe wirkt auf die aussendende Synapse, eine auf die Andockstelle, und eine Gruppe reguliert die Menge der Botenstoffe im Gehirn.
In Wirklichkeit ist das wesentlich komplizierter, doch um ein Grundverständnis der Wirkungsweise der Medikamente zu bekommen, ist dieses Beispiel sehr anschaulich.

Depressionen und Panikattacken

Sie kommt ohne jede Vorwarnung und ohne jeden Grund.
Das Herz schlägt plötzlich rasend, Schweiß perlt auf der Stirn, man zittert am ganzen Körper, hat Atemnot, ein beklemmendes Gefühl im Brustkorb, hyperventiliert, sieht manchmal nichtvorhandene Dinge oder Personen und fühlt sich mehr als unwohl.
Man hat das Gefühl, nicht man selbst zu sein, oder neben sich zu stehen.
Symptome einer typischen Angst- oder Panikattacke, die zwar alle miteinander auftreten können, aber nicht müssen.

Im ursprünglichen Sinne ist Angst eine Schutz- und Erhaltungshandlung unseres Körpers.
In früheren Zeiten, als die Nahrungsbeschaffung oft mit direkter Lebensgefahr verbunden war, und man sich sein Essen mit Pfeil und Bogen jagen musste, war die Angstattacke oft lebensrettend.
Sie brachte uns in Sekundenbruchteilen in die Lage, mit aller zu Verfügung stehenden Energie vor einem Angreifer zu flüchten oder uns zum Kampf zu stellen.

Dazu wurden im Gehirn verschiedene sogenannte Indolamine ausgeschüttet, zu denen auch das Adrenalin und Serotonin gehören.

Depressionen und Suizid

Eine Depression gehört zu den potentiell tödlichsten Krankheiten die es gibt!

Nicht wegen der Schwere der körperlichen Erkrankungen, sondern wegen des extrem hohen Selbstmordrisikos, dass mit der Erkrankung einhergeht.
Dieses ist unbedingt ernst zu nehmen!

Jeden Tag sterben acht junge Menschen durch Selbstmord, etwa 150 versuchen es.
Das sind mehr Tote als durch Drogen, Verkehrsunfälle und AIDS zusammen.

Um das Thema Selbstmord ranken sich verschiedene Märchen und Mythen, mit denen es aufzuräumen gilt.
Allgemein wird noch immer die These hochgehalten, „Wer von Selbstmord spricht, tut es nicht!“
Das stimmt nicht.
Das genaue Gegenteil ist der Fall. Wer von Selbstmord spricht, tut es auch.
Ebenso falsch ist es, dass man einem Suizidgefährdeten mit dem Sprechen über das Thema überhaupt erst auf die Idee bringt.
Haben sie den Verdacht, dass der Kranke mit Selbstmordgedanken spielt, sprechen sie das Thema taktvoll aber doch klar an.
Viele Kranke empfinden dies als enorme Erleichterung und Befreiung. Der Gedanke an Suizid ängstigt und quält sie. Mit einem offenen Ansprechen des Sachverhaltes, helfen sie ihm aus seinen falschen Vorstellungen und Gedankengebäuden auszubrechen.

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