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Depressions-Arten

Wochenbett-Depressionen

Nach der Geburt kommt es bei vielen Frauen zu depressiven Stimmungsschwankungen, die Hormone spielen verrückt, der Körper verändert sich. Mit diesem Zustand kommen viele Frauen nach der Entbindung nicht zurecht.

Man spricht hier auch von postpartalen (nach der Niederkunft) oder postnatalen Depressionen.
Im Volksmund auch als Baby-Blues bekannt.
Man unterscheidet zwischen drei unterschiedlichen Kategorien der Wochenbettdepression.

Beim postpartalen Stimmungstief handelt es sich um „Heultage“, die in den ersten 10 Tagen nach der Geburt auftreten und auf die hormonellen Veränderungen zurückzuführen sind. Hierbei kommt es meist zu Traurigkeit, häufiges Weinen, Müdigkeit, Erschöpfung und Stimmungsschwankungen.
Meist verschwinden diese Symptome nach wenigen Tagen, wenn sie sich z.B. mit ihrem Partner aussprechen können und trösten lassen.

Die postpartale Depression kann jederzeit im ersten und zweiten Jahr nach der Geburt eintreten.
Es wird angenommen, dass etwa 20% aller Mütter betroffen sind.

Winterdepressionen

Morgens ist es schwer sich aus dem Bett zu erheben. Der Tag ist mindestens doppelt so anstrengend wie sonst. Hobbys und andere Freizeitaktivitäten sind mehr Last als Spass. Man ist ständig schlapp und müde.
Was ist nur mit mir los?
So, oder so ähnlich erleben viele Betroffene eine Winterdepression.

Winterdepressionen sind ein typisches Phänomen der nordischen Länder. In der Gegend um das Mittelmeer kommt sie so gut wie gar nicht vor. In Skandinavien sind diese Erkrankungen deutlich häufiger als in Deutschland. Sie ist saisonal bedingt und tritt vorrangig in den Wintermonaten auf.
Als Ursache werden Störungen des biologischen Tagesrhythmus angenommen.

Man geht davon aus, dass es in der dunklen Jahreszeit zu einer erhöhten Melantonin-Produktion kommt. Daraus resultierend kommt es zu einem niedrigeren Spiegel des Neurotransmitters Serotonin, dessen Abbauprodukt Melatonin ist.
Fatal ist, dass es gerade in den Wintermonaten zu einer erhöhten Melatoninproduktion kommt.
Die meisten Mediziner gehen davon aus, dass ein niedriger Serotoninspiegel sich verantwortlich für die meisten Depressionen zeigt.

Wie hängen Schmerzen und Depressionen zusammen?

Schmerzen können depressiv machen.

Besonders bei Erkrankten mit chronischen Schmerzen besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit an einer Depression zu erkranken.
Mit dazu beitragen dürfte sicherlich auch, dass Patienten mit chronischen Schmerzen großen seelischen Belastungen ausgesetzt sind, die sie oftmals daran hindern, in normaler Weise am Alltag teilzunehmen.
Durch die erfolgende Isolation von der Umwelt aber auch durch die permanent hohe Belastung können sich Depressionen entwickeln.

Fast 65 % aller depressiv Erkrankten klagen beim ersten Arztbesuch über Symptome wie Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen, sowie über Verspannungen.
Viele geben an, vorrangig wegen ihrer Schmerzsymptomatik den Arzt aufgesucht zu haben.
Ein anderer Teil klagte über Symptome wie Appetitlosigkeit, Schlafmangel oder Schwindel.
Trotz dieser Zahlen denkt nur etwa jeder dritte Arzt daran, seine Patienten zu Symptomen der Depression zu befragen.

Weniger bekannt dürfte dagegen die Tatsache sein, dass Depressionen auch Schmerzen auslösen.

In einer amerikanischen Studie wurden 70 Frauen mit Depressionen und etwa halb soviel Nichtdepressive untersucht und befragt.
Etwa die Hälfte der depressiven Frauen gab an, unter leichten Schmerzen zu leiden.

Reaktive Depression

Fast jeder von uns hat in seinem Leben schon schlimme Schicksalsschläge ertragen müssen.

Der Verlust lieber Menschen, Trennung vom Partner, Verlust des Arbeitsplatzes, Verlust der Heimat, gute Freunde die in einen anderen Ort ziehen, aber auch scheinbar banale Sachen, wie der Tod eines Haustieres.

Manchmal stecken wir diese relativ schadlos weg, doch unter bestimmten Voraussetzungen entwickelt sich bei manchen Menschen eine sogenannte Belastungs-Depression. Auch depressive Erlebnisreaktion, psychoreaktive Depression, abnorme depressive Belastungssituation oder depressive Reaktion genannt.

Reaktiv deshalb, weil sie als Reaktion auf ein auslösendes Ereignis eintreten.
Täglich haben wir mit auftretenden Problemen zu kämpfen. Manchmal gibt es plötzlich auftretende Belastungen, die wir nicht mehr tragen können und unter denen wir zusammenbrechen.

Dieses Krankheitsbild ist geschlechterunabhängig. Doch tritt diese Erkrankung bei Männern und Frauen in unterschiedlichen Lebensphasen auf.
Bei Frauen ist besonders die Zeit vor den Wechseljahren kritisch, beim Mann hingegen in der Zeit vor dem Ende der beruflichen Laufbahn.

Was ist eine manische Depression?

Die manische Depression ist auch unter dem Namen bipolare Störung bekannt.

Die Betroffenen leiden unter, willentlich nicht steuerbaren, extremen Schwankungen des Antriebes, der Stimmung und der Aktivität.

Während der depressiven Phase kommt es zu typischen Symptomen einer Depression, wie übermäßige Niedergeschlagenheit und Traurigkeit.
Das Leben wird als düster und nicht lebenswert wahrgenommen. Während besonders starker depressiver Schübe kann eine verstärkte Neigung zur Selbsttötung auftreten.

Die manische Phase ist gekennzeichnet durch gesteigerten Antrieb, Rastlosigkeit und eventuell Reizbarkeit. Betroffene nehmen die Realität stark verzerrt wahr und sind nicht in der Lage, Ereignisse in ihrem Leben realitätsnah zu werten und zu verstehen.

Es treten auch gemischte Phasen auf, die sich durch gesteigerten Antrieb und gedrückter Stimmung auszeichnen.
Diese Phase ist besonders gefährlich, da durch gesteigertem Antrieb und der falschen Deutung von Erlebnissen die Suizidneigung deutlich ansteigt.

Während der beiden Extremphasen können auch Perioden der scheinbaren Normalität eintreten.

Was ist eine larvierte Depression?

Die larvierte (verkleidete, versteckte) Depression ist eine Form der Erkrankung, die am schwersten zu diagnostizieren ist.

Oftmals versteckt sie sich hinter einer Vielzahl körperlicher Symptome.

Der Patient klagt über Schmerzen an Organen und Körperteilen, es kann zu starkem Gewichtsverlust oder starker Gewichtszunahme durch Essstörungen kommen, einige haben Schwindelgefühle oder sind chronisch müde und abgeschlagen.

Sie haben Mundtrockenheit, Bauch-, Kopf- und Herzschmerzen. Die Beschwerden sind wechselnd, diffus und schwer einzugrenzen.

Oftmals haben die Patienten eine regelrechte Ärzteodyssee hinter sich mit ebenso vielen unterschiedlichen Diagnosen.

Einige Fachleute vertreten auch die These, dass die Krankheit Fibromyalgie in Wirklichkeit eine larvierte Depression sei.

Als Therapie sind medikamentöse Behandlung, begleitende Psychotherapie und unterstützende Maßnahmen wie Lichttherapie empfohlen.

Symptome einer Depression

Das Krankheitsbild einer Depression zu beschreiben, ist fast nicht möglich. Zu vielfältig und vielschichtig sind die Erscheinungsformen der Krankheit.

Es ist auch nicht möglich zu sagen ein Depressiver ist schwermütig und niedergeschlagen. Wer je einen an Depression erkrankten in einer manischen Phase erlebt hat, ist von vermeintlichen Klarheit der Krankheitssymptome nicht mehr überzeugt.

Relativ typische Merkmale sind gestörtes Zeitempfinden, Freudlosigkeit, Schwermut, Elendigkeit, Antriebslosigkeit, Erschöpfbarkeit, Schamgefühle, Unruhe, Interesselosigkeit, Aggressivität, Reizbarkeit, Überempfindlichkeit, Gedächtnisstörungen, Minderwertigkeitsgefühle, Entscheidungsunfähigkeit, Grübelzwang, Angstzustände, Panikattacken, Verarmungsideen, Entfremdungserlebnisse, Zwangsgedanken, Emotionslosigkeit, Lebensmüdigkeit, Zwangsgedanken, Hypochondrie, Schuldgefühle, Versündigungswahn, Sinnestäuschungen, Halluzinationen, Wahrnehmungstörungen, gestörtes Zeitempfinden.

Dazu kommen noch körperliche Symptome wie Appetitlosigkeit, Muskel-, Rücken- , Gelenkschmerzen, Verspannungen, Herz- und Kreislaufstörungen, Schlafstörungen, Alpträume, Gewichtsverlust und sexuelle Störungen.

Burnout-Erschöpfungs-Depression

Das Bett zu verlassen kostet unglaublich viel Kraft und ist fast nicht zu bewältigen. Der Gedanke an den kommenden Arbeitstag lässt einen jeden Mut verlieren.

So oder so ähnlich beginnt für Leute mit einer Erschöpfungsdepression der Tag.
In der modernen Zeit auch Burnout-Syndrom genannt.

Schon im Alten Testament ist diese Depressionsform als die Elias Müdigkeit erwähnt. Viele Geistesgrössen der Vergangenheit wussten von den Symptomen dieser Depressionsform zu berichten.
So klagte der junge Goethe, dass die Verwaltungsarbeit ihm das „Dichten vertrockne“.
Doch erkranken nicht nur Denkarbeiter sondern auch Hausfrauen an ihr.

Die Gründe dafür sind vielfältig.
Grundlegend ist zu sagen, dass permanente Überforderung ohne Aussicht auf Erholung diese Erkrankung hervorrufen. Aber auch schwere körperliche Erkrankungen, die mit körperlichen Schmerzen und Beeinträchtigungen einhergehen, können Auslöser sein.

Der Vergleich mit dem Hamster im Laufrad ist nicht zu weit hergeholt.
Damit ist einerseits die andauernde berufliche Überforderung gemeint, aber auch junge Mütter oder alte Menschen sind betroffen.

Was ist eine endogene Depression?

Gerade eben noch freudestrahlend und voller Optimismus und im nächsten Moment ist alles vorbei, man fühlt sich zu Tode betrübt, völlig niedergeschlagen und hat eigentlich gar keinen speziellen Grund dazu.
Aber warum das so ist, wird häufig erst sehr spät erkannt.

Die Diagnose lautet: Endogene Depression. Endogen bedeutet, „von innen heraus, aus dem Organismus heraus“, aber ohne nachweisbare körperliche Ursache. Oftmals werden die Ursachen von dem Patienten nicht wahrgenommen oder einfach verdrängt und brechen erst viel später aus ihm heraus.

Die endogene Depression gehört zu den quälendsten psychischen Erkrankungen.
Typisch bei der Erkrankung sind Schlafstörungen, morgendliches Stimmungstief, Wahnideen, die zu selbstzerstörerischem Verhalten und Selbsttötungsgefahr führen können, Gewichtsverlust, Kraftlosigkeit, Interesselosigkeit, Konzentrationsstörungen. Der Patient fühlt sich „innerlich tot“.
Frauen sind am häufigsten in der Zeit der Wechseljahre betroffen, Männer erkranken häufiger im hohen Alter.

Was ist eine Altersdepression?

Die Menschen der älteren Generation haben in ihrem Leben eine Unzahl an Schicksalsschlägen hinnehmen müssen. Oft haben sie liebe Verwandte und Freunde verloren sowie die Auswirkungen von Krieg und Hunger kennenlernen müssen.

Man sollte annehmen das alte Menschen überdurchschnittlich häufig an Depressionen leiden. Doch die Annahme trügt. Alte Menschen leiden nicht häufiger an Depressionen als junge, doch kommen im Alter alle Arten von Depressionen vor. Es ist deshalb treffender, von der Depression im Alter als von dem Krankheitsbild der Altersdepression zu sprechen.

Allerdings ist die Altersdepression die mit Abstand häufigste psychische Erkrankung im Alter. Die Depression nimmt im Alter allerdings oft einen ganz anderen Verlauf als in jungen Jahren. So klagen alte Menschen sehr häufig über körperlich Symptome und weniger über depressiv bedingte Traurigkeit und Abgeschlagenheit.

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