Schrei der Trauer
Manchmal möcht ich
auf die höchsten Berge steigen
und laut schreien -
meinen Schmerz
der ganzen Welt zurufen,
meine Trauer teilen.
Doch ich spüre -
niemand will mehr
mein Gejammer hören.
Also wird mein Schrei
ganz stumm
und ich schlucke
die Trauer und die Tränen -
bis sie so auf meinen Brustkorb drücken,
dass ich fast ersticke,
bis sie mir so auf den Magen schlagen,
dass ich fast erbreche,
bis sie sich so tief in meine Seele fressen,
dass ich fast gelähmt bin
und ich innerlich erfriere
und mich immer mehr im Nichts verliere
und ich denke,
dieser Schmerz hört niemals auf!
(für Benjamin)
Danke für Eure mitfühlenden Worte. Ich weiß auch, dass man sich nicht zu viele Fragen stellen sollte und nicht so viele Vorwürfe machen darf, denn in dem Moment, wo man Fehler macht, weiß man das nicht, sonst würde man sie nicht machen. Aber ich kann meine Gedanken nicht steuern, sie kommen und sie gehen. Und obwohl ich ganz genau weiß, dass mein Sohn niemals wiederkommt, höre ich ihn manchmal und denke, er kommt zur Tür herein und glaube, es ist nicht wahr und ich stehe morgens auf und denke, er ist wieder da. Es dauert eben alles seine Zeit und mir ist klar, dass mir diese Wunde für den Rest meines Lebens bleibt. Es ist so schwer, weiterzuleben und einen Anfang zu finden für ein Leben mit diesem Schmerz.
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