Fast jeder von uns hat in seinem Leben schon schlimme Schicksalsschläge ertragen müssen.
Der Verlust lieber Menschen, Trennung vom Partner, Verlust des Arbeitsplatzes, Verlust der Heimat, gute Freunde die in einen anderen Ort ziehen, aber auch scheinbar banale Sachen, wie der Tod eines Haustieres.
Manchmal stecken wir diese relativ schadlos weg, doch unter bestimmten Voraussetzungen entwickelt sich bei manchen Menschen eine sogenannte Belastungs-Depression. Auch depressive Erlebnisreaktion, psychoreaktive Depression, abnorme depressive Belastungssituation oder depressive Reaktion genannt.
Reaktiv deshalb, weil sie als Reaktion auf ein auslösendes Ereignis eintreten.
Täglich haben wir mit auftretenden Problemen zu kämpfen. Manchmal gibt es plötzlich auftretende Belastungen, die wir nicht mehr tragen können und unter denen wir zusammenbrechen.
Dieses Krankheitsbild ist geschlechterunabhängig. Doch tritt diese Erkrankung bei Männern und Frauen in unterschiedlichen Lebensphasen auf.
Bei Frauen ist besonders die Zeit vor den Wechseljahren kritisch, beim Mann hingegen in der Zeit vor dem Ende der beruflichen Laufbahn.
Bei beiden Geschlechtern ist eine besondere Häufung in dem Zeitraum zwischen Pubertät und den mittleren Lebensjahren zu verzeichnen.
Auch die Auslöser sind bei Männern und Frauen unterschiedlich.
Sind es beim Mann eher berufliche Konkurrenzsituationen, Übergangenwerden bei der Beförderung, schlechte Karrierechancen, schlechte Auftragslage bei Selbstständigen, finanzielle Sorgen oder familiäre Probleme, so sind die Auslöser bei der Frau ganz anderer Art.
Beim weiblichen Geschlecht kommen Auslöser wie Enttäuschungen in der Liebe und Partnerschaft, bei alleinstehenden Frauen oft die Angst vor Vereinsammung und Isolierung in Betracht.
Die Erkrankung kann sich über eine Dauer von wenigen Tagen bis zu mehreren Monaten hinziehen.
Besonders bei älteren Männern ist eine längere Dauer von traurigen Verstimmungen zu beobachten.
Die Betroffenen fühlen sich nicht im eigentlichen Sinne krank, sondern eher verzweifelt unter das belastende Ereignis gedrückt. Ausgeprägte Niedergeschlagenheit, Interessenlosigkeit, Hilflosigkeit und Apathie bestimmen den Alltag.
Betroffene finden in Hilfe beim Arzt.
Als beste Therapiemöglichkeiten gelten eine Kombination von Krisenintervenierender Gesprächstherapie und medikamentöser Behandlung.
In der Regel werden ziemlich schnell Behandlungsfortschritte erzielt.


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