Ich hänge von anderen ab
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Hallo,
ich bin 27 Jahre und wohne in Leipzig.
Eigentlich bin ich ein sehr offener glücklicher Mensch, zumindest wirke ich so auf meine Umwelt. Und ich kann auch nicht sagen, dass es nicht stimmt. Ich habe schon viele schöne Dinge in meinem Leben erlebt. Ich habe Eltern die mich sehr lieben und Freunde zu denen ich viel Vertrauen habe und die mich in jeglicher Situation unterstützen.
Und ja auch eine Beziehung führe ich seit 4 Jahren.
Ich kann mich glücklich schätzen.
Doch tue ich das nicht. Ich hatte früher schon häufiger solche Phasen in denn ich mich für mich ( mein Leben, meine Qualitäten, mein Äusseres) geschämt habe. Ich habe mich wertlos gefühlt.
Ich habe diese Gefühle damals auf die Pupertät geschoben und als ich da zu alt für war, habe ich gesagt, dass ich eben eher ein Nachzügler bin und sich diese Pupertätsprobleme deswegen bei mir länger halten.
Und es wurde dann auch besser. Ich habe Abitur gemacht, habe den Wohnort gewechselt, 30 Kilo Gewicht verloren und konnte nochmal ganz von Vorne anfangen. Es folgte ein schönes Jahr Studium, aber dann fing es wieder an. Aus Faulheit und Dummehit habe ich den Faden beim Studium verloren und kämpfte wieder mit Selbstzweifeln. Aus diesem Tief holte mich mein Freund den ich damals kennenlernte raus. Ich brach das Studium ab.
Der nächste Tiefschlag war eine ungewollte Schwangerschaft. Als ich mich mental für das Kind entschieden hatte in der Hoffnung Unterstützung meiner Eltern zu bekommen wurde ich wieder enttäuscht. Auf rabiate Art vermittelte mir mein Vater, dass ich für ihn gestorben sei, wenn ich das Kind bekäme. Ohne Hoffnung habe ich dann einen Abbruch vornehmen lassen.
Meine Ausbildung die ich dann begann und der Zuspruch meines Freundes bauten mich wieder auf.
Jetzt bin ich fertig mit meiner Ausbildung und fühle mich schlechter denn je.
Ich habe in den letzten 2 Jahren wieder viel zugenommen. Hier liegt das ganze Problem. Mein Freund hat mir deutlich zu verstehen gegeben, dass ihm das nicht passt (O-Ton: ich schäme mich mit dir raus zu gehen). Mein Äusseres macht es mir ausserdem schwer einen Job zu finden, den ich doch aber jetzt so dringend brauche, nachdem mich mein Ausbildungsbetrieb nicht übernommen hat.
Ich fühl mich so leer und antriebslos, sodass ich in eine Lethargie verfalle die auch nciht gerade förderlich ist.
Anfangs habe ich viel geweint, weil mein freund mich nicht mehr so liebt wie ich bin. ich habe mit meinem Schicksal gehardert, doch jetzt ertrage ich das alles.
Ich lebe in meinem eigenen Gefängnis. Mit einem Mann der mich nur anfasst, wenn der Druck wieder sehr groß ist. Aus Angst ihn zu verlieren lasse ich alles geschehen, denn alleine sein kann ich nicht mehr!
So jetzt hab ich viel geschrieben, nur die hälfte von dem was sich in meinem Kopf abspielt... aber mehr will ich euch nicht zumuten.
Tat gut (für den Moment) es zu formulieren!
Hallo Trauerweide,
schön dass Du Dich getraut hast, hier zu schreiben.
Die äußeren Lebensumstände haben oft nicht viel mit dem zu tun, wie es uns geht.
Ich lebe auf Gran Canaria, habe eine tolle Frau, eine eigene Firma die uns ernährt und trotzdem macht mir die Depression manchmal das Leben so zur Hölle, dasss ich nicht mehr leben will.
Was Du allerdings von Deinem Vater und Freund schreibst, klingt gar nicht gut.
Da würde sich jeder allein und verlassen vorkommen.
Darf ich Dir eine Frage stellen?
Warum hast Du Dich hier angemeldet. Hast Du den Verdacht, es handelt sich um Depressionen bei Dir?
LG
Don
Wenn Du einen Platz brauchst um Deine Gefühle zu artikulieren und dabei ernst genommen zu werden, bist Du absolut richtig hier.
Schreib so viel Du willst....
Niemand hier wird Dich dabei dumm anschauen oder Ähnliches.
Du schreibst, das viele Depressiossymptome auf Dich zutreffen.
Willst Du mir sagen welche?
Vielleicht ist ein Besuch beim Arzt nötig....
... erstmal, Willkommen... Ich bin selbst neu hier und kann dir nur sagen, dass es i-wie gut tut, sich mal auszulassen und ehrlich zu sein, über seinen eigenen Zustand... Schön finde ich auch, dass man hier nicht verurteilt wird und das hier Menschen sind, die zu wissen scheinen, wie es einem geht... Das tut meisten gut... Bei seinem Freundeskreis fühle ich mich oft als Freak und einmal habe ich sogar ein "denkst du nicht, dass das was du sagst ziemlich dreist und undankbar klingt?!" geerntet... Seiddem will ich darüber nicht mehr wirklich mit jemandem aus meinem Umfeld reden...
Als ich deinen Beitrag gelesen habe, musste ich fast selbst weinen, weil ich mir sehr gut vorstellen kann, wie schlimm sich das alles anfühlen muss... Besonders was dein Vater gesagt empfinde ich persönlich als unglaublich gemein und herzlos... Und auch das dein Mann/ Freund sagt, er fände dich nicht mehr attraktiv, ist schlichtweg scheiße! Hast du mal versucht ihm zu sagen, wie es dir innerlich geht? Wie du dich fühlst, wenn er sowas sagt?
Ich habe den Eindruck, dass er gar nicht versteht, was das mit einem macht... Ich meine, wie würde er wohl reagieren, wenn du ihm auf einmal sagen würdest "Hey Schatz, ich liebe dich zwar, aber ich du bist hässlich geworden!"... Sowas tut jedem weh... Du solltest dir das auf keinen Fall gefallen lassen und ihm nicht auch noch die Genugtuung geben, er könne alles mit dir machen...
Das mit der "immer-glücklich-und-stark" Fassade kenne ich auch... Ich will nicht, dass die Menschen sehen und wissen, dass ich leide... Ich will auch kein Mitleid, weil das einfach nervt... Außerdem will ich nicht, dass die Menschen mich angucken, als ob ich ein Alien wäre...
Ich denke, dass Don recht hat... Ein Arzt währe bestimmt eine gute Idee und du solltest auf jedenfall deinem Partner sagen, wie es dir geht... Vielleicht versteht er dann, dass er sich dir gegenüber anders verhalten muss...
Ich hoffe, dass dir mein Eintrag ein wenig weiterhelfen konnte... Vielleicht auch nur, weil ich das was ich geschrieben habe, ehrlich meine...
Ich wünsche dir viel Kraft, Mut und Liebe! Vorallem, dass du anfängst, dich selbst zu lieben ;)
das, was du geschrieben hast, kann auch ich so gut nachvollziehen. Wie sicher jeder hier. Schön, das du da bist. Mir geht es genauso wie dir. Ich kann mich schriftlich auch besser ausdrücken als mündlich. Bitte leb dich gut bei uns ein.Wir stehen alle hinter dir. Ja, auch ich denke, du solltest zum arzt gehen, um das abzuklären.Vielleicht gleich zu einem Facharzt?



Land
Hallo Don,
ich habe mich hier angemeldet, weil meine Gedanken und Gefühle mich erdrücken. Ich könnte weinen, oder schreien, oder ausrasten, aber wenn ich das versuche kommt nichts aus mir raus.
Und immer wenn ich den versuch mache mich mit meinen Freunden zu unterhalten, kommt mir das was ich sage nach den ersten drei Sätzen lächerlich vor!
Ich kann soetwas nicht aussprechen. Ich habe dann das Gefühl nicht die richtigen Worte zu finden. Und schaue ich dann noch in die Augen meines Gegenüber, die entweder diesen " ach-gott-schau-mal-die-arme-irre"Blick zeigen oder einfach nur verständnislos drein blicken ist es eh vorbei mit sprechen. Meine Freunde versuchen wohl mir zu helfen und mich zu verstehen. Aber sie finden auch nicht die richtigen Worte.
Wenn ich dann mal eine Heul-Phase habe denke alle, dass es nur eine Phase ist die vergeht.
Ich habe früher viel Tagebuch geschrieben, bezeichnender Weise nur wenns mir schlecht ging. Aber das hat irgendwann nur noch bedingt geholfen.
Ich kann mich schriftlich besser artikulieren als mündlich und über dieses Forum will ich meine Gedanken mitteilen um den Druck loszu werden.
Und Feedback hilft immer!
Naja ich habe keine ärztliche Diagnose, aber viel was ich über Depressionen gelesen habe trifft auf mich zu.
Ich danke dir für dein Interesse