Guten Abend.
Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, warum hier nun meine Geschichte versuchen möchte zu erzählen, da ich sonst auch mit niemanden über meine Stimmungen, Emotionen und Gedanken rede. Wahrscheinlich wegen der Anonymität. Was ich wirklich hier von nun erwarte, dass ist auch mir selbst noch schleierhaft. Ich denke ich möchte einfach nur andere kennen lernen, die auch mit einer Lustlosigkeit am Leben teilhaben.
Um meine Art der
Depression zu verstehen und zu beschreiben (Da ich persönlich nicht denke dass ich so etwas beschreiben lässt), möchte ich nun erstmal ein paar von persönlichen Informationen preisgeben:
Für einen siebzehnjährigen, weiß ich, dass geistig schon weiter fortgeschritten bin als meine Freunde und Kameraden. Ich besuch ein Gymnasium, welches man am besten mit dem Wort „ignorant“ beschreiben könnte. Ich sehe direkt wie die Welt zugrunde geht. Es ist zum krank werden. Ich lese gerne. Ich lese viel. Wahrscheinlich mehr als die Lehrer meiner Schule. In der Schule bekommen wir Bücher wie „Adler & Engel“ und „Nathan der Weise“ vorgesetzt. Ich mag diese Bücher, andere nicht. Obgleich denke ich, dass die Bildung fürs Leben immer irrelevanter wird. Wer bestimmt was Bildung ist? Man kann nicht die Intelligenz eines Kindes an seinen Schulnoten ausmachen. Diese Bücher sind überholt. Was interessiert eine gute Note in Gedichtsinterpretationen, wenn man Jurist werden möchte. Ich bin für meinen Teil ein relativer guter Schüler, aber kein Streber. Ich gehe gerne mit meinen Jungs einen trinken und habe auch gerne Sex. Muss mir darüber keine Sorgen machen, ich bin schön. Naja das sagen viele, aber darauf lege ich keinen Wert. Ich weiß ja selber das ich schön bin. In der Schule verstelle ich mich. Niemand weiß von meiner Genialität. Ich sehe die Welt anders, als andere. Ich bin krank von der Gesellschaft. Ich lese Bücher die für die Zukunft der Welt relevant sind. Mein Lieblingsbuch ist „1984“ von George Orwell. Eine wundervolle Dystopie von Welt wie sie irgendwann sein wird. Ich sehe wie sich die Welt langsam auf einen Punkt hinarbeiten wo niemand mehr wirklich frei ist. Ich sehe die Politiker wie eine Fahne im Wind. Geht es denn wirklich um die Machterhaltung? Brauch man diese denn immer? Warum kann es denn keine Gesellschaft geben, die frei von Irrglauben und Vorurteilen ist? Geht es nicht um das Wohl der Menschheit, als die des Einzelnen. Ich habe Marx gelesen. Ich mag ihn. Er fasziniert mich. Seine Ideen waren narrisch und krank. Genau wie ich. Deswegen mag ich ihn – denke ich. Man hat es ausprobiert und es hat nicht geklappt, da der Mensch einfach egoistisch ist. Warum möchte man in einer solchen Gesellschaft leben? Ist Egoismus wirklich der Sinn des Lebens. Manchmal komme ich nach Hause und frage mich „Warum?“. Warum lohnt es sich noch zu leben, wenn jeder versagt. Warum ist denn niemand so wie ich? Warum hat niemand eine Idee vom Leben, wie ich, die das Leben erst schön macht? Ich denke darüber nach, wie ich ein Gott meiner eigenen kleinen Menschheit wäre. Wer brauch einen König, wenn ich man Gott sein kann. Es ist komisch. Ich lehne jede Form eines Gottes ab. Wahrscheinlich bin ich so etwas, wie ein radikaler Atheist. Ja das gefällt mir. Oder ich bin ein Nihilist. Ich glaube an nichts mehr, seitdem die Menschheit so ist wie jetzt. Wäre die Menschheit besser, denke ich, ich würde an das Leben an sich glauben. Je mehr ich darüber nachdenke, desto komischer wird es. Trotzdem stelle ich mir vor ein Gott zu sein. Perverser Götterkomplex. Und ein bisschen paradox. Oft denke ich, ich bin in einer falschen Zeit geboren. Goldenes Zeitalter-Komplex. Oder so ähnlich. Ich mag reisen. Ich gehe gerne wandern und zelten. Ich gehe im Winter oberkörperfrei raus, um das Leben richtig zu spüren, da sonst es ja niemand tut. Dazu höre ich gerne The Doors oder Sonny Rollins. Auch gerne mal Klassik. Ich habe keine Lust mehr zu schreiben. Ich verliere oft schnell die Lust an etwas. In Gedanken wäre dieser Text länger. Scheiße ist das anstrengend. Ich leg mich jetzt wieder hin und vegetiere durch mein Leben und denke darüber nach zu leben, warum überhaupt zu leben, wenn jeder außer mir irgendwann versagt. Ich sehe schon eine schlaflose Nacht voller Träume von der Welt, wie sie sein könnte. Au Ja! Das mach ich jetzt. Hab ja sonst auch nichts vor. Niemand hat etwas vor, wenn eh alle dem Untergang durch sich selber geweiht sind. Wahrscheinlich schlafe ich mit einem Lächeln ein, da ich weiß, dass ich anders bin. Auf einen neuen Tag voller Trauer, Schmerz, Ignoranz von der Gesellschaft und Vortäuschen für ein angenehmeres Leben!