An Tagen in den ich viel an mir zweifele was ich tue oder getan habe ist es immer ein höhenflugtag für meine Schuldgefühle. Ich brauche nur an meine Kinder denken und schon laufen die Schuldgefühle in Höchstform auf. Eine gute Mutter bin ich, aber nicht in den Augen wenn mein Selbstwertgefühl mal wieder auf Urlaub gefahren sind. Da schleichen sich gerne Gedanken ein, wie das ich alles schlechtes an sie weiter gegeben habe. „ Na super!“ Denkt sich da der Nebenstehende vieles kann man nicht vererben. „ Oh doch!“ , muss ich da wiedersprechen: “ Ich finde alles was möglich oder nicht möglich ist“. Ob es sich um das korrekte Aufräumen des Kinderzimmers handelt oder nur den leichten Wasserbrunnenbau bei meiner Tochter …. geschweige den von den plötzlichen Selbstzweifel meines Sohnes, der auf einmal wie wild um sich schreit und meint das „Wir immer auf ihn rumhacken!“ obwohl das gar nicht stimmt ( er sieht es gerade so).
Ich bin an Allem schuld, das ist mir in dem Moment klar wenn meine Schuldgefühle da sind hat mein ¾ Selbstwertgefühl sich irgendwo eine Auszeit genommen hat. Hat sich einfach vom Acker gemacht und liegt irgendwo am Meer und genießt die Sonne. – „Ich will auch am Meer liegen und mich schön warm von der Sonne bescheinen lassen !!!!“
Wenn ich nicht früh genug STOPP sage und mein Selbstwertgefühl an mich schweiße, habe ich schon verloren. Verloren heißt, das ich wie eine Löwin versuche einen Ausweg zu finden, damit ich verstehe warum ich daran schuld bin und wie ich das anders machen kann, damit ich es besser, toller, schöner machen kann. Nur so funktioniert das nicht. Je mehr ich mich darin verstricke, desto schlimmer wird es. Mehr Schuldgefühle, mehr Selbstzweifel und mehr Kampf verhelfen dem Ganzen noch mehr in mir zu wüten und mir noch mehr schlechtes Gewissen zu machen, mehr Verzweiflung und mehr Hilflosigkeit.
Kennt Ihr das?
Mir wird immer gesagt das geht vielen so. Beruhige dich Bärensternchen, das ist normal in dieser oder jenen Situation. Ne, das ist nicht normal! Normal ist nicht, dass man sich auf einmal sorgen macht das man alles falsch gemacht hat. Normal ist es nicht, dass man Nachts nicht schläft und sich in den Schlaf weint , weil man von sich so enttäuscht ist nichts zu schaffen was gut ist.
Es ist eben jetzt so. Jetzt gerade in dieser Situation… ist es einfach so, das man traurig ist und es ist ok. Mit STOPP beende ich das Gedankenkreisen und Auswegsuchen. Ich habe wieder etwas „Freiraum „ wahr zu nehmen was mir vielleicht gerade jetzt gut tut oder gut tun könnte. Das kann vieles sein. Einfach nur da zu sitzen und einer schönen Musik zu lauschen oder einen Stift in die Hand nehmen und darauf los malen. Mir hilft oft malen, das weiss ich jetzt. „Warum ich das weiss?“, weil ich das durch das Benennen was ich nicht mag herausgefunden habe. Ich wieder gelernt habe zu fühlen und gute Gefühle von schlechten Gefühlen unterscheiden kann… obwohl es gibt eigentlich nicht wirklich „schlechte Gefühle“ …. Aber das ist dann wohl eine andere Sache ;o)
Alles Liebe
Bärensternchen