Meine Geschichte
EINLEITENDE GEDANKEN
Ich möchte noch folgendes anmerken. Warum schreibe ich hier meine Geschichte auf? Sie ist weder herausragend noch irgendwie sensationell. Sicher, ich mußte durch einiges durch. aber gesetzt an dem, was viele von euch erlebt haben, ist es ja vergleichsweise harmlos. Und doch, es ist meine Geschichte und sie hat mein Leben geprägt. Vielleicht schreibe ich sie mehr für mich. Ich merke einfach, das es mir gut tut, das sich innen was löst. Es ist so was wie eine Therapie an mir selbst. Darum schreibe ich das hier.
KINDHEIT
Heute möchte ich euch ein bisschen von mir erzählen, damit ihr wißt, mit wem ihr es zu tun habt. Ich bin in Norddeutschland geboren. Die familiären Umstände waren sehr schwierig. Da meine Mutter mich nicht versorgen konnte, kam ich in ein Kinder- und Säuglingsheim. Meiner leiblichen Mutter wurde das Sorgerecht für mich entzogen. Mit ca.1,5 Jahren kam ich als Pflegekind zu einer Frau, die vor kurzem ihren Mann verloren hatte. Da sie damals nervlich so runter war, riet man ihr,sich eine neue Lebensaufgabe zu stellen. Diese Lebensaufgabe wurde ich.Ich sollte die Lücke ausfüllen, die ihr Mann hinterlassen hatte. Ich wuchs bei der Pflegemutter auf, wurde äußerlich auch versorgt. Aber innerlich war ich am Verhungern, hatte aber gelernt , mir nie etwas anmerken zu lassen. Denn damit hätte ich meine Pfl.mutter nur in neue Konflikte gestürzt. Sie war ständig darum bemüht, das ich ja nichts schlechtes über sie bei den Schulkindern sagte. Kontakte zu Gleichaltrigen aus meiner Schulklasse sah sie als Verrat an und sie erzählte mir immer wieder, das ich aufgrund meiner Herkunft ein so schlechtes Kind sei, mit dem sowieso niemand spielen wolle. Ich habe diese Botschaft so in mein Leben integriert, das ich mich jahrelang darüber identifiziert habe. Ich war ja ja auf Mutter als Kind angewiesen und so versuchte ich es ihr Recht zu machen, was mir natürlich nie gelang. Ich sollte immer etwas "zurückzahlen", weil sie mich ja schließlich aus "dem Dreck" geholt hätte.
Das Verhältnis zwischen meiner Pflegemutter und mir war immer angespannt. Sie war in ihrem Wesen zum Teil unberechenbar. Erst viele Jahre später stellte sich raus, das sie zeitlebens an einer unbehandelten schweren Psychose litt. Das erklärte viele ihrer eigenartigen Verhaltensweisen. Das wußte ich damals als Kind natürlich noch nicht.
Wir wohnten in einem kleinen Dorf, wo jeder jeden kannte. Mutter verstand es , sich selbst so darzustellen, das niemand merkte, was wirklich los war. Mutter kannte auch keine Privatspäre. wenn ich ihr etwas anvertraute, wußte es am nächsten Tag das halbe Dorf. Und sie machte dabei auch nicht vor intimen Themen halt . Da ich Pflegekind war, stand ich ja unter der Aufsicht des Jugendamtes. Außerdem hatte ich eine Frau aus dem Dorf, die Vormund, so hieß es damals ja noch, für mich war. Wenn ich nicht spurte, so wie ich sollte, wurde mir regelmäßig damit gedroht, das ich wieder ins Heim kommen würde. Das hat bei mir jedesmal richtige Panickattacken ausgelöst und ich wußte nie, wohin mit meiner Angst. Meine Mutter hatte ihre Zweifelhafte Freude daran, mich immer wieder zu schikanieren und Situationen auszusetzen, die für mich als Kind oberpeinlich und beängstigend waren. So nahm sie mir mit Vorliebe die Kleidung weg, wenn ich im Bad war, so das ich nackt über den Flur mußte. Sie tat es in der Regel dann, wenn wir Besuch hatten. Oder sie sagte mir, das sie eine Überraschung für mich hätte und legte mir dann eine tote Maus in die Hand und amüsierte sich köstlich, wenn ich vor Entsetzen aufschrie. Bei ihr war es kein harmloser Streich. Sie hatte Freude daran, den anderen zu quälen. Ich ging ganz normal wie die anderen Kinder zur Schule. Aber da mir zu Hause immer wieder gesagt wurde, das ich kein normales Kind bin, sondern eben ein Pflegekind, hatte ich große Mühe im Kontakt mit den anderen Kindern. Ich "wußte" ja, das ich "nur" ein Pflegekind war, also ein Mensch dritter Klasse.Sicher, es gab auch viele schöne Erlebnisse, aber der Grundtenor war Einsamkeit und Isolation.
Wenn ich heute zurück denke, bin ich überezeugt davon, das ich als Kind und später auch nochmal als Teenie handfeste Depressionen hatte. Doch damals kannte man weder das Wort noch die Bedeutung dieses Wortes. Ich kann mich aber noch sehr gut daran erinnern, das ich Zeiten unendlicher Traurigkeit und Kraftlosigkeit erlebte, oft wochen- und monatelang.
JUGEND
Ich wuchs heran. Mit 14 Jahren wurde ich zum Jugendamt bestellt. Man meinte, ich sei nun alt genug, von meiner Vergangenheit zu erfahren. ich bekam eine dicke Akte vorgelegt, die ich lesen sollte, während Mutter und die Jugendamtfrau Kaffee tranken. Was ich dort las, warf mich so sehr aus der Bahn, das ich daran dachte, mich umzubringen. Ich schämte mich für meine Vergangenheit. Aber nach außen hin ließ ich mir auch jetzt nichts anmerken. Es hätte sowieso keiner verstanden. Im Gegenteil. Mutter sagte immer wieder, wie dankbar ich ihr doch sein müßte. Ohne sie wäre ich sowieso in der "Gosse" gelandet. Auch nach dem besagten Besuch beim Jugendamt wurde sie nicht müde, mich auf meine Vergangenheit hinzuweisen." Wer aus solch einem Mileu kommt, der landet dort auch wieder." Das waren sinngemäß die Worte, die ich immer wieder von ihr zu hören bekam. Ich hatte eine! Freundin. das war das höchste, was Mutter zugelassen hat. Sie war krankhaft eifersüchtig.
Trotz aller Schwierigkeiten ging das Leben weiter. Ja, ich hatte sicher nie mit Problemen wie Alkohol- und Drogenkonsum zu tun. Aber das ist keine besondere Auszeichnung für mich. Der Schritt dahin war sicher nicht weit. Mit der Zeit stellte sich heraus, das ich sehr gut mit Kindern und alten Leuten umgehen konnte. Ich war etwa 12 oder 13, da brachten Mütter ihre kleinen Kinder stundenweise zu mir. Die Kinder liefen hinter mir her, wie die Ratten dem Rattenfänger von Hameln. Ebenso machte es mir sehr viel Freude,die alten Menschen zu besuchen und ihnen vorzulesen. Daraus entstand dann auch mein Berufswunsch, der mit Menschen zu tun haben sollte. Ich wählte den Beruf der Kinderpflegerin.
ERSTE AUSBILDUNG UND BERUFUNG
Dazu ging ich in ein Internat, das von evangelischen Schwestern geleitet wurde.Ich lernte den Beruf der Kinderpflegerin. Obwohl es dort verhältnismäßig streng zu ging, fühlte ich mich dort einigermaßen wohl. Nach den langen Jahren mit meiner psychisch kranken Mutter kam es mir fast paradiesisch vor. (Ich war wohl mit Abstand die Einzige, die das so sah.
).
Die Ausbildung dauerte zwei Jahre und in dieser Zeit entschied ich auch, mein Leben Jesus Christus anzuvertauen. Ich habe keinen Tag davon bereut. Nach der Ausbildung arbeitete ich ca. 3 Jahre in einem heilpädagogischen Kinder- und Jugendheim.
Kurz vor Ablauf dieser 3 Jahre hatte ich immer wieder den Eindruck, als würde eine Veränderung für mich anstehen. aber ich konnte noch nicht erkennen, inwiefern das sein sollte. Ich hatte inzwischen einen Jugendkreis vom EC gefunden und ging dort regelmäßig hin. Dort lernte ich die Anfangsschritte in meinem Glauben und eben auch das Beten. Und so besprach ich ab da alle anstehenden Dinge im Gebet mit Gott. Ich war da sicher noch sehr unbeholfen, aber Gott hat mich offensichtlich immer verstanden.Heute staune ich darüber, wie liebevoll Gott doch damals auf meine teeniehaften Gebete eingegangen ist. Ja, wir dürfen so zu Gott kommen,wie es uns in der aktuellen Situation gegeben ist. Ich betete also um konkrete Wegweisung. Gleichzeitig schrieb ich unzählige Bewerbungen, weil ich ja dachte, das es ein anderer Arbeitsplatz sein sollte. Aber ich bekam nur Absagen, obwohl ich mich deutschlandweit auf und ab bewarb. Ich war ziemlich verzweifelt, weil dieses innere Drängen immer stärker wurde. Ich betete dringlicher und bat Gott,mir doch seinen Willen deutlich zu machen. Und dann viel mir eine Person ein, von der ich dachte, das sie mir vielleicht helfen könnte. Ich schrieb ihr einen Brief und schilderte ihr mein Anliegen.Sie antwortete mir umgehend und wies mich darauf hin, ob Gott nicht vielleicht "einen ganz bestimmten Weg "für mich haben würde.
Und so kam es, das ich dann einige Monate später in eine evangelische Schwesternschaft eintrat.
Aber bis es soweit war, waren noch viele Kämpfe auszustehen.
So ein Schritt will gut überlegt sein. Immerhin gibt man alles von seinem bisherigen Leben auf. Wohnung, Kleidung, Auto, einfach alles. Und das sind nur äußere Dinge, von denen man sich durchaus trennen kann. Ich weiß noch, wie ich damals in meinem Wohnzimmer gesessen habe und ein Teil nach dem anderen Gott übergeben habe, als Symbol, das ihm alles, was mein Leben ausmachte, gehört. Und dieses auch vor den Menschen zu vertreten, war nicht leicht. Wie sollte ich Menschen, die Jesus nicht kannten, diesen Schritt erklären? Ich hatte ja selbst keine Erklärung dafür. Ich wußte nur, das ich wirklich wollte, was ich sollte. Ich wollte total für Jesus leben . Gut, ich bekam absolut keinen Applaus für diesen Schritt. Im Gegenteil. Die meisten erklärten mich für verrückt. Besonders die Familie in der ich noch lebte. Es gab viele unschöne Situationen. Aber wie sollten sie es auch verstehen.? Ich wußte ja selbst nicht richtig, was da vor sich ging. Schließlich hatte ich noch nie etwas davon gehört, das Gott jemanden in eine bestimmte Lebensform beruft. Inzwischen hatte ich Kontakt mit der besagten Schwesternschaft aufgenommen. Sie freuten sich natürlich, das wieder jemand kommen würde. aber sie wiesen mich auch darauf hin, das so eine Entscheidung nicht aus einem Überschwang der Gefühle heraus getroffen werden dürfte. Wir einigten uns darauf, noch ca. ein 3/4 Jahr zu warten und das Ganze vor Gott zu prüfen. Und auch dann trat ich nicht gleich ein sondern für ein weiteres halbes Jahr eine Art Diakonisches Jahr, um schon mal "aus der Ferne" zu sehen, was auf mich zukommen würde. Es war eine Zeit, in der meine Geduld sehr geprüft wurde. Aber schließlich kam der Tag, an dem ich mein bisheriges Leben zurück ließ und nun als evangelische Schwester ein neues Leben zu beginnen.
SCHWESTERNSCHAFT
Über die folgenden 20 Jahre könnte ich ein Buch schreiben. Hier ist nicht der Ort, Einzelheiten darüber zu schreiben. Aber soviel kann ich sagen. Diese 20 Jahre waren meine Wüste, in denen Gott meinen Charakter geformt und geschleift hat. Hier habe ich Jesus in einer wunderbaren Weise kennengelernt. Hier habe ich aber auch das Menschsein kennengelernt, so wie wir sind, in unserer Ursprungsform. Und hier habe ich erfahren, wie wunderbar und schmerzlich zugleich die Hingabe an Jesus sein kann.(Bitte nicht falsch verstehen. Hingabe an Jesus ist das Schönste, was es gibt, aber das Hingeben selbst ist nicht immer so einfach). Ein paar äußere Fakten aus dieser Zeit. Meine Einsatzgebiete in dieser Zeit waren unter anderen Mitarbeit in Alten-und Pflegeheimen, in einem Krankenhaus, dort mußte ich aufgrund psychischer Probleme eine Ausbildung zur Krankenpflege abbbrechen,(was mit zu meinen schmerzlichsten Erinnerungen gehört und ich glaube, das ich dort meine dritte oder sogar vierte unerkannte Depression hatte) ,Einsatz in der Telefonzentrale, Gartenarbeit, Begleitung Demenzkranker, Sterbebegleitung, Mithilfe in Kinder-und Jugendfreizeiten, und schließlich eine weitere Ausbildung im heilpädagogischen Bereich.
ZERBRUCH
Das alles schreibt sich so leicht, wenn es nur um das Nennen der Fakten geht. Wenn man mich fragen würde, ob ich gerne in der Schwesternschaft war, sage ich von ganzen Herzen"Ja!" Ja, ich wollte dort sein. Ich wollte es als mein Zuhause ansehen. Und es gab wirklich so unendlich schöne Dinge, die ich nicht vergessen werde.Die Gemeinschaft untereinander, das tiefe Graben im Wort Gottes, die empfangene und gegebene Seelsorge, der Umgang mit den altgewordenen Schwestern, die Spezialbegleitung einer unserer an Alzheimer erkrankten Schwestern, die Hauskreise, Gespräche usw.! Wie reich hat Gott gesegnet. Aber dann war da eben auch dieses Leistungsdenken. Du konntest arbeiten, soviel du wolltest, es reichte nie. Ich war auch nie "richtig". Meine Persönlichkeit so wie sie war, war nie richtig. Ich war eben "anders", ich passte nicht in die Norm. Immer mußte ich mich verändern. Ich wußte nicht, wer ich war und wie ich sein sollte. (Klar, Jesus ist immer dabei, an uns zu arbeiten, das meine ich nicht.)Bevor ich die Ausbildung im heilpädagogischen Bereich machte, (darauf gehe ich ein anderes mal ein)war ich ca.7-8 Jahre als "Gartenschwester" tätig. Nebenbei waren Dienste im Bereich der Altenbetreuung und Sterbebegleitung,Hauskreisleitung, Seelsorge am Menschen usw., was ich wirklich auch gerne gemacht habe. Aber ich merkte nicht (oder wollte es nicht merken, das ein Zusammenbruch nahte. Diesmal in Form eines dreifachen Bandscheibenbenvorfalles.Ich mußte monatelang aussetzen. aber irgendwann war ich wieder soweit hergestellt, das überlegt werden konnte, wie es weitergehen sollte.Aufgrund des Bandscheibenvorfalles mußte ich die schwere körperliche Arbeit im Garten (es war eine recht große Parkanlage) aufgeben. Danach folgte die Ausbildung im heilpädagogischen Bereich, aber dazu später mehr)Vielleicht sollte ich an dieser Stelle noch erwähnen, das die 7-8 Jahre Garteneinsatz unmittelbar nach dem Abbruch der Krankenpflegeausbildung folgte. Die Zeit während dieser ersten Ausbildung bis zum Abbruch kam für mich einen Horrortripp gleich. Ich lernte ganze Nächte durch und nichts blieb in meinem Kopf. Ich hatte wochenlange Migräneattacken, schlief nachts maximal 2 Stunden und wußte nicht, wie ich den nächsten Tag überleben sollte.Aber irgendwie machte ich weiter. Bis ich nicht mehr konnte und einfach nur noch schlafen wollte. Ich besorgte mir Schlaftabletten und nahm soviele, das ich erst zwei Tage später wieder erwachte. Als ich einigermaßen wieder Herr meiner Sinne war, ging ich in mein Zimmer, mit dem großen Bedauern, immer noch zu leben. Kurze Zeit darauf holte mich die verantwortliche Schwester und sagt mit eiskalter Stimme: "Mit dem, was du getan hast, hast du Schande über die Schwesternschaft gebracht. Ich bringe dich jetzt zurück nach X. Hier kannst du auch nicht bleiben. .(Gemeint war der Ort, wo die Schwesternschaft ansässig war. etwa 10 km von der Stadt Y entfernt. Der gute Ruf der Klinik ist auch geschädigt.(Das Gespräch mit besagter Schwester fand in dem Krankenhaus, bzw. im Personaltrakt statt. Könnt ihr euch vorstellen, wie ich mich gefühlt habe? Ich hätte es damals als total normal angesehen, wenn man mich auf der Stelle erschossen hätte. Ich wurde zurück in das Haupthaus der Schwesternschaft gebracht. Allerdings wurde mir jeglicher Kontakt zu meinen Mitschwestern untersagt. Und das für ca. 3 Monate. Ich durfte das Zimmer nur verlassen, wenn keiner in der Nähe war. Das Essen bekam ich aufs Zimmer.Man wollte nicht, das ich die Mitschwestern schlecht beeinflusste. Man mußte sie vor mir schützen. Ich bin heute noch dankbar für die Schwestern, die sich darüberhinwegsetzten und mich trotzdem besuchten. Während dieser Zeit mußte ich jeden Tag einmal zum Hausarzt fahren, um Urin und Blut untersuchen zu lassen. Man hatte den leitenden Schwestern gesagt, Leute wie mich müsse man hart anfassen. Es sollte kontrolliert werden, ob ich nicht heimlich Tabletten oder Drogen nahm. auch das tat ich, "wußte" ich doch, das ich "schuldig" war und diese Schuld nie würde abbezahlen können. Gut, auch diese Zeit ging vorbei. Irgendwann wurde ich "rehabilitiert" und ich durfte wieder am Schwesternleben teilnehmen.Jetzt folgten die schon erwähnten Jahre des Garteneinsatzes. Ja, es war harte Arbeit und manchmal bin ich vor Erschöpfung umgefallen. aber dennoch waren diese Jahre auch sowas wie persönliche Seelsorge Gottes an mir. Hier war ich viel alleine und wenn mich keiner sah, konnte ich Gott meine ganze Not klagen. Der Gartenboden wurde sehr viel mit meinen Tränen gedüngt. Die Zeit des ca. siebenjährigen Garteneinatzes war auch gleichzietig eine geistliche Intensivschulung für mich. In diesen Jahren habe ich sehr intensiv die Bibel studiert und versucht von Jesus her einen Sinn in dem Geschehenen zu finden. Ich habe mich mit Themen auseinandergesetzt wie Gehorsam, Hingabe, Ton in Gottes Hand sein uvm. Jesus hat sich mir als der Zuverlässige gezeigt. Ich durfte erleben, wie er mich getragen hat. aber genauso habe ich oft den Anspruch der Menschen an mich mit seinen Ansprüchen an mich verwechselt. Ich wollte unter allen Umständen eine gute Christin sein und qüälte mich mit Selbstvorwürfen,wenn mir etwas nicht richtig gelang. Manchmal hatte ich den eindruck, das ich zwei Leben leben würde. Zum einen erlebte ich die totale Nähe Jesus und zum anderen erlebte ich mich in diesem inneren Chaos. Ich wußte nicht, was richtig war. Konnte Jesus mir denn so nahe sein, obwohl ich doch so war wie ich war? Ich konnte ganz schlecht mit diesen Extremen umgehen, weil ich eben noch nicht begriffen hatte, das Jesus mich trotz meiner Fehler und Macken gebrauchen konnte. Obwohl er das in den vergangenen Jahren ja durchaus getan hatte. Nur war ich noch blind dafür. Es ist für mich ein immerwährendes Geheimnis. Während ich mich total mies und abscheulich fühlte, bereitete Gott den nächsten Schritt für mich vor. Ich drücke das mal sehr fromm aus. Er führte mich weiter in den Zerbruch. Bevor Gott uns wirklich gebrauchen kann, muß erst alles weg, wo wir meinen, damit vor ihm glänzen zu können. Und da gab es so einiges bei mir. Das erkenne ich jetzt im Rückblick. damals war mir das absolut nicht klar.Manchmal benutzt Gott auch mal radikale Methoden. Ich zog mir einen dreifachen Bandscheibenvorfall zu und war erstmal für Monate außer Gefecht gesetzt. Doch auch diese Zeit ging vorbei.
Ehrlich gesagt, hatte ich zu diesem Zeitpunkt war für mich die Zukunft verschlossen wie eine gepanzerte Stahltür. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie es mit mir weitergehen sollte. aufgrund meines Bandscheibenvorfalles konnte ich die Arbeit im Gartenbereich nicht mehr weiterführen. Dann trat man mit dem Gedanken an mich heran, ob ich bereit für eine weitere Ausbildung wäre. Nein, das konnte ich mir nicht mehr vorstellen. Nach der Blamage von der letzten abgebrochenen Ausbildung. Aber dazu später mehr
Wie in vielen anderen Schwesternschaften auch üblich, arbeiteten die Schwestern direkt in den einzelen Abteilungen des Schwesternhauses wie Näherei, Waschküche, Garten. Küche.Zentrale , und vieles mehr als auch auf Außenarbeitsplätzen wie Kinderhorten, Krankenhäuser, Altenheime, Gemeinden und Behinderteneinrichtungen.
NOCH EINE AUSBILDUNG
Wie gesagt, die letzten 7 Jahre hatte ich ja in der beschriebenen Weise zugebracht.
Die Frage, ob ich mir eine weitere ausbildung vorstellen könne, löste wie gesagt, zunächst nur Entsetzen bei mir aus.Aber so nach und nach fand ich den Gedanken daran doch nicht mehr ganz so abwegig. So ging ich dann in eine bekannte Behinderteneinrichtung, um dort eine Ausbildung im heilpädagogischen Bereich zu machen.Diese Ausbildung entsprach total meinen Fähigkeiten und ich schloß sie nach drei Jahren mit einem erfolgreichen Abschlußzeugnis ab. Einschließlich der 3 jährigen Ausbildung war ich insgesamt 7 Jahre dort.Die Arbeit an und mit den Behinderten machte mir sehr viel Freude. Vielleicht wäre ich heute noch da, wenn nicht die Depression zum Ausbruch gekommen wäre.
....Aber bis die Diagnose gestellt wurde, vergingen noch gut ein bis eineinhalb Jahre.
Klar, ich hatte hier und da mal heftige Erkältungen und sogar Windpocken hatte ich als erwachsene Frau. Aber nichts, was mich hat ahnen lassen, was kommen würde.Im Gegenteil. Irgendwann merkte ich, das ich "Powerkräfte" zu entwickeln schien. Ich machte Überstunden noch und noch, vertrat hier, vertrat dort und schien gar nicht genug zu bekommen. Ich kam so richtig in einen "Höhenrausch".Logisch, das ich mich darüber freute. Ist doch toll, wenn einem die Arbeit so von der Hand geht.Das ging monatelang so. Doch irgendwann begann das ganze zu kippen. Ich merkte, wie von Tag zu Tag gereizter wurde. Und was für mich das schlimmste war, ich schaffte mein Arbeitspensum nicht mehr.Was ich vorher spielend geschafft hatte, wurde für mich mehr und mehr zu einem aussichtlosen Kampf.Wie oft bekam ich einen Tadel:"So geht das nicht. Sie müssen schneller machen..."Ich wollte ja. aber ich war wie fest geleimt.Irgendwann merkte ich, das ich mich nicht mehr richtig konzentrieren konnte. Ich vergaß alles und mußte wegen Kleinigkeiten xmal nachfragen. Dann kam die Zeit, wo ich morgens mit klatschnassen Haaren aufwachte. auch das ging monatelang so. Ich schwitzt, ohne das ich irgendwas tat, das mir das wasser den Körper runter lief. ich konnte mir 10x am Tag die Haare waschen und duschen. Hinter her war es wieder das gleiche.Extrem hoher Blutdruck, rasende Kopfschmerzen, Herzrasen, schmerzende Beine, so das ich kaum in der Lage war, auch nur einen Schritt zu gehen, waren die Frühsymptome.Ich war Stammgast bei den Ärzten.Aber jeder versicherte mir, das ich einen ausgezeichneten gesunden Körper habe. Man schrieb mich aber trotzdem krank, weil ich auch immer wieder mit Erkältungen zu tun hatte.Aber trotz der Krankschreibung und trotz der Zeiten des Ausruhns und Erholens wurde es nicht besser, sondern immer schlimmer. Die Spirale ging abwärts.
DIE SPIRALE GEHT ABWÄRTS
Ohne zu wissen, was wirklich mit mir los war,ahnte ich, dass sich was ändern mußte.Ich bat darum. das sie mir einen leichteren Arbeitsplatz geben sollten. Ich bat nicht nur, ich flehte sie regelrecht an. Sie sahen es nur als Bequemlichkeit und den eigenen Kopf durchsetzen an.
Ich war sowohl für die Schwesternschaft als auch für den Arbeitsplatz in der Behinderteneinrichtung zu einer nicht mehr tragbaren Belastung geworden. So wurde dann zwischen der Schwesternschaft und dem Arbeitgeber abgemacht, das ich dort mit sofortiger Wirkung nicht mehr arbeiten sollte. So kam es dann, das ich von einem Tag auf den anderen vom Arbeitsplatz "entfernt" wurde.
Das war für mich unerträglich, denn ich hatte keine Gelegenheit mehr, mich von meinen Behinderten,in die ich soviel Kraft und Liebe investiert hatte, zu verabschieden.Ich kam mir vor wie ein dreckiger Putzlumpen, der ausgedient hatte und den man in den Mülleimer warf. Mt dem Arbeitsplatz verlor ich auch meine Wohnung. Sie war am Arbeitsplatz angegliedert.Ich zog vorrübergehend im gleichen Ort bei einer älteren Dame zur Untermiete ein.Aber die hatte Angst vor mir. Sie dachte, das ich ihr was antun würde, denn das würden doch depressive machen. Sie verschloß die Haustür, schob den Riegel vor, so das ich abends nicht in meine Wohnung kam.Sie rief unentwegt bei der Schwesternschaft an und bat diese, mich doch von ihr zu befreien.Sie würde das nicht mehr aushalten, immer mit der Angst leben zu müssen, ob ich nicht doch eines Tages durchdrehen und sie ermorden würde. Die Dame bekam von der Schwesternschaft einen großen Blumenstrauß, sozusagen als Entschuldigung dafür, das man mich ihr zugemutet hatte. Ich gehörte zwar zu dem Zeitpunkt immer noch zur Schwesternschaft, aber auch da begann es langsam zu bröckeln. Ich merkte, das sie sich für mich schämten. Das passte nicht in ihr Bild. Da war ich der große Störfaktor. Sie sagten mir das nicht so direkt, aber ich spürte es trotzdem. Sie machten sich viele Gedanken um mich, sie kamen, führten Gespräche mit mir und versuchten alles, um mich wieder zur "Vernunft" zu bringen.Sie gaben mir noch eine "Chance". Sie hatten inzwischen mit einer psychatrischen Klinik Kontakt aufgenommen.Dort sollte ich hin. Sie gaben mir (ich weiß nicht mehr, ob es ein halbes oder ein ganzes Jahr war) Zeit, bis dahin hatte ich wieder einsatzfähig zu sein.Ja, das war doch großzügig. Da mußte ich doch dankbar sein. Das war doch echtes Entgegenkommen von ihnen, oder? Ich bin damals nicht in diese Klinik gegangen. Der Druck, der dahinter stand, war für mich unerträglich. Ich fühlte mich von allen Seiten kontrolliert und beobachtet. Gut, wie weit das der Realität entsprach und wie weit das inzwischen auch schon wahnhafte Einbildung war, vermag ich im Rückblick nicht zu beurteilen. Aber irgendwie ahnte ich, das die Zeit nicht ausreichen würde, um wieder vollkommen gesund und somit neu einsatzbereit zu sein.Allein der Gedanke daran ließ mich in Panik ausbrechen. Gut, sie hatten mir ein Ultimatum gestellt.
Und ich wußte, das ich es nicht einhalten konnte. So dachte ich immer mehr darüber nach, ob es nicht besser wäre, die Schwesternschaft zu verlassen. Im Grunde genommen wollte ich das natürlich nicht.Ich wollte damals weder von den Behinderten weg, noch wollte ich die Schwesternschaft verlassen.Aber da ich ja nicht das leisten konnte, was sie von mir gewohnt waren, blieb mir doch nichts anderes übrig.Klar, die Entscheidung habe ich nicht von heute auf morgen getroffen.
Ich will gar nicht an die inneren Kämpfe denken, die damals in mir tobten. Ich hoffte ja immer noch, das ich irgendwo ein bisschen Verständnis finden würde.Leider nicht. Im Gegenteil. Die Kluft wurde immer größer. Ich fing an, innerlich Abschied zu nehmen. Und so kam es dann, das ich nach etwa zwanzigjähriger Zugehörigkeit die Schwesternschaft verließ.Ich verließ den Ort, von dem ich dachte, das Gott mich dort hin geführt hatte.Was hatte ich getan, das Gott seine Berufung zurücknahm? In meiner großen Verzweiflung dachte ich damals so. Ich gab mir selbst die Schuld, suchte nach Fehlern bei mir, warum es soweit hatte kommen können.Soweit für heute...Ich bitte alle Leser, die durch meinen Bericht schockiert sind, um Entschuldigung.Aber so war es nun mal. Es gehört zu meiner Geschichte.

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Kommentare
schreibst Du noch weiter?
Ich habe nicht immer Lust auf die traurigen Geschichten, die man hier im Forum lesen kann. Wahrscheinlich, weil ich selbst oft genug über traurigen Gedanken brüte..
Aber Deine Geschichte interessiert mich einfach. Schreibst Du sie noch zu Ende? Sie hat mich wirklich berührt. Danke fürs schreiben.
Ralf
Machs wie Gott - werde Mensch
Liebe Sibbdat, deine
Liebe Sibbdat,
deine Geschichte habe ich gerne gelesen. Zeigt sie doch wieviel ein Mensch tragen kann. Ich schreibe auch an meiner Geschichte zum Zweck der Therapie. Brauche aber ewig lange bis ich mit einem Satz zufrieden bin. Habe zu deiner Geschichte noch eine Frage:Wie lange hat bei dir die Zeit des Grübelns über "deine Schuld"gedauert? Die Fortsetzung deiner Geschichte interressiert mich sehr, Bella13
Liebe Bella 13
ich gehe Ende der Woche oder im Laufe der nächsten Woche auf deine Frage ein. Bin zur Zeit sehr eingespannt wegen Antrag für Grundsicherung schreiben. Danke für dein Verständnis....und ...ja,ich schreibe noch weiter.
Sibbdat
Fortsetzung "Meine Geschichte"
Ich erinnere mich sehr genau an den Tag, an dem ich die Schwesternschaft verließ.Wie gesagt, auch wenn ich nicht mehr in der Behinderteneinrichtung arbeitete, so wohnte ich doch noch in dieser Stadt. Das heißt, ich fuhr an diesemTag zwei Stunden mit dem Zug in den Ort, wo sich das Mutterhaus befand. Ich hatte das Gefühl, als wenn ich zu meiner eigenen Hinrichtung fahren würde. Aber ich hatte mich nun mal für diesen Schritt entschieden, nun mußte ich ihn auch gehen.Der Schritt des Abschiedes war verhältnismäßig schnell getan.Ich gab die Schwesternkleider entgültig ab und ich dachte, ich würde dardurch Verrat an Jesus üben.Es hat sehr lange gedauert, Monate, wenn nicht sogar Jahre, bis ich erkannte, das diese Schuldgefühle keine Berechtigung hatten. Aber Gedanken wie: "Bist du Gott jetzt aus der Schule gelaufen?" Oder: "Siehst du, deine Berufung war nicht echt, nur eingebildet." Oder:" Würdest du dein Leben mehr Jesus hingegeben haben, dann wäre das alles nicht passiert" usw. nagten wie gefräßige Ratten an meiner Seele.
DIE ZEIT DANACH
Mein letzter Tag, an dem ich der Schwesternschaft angehörte, neigte sich dem Ende zu. Die Formalitäten waren erledigt und ich fuhr wieder zurück zu meiner "Nochwohnung", etwa 100 km von der Schwesternschaft entfernt. Nun mußte ich ja sehen, das ich irgendwo eine Arbeit her bekam.Und ich brauchte eine Wohnung.So ging ich am nächsten Tag zum Arbeitsamt, um mich arbeitslos zu melden.Aber dort wurde mir gesagt, das ich kein Anrecht auf Arbeitslosengeld hätte, da die Leitung der Schwesternschaft, in der ich gewesen war, für uns Schwestern keine Beiträge eingezahlt hatte. (In der Schwesternschaft zahlten wir solche Beiträge nicht selbst, sondern es wurde aus einem gemeinsamen "Topf" genommen.)Das hatte ich nicht gewußt und das war ein ziemlicher Schock für mich. Also ging ich zum Sozialamt.Aber dort sagte man mir, das ich zuerst eine laufende Lebensversicherung kündigen und das Geld dafür aufbrauchen müsse, bevor das SA tätig werden würde.Was nun? Das ganze wurde ja dardurch noch erschwert, das es mir durch die damalige Depression noch sehr sehr schlecht ging.Aber darauf konnte ich doch keine Rücksicht nehmen.Ich mußte mich doch irgendwie versorgen. Ungefähr ein Jahr lang habe ich dann nachts Zeitungen ausgetragen.Es war unbeschreiblich. Durch die Depri war ich so am Ende, das ich oft dachte,ich könne keinen Meter weit mehr gehen. Nebenbei schrieb ich ununterbrochen Bewerbungen.Gleichzeitig fragte ich mich, ob ich überhaupt in der Lage sein würde, wieder voll zu arbeiten. Aber ich mußte doch. was blieb mir denn übrig.So trieb ich mich weiter an und fuhr sozusagen immer mit "Notreserve." Inzwischen hatte ich eine junge Frau kennengelernt. wir wurden gute Freunde. Und irgendwie ergab es sich dann, das wir uns eine Wohnung gemeinsam mieteten. Wir teilen uns den Mietpreis und so ist es für beide finanziell angenehmer. Ich selbst arbeitete inzwischen als Behindertenassistentin bei einer spastisch gelähmten Dame. Obwohl diese Arbeit mir viel Freude machte, kostete sie doch alle meine Kraft und ich merkte, das ich die Notbremse ziehen mußte.Zunächst ließ ich mich von einer Vollzeitstelle auf eine Dreiviertelstelle setzen. Später sogar auf eine halbe Stelle. Ich war dort knapp zwei Jahre. dann verstarb die Dame und ich brauchte wieder eine neue Stelle. Ich fand dann auch eine neue Arbeitsstelle. Ich arbeitete dann ca.6 Jahre in einer Apotheke als Reinigungskraft auf 400€ Basis. Inzwischen hatte ich auf Anraten meiner Ärztin einen Rentenantrag gestellt, der mir auch bewilligt wurde. ich durfte neben der Erwerbsminderungsrente auf Zeit noch maximal 400€ dazu verdienen. Als ein besonderes Geschenk Gottes sah ich es, das meine Chefin um meine Krankheit wußte und auch dementsprechend Rücksicht nahm. Das rechne ich ihr hoch an. Mein größter Wunsch und mein größtes Ziel war es, das ich wieder so gesund werden würde, um aus eigener Kraft meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Ich gab mir wirklich große Mühe.Aber je mehr ich mich anstrengte, um es zu schaffen, um so schlimmer wurde es. Klar, ich habe diese 6 Jahre mit Ach und Krach geschafft.Aber wirklich nur auf Kosten meines Privatlebens. Damit ich die Arbeit schaffte, machte ich bei mir zu Hause Abstriche. Ich mußte mich entscheiden. Entweder mein Privatleben aufrecht halten oder die Arbeit schaffen. Ich investierte alles!!! in die Arbeit. Ich hatte keine Kraft, auch nur irgendwas für mich oder den Haushalt zu machen. Ich verlor in diesen Jahren viele meiner Kontakte. Ich war einfach nicht mehr in der Lage, auf die Kontakte angemessen zu reagieren.Viele hielten das für Egoismus. Ich hatte keine Kraft, etwas dagegen zusetzen.Die Arbeit bei der Apotheke ging auch dem Ende zu. aber dazu später mehr. Ich habe mich schon oft gefragt, wie ich das wohl ohne Jesus geschafft hätte. Er hat mich getragen und tut es immer noch. Ich gebe ihm die Ehre dafür.
AUCH DIE LETZTE TÜR GEHT ZU
Die Arbeit in der Apotheke machte mir Freude, soweit meine Kraftreserven das zuließen. Aber auch jetzt war es so, das ich mehr und mehr auf dem "Zahnfleisch" ging.Meine Chefin erlaubte mir, statt vormittags nachmittags zu arbeiten. dann ging es mir in der Regel immer etwas besser. Ich bat Gott jeden Tag, mir die Kraft zum Durchhalten zu geben. Doch diesesmal kam das Stoppzeichen von der anderen Seite. Meine Chefin wurde so schwer krank, das sie die Apotheke aufgeben mußte und wir alle entlassen wurden. Das war damal seine sehr tragische Geschichte.
Nun stand ich wieder an einer "Weggabelung", und ich wußte nicht, wohin ich abbiegen sollte.Ich bekam zwar schon die volle Erwerbsminderungsrente auf Zeit, aber das reichte eben nicht. Ich war also darauf angewiesen, wieder irgendwie oder irgendwo Geld zu bekommen. So bewarb ich mich wieder um einen 400€ Job. Mit meinem Job in der Apotheke hatte ich wirklich einen guten Treffer gelandet. Obwohl ich auch dort sehr stark an meine Grenzen gekommen bin, habe ich keinen entsprechenden Job mehr gefunden.Alles was danach kam, konnte ich arbeitsmäßig nicht mehr leisten. Da ich zu dem Zeitpunkt noch die Erwerbsminderungsremte auf Zeit erhielt bekam ich noch einen kleinen Zuschuss vom Jobcenter. Seit dem 1. Juli 2011 beziehe ich die Rente dauerhaft.
GLAUBE TROTZ DEPRESSION DEPRESSION TROTZ GLAUBE
Ich habe in meinem Blog "Meine Geschichte" meinen Weg in die Depression beschrieben. Jetzt möchte ich Gedanken schreiben über mein Leben mit der Depression. Auch das schreibe ich in erster Linie als eine Art Eigentherapie. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber mir fällt es unwahrscheinlich schwer, wirklich echt und authentisch zu sein. Es ist ja auch immer eine Gradwanderung zwischen dem, das man sich total outet und dem, das man sich total verschließt. Weder das eine noch das andere ist gut. Ich oute mich hier in sofern, das ich zugebe, zur Zeit an einem inneren Punkt zu sein, der total schmerzt. Ich oute mich hier, in dem ich sage,das ich mich am liebsten von allen Menschen zurück ziehen und abkapseln möchte. Aber ich weiß ja auch, das es der falsche Weg ist. Ich bin so froh, das ich eine wirklich gute Ärztin habe, die mich darin sowohl professionell als auch verständnisvoll begleitet. Und was die Sache mit Jesus betrifft. Das Vertrauen zu ihm liegt einzig und allein in der Tatsache, das er in mir lebt und darum auch sein Vertrauen. Ich vertraue ihm mit dem Vertrauen, was er von sich in mich hinein gelegt hat. In solchen Tiefen der Depression lerne ich, das Vertrauen zu Gott mehr als ein Gefühl ist. Gefühle sind gut, aber sie reichen oftmals nicht in die Tiefen, wo wir manchmal um unserer Depression willen hin müssen. Soweit für heute
Sibbdat
Danke
Liebe Sibbdat,
danke, daß Du Deine Geschichte weiter schreibst. Irgendwie fühle ich mich dadurch nicht ganz so allein.
Hoffentlich läuft alles gut mit Deiner Grundsicherung.
Gruß
Ralle
Machs wie Gott - werde Mensch
hallo das ist ja wahnsinn was
hallo das ist ja wahnsinn was du erlebst hast, man glaubt immer das eigenene schicksal ist schlimm aber es gibt immer wieder eine steigerung.ich bin nicht glüubig da ich mich weigere das und gott mit solchen schicksalen prüfen will das kann ich nicht akzeptieren .
Ro
Hallo Ralle
ja inzwischen reicht die Kraft wieder, so das ich immer mal wieder an meiner Geschichte schreiben kann. Mit der Grundsicherung läuft es gut.Das Sozialamt zahlt, es fehlt nur noch ein Beleg, dann gehts los. Das es doch so schnell geht, ist für mich wie ein Geschenk von Gott. Lieber Ralle, Jesus ist auch bei dir, das ist so sicher, wie etwas nur sicher sein kann. Gott segne dich.
Sibbdat
Liebe Romina
danke für deine lieben Zeilen. Ja, ich empfinde das genauso.Wenn ich die berichte hier lese,sehe ich meine eigenen Probleme auch immer in einem ganz anderen Licht.Darum bin ich auch so froh, das es dieses Forum hier gibt.Der Austausch hier tut gut, besonders wenn ich sehe, das ich wirklich nicht alleine bin. Du schreibst, das du nicht gläubig bist.Okay, das ist eine klare Entscheidung. Aber ich möchte trotzdem dazu einen Gedanken schreiben.Ich hoffe, du nimmst mir das nicht übel. Ich bin seit 1977 wiedergeborene Christin und ich habe an keinem einzigen Tag den Eindruck gehabt, das Gott mich durch Schicksalsschläge prüfen will. Das hört sich ja so an, als würde Gott sagen:" So, der Romina oder der Sylvia oder dem XY werde ich erstmal ordentlich was Schweres zum Tragen geben.Die werde ich mir schon gefügig machen, damit sie auf mich hören..." Wenn Gott wirklich so wäre, würde ich nichts mit ihm zu tun haben wollen. Der Gott der Bibel ist NICHT so. Gut, es kommt vielleicht auch darauf an, was du genau darunter verstehst und welche Erfahrungen du in deinem Leben gemacht hast. Ich habe Gott in diesen 34 Jahren niemals so kennengelernt. Im Gegenteil. Wenn ich Jesus nicht gehabt hätte, wäre ich vielleicht gar nicht mehr am Leben. Liebe Romina, klar aktzepiere ich deine Entscheidung. Aber ich möchte dir trotzdem Mut machen, die Sache mit Gott irgendwann nochmal neu unter die Lupe zu nehmen. Wer weiß, vielleicht erfährst du eines Tages, wie Gott wirklich ist. Ganz liebe Grüße von Sibbdat
Sibbdat
unbarmherzig
mich erschreckt, wie unbarmherzig Christen sein können.
Die haben dich ausgenutzt ohne Ende, die haben gemerkt,
dass du schwach warst, du konntest dich nicht wehren,und niemand hat sich dir angenommen. Das ist wirklich
Missbrauch. Nein, du hast keine Schuld, liebe Sibbdat.
Die. die dir zuviel Last aufgelegt haben, die haben sich
an dir schuldig gemacht.
Passe bitte gut auf dich auf, dass dir so etwas nicht mehr
passiert. Zur Not nimmst du deinen Regenschirm und
haust denen um die Ohren, aber richtig..........................
liebe Grüsse,
hund und bär.
O, Hund und Bär
Sibbdat