(wie ich es schon in meinem Profil beschrieben habe)
ich habe Erfahrung mit Sertralin gemacht.
Das gehört zur Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs).
Nehme seit etwa zwei Jahren (sind es dann doch schon) (wieder) 50 mg täglich zu mir.
Es nimmt mir den Gegenwind, fängt den Fall auf, hebt mein durchschnittliches Stimmungslevel, macht mich wieder handlungsfähig und gibt mir so Lebensqualität zurück.
Als ich anfing, was gegen meine Depressionen zu unternehmen, gin ich erst zu zwei Psychologen. Naja, das war ganz nett. Einige Zeit später wandte ich mich an einen Psychiater, den ich auch privat kannte und dem ich sehr vertraute. Dieser empfahl mir eine sofortige Medikation mit Zoloft (das ist wirkungsmäßig das gleiche wie Sertralin, aber teurer), um mich so erstmal aus dem Loch rauszuholen und eine anständige Therapiefähigkeit herzustellen.
Damals hatte ich große Vorbehalte gegen Psychopharmaka, wie gegen Medikamente an sich. Mir muss es schon sehr schlecht gehen, bis ich zu einer Pille greife.
Leider machte ich die Therapie damals nicht allzulange und setzte das Medikament eigenständig, aus heutiger Sicht gesehen, viel zu früh ab.
Als ich ein paar Jahre später gewissermaßen wieder an derselben Stelle angekommen war, griff ich das Medikament wieder auf (was ich noch übrig hatte), ging zu einem Psychiater und wies ihn an, mir einen stationären Aufenthalt zu verschaffen. So war ich rund 11 Wochen in einer psychosomatischen Klinik. Das war eine schöne Erfahrung.
Ich glaube mich zu erinnern, daß ich danach noch einmal kurzzeitig das Medikament abgesetzt habe, es jedoch schnell wieder aufgriff und es seit dem regelmäßig nehme.
Ich habe mich darauf eingestellt und ersehe auch nichts, was dagegen spricht. Auch beabsichtige nicht, es in absehbarer Zeit abzusetzen und es über einen längeren, das heißt mehrjährigen, Zeitraum zu nehmen, als Rezidivprophylaxe.
Erst, wenn ich über einen längeren Zeitraum fest im Sattel sitze, werde ich mich mit einer Absetzung wieder auseinandersetzen.
Ich bin kein Arzt und kein Pharmakologe, doch sind in der heutigen Zeit die Vorbehalte und Vorurteile gegenüber Psychopharmaka gänzlich fehl am Platze und geradzu unvernünftig. Man macht sich das Leben erheblich unnötig schwer.
So möchte ich eine/n jede/n Betroffene/n dazu ermutigen, sich darauf einzulassen.
Mag sein, daß es das ein oder andere gibt, das irgendeinen unbeabsichtigten Effekt hervorruft. Fragen sie ihren Arzt.
Kann passieren, daß nicht auf Anhieb gleich das passende Mittel gefunden wird.
Ist eine Sache von trial and error.
Kann auch gut vorkommen, daß das Medikament eine gewisse Anlaufzeit braucht.
Vielleicht ein bis zwei Wochen. Mehr sollte es nicht sein.
Also, ich bin mit meinem Pillchen durchweg zufrieden und kann von keinerlei Nebenwirkungen oder anderen negativen Effekten berichten.
Vor einiger Zeit habe ich mal einen Bericht im Radio gehört, daß die Pharmaindustrie bemüht ist, das potentielle Problem zu beseitigen, daß Serotonin die Zeillteilung stimuliert und so das Risiko bestimmter Krebsarten erhöht werden kann.
Ich nehem das für mich vorerst gelassen in Kauf.
Interessant finde ich in dem ganzen Zusammenhang ein neu geschaffenes Gebiet der Wissenschaften, das der Neuroethik, das sich mit Fragen auseinandersetzt, die die Beeinflussung des eigenen Gehirns durch chemische Präparate unter ethischen Aspekten betreffen. Das hat nichts mit Krankheiten in der Hinsicht zu tun, sondern das Aufkommen der Verwendung von Medikamenten zur Stimulanz in allen Lebenslagen, als Folge einer tendenziell krankhaften (meine Wertung) Entwicklung einer noch krankhafteren (-''-) Leistungsgesellschaft. Leistungsdruck? Pille rein! Appetitlos? Pille rein! grauer Tag? Pille rein! etc. pp.
Alles Gute
good sad soul


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Land
Hi Bär,
ich bedanke mich für Deine Antwort auf meinen Eintrag.
An dieser Stelle, passend zu der Forumsparte, möchte ich nur bestätigen,
daß selbstverständlich nichts als man selbst die Probleme lösen kann.
Es gibt nur viele Hilfen zur Selbsthilfe.
Ich sehe die Lösungen (für alles ;) ) auf letztlich philosophischer Ebene.
Über die Welt und unsere subjektiven Illusionen der Wirklichkeit reden wir an anderer Stelle weiter.
:)
Liebe Grüße