Kein Vertrag für Depressive
Im Oktober 2009 bekannte sich der Fußballer ANDREAS BIERMANN vom FC St. Pauli zu seiner Depressionskrankheit und gestand einen Suizidversuch. Dass seinem Beispiel kein Profi mehr folgte, wundert ihn nicht, sagte er CHRISTOPH RUF. Auch der DFB-Präsident habe es bei einer Sonntagsrede belassen.
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Kommentare
Ja Ralle, das ist leider die
Ja Ralle,
das ist leider die traurige Wahrheit wie unserer Gesellschaft mit Depressiven umgeht .
Und es muß sich jeder gut überlegen ob er sich outet .
Ich für mich kann nur sagen ,daß ich mich so lange es geht ,solange meine Kraft reicht ,mich nicht outen werde .
Meine Erfahrung ist ,wenn du Schwäche zeigst wird es ausgenutzt .
da gibt es dann viele die ihre Chance sehen dich ins Abseits zu befördern.
Du bist angreifbar ,auch weil du nicht so die Kraft hast dich zu wehren.
Ja es ist wie bei den Tieren , die Wölfe suchen sich immer das schwächste Tier aus der Herde aus um es zu schlagen.
Die Schwächsten werden zu Sündenböcken gemacht ,weil ja immer wer schuld sein muß und der Starke ja an Stärke verlieren würde wenn er einen Fehler zu gibt.
Und so gibt es immer eine Sau die durch das Dorf ,den Betrieb ,oder den Verein getrieben wird .
Leider stehen wir Depressiven hier an erster Stelle .
Nicht immer ,aber meist ist das so.
Nur offen zugegegeben wird das nie , es wird Verständnis ,Mitgefühl
und Hilfe gehäuchelt ,aber hinter dem Rücken werden schon die Messer
gewetzt.
So sehe ich das ,düster und traurig ,ich weis.
Vielleicht drückt sich in dieser Sichtweise auch meine eigene Depression aus und ich sehe es schwärzer als es ist .
Bitte verzeiht, ich wünsche es für uns alle das es nicht so ist.
LG Levi
Urteile nie über einen Menschen bevor du nicht in seinen Schuhen gegangen bist
@Levi
Lieber Levi,
ich glaube es gibt Unterschiede in verschiedenen Bereichen der Arbeitswelt und der allgemeinen Gesellschaft, wie mit Depressiven umgegangen wird. Als Leistungssportler - wo es immer nur um Spitzenleistungen geht ist es sicher noch viel problematischer sich zu outen, als in anderen Berufen. Und in sozialen Berufen mag man vielleicht auch nicht unbedingt offen über die Problematik reden, bekommt aber sicher wesentlich mehr Verständnis als Depressiver als in anderen Berufen.
Im Privaten Freundeskreis habe ich festgestellt, daß ebenso viel Unverständnis für diese Krankheit herrscht. Wenn ich darüber rede, möchte man das Thema gern oft einfach übergehen oder wegschieben, vielleicht weil es gruselig ist? Oder weil man sich das nicht vorstellen kann? Man sieht ja keine offene Wunde wie beim Beinbruch und denkt: Wie kann ich denn nachprüfen wie es seiner Seele geht? Vielleicht werde ich ja nur verarscht und da will mich jemand ausnutzen? Der soll sich gefälligst mal zusammen reißen!
Jedenfalls fühle ich mich von besten Freunden auch nicht besonders verstanden oder ernst genommen mit der Krankheit - es sei denn sie leiden selbst darunter! :-)
Gruß
Ralf
Machs wie Gott - werde Mensch