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Zweifel, Zwiespalt und doch an Gott gebunden ?!

15 Antworten [Letzter Beitrag]
Weedy66
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Lebt hier
Beigetreten: 19.12.2011

Hallo zusammen,

durch Don`s Beitrag (Ende mit Gott) bin ich in diesem Forum gelandet. Schaut Euch vielleicht auch meinen Vorstellungsthread an. Ich bin seit 31 Jahren Christ und jetzt 45 Jahre alt. Depressiv bin ich von Kindheit / Jugend auf, wieder in Behandlung seit ca. 5 - 6 Jahren.
Ich habe eine sehr liebe Frau (schwer depressiv) und 3 Kinder. Unser Wunsch und Gebet war von Anfang an, dass die Kids Christus kennenlernen und doch haben wir sie in Freiheit erzogen. Das heißt z.B., dass wir ihnen ab einem gewissen Alter Entscheidungsfreiheit gegeben haben, was den Gottesdienstbesuch angeht usw.
Nunja, ohne die Details allzuweit auszuholen: Eigentlich ist ziemlich viel schief gelaufen. Bei den Kindern tauchten Kriminalität, Drogen, selbstzerstörerisches Verhalten und bei meiner Tochter nun auch eine behandlungsbedürftige Depression auf. Mein ältester Sohn ist mit 16 raus und in eine Pflegefamilie, weil das Verhältnis total zerrüttet war.
Nun, so manche Wunden heilen, Beziehungen wachsen wieder zusammen und der Älteste, der in Gefahr stand, auf die schiefe Bahn zu kommen, macht jetzt erfolgreich eine Ausbildung. Aber wir sind weit von dem entfernt, was man sich unter einer gesegneten christlichen Familie vorstellt. Mir tut es weh, in meiner Gemeinde anderen Menschen zu dienen und ihnen ein Segen zu sein und meine eigenen Kinder wenden sich von Gott ab und werden krank. Es wirkt schon fast wie ein Fluch, dass z.B. die Kinder depressiver Eltern das gleiche durchmachen müssen. Aber das geht ja nicht nur Christen so.
Und mir kommen immer wieder Zweifel. Das geht soweit, dass ich die Existenz Gottes in Frage stelle oder zumindest denke "mag sein, dass er da ist, aber dann nicht für mich und meine Familie..."
Ihr Depri-Christen kennt diese Gedanken vielleicht. Ich lebe als Christ, aber alles, was ich lebe, ja selbst jedes Gebet ist reine Kopfsache und somit mehr Gehorsams- als Beziehungssache. In der Gemeinde bin ich aktiv (Musik, Gebetsdienst, mit den Händen anpacken, Homepage...) aber der Verkündigung und der Bibel kann ich kaum noch was abgewinnen.

Da gilt alles für andere, aber nicht für mich. Selbst als eine Person, für die ich betete aus vollem Herzen sagte "mir geht es seit dem Gebet besser, Gott hat einen Nachdenk-Prozess in mir angestoßen und seitdem ich meine Ernährung umgestellt habe, geht es mir das erste mal seit über einem Jahr besser" freute ich mich, dachte aber bei mir "Placebo? Kann Gott die Krankheit nicht einfach so wegnehmen, ohne dass die Person eine strenge Diät einhalten muss? Warum spricht Gott so leise und manchmal scheinbar in Rätseln?".

Und ich finde es auch anstrengend, als Christ zu leben. Genauso anstrengend, wie alles andere auch.

Ich habe mich - sogar mehrmals - für eine lebendige Beziehung zu Jesus entschieden und dennoch fühle ich mich geistlich eher, wie tot. Ich habe das Gefühl, keinen Draht zu Gott zu haben. Und wenn ich dann doch mal denke "da ist doch was gewesen, Gott hat das Gebet erhört..." kommt der nächste Gedanke "PLACEBO!!!". So bin ich zweifelnd, zwiespältig und wünsche mir oft: "Ach könnte ich Gott los werden, dann gebe es ein paar Dinge weniger im Leben, die mich belasten". Mit einem Schlag bräuchte ich mir keine Sorgen mehr zu machen, wo meine Eltern und meine Kinder ihre Ewigkeit verbringen. Ich bräuchte nicht über Sünde, Ethik und Moral nachzudenken und könnte mich allein darauf verlassen, was mir mein Herz sagt, was gut ist oder auch nicht.

Und dann versuche ich, Gott los zu werden und nehme wahr, wie sehr ich geistig / geistlich gebunden bin. Mein ganzes Leben ist auf ein Leben mit Christus ausgerichtet. Meine Gemeinde, meine Freunde, meine ethischen Grundlagen, ...
Liebe Mitleser, ich bin in keiner Sekte, es herscht keine Sonderlehre ausserhalb der Bibel vor und ich muss auch nicht mit irgendwelchen Anfeindungen etc. rechnen, wenn ich "aussteige". Nein, es ist vielmehr das innere Gefühl, dass mein ganzes Lebensfundament in sich zusammenfällt, wenn ich mein Christenleben aufgebe.
Ob ich aufgeben möchte? Ich weiß es noch nicht genau, ich möchte nur nicht so weiterleben, wie bisher.

Ich habe  Fragen an Euch:
Was hilft Euch in solchen Situationen?

Und an alle diejenigen, die sich von Gott verabschiedet haben:
Wie habt Ihr das hingekriegt, dass Euer Leben wieder (natürlich innerhalb der von den Depri´s gesetzten Grenzen) ausgefüllt ist?
Wie kamt Ihr damit klar, alte Freunde, die Gemeinde und alte Gewohnheiten zu verlassen?
Wie kommt Ihr mit der Frage "wo verbringe ich meine Ewigkeit" klar?
Habt Ihr Gott aus eurem Leben "wegtherapiert"?

Mit freundlichen Grüßen

Weedy66

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Don Limpio
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Beigetreten: 07.01.2010
Ich antworte etwas später bzw

Ich antworte etwas später bzw morgen...

Don


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Astrantia
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Beigetreten: 28.09.2010
Ethik und Moral

Hallo Weedy,
ich habe mal eine Frage an dich. Warum bist du der Meinung, dass man sich als Nicht-Christ oder als Mensch ohne Gott nicht über Ethik und Moral Gedanken machen muss?

Viele Grüße von Astrantia

Weedy66
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Beigetreten: 19.12.2011
Joa, hast Recht. Die Aussage

Joa, hast Recht. Die Aussage ist etwas unglücklich getroffen.

Ich meinte nicht, dass jemand, der ohne Gott lebt, sich keine Gedanken über Moral und Ethik machen muss, sondern es ist eher so, dass man nicht mehr an alle Vorgaben der Bibel gebunden ist.

...Und jetzt beim Durchlesen meines Ursprungspost`s sehe ich wieder, dass ich dringend neue Medikamente brauch oder irgendwie noch mal umdenken muss...

Mit freundlichen Grüßen

Weedy66

sibbdat
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Was läuft hier schief?

Also, ich habe volles Verständnis für jeden Christen, der wegen seiner Depression in tiefe Anfechtung gerät. Ich kenne das selbst zur Genüge. Und ich verstehe auch, das niemand den Glauben aufgedrängt bekommen möchte. Aber was jetzt läuft, geht meiner Meinung nach doch zu weit. Ist es denn richtig, das hier Beiträge geschrieben werden,in denen man fast vor dem Glauben an Gott warnt? Ich will hier niemanden zu nahe treten. Mit Recht hat Romina neulich geschrieben, das Christen und Nichtchristen einander aktzepieren müssen. Hier muß Platz für jeden sein. Für Christen und Nichtchristen. Wir Christen haben doch auch eine Verantwortung für Christen, die neu dazustoßen. Das Forum wird ja direkt zum Warnschild, lieber nicht an Gott zu glauben, weil damit ales nur noch schlimmer wird. Es hat mal so gut angefangen. Wird Gott jetzt ganz ausgesperrt? Ich mache mir wirklich Sorgen. LG.

Sibbdat 

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Don Limpio
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Das Forum wird ja direkt zum
Das Forum wird ja direkt zum Warnschild, lieber nicht an Gott zu glauben, weil damit ales nur noch schlimmer wird.

Das hat hier eigentlich niemand geschrieben, doch es muss doch erlaubt sein auch mal seine Zweifel und Schwäche auszudrücken.

Hier ist und bleibt Platz für Christen wie auch für Nichtchristen.
Ganz einfach weil es hier nicht um dieses Thema geht, sondern um Depressionen.
Dennoch wird Gott hier nicht ausgesperrt.

Was meine Person angeht nähern Gott und ich mich uns langsam wieder einander an.
Ich versuche Ihm wieder zu vertrauen und er gibt mir mit kleinen Winks zu verstehen, dass ich falsch liege mit meiner Entscheidung, wovon ich aber noch nicht zur Gänze überzeugt bin.
Doch das ist meine persönliche Sache....

Vielleicht war es ein Feheler so offen von meinen Anfechtungen zu schreiben, doch ich dachte vielleicht kann man sich gegenseitig stützen.

Don




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Astrantia
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Hallo Weedy, macht ja nichts.

Hallo Weedy,
macht ja nichts. Ich möchte es nur immer genau wissen, deshalb habe ich nachgefragt. Ich finde es doch gut, dass du hier schreibst was du denkst. Und nur weil du dich vielleicht so ausgedrückt hast, dass ich es nicht richig verstanden habe, brauchst du dich oder deinen Beitrag nicht anzuzweifeln.

Hallo Sibbdat,
auf welchen Beitrag beziehst du dich, wenn du meinst es wird vor dem Glauben an Gott gewarnt? Ich finde auch, dass sich hier Christen und Nicht-Christen eigentlich gut vertragen können. Wir sind doch zivilisierte Menschen hier. Auf der Welt gab und gibt es so viel Leid, weil sich Menschen wegen unterschiedlicher Religion usw. anfeinden. Dass muss hier nicht sein. Mach dir keine Sorgen. ich glaube nicht, dass hier jemand Gott aussperren möchte. Und deinen Glauben kann dir niemand nehmen.
Viele Grüße von Astrantia

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Marsella73
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Astrantia hat es auf den Punkt gebracht

Ich hätte es nicht besser schreiben können, wie Astrantia und Don es getan haben.

Depressionen stehen hier im Vordergrund und nicht die Frage, ob Christ oder Nichtchrist.
Bislang hat die Kommunikation hier untereinander toll funktioniert und ich finde, dass das auch so bleiben sollte.

Keiner soll sich hier angegriffen fühlen und Aussperren wollen wir hier Gott auch nicht!

Ich denke aber auch, dass man seine Zweifel einfach eimal öffentlich ausdrücken sollte. Allein schon, um sich von anderen mittragen zu lassen. Dafür sind wir doch alle da!

Liebe Grüße

Marsella

 

sibbdat
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Beigetreten: 05.01.2011
Zweifel ehrlich aussprechen

Der Beitrag von Weedy66 war der Auslöser meiner Gedanken. es hörte sich für mich wirklich wie eine Einladung zum Nichtglauben an. Das stimmt, was Astrania schreibt. Meinen Glauben kann mir niemand nehmen. Aber es gibt eben auch Leute. die das vielleicht nicht so weg stecken. Offensichtlich habe ich das falsch aufgefasst. Aber wie du schon sagst, Don, Zweifel müssen mal erlaubt sein.Hier sollte eigentlich ein Smyli :-) hin, aber irgendwie finde ich gerade keines.Astrania, du hast Recht, wir wollen einfach alle gemeinsam weiter gehen. Danke, das auch ihr mir vergebt. LG

Sibbdat 

sibbdat
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Es nützt ja nichts...

wenn ich es mit mir rum schleppe. Ja, Don,  dein Beitrag hat mich bis ins Mark erschüttert. Ich weiß sehr wohl, das es hier speziell um Depressionen geht. Darum wollte ich das eigentlich auch gar nicht schreiben. Ich dachte, ich bekomme es alleine unter die Füße. Klar, es ist deine Privatsache und ich bin dir ja auch nicht böse. Es tut mir leid, das mich das so getroffen hat. Als dann noch der Beitrag von Weddy66 kam, war mir, als würde ich den Boden unter den Füßen verlieren. Ich hoffe sehr, das ihr mir nicht böse seid, wenn ich das nochmal so schreibe. Bitte entschuldigt.

Sibbdat 

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Don Limpio
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Beigetreten: 07.01.2010
Ich bin Dir überhaupt nicht

Ich bin Dir überhaupt nicht böse!

Du hast ja wohl auch schon mal ähnliche Erfahrungen gemacht, meine ich mich erinnern zu können....

Don


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