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Sind die Schwachen wirklich schwach?

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Don Limpio
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Beigetreten: 07.01.2010

Die moderne Zeit ist eine Zeit der Starken.

Wer seine Ellenbogen am eifrigsten einsetzt ist der König. Zumindest in seiner kleinen Welt.
Da die Leben der einzelnen Leute permanent miteinander kollidieren, so ist das nun mal im Alltag, bleiben die weniger Starken schnell auf der Strecke und haben meistens das Nachsehen.

Doch ist dies wirklich so?
Ich nehme die Antwort mal vorweg. Nein!

Ich beginne mal mit einem Zitat von Daniel Herrmann, dass ich mal in einem Vortrag gehört habe.
Ich gebe das jetzt nur sinngemäß wieder.

Wir standen mal in einer Gruppe von Christen und es war so eine vertraute Atmosphäre, dass Einige begannen von Ihren Sorgen zu sprechen. Dies ermutigte Andere es ebenso zu machen.
Es konnten wertvolle Tipps gegeben werden und auch anders geholfen werden.

Dann gesellte sich ein anderer Bruder hinzu, hörte kurz zu und begann dann in folgendem Tenor zu reden:
"Ihr müsst nur richtig glauben und beten und, und, und...."
Daniel Herrmann dachte sich im Stillen:
"Warum bist Du nicht weggeblieben? Wir waren gerade so schön schwach."

Was ich mit dem Zitat zum Ausdruck bringen will ist folgendes:

Wer immer den Starken markiert, kann es sich nicht erlauben schwach zu sein.
Folgerichtig wird er auch in schweren Situationen immer allein dastehen.

Oft steht uns auch die eigene Stärke im Weg.
Zum Beispiel wenn es darum geht um Hilfe zu bitten, wenn es um wirklich ernsthafte Dinge im Leben, wie auch eine Depression, geht.
Besonders da die Krankheit in der Gesellschaft so stigmatisiert ist.

Dabei hat Gott schon in der Bibel gesagt, dass er in den Schwachen mächtig ist.
Wenn Du nun selber stark sein möchtest.....

Unser Forum hier ist der beste Beweis, für das was ich hier schreibe.
Wir gestatten es uns in der Annonymität des Internets schwach zu sein und uns inmitten von anderen Schwachen zu bewegen. Und wieviel Hilfe und Rat konnte schon gegeben und empfangen werden......

Merkt Ihr was?

Gestattet Euch schwach zu sein.
Es ist gut!
Sprecht über dieses Thema auch mal mit Euren Partnern und engen Freunden.

Zum Abschluss noch zweimal die Bibel.

Gott ist in den Schwachen mächtig und die Ersten werden die Letzten sein.

In diesem Sinne, seid schön schwach

Don Limpio


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Glimmender Docht
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Schwach sein

Hallo Don,

Du schreibst mir aus der Seele! Jahrelang habe ich versucht, mit den Starken im Glauben mitzuhalten. Aber meine Krankheit hinderte mich daran, ich war nicht stark, und jeder von uns depressiven Christen kennt das Gefühl, nicht dazu zu gehören, nicht mithalten zu können. Und dann las ich auf einer Internetseite zum Thema Christ und Depressionen, dass meine Depressionen nichts mit meinem Glauben zu tun haben! Als ich das irgendwann verinnerlicht hatte, ging es mir wesentlich besser!
Ich mag gerne mit Menschen zusammensein, die schwach sind, entweder weil sie alt sind, oder Kinder, oder krank, weil ich dann unter meinesgleichen bin. Da kann ich díe sein, die ich wirklich bin, und ich kann ihnen sogar noch etwas von mir abgeben, etwas Liebe, Verständnis, Zeit, Zuwendung, Annahme.
Die Starken sollen unter sich bleiben und sich gegenseitig vormachen, es könne ihnen nichts passieren. Und wenn sie dann doch mal schwach sind, bin ich da, um ihnen zur Seite zu stehen und sie willkommen zu heißen.

Klingt das jetzt vielleicht ein bißchen bitter? Oder abgehoben?

Es wird nicht dunkel bleiben über denen, die in Angst sind (Jes.8,23)

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Don Limpio
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Einfach glänzend...

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Beigetreten: 07.01.2010
Klingt das jetzt vielleicht
Klingt das jetzt vielleicht ein bißchen bitter? Oder abgehoben?

Keines von Beidem!
Das klingt mehr als normal und gesund.

Mir fällt dazu noch ein gutes Bild ein.

Die Bäume am Rande des Waldes haben immer die tiefsten Wurzeln, denn sie müssen den stärksten Winden standhalten.

Vermeintliche Schwäche, in den Augen der Welt und der Nichtdepressiven, ist eine tatsächliche Stärke, von denen die meisten der Letztgenannten nicht den Hauch einer Ahnung haben.

Wenn ich nur mal an den Punkt Leidensfähigkeit bei Depressiven denke.....
Da können nicht Viele mithalten....


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Lee
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Beigetreten: 14.01.2010
Wer bin ich?

Wer bin ich?

Wer bin ich? Sie sagen mir oft,
ich träte aus meiner Zelle
gelassen und heiter und fest
wie ein Gutsherr aus seinem Schloß.

Wer bin ich? Sie sagen mir oft,
ich spräche mit meinen Bewachern
frei und freundlich und klar,
als hätte ich zu gebieten.

Wer bin ich? Sie sagen mir auch,
ich trüge die Tage des Unglücks
gleichmütig, lächelnd und stolz,
wie einer, der Siegen gewohnt ist.

Bin ich das wirklich, was andere von mir sagen?
Oder bin ich nur das, was ich selbst von mir weiß?
Unruhig, sehnsüchtig, krank, wie ein Vogel im Käfig,
ringend nach Lebensatem, als würgte mir einer die Kehle,
hungernd nach Farben, nach Blumen, nach Vogelstimmen,
dürstend nach guten Worten, nach menschlicher Nähe,
zitternd vor Zorn über Willkür und kleinlichste Kränkung,
umgetrieben vom Warten auf große Dinge,
ohnmächtig bangend um Freunde in endloser Ferne,
müde und zu leer zum Beten, zum Denken, zum Schaffen,
matt und bereit, von allem Abschied zu nehmen?
Wer bin ich? Der oder jener?
Bin ich denn heute dieser und morgen ein anderer?
Bin ich beides zugleich? Vor Menschen ein Heuchler
und vor mir selbst ein verächtlich wehleidiger Schwächling?
Oder gleicht, was in mir noch ist, dem geschlagenen Heer,
das in Unordnung weicht vor schon gewonnenem Sieg?

Wer bin ich? Einsames Fragen treibt mit mir Spott.
Wer ich auch bin, Du kennst mich, Dein bin ich, o Gott!

 

Gedicht aus: Widerstand und Ergebung von Dietrich Bonhoeffer

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Don Limpio
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Beigetreten: 07.01.2010
Ich denke, dass Gott manche

Ich denke, dass Gott manche Menschen ganz bewusst durch das finstere Tal gehen lässt.
Nichts schult den Charakter mehr als schwere Zeiten!
Und ich glaube auch, dass dies vielleicht eine Vorbereitung für irgendeine Aufgabe in der Zukunft ist, die wir noch ausführen sollen.

Was das bei mir ist, weiß ich nicht.

Mir macht aber immer wieder die Geschichte des Gründers von Krelingen Mut.
Der Mann hat nach seiner Pensionierung ein großes christliches Werk aufgebaut.
Bis dahin erfüllte er die Aufgaben die er täglich als Pastor hatte.

Alle große Persönlichkeiten der Bibel, hatten Leidenszeiten. Denkt nur mal an Paulus oder die Propheten des AT.

Leiden und die Erkenntnis der eigenen Schwäche und die daraus resultierende, permanente Abhängigkeit von Gott, ist für mich manchmal nicht auszuhalten, da ich manchmal auch gern stark bin.
Doch wenn ich es genau überlege, ist es das Beste was mir passieren kann.

Gott hält mich die ganze Zeit dicht bei sich.
Er muss mich lieben, auch wenn es manchmal nicht danach aussieht. Besonders an den ganz schweren Tagen.

Aber hier auf der Erde werden wir leiden, im Himmel aber herrschen.
Wer herrschen will, muss im Himmel aber auch ein guter Herrscher sein.
Vielleicht lernen wir dies alle gerade hier....


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Levi979
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Hallo Don Limpio Auch ich

Hallo Don Limpio

Auch ich habe in meinem Leben schwere Schicksalsschläge hin nehmen müssen.
Meine Tochter ist schon als Baby gestorben ,mein Sohn hat eine angeborene  gesundheitliche Beeinträchtigung.
Ich habe durch schwere Arbeit und jahrelanger Überlastung in meinem Beruf viele gesundheitliche Probleme .
Mein Leben ist oft sehr schwierig verlaufen .
Doch ich habe immer Gott gesucht ,habe um Zeichen gebittet und gebetet .
Und Gott hat mir viele Zeichen zukommen lassen .
Die Schicksalsschläge haben mich geprägt und ohne sie wäre ich Heute nicht der der ich bin . Ich wäre nicht so nahe bei Gott dem bin ich mir sicher.
So hat alles seinen Sinn ,dem bin ich mir sicher.
So führt uns Gott oft durch finstere Täler ,so wie du es richtig beschreibst.
Alles hat seinen tieferen Sinn auch wenn wir ihn zu erst nicht sehen können.

Urteile nie über einen Menschen bevor du nicht in seinen Schuhen gegangen bist

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Glimmender Docht
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Beigetreten: 25.06.2010
Hallo Levi, hallo Don, ich

Hallo Levi, hallo Don,

ich kann dem, was Ihr schreibt, nur beipflichten. Ich weiss es genau: wenn ich keine Depressionen bekommen hätte, die mein Leben vollständig auf den Kopf gestellt haben, wäre ich heute nicht mehr bei Jesus. Ich ging meine eigenen Wege, habe gelebt, wie es mir paßte.

Bis Jesus mir eines Tages ganz klar die Frage stellte: "Was willst Du eigentlich? Nur ein bißchen zu mir gehören, geht nicht! Also entscheide Dich!"

Ich habe mich neu für ihn entschieden. Und ich bin ihm heute so dankbar, dass er diese Krankheit in meinem Leben zugelassen hat. Er hat sie nicht nur zugelassen, sondern er hat mich in den schweren Zeit nicht allein gelassen.

Aber wie so oft hat man diese Sichtweise nur rückwirkend. Als die Depression anfing, mitten in den Panikattacken und dieser fürchterlichen Dunkelheit, hätte ich jeden rausgeschmissen, der mir gesagt hätte, ich solle Gott dankbar sein für diese Krankheit.....

Wenn man nun bedenkt, dass sogar Fachleute sagen, dass Depressionen die Volkskrankheit Nr. 1 sind oder werden, dann kann man Deine Frage, Don, was Gott noch mit uns vorhat, schon fast beantworten: wer versteht die Depressiven besser als einer, der das auch durchgemacht hat......

Es wird nicht dunkel bleiben über denen, die in Angst sind (Jes.8,23)

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bär
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Beigetreten: 31.07.2010
hallo, ............wenn ich

hallo,

............wenn ich schwach bin, dann bin ich stark............................

..........ich rühme mich in meiner Schwachheit.....................

sagt Paulus.

Ich glaube fast, er hat Recht. Wenn ich mich vor Gott gross aufspiele, und alles besser weiss....................oder ehrlich vor ihm
bin und sage, ich schaffe das nicht ohne dich, guter Gott.

Ich mag in der Bibel sehr die Bergpredigt. Selig sind die, Freuen

dürfen sich, eben die Schwachen...................................................

Auf der anderen Seite sehe ich aber auf dieser unserer Erde auch

die Macht der Starken, den Machtmenschen. Unter denen haben

wir schon zu leiden.....................................

Aber letztendlich dreht es sich schon, aber wir haben auch echt unter

den Machtmenschen, sei es in der Gesellschaft, am Arbeitsplatz,

ja auch Kirchen und Gemeinden, Politiker usw. zu leiden, das wird

uns auch gesagt.

Für mich persönlich, der ich mich selbst oft schwach fühle, stehe ich

schon zu den sogenannten Schwachen, und habe deswegen auch

schon in Gesellschaft und Beruf Nachteile gehabt.

Aber mich faszinieren Menschen wie Dietrich Bonhöffer,

Geschwister Scholl, Martin Luther King, usw.

"We shall overcome, some day"...................................................

oh deep in my heart, I will belive, we shall over come, some day".

Viele liebe Grüsse,

bär mit hund