Kann ich Gott auch mit meiner Depression dienen?
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Dieses Thema beschäftigt mich schon sehr lange. Bis vor gar nicht langer Zeit habe ich gedacht, das ich Gott nur dienen kann, wenn ich die Depression überwunden habe.(So denke ich heute nicht mehr.) Darum habe ich alle getan, um dieses Ziel zu erreichen. Aber es ist mir nicht gelungen.Im Gegenteil. Ich mußte erkennen, das ich zwar wertvolle Gaben von Gott für den Gemeindedienst bekommen habe, das ich sie aber aufgrund meiner Krankheit nicht ausführen kann.Und darum stelle ich Gott immer wieder neu diese Frage:" Bin ich noch in deiner Spur ?" Klar würde ich mich freuen, wenn ich wieder aktiv mitarbeiten könnte. Aber noch wichtiger ist mir zu wissen, ob ich auch jetzt im Willen Gottes bin. Darf ich fragen, wie ihr damit umgeht? Meine Gemeinde steht übrigens voll hinter mir. Aber ich merke trotzdem, das ich über die Sache noch keinen richtigen Frieden habe. Ich weiß nicht, ob ich mich verständlich machen konnte. Sonst fragt bitte nach. Danke.
Liebe Sibbdat,
ein ganz klares Ja. Wie schon geschrieben, viele Christen
mussten schon durch Depressionen hindurch.
Und, alles ist Gnade. Gute Sibbdat, der Vater im Himmel
erwartet überhaupt keine Leistung von dir. Das einzige
was er möchte ist, mit dir in Beziehung zu sein und zu
bleiben. Aus dieser Liebe heraus, darfst du Gutes tun,
nach deinen Gaben, nach deiner Kraft. Aber nie aus eigener
Kraft, nie aus Leistungsdenken, ich muss.................................
liebe Sibbdat, du musst gar nichts, ausser den Jesus in dir
leben lassen, das ist Gnade, das genügt.
War oft schon stolz auf mich, was habe ich jetzt alles
getan, für Gott. Aber ich habe gemerkt, wieviel Stolz und
eigene Ehre dahinter steht.
Lass dich von Gott lieb haben, trösten, helfen, und wenn
es sein darf, diesen Trost, diese Liebe an andere Menschen
weitergeben. Aber es kommt nie auf uns an liebe Sibbdat,
es kommt allein auf den guten Vater im Himmel an.
Sei ganz frei.............................................................................
liebe Grüsse,
Bär und Hund.
Auch von mir ein ganz klares Ja dazu.
Ich habe Gott immer um so eine Möglichkeit, wie das Depressionen ABC gebeten. Er hat es jetzt geschenkt.
Oft würde ich mich gern mehr einbringen, kann aber wie Du, liebe Sibdat, nicht immer wie ich will.
Wenn ich mir diese Frage stelle, kommt mir immer Pastor Kemner aus Krelingen in den Sinn.
Ich zitiere mal aus der Wikipedia:
In Krelingen baute Kemner vor allem nach seiner Pensionierung im Oktober 1969 das Geistliche Rüstzentrum Krelingen auf. Neben Gästehäusern entstanden hier eine Landwirtschaft, eine Gärtnerei, Werkstätten, Therapieeinrichtungen für Alkoholabhängige und psychisch Kranke, eine Kirche, ein Seminar zur Vorbereitung auf das Theologiestudium, eine Altenwohnsiedlung und eine große Versammlungshalle.
Die Betonung liegt auf NACH SEINER PENSIONIERUNG!!!
Ich kenne das Werk. Es ist riesig!
Ich sage mir dann immer, vielleicht muss ich noch warten, bis meine Aufgabe ganz klar wird.
Vielleicht hält Gott mich mit der Depressione auch davon ab, in die falsche Richtung zu rennen.
Bis dahin mache ich, was ich kann und was gerade ansteht.
Depressionen sind auch ein Lernprozess.
Wir lernen Schweres zu ertragen.
Wir hatten vor einigen Wochen ein großes Schachturnier organisiert.
Es gab viel Stress.
Mittendrinn starb ein Freund und unser kleiner Hund wurde vom Auto überfahren und starb.
Ich konnte trotz Depressionen, Stress und eigenem Verlust so gerade stehen, dass ich meiner Frau Trost geben konnte und wir unser Leben normal weiter führen konnten.
Ohne Das Training durch die Depression hätte ich es nicht geschafft.
Vielleicht macht Gott uns erst richtig schwach um in uns mächtig zu sein.
Ja, wir können auch mit Depression dienen.
Oder noch besser...
Gerade deswegen!!!
Don
Hallo,
Krelingen kenne ich euch, war schon einmal dort, und habe
Pastor Kemnner auch schon angehört. Da denkst du, jetzt
kommt ein grosser Mann Gottes.
Hey, und der war so herzlich, hat ganz einfach geredet, so
richtig natürlich, du hast gespürt, ein Mann der mit Gott
in Verbindung und Kontakt ist. Auf das kommt es letztendlich
an, dass wir aus der Beziehung mit ihm, lernen und reifen.
Und wir sind nie fertig. Wenn du irgendeinen Stuhl baust,
der ist einmal fertig, ein Mensch nie.
Es ist noch gar nicht so lange her, da musste ich mich bei
einigen Menschen entschuldigen, für das, was ich ihnen an-
getan habe. Es fiel mir sehr schwer, aber hinterher war ich
so erleichtert, es geht weiter, weiter auf dem Weg zusammen
mit ihm, oft wissen wir das Ziel nicht, aber wir werden an-
kommen, auch durch die dunklen Depritage hindurch.
Wir Depris können andere Menschen verstehen und trösten.
Warum, weil wir selbst oft durch diese Dunkelheit gehen
müssen.
viele liebe Grüsse,
hund und bär.
Liebe Sibbdat,
ich fühle mich so mit Dir verbunden, als ob wir Zwillinge wären! Genau diese Gedanken, die Du beschreibst, kenne ich auch zur Genüge! Den mit unserer Krankheit verbundenen Rückzug, auch aus Aufgaben in der Gemeinde, habe ich oft als Sünde empfunden: Christen sollen doch Gemeinschaft pflegen, wir sollen einander dienen usw., usw. Ich habe vor nicht allzu langer Zeit mal ganz verzweifelt in unserem Hauskreis die Frage gestellt: "Was bin ich denn überhaupt noch wert für das Reich Gottes? Mein Leben ist kein Leben im Sieg, sondern von Niederlagen und Einschränkungen geprägt!" Da sagten mir zwei Schwestern wie aus einem Munde: "Das Festhalten an Jesus ist der Sieg!" Mensch, was war ich froh! Es gibt eben in unsrer Krankheit Zeiten, da sind wir nur in der Lage,an Jesus festzuhalten. Dann gibt es aber auch wieder Tage, da traut er uns kleinere oder größere Aufgaben zu; und die können wir dann auch mit seiner Hilfe schaffen!
Mein Mann und ich haben gerade einen Biker-Familientag hinter uns gebracht, den wir vorbereitet und durchgeführt haben. Es hat alles geklappt, Gott hat uns genau das Wetter geschenkt, das wir brauchten, und meine Kräfte haben gereicht. Danach bin ich dann aber auch heftig abgestürzt, aber das kenne ich schon, das erschreckt mich nicht mehr!
Aber es ist sooo tröstlich, zu erleben, dass es Zeiten des Tuns und Zeiten des Ruhens gibt, und dass wir nicht in Zeiten des Tuns ganz furchtbar geliebt sind von Jesus und in Zeiten des Ruhens aus seiner Liebe herausfallen. Wie war das noch mit Herrn Elia? Da steht nirgendwo in der Bibel (habe ich wenigstens nicht gefunden), dass Gott den Elia von seiner Depression geheilt hat!!!!! Er hat ihm die Kraft gegeben, weiter in seinem Dienst zu stehen, aber er hat ihm auch Zeiten der Ruhe verordnet!
Sollte der Herr mit uns anders umgehen, auch wenn wir nicht Elia heißen?
Ruth
Von Herzen Dank, Du bist fast die Einzige, die auf meine Postings mal reagiert.....
Liebe Grüße und ein gesegnetes Wochenende
Ruth
Liebe Glimmender Docht,
oh, das tut mir aber jetzt von Herzen leid, wenn du den
Eindruck hast, dass niemand auf deine Postings reagiert.
Ich lese immer gerne wenn du was schreibst, und du weisst
ja ich wünschte mir, du würdest hier öfters schreiben.
Ja, aber ich kann dich schon auch verstehen, mit den
Postings. Aber ich glaube dass hat weniger mit dir als
Person zu tun, weisst du, Bär schreibt immer so drauf los,
manchmal kommt eine Rückmeldung, manchmal keine............
und manchmal fällt mir gar nichts ein........................................
Manchmal gibt es Situationen im Leben, da komme ich mich
auch unbeachtet vor. Da macht du z.B. einen Dienst in der
Gemeinde, du gibst dir Mühe, und niemand sagt so mal
ein kleines DANKE oder so. Oder du meinst, dass die
anderen mehr beachtet werden....................................................
Dann denke ich manchmal, aber der Vater im Himmel sieht
mich, und freut sich. Aber du hast recht, wir sollten viel
mehr danke sagen, freundlicher sein..........................ich habe
immer gedacht, dass wäre nur ein "schwäbisches Problem".
Bei uns heisst es, "nicht geschimpft ist genug gedankt".
Liebe glimmender Docht wir kennen uns jetzt fast schon
ein Jahr, und ich glaube, als ich hier ankam, hast du mir
hier sehr geholfen reinzufinden. Und über deinen Namen
habe ich auch schon öfters nachgedacht....................................
Ich schätze dich wirklich, und vielleicht übersieht man da
so manches, man kennt sich, ............................................................
Mit meiner Frau bin ich jetzt auch schon über 20 Jahre
verheiratet, da muss ich auch lernen, immer mal wieder
danke zu sagen. Zu schnell wird vieles selbstverständlich.
Viele liebe Grüsse an dich liebe glimmender Docht.
und du bist gut, so wie du bist.
Hund und Bär.
Danke, lieber Bär, für Deine freundlichen Worte
!
Ich habe mal ganz tief in mich hineingehorcht, ob es wirklich so ist, dass ich mich nicht beachtet fühle, aber ich glaube, das ist es nicht nur.
Ich habe die "Community" hier so verstanden, dass wir uns gegenseitig Mut machen wollen, in und mit unserer Krankheit zurechtzukommen und vielleicht sogar versöhnt mit ihr zu leben.
Ich mache mir da nichts vor: ich weiss, dass das oftmals furchtbar schwer ist, und weil wir uns von den sogenannten "Gesunden" so wenig verstanden fühlen, wollen wir uns hier immer wieder versichern, dass wir einander verstehen und akzeptieren.
Aber ich gewinne immer mehr den Eindruck, dass die - und zu denen zähle ich mich auch - denen es besser geht, die gelernt haben, mit der Depression zu leben, und die davon weitergeben möchten, um anderen Mut zu machen durchzuhalten, hier nicht mehr wirklich zur "Community" dazugehören können......es kann und darf doch nicht sein, dass man sich mit dieser furchtbaren Krankheit arrangiert oder sogar vielleicht aussöhnt.....Was machen eigentlich die Menschen, die Diabetes haben? Wehren die sich auch für den Rest ihres Lebens gegen ihre Krankheit?
Ich weiss, ich trete sicherlich gerade einigen Leuten auf die Füße und ich klinge vielleicht auch ein bißchen bitter. Ich möchte für beides um Vergebung bitten....
Und wenn unser Admin mich jetzt rausschmeißt, dann hab ich Pech gehabt....
Ich bleibe Euch aber trotzdem "gewogen"
Ruth
Ich wüsste gar nicht warum ich Dich hier rausschmeißen soll....?
Ich habe das Gleiche Vertsändnis von Community , wie Du. Ehrlich gesagt, verstehe ich das Problem gerade nicht.....
Helft mir mal.



Land
lieber Bär, lieber Don. Ja, ich merke es ja auch, das Gott an mir arbeitet. Aber es tut so weh. Ja, es ist wohl so. Gott schneidet alles weg, damit gute Frucht kommt.Und er behält sich vor, wann die Erntezeit dafür ist. Bär, du hast schon mal geschrieben, das ich auf einem guten Weg bin. Das freut mich und ich gebe Gott die Ehre dafür. Aber gleichzeitig war und bin ich erschrocken, was ich wohl für einen Eindruck abgegeben haben muß.Aber das ist ja auch egal. Irgendwo habe ich mal gehört: Gott liebt uns brutto. Also, er liebt uns, obwohl er weiß, das wir sind wie wir sind. Stimmts? Don, Krelingen und Pastor Kemmner ist mir ein sehr guter Begriff. Ich war in meiner Jugendzeit immer mal wieder dort mit meinem EC-Jugendkreis.Ja, es stimmt, sie machen gesegnete Arbeit.Aber ich glaube auch nicht, das es das wichtigste ist, große Werke zu gründen. es sei denn man ist dazu berufen. Mir genügt es schon zu wissen, das ich in der Spur Jesu bin. Ja und der Gedanke ist auch nicht von der Hand zu weisen. Das Gott mich durch die Depression vor falschen Wegen bewahren kann.Er liebt uns vielzusehr, als das er uns einfach so laufen lassen würde. Ja und Gott schenkt eine verborgene Stärke, so wie du, lieber Don es beschreibst. Ich danke Gott für dich und deine liebe Frau, das er euch gerade in solchen Tiefen fest hält und trägt.Und auch für dich, lieber Bär, das du und deine liebe Frau in allen Stürmen und in allen Tiefen gehalten seid. Nocheinmal danke und Gott segne euch.
Sibbdat