einem Freund beistehen...
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Hallo liebe Forenmitglieder!
Ich bin neu hier im Forum und hab mich aus dem Grund angemeldet, weil ich mich gerade echt hilflos fühle. Einem sehr gutem Freund von mir, eigentlich mein bester Freund mittlerweile, der mir viel bedeutet, geht es gerade gar nicht gut... Schon seit einigen Wochen geht es ihm nicht sehr gut, mal ist es besser, mal ziemlich übel... Ihn quälen schlechte Gedanken, die er schon seit längerem hat, aber in der letzten Zeit wieder häufiger aufgetreten sind. Und hatte deswegen auch schon einige Sitzungen bei einer Seelsorgerin. Er weiß, dass er diese Gedanken eigentlich nicht haben sollte, dass sie sündig sind, und dass baut irgendwie noch einen größeren Druck auf.. Regelrechte Angst hat er vor diesen Gedanken. Vorletzte Nacht war es wohl ziemlich schlimm und er hatte nen regelrechten Zusammenbruch.. Ist dann zum Arzt, der ihm Burn-Out diagnostiziert hat... Das ganze letzte Jahr hatte er auch eigentlich keine Erholung, hat immer durchgepowert und gerade jetzt, wo er noch mehr im Stress ist und diese Gedanken wieder aufgetreten sind, ist er wieder in einem richtigen Loch... Das ganze wirkt sich auch auf seine Gesundheit aus, hatte Ende letzten Jahres einen Kreislaufkollaps und ja, in den letzten Wochen war er körperlich auch nicht auf der Höhe...
Ich war gestern bei ihm, und heute auch, und es war furchtbar, ihn so zu sehen... wie ein Häufchen Elend. Ich fühle mich ganz hilflos und weiß gar nicht, wie ich ihm helfen kann. Gerade zweifelt er auch sehr an Gott und warum er das zulässt, warum ihm das passieren muss, und sieht gerade keinen Sinn mehr in allem...
Ich würde so gerne ermutigende und aufbauende Worte finden oder irgendwas Gutes für ihn tun, aber ich weiß nicht was... ich weiß nicht, was jemandem in solch eine Situation hilft oder ihm wieder Mut gibt...
OK. musste das gerade mal ausschütten und ich hoffe, ihr könnt mir Ratschläge geben, wie ich ihm helfen kann, ja, wie ich ihm einfach beistehen kann.
Petra.
ich wollte grade hier rausgehen, da sah ich deinen Eintrag. Darum jetzt nur ein kurzes Hallo und ein herzliches Willkommen. Ich denke, morgen wirst Du hier noch offiziell willkommen geheißen. Für heute nur dieser Gedanke. warum meint dein Freund, das seine Gedanken sündig sind. Das er denkt, das die Gedanken sündig sind, sind ja ein deutliches Merkmal seiner Burnout. Wer Burnout hat, ist krank, schwer krank. Ich hatte selbst jahrelang Burnout und das ist in einer handfesten depresssion geendet. Also, du kannst deinem Freund helfen, in dem du einfach für ihn da bist. Versuche ihn nicht davon zu überzeugen, das das doch alles nicht stimmt, was er denkt. er kann das jetzt nicht fassen. Aber zum anderen sag ihm das immer wieder, aber eben, ohne von ihm zu erwarten, das er es fassen kann. Es wird schon bei ihm einsickern. Wichtig ist, das du dir deines Glaubenss sicher bist. Gott weiß, das dein Freund jetzt nicht so glauben kann, wie es in gesunden Zeiten möglich ist. Aber das ändert nichts an Jesu Liebe zu ihm. Laß dich nicht durch seine Gefühlsschwankung und durch seine Verzweiflung verunsichern. Es ist nicht seine Lebenseinstellung, es ist die Krankheit. Du kannst ihm Zuversicht vermitteln, in dem du ihn immer wieder sagst, das mit ihm alles wieder in Ordnung kommt, wenn er sich wirklich in Behandlung begibt und einsieht, das er krank ist. sei ihm aber auch nicht böse, wenn er das nicht gleich kann. Das geht nicht so schnell, das ist ein Prozeß. Liebe Petra, soviel für heute. Wenn du was nicht verstanden hast, frag ruhig. Du wirst sicher auch noch andere hilfreiche Antworten bekommen.Ich hoffe, das ich dir ein bisschen Mut machen konnte. Liebe Grüsse und Gute Nacht sibbdat
Liebe Petra,
herzlich willkommen hier im Forum. Ja, wir Männer sind in der
Depression oft schlimmer wie die Frauen. Weil wir als Mann
nicht gerne Schwäche zugeben, ............................weil wir immer
stark sein wollen und vielleicht auch manchmal müssen............
Du Petra, dein Freund braucht gerade echt Hilfe, und allein
bist du da echt überfordert.
Warum, weil er immmer noch weiterrudert, obwohl er nicht
mehr kann. Und jeztz ist er im Sturm, und kommt allein
nicht mehr raus......................................................................
Das heisst, er bräuchte dringend fachärztliche Hilfe, einen
Therapeuten, eine Klinik, die ihm helfen zeigen, wie er da
wieder rauskommt, und wie er in Zukinft so leben müsste,
dass er keinen burnout mehr kriegt.
Meine Frau hat damals hart zu mir gesagt, entweder du gehst
in eine Klinik, oder ich gehe. Du, und da bin ich erst richtig
aufgewacht, und es war ein guter Weg für mich. Hilfe und
Beistehen, ja sicher, aber auch ihn fordern, Dinge in die
Wege zu leiten.
viele liebe Grüsse,
Bär mit Hund
Auch von mir ein herzliches Willkommen.
Zu deinem Anliegen hätte ich zu sagen das du wie mir scheint im Augenblick wenig tun kannst.Es wäre wichtig zu wissen wie dein Freund seine Situation selber einschätzt.
Das er zu einer Seelsorgerin geht halte ich schon einmal für ein gutes Zeichen.Tatsache ist aber das er seinen Burnout und die damit verbundenen Depressionen erst einmal selbst akzeptieren muß.Du wirst ihm dabei kaum helfen können.Du kannst ihm nur gut zureden damit er begreift wie wichtig Hilfe für ihn ist.
Du möchtest gern etwas für ihn tun?-Schwierig!!!
Ein Sozailarbeiter hat es mir einmal so erklärt:
Es ist als ob dein Freund auf einem Stuhl sitzt und kippelt und du hinter ihm stehst und ihn festhälts.Er verlässt sich darauf das du ihn hälts und du verbrauchst deine Kraft.Besser ist es loszulassen.
Hört sich erst einmal schlecht an,aber nur so wird dein Freund merken wie es um ihn steht.Und wenn er dann Hilfe braucht bist du da und er lässt sich auch helfen.
Mach nicht den gleichen Fehler wie ich und versuche ihm das Leben leichter zu machen,sonst endet es auch bei dir in einer Depression(wie bei mir).
Die passenden Worte???
Die wirst du finden wenn du sie brauchst.Und manchmal braucht es einfach keine Worte.Manchmal ist es einfach nur schön zu wissen das man nicht allein ist.
Ich wünsche dir und deinem Freund das es euch beiden bald besser geht.
Das mit dem Stuhl finde ich einen guten Vergleich. Ich habe genau das auch erst wieder erlebt. Musste da wirklich hart einwirken, damit mein Mann wieder Fuss fassen konnte (noch einmal Danke Bär für Deine ermutigenden Worte). Du kannst nicht verhindern, dass der Stuhl umkippt und dein Freund fällt... aber Du kannst ihm helfen aufzustehen, wenn er wieder auf die Füsse kommen will.
Das schmerzt zumeist sehr, glaub mir, da fühle ich mit Dir. Selbst in eine Depression abzurutschen ist dann wirklich bitter. Ich merke dann immer, dass ich ihn dafür verantwortlich mache - das ist der Punkt, wo ich mich ganz doll um mich kümmern muss und ihn los lassen muss. Aber es geht nun einmal nicht, das er die ganze Familie mit runterzieht.
Ich musste schon öfter sagen: "Sonst haben wir keine Zukunft." Das zerreißt mir jedes mal das Herz, doch glaub mir, wenn Du Dir Gutes tust, dann hast Du auch hinterher die Kraft ihm helfen aufzustehen.
Durch das letzte Tief hat mich das Forum hier sehr gut durchgeschleust. Das wünsche ich Dir auch, das Du Dich hier verstanden fühlst.
Niemand, der diese Situationen nicht selber erlebt kann das verstehen-oft auch gute Freunde nicht.
Viel Kraft und Zuversicht für Dich, liebe Petra, und alle anderen - ich denke, das kann jeder brauchen...
anni
Hallo,
dieses Beispiel mit dem Stuhl finde ich auch echt toll.
Weil, es ist trotzdem Liebe, wenn man eine depressiven Men-
schen auch mal härter anfasst, weil er es braucht......................
Da muss ich jetzt mal meine liebe Frau ganz arg loben. Im
Lauf der Jahre hat sie immer mehr gelernt, wo ich Unterstüt-
zung brauche, und wo es besser ist, mich zu fordern.
Also die Balance zwischen fördern und fordern zu finden.
Und ich wäre heute nicht der Mensch der ich wäre, ohne
meine liebe Frau.
Schade, dass sich viele Menschen zu schnell trennen und scheiden
lassen, wenn einer von den Partnern eine Deprim hat.
Ich will jetzt nicht schimpfen, man kann es ja nicht beurteilen
warum und wieso, und wenn es echt nicht mehr geht................
Am Sonntag habe ich eine Familie gesehen, da sass der Mann
in einem Rollstuhl, die Frau hat diesen geschoben, der Mann
hielt noch ein Kind in seinem Arm, und hat den noch einen
Kinderwagen geschoben. Ich habe echt fast die Luft ange-
halten, und am liebsten wäre ich hingelaufen und denen gesagt,
wie toll ich das finde. Genau wie es ganz oben über dem Forum
steht, "einer trage des anderen Last". Es ist eine grosse
Chance für ein Ehepaar, eine Familie das versuchen, lernen
einzüben, in aller Schwachheit, und trotzdem..............................
Aber wir brauchen da auch von aussen Unterstützung, Freund
de die uns begleiten, uns ermu
tigen, mittragen, .......................
das könnte zu einem grossen Segen werden............................
warum............weil das die Art Gottes, des liebenden Vaters
im Himmel ist, dass wir so leben, oder es versuchen, so zu
leben........................................................
liebe Grüsse
Bär mit Hund...........
Liebe Petra!
Entschuldige, ich vergaß Dich zu begrüßen
. Herzlich Willkommen erst einmal!
Mit Gott zu hadern, das tu ich auch laufend - erstaunlicher Weise stelle ich aber fest, das ich ihm hinterher näher bin.
Mir wurde hier im Forum auch schon geschrieben, dass Gott einem nichts auflastet, das man nicht tragen kann. Zu diesem Zeitpunkt fühlte sich das für mich unerträglich an, so nach dem Motto: Was bildet der sich ein, was glaubt der, was ich alles kann?
Aus diesem Tief bin ich jetzt raus (und ob ich auch wanderte durchs finstere Tal...). Jetzt kann ich das auch wieder so sehen.
Aber ich kann sagen, das Gott uns immer gut auf bevorstehende Aufgaben vorbereitet. Vielleicht ist diese Krankheit für ihn eine Vorbereitung auf Afrika? Das ist natürlich rein hypothetisch, doch selber habe ich schon öfter erlebt, das mich absolut negative Sachen mit Abstand betrachtet vorbereitet haben. Am Ende wurden einige Dinge dadurch erst gut.
Das wünsche ich Deinem Freund. Vielleicht hilft es ihm, wenn Du ihm sagst, dass Gott ihn garantiert liebt und nicht fallen lässt.
Liebe Grüße Anni
Schöne Worte, lieber Bär!!
Ich versuche mir das mit dem Rollstuhl gerade vorzustellen und muss schmunzeln.
Ich empfinde diese Krankheit auch als Chance aus erlernten verschrobenen Strukturen rauszukommen.
Wenn ich da so in unsere Familien schaue....
Ich würde so nicht leben wollen, aber durch die Depressionen und durch die Therapien haben wir die Chance neu zu puzzeln.
Auf einem christlichen Seminar hat der Referent mal gesagt: "Wenn die Fliesen verbrochen sind, kann man daraus ein besonders buntes und vielfältiges Mosaik erstellen." Das finde ich ein schönes Bild. Er sagte auch: "Wenn Du einen Klumpen Ton in eine Form bringen willst, dann musst Du Druck ausüben." Das muss Gott teilweise bei uns auch...
anni
ich wollte damit sagen, das die Gedanken deines Freundes nichts mit seinem Glauben zu tun haben müssen, sondern mit seiner Krankheit. Ich finde, das ist ein riesengroßer Unterschied.Im Grunde wollte ich dir und somit auch indirekt deinem Freund ein Stück die Verzweiflung nehmen. Ich finde, dieKrankheit und was damit zusammenhängt, ist doch schon schwer genug. Jacky hat recht. Es ist wirklich wichtig, das dein freund begreift, das alles, was jetzt mit ihm geschieht, krankheitsbedingt ist.Das meinte, kannst du ihm immer wieder sagen. Klar, muß er sich damit auseinander setzen.Gut, nun weiß ich nicht, welcher Art die Gedanken deines Freundes sind.Es gibt ja auch Gedanken, die uns so belasten, das wir den eindruck haben, das mit uns geistlich etwas nicht stimmt. Sicher, das ist auch mal möglich. Aber ich weiß auch, das gerade dann, wenn die Nerven am Boden schleifen, sich ziemlich arge Gedanken einschleichen können.Ich könnte da noch mehr darüber schreiben, werde das hier aber nicht tun, weil das ein Thema ist, das wirklich in den Seelsorgebereich gehört. Da wäre es gut, wenn der Seelsorge sowohl das Krankheitsbild von deinem freund kennt als auch im Seelsorgebereich kompetent ist.Ja, ich sehe das auch so. Du kannst deinem Freund helfen, in dem du vermehrt auf dich selbst achtest. Klar, du bist offensichtlich zur Zeit die Bezugsperson. Und gerade deshalb ist es so wichtig.Das mit dem einigeln kenne ich auch von mir. Ja, manchmal kann es helfen, denjenigen einfach vor vollendete Tatsachen zu setzen. Manchmal ist man insgeheim so gar froh,wenn ein anderer die Intitative ergreift, weil man es selbst nicht mehr hinbekommt. aber vielleicht wirklich erstmal nur Pizza oder ähnliches. Alles in kleinen Schritten. Okay. Hoffentlich ist es einigermaßen verständlich. Der Herr segne euch beide



Vielen Dank für eure Worte. Es ist schön zu wissen, dass ihr irgendwie verstehen könnt, wie das gerade für mich ist... oder für meinen Freund.
Heute ist er erstmal für ein paar Tage zu seiner Familie nachhause gefahren, da noch dazu seine Großmutter am Montag gestorben ist.
Aber ich hoffe, er kann bei seiner Familie etwas Ruhe finden - ja einfach aufgefangen werden. Dort will er sich auch nochmal von einem Arzt durchchecken lassen - wie es körperlich bei ihm so aussschaut. Und dann feststellen, wie schlimm das Ganze überhaupt ist, meinte er...
Über eine Therapie denkt er ernsthaft nach. Entweder hier, wo er wohnt, zu jemanden zu regelmäßigen Terminen gehen oder wirklich in eine Klinik.
Ach, jedesmal wenn ich ihn sehe oder spreche, zerbricht es mir fast das Herz... Ihn so zerbrochen zu sehen. Über Studienabbruch hat er sogar schon nachgedacht. Und dann hat er einen großen Traum - als Entwicklungshelfer in Afrika zu arbeiten - der nun in seinem Innern so langsam zerbricht... weil er denkt, wenn ihm jetzt so etwas passiert, wie belastbar ist er in solch einem Land, wo man größeren Frustrationen standhalten muss... Ich weiß dann gar nicht, was ich zu ihm sagen soll, wenn er so redet. Irgendwie erscheint mir dann jedes Wort aus meinem Mund so hohl und leer..
Essen tut er auch nicht richtig.. Habe ihn die letzten Tage immer wieder gefragt, ob wir zusammen essen wollen. Immer die gleiche Antwort: er habe keinen großen Hunger. Und wenn ich dann protestiere, dass er doch essen müsse, meint er, ein bisschen was isst er ja, darum solle ich mir keine Sorgen machen... Ich weiß nicht, ob man ihn einfach auch mal vor vollendende Tatsachen stellen sollte? Einfach abend mit Pizza und Film vor seiner Haustüre stehen und sich nicht abwimmeln lassen... Er neigt nämlich schon dazu, sich einzuigeln...
Sibbdat, dich wollte ich noch fragen, was genau du damit gemeint hast, was ich ihm immer wieder sagen sollte? Ich kann ihm ja nicht schönreden, dass seine Gedanken in Ordnung sind, denn das sind sie nicht. Ich verurteile ihn deswegen nicht. Denn er will es nicht, und weiß auch, dassEr kann ja im Grunde nichts dafür, sie kommen immer wieder auf und er ekelt sich davor so zu denken und dann bekommt er Angst, dass er wieder so denken könnte.. Er will wirklich davon befreit werden. Aber dass Gott ihm diese Gedanken immernoch nicht weggenommen hat, obwohl er schon solange dafür betet, frustriert ihn ziemlich sehr.
Liebe Grüße,
Petra