Skip to Content

Häufig gestellte Fragen zu Depressionen - Depressions-Arten

Nach der Geburt kommt es bei vielen Frauen zu depressiven Stimmungsschwankungen, die Hormone spielen verrückt, der Körper verändert sich. Mit diesem Zustand kommen viele Frauen nach der Entbindung nicht zurecht.

Man spricht hier auch von postpartalen (nach der Niederkunft) oder postnatalen Depressionen.
Im Volksmund auch als Baby-Blues bekannt.
Man unterscheidet zwischen drei unterschiedlichen Kategorien der Wochenbettdepression.

Beim postpartalen Stimmungstief handelt es sich um „Heultage“, die in den ersten 10 Tagen nach der Geburt auftreten und auf die hormonellen Veränderungen zurückzuführen sind. Hierbei kommt es meist zu Traurigkeit, häufiges Weinen, Müdigkeit, Erschöpfung und Stimmungsschwankungen.
Meist verschwinden diese Symptome nach wenigen Tagen, wenn sie sich z.B. mit ihrem Partner aussprechen können und trösten lassen.

Die postpartale Depression kann jederzeit im ersten und zweiten Jahr nach der Geburt eintreten.
Es wird angenommen, dass etwa 20% aller Mütter betroffen sind.
Die postpartale Depression ist eine schleichende und durchaus schwerwiegende Erkrankung. Die Betroffenen leiden unter Traurigkeit, Müdigkeit, sexueller Unlust, Schuldgefühlen, Panikattacken und Ängsten, die sogar zu Selbstmordgedanken führen.
Häufig werden die Ursachen der Krankheit zu spät erkannt, da sich die Betroffenen nach aussen hin nichts anmerken lassen wollen, da von ihnen ja erwartet wird, dass sie eine glückliche Mutter sein müssen.
Charakteristisch für postpartale Depressionen sind Schuldgefühle. Die Betroffenen haben das Gefühl, dass sie ihr Kind nicht richtig versorgen und mit dem Kind nicht umgehen können.
Wichtig ist es, sich professionelle Hilfe zu suchen. Die Frau kann sich an ihren Gynäkologen, Hausarzt, Psychologen oder Psychotherapeuten wenden.
Wichtig ist, dass ein genauer Hormonstatus angefertigt wird, um organische Störungen ausschliessen zu können.

Die schwerste Form der Wochenbettdepressionen ist allerdings die postpartale Psychose, die in den ersten zwei Wochen nach der Entbindung auftreten kann. Sie zeichnet sich aus durch starke Antriebssteigerung, motorische Unruhe, Verworrenheit, Grössenwahn, Halluzinationen und Schizophrenie. Sie muss unbedingt ärztlich und medikamentös behandelt werden. 

Morgens ist es schwer sich aus dem Bett zu erheben. Der Tag ist mindestens doppelt so anstrengend wie sonst. Hobbys und andere Freizeitaktivitäten sind mehr Last als Spass. Man ist ständig schlapp und müde.
Was ist nur mit mir los?
So, oder so ähnlich erleben viele Betroffene eine Winterdepression.

Winterdepressionen sind ein typisches Phänomen der nordischen Länder. In der Gegend um das Mittelmeer kommt sie so gut wie gar nicht vor. In Skandinavien sind diese Erkrankungen deutlich häufiger als in Deutschland. Sie ist saisonal bedingt und tritt vorrangig in den Wintermonaten auf.
Als Ursache werden Störungen des biologischen Tagesrhythmus angenommen.

Man geht davon aus, dass es in der dunklen Jahreszeit zu einer erhöhten Melantonin-Produktion kommt. Daraus resultierend kommt es zu einem niedrigeren Spiegel des Neurotransmitters Serotonin, dessen Abbauprodukt Melatonin ist.
Fatal ist, dass es gerade in den Wintermonaten zu einer erhöhten Melatoninproduktion kommt.
Die meisten Mediziner gehen davon aus, dass ein niedriger Serotoninspiegel sich verantwortlich für die meisten Depressionen zeigt.

Die typischen Symptome für eine Winterdepression sind, erhöhtes Schlafbedürfnis, verstärkter Appetit mit einer starken Neigung zu kohlehydrathaltigen Nahrungsmitteln und einer daraus resultierenden Gewichtszunahme. Übermässige Traurigkeit und allgemeine Energielosigkeit sind weiter Merkmale dieser Erkrankung.

Die Winterdepression tritt bei weitem nicht so häufig auf wie andere depressive Erkrankungen.
Doch handelt es sich bei den meisten Depressionen während der dunklen Jahreszeit um Winterdepressionen.
Frauen sind vier Mal so häufig betroffen wie Männer, aber auch Kinder und Jugendliche können erkranken.

Eine etwas mildere Erscheinungsform der Winterdepression ist der sogenannte Winter Blues.
Die Erkrankten fühlen sich schlapp und müde während er dunklen Wintertage.
Der Winterblues ist nicht wirklich eine richtige Depression. Die Symptomatik ist auch deutlich schwächer ausgeprägt.

Ene gute Therapieform gegen Winter-Depressionen ist die Lichttherapie.

Schmerzen können depressiv machen.

Besonders bei Erkrankten mit chronischen Schmerzen besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit an einer Depression zu erkranken.
Mit dazu beitragen dürfte sicherlich auch, dass Patienten mit chronischen Schmerzen großen seelischen Belastungen ausgesetzt sind, die sie oftmals daran hindern, in normaler Weise am Alltag teilzunehmen.
Durch die erfolgende Isolation von der Umwelt aber auch durch die permanent hohe Belastung können sich Depressionen entwickeln.

Fast 65 % aller depressiv Erkrankten klagen beim ersten Arztbesuch über Symptome wie Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen, sowie über Verspannungen.
Viele geben an, vorrangig wegen ihrer Schmerzsymptomatik den Arzt aufgesucht zu haben.
Ein anderer Teil klagte über Symptome wie Appetitlosigkeit, Schlafmangel oder Schwindel.
Trotz dieser Zahlen denkt nur etwa jeder dritte Arzt daran, seine Patienten zu Symptomen der Depression zu befragen.

Weniger bekannt dürfte dagegen die Tatsache sein, dass Depressionen auch Schmerzen auslösen.

In einer amerikanischen Studie wurden 70 Frauen mit Depressionen und etwa halb soviel Nichtdepressive untersucht und befragt.
Etwa die Hälfte der depressiven Frauen gab an, unter leichten Schmerzen zu leiden.
Je stärker die Intensität der Depression ausgeprägt war, umso höher war der Grad des Schmerzes.
Um zu überprüfen, ob die empfundenen Schmerzen auch objektiv nachzuweisen sind, entnahmen die Ärzte den Probandinnen Blut zur Untersuchung.
Bei Schmerzen werden im Blut bestimmte Substanzen freigesetzt. Die Werte waren bei allen depressiven Frauen erhöht.

Mitverantwortlich für die Häufung von schmerzhaften Erkrankungen bei Depressiven wird auch der Mangel an Schlaf, verursacht durch Schlafstörungen, gemacht.
Doch auch Ängste, das Gefühl zu Versagen und andere Streßfaktoren können Auslöser sein. 

Fast jeder von uns hat in seinem Leben schon schlimme Schicksalsschläge ertragen müssen.

Der Verlust lieber Menschen, Trennung vom Partner, Verlust des Arbeitsplatzes, Verlust der Heimat, gute Freunde die in einen anderen Ort ziehen, aber auch scheinbar banale Sachen, wie der Tod eines Haustieres.

Manchmal stecken wir diese relativ schadlos weg, doch unter bestimmten Voraussetzungen entwickelt sich bei manchen Menschen eine sogenannte Belastungs-Depression. Auch depressive Erlebnisreaktion, psychoreaktive Depression, abnorme depressive Belastungssituation oder depressive Reaktion genannt.

Reaktiv deshalb, weil sie als Reaktion auf ein auslösendes Ereignis eintreten.
Täglich haben wir mit auftretenden Problemen zu kämpfen. Manchmal gibt es plötzlich auftretende Belastungen, die wir nicht mehr tragen können und unter denen wir zusammenbrechen.

Dieses Krankheitsbild ist geschlechterunabhängig. Doch tritt diese Erkrankung bei Männern und Frauen in unterschiedlichen Lebensphasen auf.
Bei Frauen ist besonders die Zeit vor den Wechseljahren kritisch, beim Mann hingegen in der Zeit vor dem Ende der beruflichen Laufbahn.
Bei beiden Geschlechtern ist eine besondere Häufung in dem Zeitraum zwischen Pubertät und den mittleren Lebensjahren zu verzeichnen.
Auch die Auslöser sind bei Männern und Frauen unterschiedlich.
Sind es beim Mann eher berufliche Konkurrenzsituationen, Übergangenwerden bei der Beförderung, schlechte Karrierechancen, schlechte Auftragslage bei Selbstständigen, finanzielle Sorgen oder familiäre Probleme, so sind die Auslöser bei der Frau ganz anderer Art.
Beim weiblichen Geschlecht kommen Auslöser wie Enttäuschungen in der Liebe und Partnerschaft, bei alleinstehenden Frauen oft die Angst vor Vereinsammung und Isolierung in Betracht.

Die Erkrankung kann sich über eine Dauer von wenigen Tagen bis zu mehreren Monaten hinziehen.
Besonders bei älteren Männern ist eine längere Dauer von traurigen Verstimmungen zu beobachten.

Die Betroffenen fühlen sich nicht im eigentlichen Sinne krank, sondern eher verzweifelt unter das belastende Ereignis gedrückt. Ausgeprägte Niedergeschlagenheit, Interessenlosigkeit, Hilflosigkeit und Apathie bestimmen den Alltag.

Betroffene finden in Hilfe beim Arzt.
Als beste Therapiemöglichkeiten gelten eine Kombination von Krisenintervenierender Gesprächstherapie und medikamentöser Behandlung.
In der Regel werden ziemlich schnell Behandlungsfortschritte erzielt. 

Die manische Depression ist auch unter dem Namen bipolare Störung bekannt.

Die Betroffenen leiden unter, willentlich nicht steuerbaren, extremen Schwankungen des Antriebes, der Stimmung und der Aktivität.

Während der depressiven Phase kommt es zu typischen Symptomen einer Depression, wie übermäßige Niedergeschlagenheit und Traurigkeit.
Das Leben wird als düster und nicht lebenswert wahrgenommen. Während besonders starker depressiver Schübe kann eine verstärkte Neigung zur Selbsttötung auftreten.

Die manische Phase ist gekennzeichnet durch gesteigerten Antrieb, Rastlosigkeit und eventuell Reizbarkeit. Betroffene nehmen die Realität stark verzerrt wahr und sind nicht in der Lage, Ereignisse in ihrem Leben realitätsnah zu werten und zu verstehen.

Es treten auch gemischte Phasen auf, die sich durch gesteigerten Antrieb und gedrückter Stimmung auszeichnen.
Diese Phase ist besonders gefährlich, da durch gesteigertem Antrieb und der falschen Deutung von Erlebnissen die Suizidneigung deutlich ansteigt.

Während der beiden Extremphasen können auch Perioden der scheinbaren Normalität eintreten.

Bipolar Gestörte schwanken jedoch nicht nur zwischen Manie und Depression, sondern zusätzlich noch im Intervall zwischen akuten Krankheitsphasen, extrem verzerrtem Wahrnehmen der Wirklichkeit und Erleben.

Die Erkrankung beginnt oft im frühen Erwachsenenalter und kann sich entscheidend auf die Lebensführung des Betroffenen auswirken, da die Erkrankung oftmals erst sehr spät entdeckt wird.
Gerade weil die Krankheit oft schon bei jungen Menschen ausbricht die noch nicht über eine gefestigte Persönlichkeit verfügen.
Die Lebensläufe der Kranke weisen oft konträre Richtungswechsel auf.
Oft hatten die Betroffenen grosse Schwierigkeiten in der Lehrausbildung oder im Berufsleben.
Aber auch einige kriminelle Karrieren sind durch diese Krankheit begründet.

Wenn man auch leichtere Fälle der Erkrankung berücksichtigt sind etwa 3-4 % der Bevölkerung betroffen.

Die Krankheit wird auch immer wieder mit Kreativität in Verbindung gebracht, da in der manischen Phase oft gewagte Projekte gestartet werden. Doch sollte man sich hüten die Krankheit zu idealisieren. Sie ist potentiell tödlich und gefährlich. 

Die larvierte (verkleidete, versteckte) Depression ist eine Form der Erkrankung, die am schwersten zu diagnostizieren ist.

Oftmals versteckt sie sich hinter einer Vielzahl körperlicher Symptome.

Der Patient klagt über Schmerzen an Organen und Körperteilen, es kann zu starkem Gewichtsverlust oder starker Gewichtszunahme durch Essstörungen kommen, einige haben Schwindelgefühle oder sind chronisch müde und abgeschlagen.

Sie haben Mundtrockenheit, Bauch-, Kopf- und Herzschmerzen. Die Beschwerden sind wechselnd, diffus und schwer einzugrenzen.

Oftmals haben die Patienten eine regelrechte Ärzteodyssee hinter sich mit ebenso vielen unterschiedlichen Diagnosen.

Einige Fachleute vertreten auch die These, dass die Krankheit Fibromyalgie in Wirklichkeit eine larvierte Depression sei.

Als Therapie sind medikamentöse Behandlung, begleitende Psychotherapie und unterstützende Maßnahmen wie Lichttherapie empfohlen.

Das Krankheitsbild einer Depression zu beschreiben, ist fast nicht möglich. Zu vielfältig und vielschichtig sind die Erscheinungsformen der Krankheit.

Es ist auch nicht möglich zu sagen ein Depressiver ist schwermütig und niedergeschlagen. Wer je einen an Depression erkrankten in einer manischen Phase erlebt hat, ist von vermeintlichen Klarheit der Krankheitssymptome nicht mehr überzeugt.

Relativ typische Merkmale sind gestörtes Zeitempfinden, Freudlosigkeit, Schwermut, Elendigkeit, Antriebslosigkeit, Erschöpfbarkeit, Schamgefühle, Unruhe, Interesselosigkeit, Aggressivität, Reizbarkeit, Überempfindlichkeit, Gedächtnisstörungen, Minderwertigkeitsgefühle, Entscheidungsunfähigkeit, Grübelzwang, Angstzustände, Panikattacken, Verarmungsideen, Entfremdungserlebnisse, Zwangsgedanken, Emotionslosigkeit, Lebensmüdigkeit, Zwangsgedanken, Hypochondrie, Schuldgefühle, Versündigungswahn, Sinnestäuschungen, Halluzinationen, Wahrnehmungstörungen, gestörtes Zeitempfinden.

Dazu kommen noch körperliche Symptome wie Appetitlosigkeit, Muskel-, Rücken- , Gelenkschmerzen, Verspannungen, Herz- und Kreislaufstörungen, Schlafstörungen, Alpträume, Gewichtsverlust und sexuelle Störungen.

Hinzu kommen Störungen des Antriebes wie Unruhe, Getriebenheit, Mattigkeit.

Die Merkmale können alle auftreten, müssen jedoch nicht. Schon zwei oder auch Symptom(e) können Indikatoren für eine nahende Depression sein.

Die Auslöser für diese schwere Erkrankung sind ebenso verschieden wie das Krankheitsbild selbst.
Gründe sind dauernde Überbelastung (Burnout), reaktive Faktoren, zum Beispiel nach dem Verlust lieber Menschen, jahreszeitliche Auslöser wie bei der Winterdepression, andauernde zwischenmenschliche Probleme, Schwangerschaft (die Wochenbettdepression) und erbliche Belastungen.

Aus diesen Auslösern und Symptomen, lassen sich folgende Krankheitsbilder benennen.

Depressive Episode, bipolare Störung, depressive Neurose, Major Depression, larvierte und endogene Depression, Winterdepression, Wochenbettdepression, organische Depression, Altersdepressionen, reaktive Depressionen, manische Depression, Entwurzelungs- und Erschöpfungsdepression.

Sie sehen also, das Bild der Depression ist unglaublich vielfältig, wird in den letzten Jahren von den Ärzten immer besser erkannt und behandelt.
Seriöse Zahlen gehen davon aus das in Europa 20- 25% der Menschen an mehr oder minder stark ausgeprägten Depressionsymptomen leiden.
Es gibt jedoch keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken.
Die Depression ist eine der am leichtesten zu behandelnden psychischen Erkrankungen.

Trotzdem sollte man sie nicht auf die leichte Schulter nehmen. Depressionen gehören aufgrund des hohen Selbsttötungsrisikos zu den potentiell tödlichsten Erkrankungen.
Nehmen Sie deshalb schnellstmöglich Hilfe in Anspruch wenn sie den Verdacht hegen, an einer Form der Depression erkrankt zu sein. 

Das Bett zu verlassen kostet unglaublich viel Kraft und ist fast nicht zu bewältigen. Der Gedanke an den kommenden Arbeitstag lässt einen jeden Mut verlieren.

So oder so ähnlich beginnt für Leute mit einer Erschöpfungsdepression der Tag.
In der modernen Zeit auch Burnout-Syndrom genannt.

Schon im Alten Testament ist diese Depressionsform als die Elias Müdigkeit erwähnt. Viele Geistesgrössen der Vergangenheit wussten von den Symptomen dieser Depressionsform zu berichten.
So klagte der junge Goethe, dass die Verwaltungsarbeit ihm das „Dichten vertrockne“.
Doch erkranken nicht nur Denkarbeiter sondern auch Hausfrauen an ihr.

Die Gründe dafür sind vielfältig.
Grundlegend ist zu sagen, dass permanente Überforderung ohne Aussicht auf Erholung diese Erkrankung hervorrufen. Aber auch schwere körperliche Erkrankungen, die mit körperlichen Schmerzen und Beeinträchtigungen einhergehen, können Auslöser sein.

Der Vergleich mit dem Hamster im Laufrad ist nicht zu weit hergeholt.
Damit ist einerseits die andauernde berufliche Überforderung gemeint, aber auch junge Mütter oder alte Menschen sind betroffen.

Für beide Geschlechter gibt es unterschiedliche, typische Auslöser.
Bei Männern überwiegen berufliche Ursachen. Angst vor Versagen, ständige Zeitnot, fortdauernde Stresssituationen, das Treffen weitreichender Entscheidungen, ein lauter und gehetzter Arbeitsplatz, Übergangenwerden bei Beförderungen, aber auch eine Beförderung, die entsprechende berufliche Mehrbelastungen mit sich bringt. Seltener werden partnerschaftliche oder Familien Probleme als Ursache genannt, die jedoch bei der genannten Gruppe meist eine ausserordentliche Intensität erreicht haben müssen.

Bei den Frauen sind die Gründe zwar anders gelagert, aber mindestens genau so vielschichtig.
Ständige Doppelbelastung durch Beruf und Haushalt, finanzielle Sorgen, Vereinsamung und Entwurzelung, fehlende Möglichkeiten sich über private Probleme auszutauschen aber auch zwischenmenschliche Probleme, sind bei Frauen Auslöser für die Krankheit.

Die Folgen sind Reizbarkeit und Schwäche, die sich oft über mehrere Jahre langsam aber sicher verstärken. Verbunden mit innerer Unruhe, Anspannung, Nervosität, Einschlafstörungen, unruhigem Schlaf, Missstimmungen, Konzentrationsschwäche, Vergesslichkeit, schnelle Ermüdbarkeit und Reizbarkeit.
Oft bemerken nahestehende Menschen einen „neuen Wesenzug“ von Reizbarkeit und Unbeherrschtheit am Kranken.

Im weiteren Verlauf der Krankheit kommt es zu psychosomatischen Symptomen wie Herz- und Kreislauferkrankungen, Magenproblemen, aber auch Problemen der Wirbelsäule und der Gelenke.
Ganz am Ende der Erkrankung zeigt der Patient typische Depressionsmerkmale.
Helfen kann in diesem Fall ein Gespräch mit einem Arzt. 

Gerade eben noch freudestrahlend und voller Optimismus und im nächsten Moment ist alles vorbei, man fühlt sich zu Tode betrübt, völlig niedergeschlagen und hat eigentlich gar keinen speziellen Grund dazu.
Aber warum das so ist, wird häufig erst sehr spät erkannt.

Die Diagnose lautet: Endogene Depression. Endogen bedeutet, „von innen heraus, aus dem Organismus heraus“, aber ohne nachweisbare körperliche Ursache. Oftmals werden die Ursachen von dem Patienten nicht wahrgenommen oder einfach verdrängt und brechen erst viel später aus ihm heraus.

Die endogene Depression gehört zu den quälendsten psychischen Erkrankungen.
Typisch bei der Erkrankung sind Schlafstörungen, morgendliches Stimmungstief, Wahnideen, die zu selbstzerstörerischem Verhalten und Selbsttötungsgefahr führen können, Gewichtsverlust, Kraftlosigkeit, Interesselosigkeit, Konzentrationsstörungen. Der Patient fühlt sich „innerlich tot“.
Frauen sind am häufigsten in der Zeit der Wechseljahre betroffen, Männer erkranken häufiger im hohen Alter.

Die Depressionen verlaufen in Phasen, die Abstände variieren zwischen wenigen Tagen und einem Jahr oder mehr. Männer reagieren hierbei häufiger auf berufliche Probleme oder Besitzverlust, Frauen hingegen eher auf partnerschaftliche oder familiäre Probleme.
Patienten mit endogenen Depressionen sind durchaus freundlich und warmherzig zugewandt, weisen allerdings unangemessene Episoden von extremer Reizbarkeit und Aggressivität auf.

Die endogene Depression wird medikamentös in Zusammenhang mit einer Psyhotherapie behandelt.
Körperliche Aktivitäten sind sehr wichtig. Eine entsprechende Soziotherapie (Hilfe und Korrektur im Alltag) soll dem Patienten eine Hilfestellung leisten.
Die heutigen therapeutischen Maßnahmen ermöglichen dem Patienten ein relativ normales Leben mit einem recht hoffnungsvollem Heilungsverlauf. 

Die Menschen der älteren Generation haben in ihrem Leben eine Unzahl an Schicksalsschlägen hinnehmen müssen. Oft haben sie liebe Verwandte und Freunde verloren sowie die Auswirkungen von Krieg und Hunger kennenlernen müssen.

Man sollte annehmen das alte Menschen überdurchschnittlich häufig an Depressionen leiden. Doch die Annahme trügt. Alte Menschen leiden nicht häufiger an Depressionen als junge, doch kommen im Alter alle Arten von Depressionen vor. Es ist deshalb treffender, von der Depression im Alter als von dem Krankheitsbild der Altersdepression zu sprechen.

Allerdings ist die Altersdepression die mit Abstand häufigste psychische Erkrankung im Alter. Die Depression nimmt im Alter allerdings oft einen ganz anderen Verlauf als in jungen Jahren. So klagen alte Menschen sehr häufig über körperlich Symptome und weniger über depressiv bedingte Traurigkeit und Abgeschlagenheit.

Es gibt auch immer wieder Fälle in denen Depressionssymptome wie Schlafstörungen oder nachlassende Vitalität, nur dem Alter angelastet und als Kennzeichen schwerer Lebensumstände angesehen werden. Auch müssen bei der Diagnostizierung altersbedingte, neurologische sowie internistische Erkrankungen mit in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. Eventuelle Medikamentennebenwirkungen können ebenfalls eine Rolle spielen.

Zu beachten ist auch das ältere Menschen eine deutlich höhere Suizidrate haben als junge Kranke und Depressionen viel länger andauern.

Als beste Therapiemöglichkeit wird eine Kombination aus medikamentöser Behandlung, Psychotherapie und eventuell der Lichtherapie angesehen.

Zu beachten ist, das eine Behandlung von Depressionen bei alten Menschen viel länger dauert. Auch in der Nachsorge sollte den besonderen Anforderungen alter Menschen Rechnung getragen werden.