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Häufig gestellte Fragen zu Depressionen

Allgemeine Fragen und Antworten

Der Ansatz ist, Gedanken (Kognitionen) zu ändern, oder einfacher ausgedrückt,
erworbene, krankmachende, falsche Gedankengänge zu erkennen und zu korrigieren.
Ein solcher Gedanke wäre zum Beispiel: „Ich bin nichts wert. Alles was ich mache ist falsch. Niemand mag mich.“
Durch Veränderungen von negativ ablaufenden Gedankenketten, lässt sich die Grundstimmung sowie das eigene Verhalten ändern.

Die kognitive Verhaltenstherapie wird bei vielfältigen psychologischen Störungen eingesetzt. Sie hat eine hohe Erfolgsquote und wird von speziell ausgebildeten Ärzten oder Psychotherapeuten durchgeführt und umfasst in der Regel 20- 40 Therapiestunden.
Es gibt Einzel- und Gruppensitzungen, je nach Art und Schwere der Erkrankung.

Im Zusammenspiel mit einer medikamentösen Behandlung sind beispielsweise bei Depressionen sehr hohe Heilungschancen gegeben.

Die Vorgehensweise bei der Verhaltenstherapie ist wie folgt.

In der ersten Phase informiert der Therapeut den Patienten über Ziele und Ablauf der Behandlung, sowie über deren wahrscheinliche Dauer. Der Patient erhält seine Diagnose und wird umfassend über seine Erkrankung informiert. Der Patient bekommt Informationen und Literatur über seine Erkrankung ausgehändigt.

In der zweiten Phase erfolgt eine Selbst-Reflektierung des Patienten. Dies geschieht in Form von Stimmungs-Tagebüchern. In diese trägt der Patient mehrmals am Tag zu festgelegten Zeiten seine augenblickliche Stimmung in Form von Schulnoten ein.
Auf diese Weise fallen ihm Zusammenhänge zwischen Gedanken, Erlebnissen und seinen augenblicklichen Stimmungen auf.

Aus der Auswertung der Tagebücher ergibt sich in der dritten Phase nun ein Handlungsansatz, der dem Patienten Lösungswege, für bisher für ihn schädliche Handlungen aufzeigt.

Um zu verhindern, dass der Patient sich nun in ein Schneckenhaus zurückzieht, wird in der vierten Phase begonnen ein Aktivitätsplan zu erstellen.
Dazu gehören kurze Spaziergänge, kleine Belohnungen, zum Beispiel eine Tasse Kaffee in der Stadt.

In Phase fünf wird mit destruktiven Gedankengängen aufgeräumt und mit dem Patienten neue gedankliche Abläufe und Handlungsweisen eingeübt.

In der letzten Phase wird sogenannte Rückfallprophylaxe betrieben.
Der Patient wird mit sogenannten Frühwarnzeichen einer wiederkehrenden Depression vertraut gemacht, ihm wird ein Notfallplan an die Hand gegeben, um auf eventuelle Rückfälle gezielt und sicher eingehen zu können. 

Schmerzen können depressiv machen.

Besonders bei Erkrankten mit chronischen Schmerzen besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit an einer Depression zu erkranken.
Mit dazu beitragen dürfte sicherlich auch, dass Patienten mit chronischen Schmerzen großen seelischen Belastungen ausgesetzt sind, die sie oftmals daran hindern, in normaler Weise am Alltag teilzunehmen.
Durch die erfolgende Isolation von der Umwelt aber auch durch die permanent hohe Belastung können sich Depressionen entwickeln.

Fast 65 % aller depressiv Erkrankten klagen beim ersten Arztbesuch über Symptome wie Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen, sowie über Verspannungen.
Viele geben an, vorrangig wegen ihrer Schmerzsymptomatik den Arzt aufgesucht zu haben.
Ein anderer Teil klagte über Symptome wie Appetitlosigkeit, Schlafmangel oder Schwindel.
Trotz dieser Zahlen denkt nur etwa jeder dritte Arzt daran, seine Patienten zu Symptomen der Depression zu befragen.

Weniger bekannt dürfte dagegen die Tatsache sein, dass Depressionen auch Schmerzen auslösen.

In einer amerikanischen Studie wurden 70 Frauen mit Depressionen und etwa halb soviel Nichtdepressive untersucht und befragt.
Etwa die Hälfte der depressiven Frauen gab an, unter leichten Schmerzen zu leiden.
Je stärker die Intensität der Depression ausgeprägt war, umso höher war der Grad des Schmerzes.
Um zu überprüfen, ob die empfundenen Schmerzen auch objektiv nachzuweisen sind, entnahmen die Ärzte den Probandinnen Blut zur Untersuchung.
Bei Schmerzen werden im Blut bestimmte Substanzen freigesetzt. Die Werte waren bei allen depressiven Frauen erhöht.

Mitverantwortlich für die Häufung von schmerzhaften Erkrankungen bei Depressiven wird auch der Mangel an Schlaf, verursacht durch Schlafstörungen, gemacht.
Doch auch Ängste, das Gefühl zu Versagen und andere Streßfaktoren können Auslöser sein. 

Diese Nacht scheint mal wieder kein Ende zu nehmen.
Unruhig und müde wälzt man sich von einer Seite auf die andere, doch der Schlaf will und will nicht kommen.
Der Kopf ist voll mit Gedanken, die man schon mindestens eine Millionen mal gedacht hat.
Mit Grauen denkt man an den nächsten Tag, den man wieder völlig übermüdet und erschöpft meistern muss.
So oder so ähnlich erleben Depressive Schlafstörungen.

Es gibt die Schlafstörung in unterschiedlichen Ausprägungen.
Man unterscheidet zwischen der Einschlaf- und der Durchschlafstörung und dem vorzeitigem Erwachen. Eine Kombination dieser Störungen ist möglich.

Diese Schlafstörungen können vielfältigste Ursachen haben.
Kummer, Freude und Sorgen können Auslöser dafür sein. Erst wenn die Leistungsfähigkeit während des Tages dauerhaft beeinträchtigt wird, spricht man von einer krankhaften Störung.

Im Allgemeinen kann man Störungen des Schlafes durch Verhaltensänderungen positiv beeinflussen. Dazu zählen keine aufregenden Filme mehr unmittelbar vor dem Einschlafen. Ebenso wird davon abgeraten, Kaffee oder Alkohol zu trinken.
Alkohol ist tatsächlich ein Schlafräuber, auch wenn allgemein das Gegenteil angenommen wird. Auch das Raumklima kann sich negativ auf unser Schlafverhalten auswirken.

Besonders an Depressionen Erkrankte berichten oft von einem Unvermögen die Nacht schlafend zu verbringen.
Oft wachen diese mitten in der Nacht auf und können aufgrund starken Grübelzwanges nicht wieder einschlafen. Derselbe Zwang ist auch dafür verantwortlich, dass depressiv Erkrankte oft erst tief in der Nacht in Schlaf fallen.
Der nächste Tag wird dann oft als besonders belastend wahrgenommen.

Kollegen, Familie und Freunde des Betroffenen leiden vielfach mit unter der Schlafstörung des Betroffenen. Sie müssen mit der Reizbarkeit und Unkonzentriertheit des Betroffenen zurechtkommen.
Dauern die Schlafstörungen über einen längeren Zeitraum an, verstärken die negativen Reaktionen aus dem Umfeld das Leiden für den Depressiven noch.

Abhilfe schafft hier nur die Konsultation des Arztes und eine Behandlung der auslösenden Faktoren.

Das Krankheitsbild einer Depression zu beschreiben, ist fast nicht möglich. Zu vielfältig und vielschichtig sind die Erscheinungsformen der Krankheit.

Es ist auch nicht möglich zu sagen ein Depressiver ist schwermütig und niedergeschlagen. Wer je einen an Depression erkrankten in einer manischen Phase erlebt hat, ist von vermeintlichen Klarheit der Krankheitssymptome nicht mehr überzeugt.

Relativ typische Merkmale sind gestörtes Zeitempfinden, Freudlosigkeit, Schwermut, Elendigkeit, Antriebslosigkeit, Erschöpfbarkeit, Schamgefühle, Unruhe, Interesselosigkeit, Aggressivität, Reizbarkeit, Überempfindlichkeit, Gedächtnisstörungen, Minderwertigkeitsgefühle, Entscheidungsunfähigkeit, Grübelzwang, Angstzustände, Panikattacken, Verarmungsideen, Entfremdungserlebnisse, Zwangsgedanken, Emotionslosigkeit, Lebensmüdigkeit, Zwangsgedanken, Hypochondrie, Schuldgefühle, Versündigungswahn, Sinnestäuschungen, Halluzinationen, Wahrnehmungstörungen, gestörtes Zeitempfinden.

Dazu kommen noch körperliche Symptome wie Appetitlosigkeit, Muskel-, Rücken- , Gelenkschmerzen, Verspannungen, Herz- und Kreislaufstörungen, Schlafstörungen, Alpträume, Gewichtsverlust und sexuelle Störungen.

Hinzu kommen Störungen des Antriebes wie Unruhe, Getriebenheit, Mattigkeit.

Die Merkmale können alle auftreten, müssen jedoch nicht. Schon zwei oder auch Symptom(e) können Indikatoren für eine nahende Depression sein.

Die Auslöser für diese schwere Erkrankung sind ebenso verschieden wie das Krankheitsbild selbst.
Gründe sind dauernde Überbelastung (Burnout), reaktive Faktoren, zum Beispiel nach dem Verlust lieber Menschen, jahreszeitliche Auslöser wie bei der Winterdepression, andauernde zwischenmenschliche Probleme, Schwangerschaft (die Wochenbettdepression) und erbliche Belastungen.

Aus diesen Auslösern und Symptomen, lassen sich folgende Krankheitsbilder benennen.

Depressive Episode, bipolare Störung, depressive Neurose, Major Depression, larvierte und endogene Depression, Winterdepression, Wochenbettdepression, organische Depression, Altersdepressionen, reaktive Depressionen, manische Depression, Entwurzelungs- und Erschöpfungsdepression.

Sie sehen also, das Bild der Depression ist unglaublich vielfältig, wird in den letzten Jahren von den Ärzten immer besser erkannt und behandelt.
Seriöse Zahlen gehen davon aus das in Europa 20- 25% der Menschen an mehr oder minder stark ausgeprägten Depressionsymptomen leiden.
Es gibt jedoch keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken.
Die Depression ist eine der am leichtesten zu behandelnden psychischen Erkrankungen.

Trotzdem sollte man sie nicht auf die leichte Schulter nehmen. Depressionen gehören aufgrund des hohen Selbsttötungsrisikos zu den potentiell tödlichsten Erkrankungen.
Nehmen Sie deshalb schnellstmöglich Hilfe in Anspruch wenn sie den Verdacht hegen, an einer Form der Depression erkrankt zu sein. 

Verbunden mit einer Depression sind oft Essstörungen.
Vielfach wird über Appetitlosigkeit geklagt.
Das Essen schmeckt nicht mehr und der Kranke, der sowieso schon mit Antriebslosigkeit zu kämpfen hat, muss sich regelrecht zum Essen zwingen.
Die allgemeine Kraftlosigkeit tut ein Übriges. Es gibt Kranke, die davon berichteten, keine Kraft zum Essen gehabt zu haben.
Gewichtsverluste von bis zu 20 Kilogramm sind keine Seltenheit.
Die Regelstellen im Körper, die sonst Hunger melden und dadurch für eine regelmäßige Nahrungsaufnahme sorgen, funktionieren nicht mehr.
Manche bezeichnen die Depression auch als eine Art Winterschlaf des Körpers. Körperliche Grundfunktionen werden auf Sparflamme gefahren.

Andere Kranke legen einen gesteigerten Appetit an den Tag und stopfen wahllos alles in sich hinein, was Küche und Kühlschrank hergeben.
Wobei dem Verzehr von kohlehydrathaltigen Lebensmitteln eindeutig der Vorzug gegeben wird.
In dieser, etwas weniger häufigen Variante der Erkrankung, kann es zu, zum Teil erheblichen, Gewichtszunahmen kommen.

Andere Kranke ernähren sich sehr einseitig, essen zum Beispiel nur noch Schokolade oder Obst.

In jedem Falle ist der Arzt zu konsultieren.
Grundlegend muss gegen die Ursachen der Depression vorgegangen werden.
Ob medikamentös oder über Verhaltensänderungen, muss der jeweilige Arzt entscheiden.
Doch in den vorliegenden Fällen helfen auch appetitanregende Mittel oder extrem nährstoffreiche Spezialnahrungsmittel, sogenannte Kosmonautennahrung.

An diesem Beispiel kann man die extrem unterschiedlichen Gesichter einer Depression sehr anschaulich erkennen.
Was die Diagnostizierung der Erkrankung ausserordentlich schwierig macht. 

Antidepressiva sind eine Gruppe von Medikamenten mit höchst unterschiedlicher Wirkungsweise.
Doch verfolgen alle das gleiche Ziel.
Sie sollen eine Verbesserung und Steigerung des Antriebes bewirken.

Wie geschieht das?
Im menschlichen Gehirn spielen Botenstoffe, sogenannte Neurotransmitter eine sehr wichtige Rolle.
Sie überbringen Botschaften, die unser Befinden betreffen, an „Empfänger“.
Diese „Empfänger“ und „Sender“ nennt man Synapsen. Die Botenstoffe heißen Serotonin, Noradrenalin und Dopamin.
Stark vereinfacht gibt es drei Störungen dieser Botenstoffe, die Depressionen auslösen können.
Es gibt Störungen der aussendenden Stelle, es gibt eine Störung der Stelle, an der die Botenstoffe andocken und es gibt ein Zuviel oder Zuwenig an Botenstoffen.
Wieder stark vereinfacht gibt es jetzt drei Gruppen von Medikamenten.
Eine Gruppe wirkt auf die aussendende Synapse, eine auf die Andockstelle, und eine Gruppe reguliert die Menge der Botenstoffe im Gehirn.
In Wirklichkeit ist das wesentlich komplizierter, doch um ein Grundverständnis der Wirkungsweise der Medikamente zu bekommen, ist dieses Beispiel sehr anschaulich.

Zusätzlich sollen die Medikamente noch verschiedene Begleiterscheinungen der Depression mit regulieren.
Die Medikamente der einzelnen Gruppen werden noch mit anderen Wirkstoffen kombiniert, um beispielsweise eine Manie, Unruhezustände, Schlafstörungen und Ähnliches mit zu therapieren.

Ein großer Unsicherheitsfaktor bei der Einnahme von Psychopharmaka sind die Nebenwirkungen.
Die große Frage beim Verschreiben von diesen Medikamenten ist immer, werde ich mich durch die Einnahme der Präparate verändern?
Haben die Mittel Auswirkungen auf meine Persönlichkeit? Werde ich zum sabbernden Zombie?
Die Antwort ist ein klares NEIN!
Es gibt selbstverständlich Nebenwirkungen wie bei allen Medikamenten. Doch diese sind bei den modernen Mitteln eher gering und auch abhängig von verschiedenen Faktoren.
Da Antidepressiva eine relativ lange Anlaufzeit haben, bevor sie beginnen zu wirken, kann es schon vorkommen, dass eventuelle Nebenwirkungen schon vor Beginn des Wirkens der Medizin festzustellen sind.
Diese fallen aber verglichen mit den Leiden einer Depression fast nicht ins Gewicht.

Zusätzlich zur medikamentösen Behandlung wird noch eine kognitive Verhaltenstherapie empfohlen, um erlernte, schädliche Verhaltensmuster zu erkennen und zu ändern.

Sie kommt ohne jede Vorwarnung und ohne jeden Grund.
Das Herz schlägt plötzlich rasend, Schweiß perlt auf der Stirn, man zittert am ganzen Körper, hat Atemnot, ein beklemmendes Gefühl im Brustkorb, hyperventiliert, sieht manchmal nichtvorhandene Dinge oder Personen und fühlt sich mehr als unwohl.
Man hat das Gefühl, nicht man selbst zu sein, oder neben sich zu stehen.
Symptome einer typischen Angst- oder Panikattacke, die zwar alle miteinander auftreten können, aber nicht müssen.

Im ursprünglichen Sinne ist Angst eine Schutz- und Erhaltungshandlung unseres Körpers.
In früheren Zeiten, als die Nahrungsbeschaffung oft mit direkter Lebensgefahr verbunden war, und man sich sein Essen mit Pfeil und Bogen jagen musste, war die Angstattacke oft lebensrettend.
Sie brachte uns in Sekundenbruchteilen in die Lage, mit aller zu Verfügung stehenden Energie vor einem Angreifer zu flüchten oder uns zum Kampf zu stellen.

Dazu wurden im Gehirn verschiedene sogenannte Indolamine ausgeschüttet, zu denen auch das Adrenalin und Serotonin gehören.
Unter anderem wird die Verfügbarkeit der körpereigenen Kräfte dadurch wesentlich erhöht, gleichzeitig hat man ein vermindertes Schmerzempfinden und verfügt über ein besseres Hör- und Sehvermögen.
Man ist bereit für Flucht oder Angriff.

Im Gegenzug zu dieser wünschenswerten und positiven Reaktion unseres Körpers gibt es noch die Angststörung, bei der die obengenannten Symptome ohne jeden äußeren Anlass ausgelöst werden.
Den Betroffenen ist oft nicht klar, dass die in Ihrem Körper wahrgenommen Reaktionen Teil dieser Angststörung sind.
Vielmehr haben Betroffene den Eindruck kurz vor einer Herzattacke zu stehen, jeden Moment den Verstand zu verlieren, überzuschnappen oder etwas absolut Irrationales zu tun.

Ausgelöst werden Angstattacken oft durch emotionale und gedankliche Fehlinterpretationen körperlicher Wahrnehmungen.
Zum Beispiel verstärkt die Angst vor einem Herzinfarkt die Symptome der Angstattacke.
Man achtet verstärkt auf Angstsymptome und erwartet schon die entsprechende Reaktion darauf.
Bei einigen Kranken können sich diese Panikattacken auch über einen längeren Zeitraum erstrecken, dann aber mit abgeschwächten Angstreaktionen.

Angstattacken gehen oft mit anderen psychischen Störungen einher. Wie zum Beispiel Depressionen, Phobien oder dem Posttraumatischen Belastungssyndrom.
Aber auch Drogen wie Cannabis und LSD können Angststörungen auslösen. Bei den letztgenannten Auslösern können die Symptome auch nach einem Absetzen der Rauschmittel als chronische Erkrankung erhalten bleiben.

Wenn Sie selbst von Angststörungen betroffen sind, holen Sie sich Hilfe. Sie werden sehen, dass sich Ihre Angststörungen schon nach kurzer Zeit in Wohlgefallen auflösen werden, wenn sie richtig behandelt werden. 

Eine gesunde Angst ist etwas absolut Natürliches und Begrüßenswertes.
Sie hält uns davon ab, Dinge zu tun, die uns Schaden zufügen können, oder macht uns bereit für Flucht oder Angriff in Gefahrensituationen.
Die Angst davor, eine Schlange zu berühren, in eine Flamme zu fassen oder halsbrecherisch an einem Felsüberhang zu turnen, sind solche Ängste.
Oder den Kampf mit einem angreifenden wilden Tier zu wagen, oder doch besser die Flucht zu ergreifen. Die Angst macht uns, unter anderem mit einer heftigen Adrenalinausschüttung, zu beidem bereit.
Ängste dienen unserem Schutz.

Doch neben diesen Ängsten gibt es auch erworbene und krankhafte Ängste.
Ein Beispiel zur erlernten Angst.
Ein Frau wird in ihrer Kindheit von einem Hund gebissen und entwickelt aufgrund dieses Erlebnisses eine Hundephobie. Jahre später erzählt sie ihrem eigenem Kind immer wieder wie gefährlich und böse Hunde doch sind.
Ohne jemals negative Erfahrungen mit dieser Tierrasse gemacht zu haben, wird das Kind einem Hund zumindest mit größter Skepsis begegnen.
Man spricht von einer erlernten Angst.

Darüber hinaus gibt es Ängste, die durch psychische Krankheiten oder Störungen ausgelöst werden.
Die Depression ist zum Beispiel eine solche Krankheit, die mit mehr oder minder stark ausgeprägter Angst einhergeht.
In bestimmten Fällen kann sich diese Angst bis zu einer Angst- oder Panikattacke steigern, die von den Betroffenen als äußerst quälend und belastend empfunden wird.
Hierbei kann es durchaus vorkommen, dass die Symptome der Angst, noch vor den Symptomen der Depression, wahrgenommen werden. Doch auch die umgekehrte Reihenfolge ist möglich.
Hier kann der Fall eintreten, dass durch Depressionen ausgelöste Ängste die auslösende Depression noch verstärken. Der Betroffene befindet sich dann in einem Teufelskreis, aus dem es ohne Hilfe oftmals keine Entrinnen gibt.

Ängste haben die Aufgabe, uns zu einer Verhaltensänderung zu bewegen, zum Beispiel, nicht in die heiße Flamme zu fassen. Gelingt dies nicht, entwickelt die Angst ein Eigenleben und wird dadurch zum Problem.
Angststörungen, die nicht körperliche Ursachen haben, sind in der Regel relativ leicht durch eine Verhaltenstherapie zu bekämpfen.
Bei depressiv bedingten Ängsten ist vielfach der medikamentöse Lösungsweg der erfolgversprechendste.

Bücher die Hilfe bieten finden Sie hier:

Bei Depressiven die von Suchterkrankungen betroffen sind, muss man sich immer die Frage stellen, was war zuerst da. Die Depression oder die Sucht?
Erst nach Klärung dieser Frage, kann ein Therapievorschlag sinnvoll sein. 

Warum ist diese Frage so wichtig?
Weil Suchtmittel (Alkohol, Drogen, Spielsucht) sowohl Auslöser als auch Kompensationsmethode für eine Depression sein können.

Ein Depressiver, der noch nicht in ärztlicher Behandlung ist, stellt nach dem Genuss von Alkohol plötzlich fest, dass es ihm wesentlich besser geht. Was liegt da näher als sich am Abend einen zu genehmigen? Der Erfolg rechtfertigt doch schließlich die Maßnahme.

Nein, genau das macht er nicht!
Alkohol macht süchtig wenn man regelmäßig trinkt. Reichen am Anfang noch ein oder zwei Flaschen Bier, so muss nach einiger Zeit die Dosis erhöht werden, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Der Weg in die Sucht ist vorgezeichnet.

Ein anderes Beispiel.
Ein Mensch trinkt über die Jahre zuviel und wird abhängig. Durch die Gegebenheiten der Sucht entwickelt sich bei diesem zusätzlich noch eine Depression.
Um jedem dieser Menschen helfen zu können, ist ein ganz anderer Therapieansatz nötig.
Deshalb ist es für suchtkranke Depressive wichtig, sich über diesen Sachverhalt klar zu werden.

Das Gleiche gilt auch für andere Suchtmittel.

Depressions-Arten

Nach der Geburt kommt es bei vielen Frauen zu depressiven Stimmungsschwankungen, die Hormone spielen verrückt, der Körper verändert sich. Mit diesem Zustand kommen viele Frauen nach der Entbindung nicht zurecht.

Man spricht hier auch von postpartalen (nach der Niederkunft) oder postnatalen Depressionen.
Im Volksmund auch als Baby-Blues bekannt.
Man unterscheidet zwischen drei unterschiedlichen Kategorien der Wochenbettdepression.

Beim postpartalen Stimmungstief handelt es sich um „Heultage“, die in den ersten 10 Tagen nach der Geburt auftreten und auf die hormonellen Veränderungen zurückzuführen sind. Hierbei kommt es meist zu Traurigkeit, häufiges Weinen, Müdigkeit, Erschöpfung und Stimmungsschwankungen.
Meist verschwinden diese Symptome nach wenigen Tagen, wenn sie sich z.B. mit ihrem Partner aussprechen können und trösten lassen.

Die postpartale Depression kann jederzeit im ersten und zweiten Jahr nach der Geburt eintreten.
Es wird angenommen, dass etwa 20% aller Mütter betroffen sind.
Die postpartale Depression ist eine schleichende und durchaus schwerwiegende Erkrankung. Die Betroffenen leiden unter Traurigkeit, Müdigkeit, sexueller Unlust, Schuldgefühlen, Panikattacken und Ängsten, die sogar zu Selbstmordgedanken führen.
Häufig werden die Ursachen der Krankheit zu spät erkannt, da sich die Betroffenen nach aussen hin nichts anmerken lassen wollen, da von ihnen ja erwartet wird, dass sie eine glückliche Mutter sein müssen.
Charakteristisch für postpartale Depressionen sind Schuldgefühle. Die Betroffenen haben das Gefühl, dass sie ihr Kind nicht richtig versorgen und mit dem Kind nicht umgehen können.
Wichtig ist es, sich professionelle Hilfe zu suchen. Die Frau kann sich an ihren Gynäkologen, Hausarzt, Psychologen oder Psychotherapeuten wenden.
Wichtig ist, dass ein genauer Hormonstatus angefertigt wird, um organische Störungen ausschliessen zu können.

Die schwerste Form der Wochenbettdepressionen ist allerdings die postpartale Psychose, die in den ersten zwei Wochen nach der Entbindung auftreten kann. Sie zeichnet sich aus durch starke Antriebssteigerung, motorische Unruhe, Verworrenheit, Grössenwahn, Halluzinationen und Schizophrenie. Sie muss unbedingt ärztlich und medikamentös behandelt werden. 

Morgens ist es schwer sich aus dem Bett zu erheben. Der Tag ist mindestens doppelt so anstrengend wie sonst. Hobbys und andere Freizeitaktivitäten sind mehr Last als Spass. Man ist ständig schlapp und müde.
Was ist nur mit mir los?
So, oder so ähnlich erleben viele Betroffene eine Winterdepression.

Winterdepressionen sind ein typisches Phänomen der nordischen Länder. In der Gegend um das Mittelmeer kommt sie so gut wie gar nicht vor. In Skandinavien sind diese Erkrankungen deutlich häufiger als in Deutschland. Sie ist saisonal bedingt und tritt vorrangig in den Wintermonaten auf.
Als Ursache werden Störungen des biologischen Tagesrhythmus angenommen.

Man geht davon aus, dass es in der dunklen Jahreszeit zu einer erhöhten Melantonin-Produktion kommt. Daraus resultierend kommt es zu einem niedrigeren Spiegel des Neurotransmitters Serotonin, dessen Abbauprodukt Melatonin ist.
Fatal ist, dass es gerade in den Wintermonaten zu einer erhöhten Melatoninproduktion kommt.
Die meisten Mediziner gehen davon aus, dass ein niedriger Serotoninspiegel sich verantwortlich für die meisten Depressionen zeigt.

Die typischen Symptome für eine Winterdepression sind, erhöhtes Schlafbedürfnis, verstärkter Appetit mit einer starken Neigung zu kohlehydrathaltigen Nahrungsmitteln und einer daraus resultierenden Gewichtszunahme. Übermässige Traurigkeit und allgemeine Energielosigkeit sind weiter Merkmale dieser Erkrankung.

Die Winterdepression tritt bei weitem nicht so häufig auf wie andere depressive Erkrankungen.
Doch handelt es sich bei den meisten Depressionen während der dunklen Jahreszeit um Winterdepressionen.
Frauen sind vier Mal so häufig betroffen wie Männer, aber auch Kinder und Jugendliche können erkranken.

Eine etwas mildere Erscheinungsform der Winterdepression ist der sogenannte Winter Blues.
Die Erkrankten fühlen sich schlapp und müde während er dunklen Wintertage.
Der Winterblues ist nicht wirklich eine richtige Depression. Die Symptomatik ist auch deutlich schwächer ausgeprägt.

Ene gute Therapieform gegen Winter-Depressionen ist die Lichttherapie.

Schmerzen können depressiv machen.

Besonders bei Erkrankten mit chronischen Schmerzen besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit an einer Depression zu erkranken.
Mit dazu beitragen dürfte sicherlich auch, dass Patienten mit chronischen Schmerzen großen seelischen Belastungen ausgesetzt sind, die sie oftmals daran hindern, in normaler Weise am Alltag teilzunehmen.
Durch die erfolgende Isolation von der Umwelt aber auch durch die permanent hohe Belastung können sich Depressionen entwickeln.

Fast 65 % aller depressiv Erkrankten klagen beim ersten Arztbesuch über Symptome wie Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen, sowie über Verspannungen.
Viele geben an, vorrangig wegen ihrer Schmerzsymptomatik den Arzt aufgesucht zu haben.
Ein anderer Teil klagte über Symptome wie Appetitlosigkeit, Schlafmangel oder Schwindel.
Trotz dieser Zahlen denkt nur etwa jeder dritte Arzt daran, seine Patienten zu Symptomen der Depression zu befragen.

Weniger bekannt dürfte dagegen die Tatsache sein, dass Depressionen auch Schmerzen auslösen.

In einer amerikanischen Studie wurden 70 Frauen mit Depressionen und etwa halb soviel Nichtdepressive untersucht und befragt.
Etwa die Hälfte der depressiven Frauen gab an, unter leichten Schmerzen zu leiden.
Je stärker die Intensität der Depression ausgeprägt war, umso höher war der Grad des Schmerzes.
Um zu überprüfen, ob die empfundenen Schmerzen auch objektiv nachzuweisen sind, entnahmen die Ärzte den Probandinnen Blut zur Untersuchung.
Bei Schmerzen werden im Blut bestimmte Substanzen freigesetzt. Die Werte waren bei allen depressiven Frauen erhöht.

Mitverantwortlich für die Häufung von schmerzhaften Erkrankungen bei Depressiven wird auch der Mangel an Schlaf, verursacht durch Schlafstörungen, gemacht.
Doch auch Ängste, das Gefühl zu Versagen und andere Streßfaktoren können Auslöser sein. 

Fast jeder von uns hat in seinem Leben schon schlimme Schicksalsschläge ertragen müssen.

Der Verlust lieber Menschen, Trennung vom Partner, Verlust des Arbeitsplatzes, Verlust der Heimat, gute Freunde die in einen anderen Ort ziehen, aber auch scheinbar banale Sachen, wie der Tod eines Haustieres.

Manchmal stecken wir diese relativ schadlos weg, doch unter bestimmten Voraussetzungen entwickelt sich bei manchen Menschen eine sogenannte Belastungs-Depression. Auch depressive Erlebnisreaktion, psychoreaktive Depression, abnorme depressive Belastungssituation oder depressive Reaktion genannt.

Reaktiv deshalb, weil sie als Reaktion auf ein auslösendes Ereignis eintreten.
Täglich haben wir mit auftretenden Problemen zu kämpfen. Manchmal gibt es plötzlich auftretende Belastungen, die wir nicht mehr tragen können und unter denen wir zusammenbrechen.

Dieses Krankheitsbild ist geschlechterunabhängig. Doch tritt diese Erkrankung bei Männern und Frauen in unterschiedlichen Lebensphasen auf.
Bei Frauen ist besonders die Zeit vor den Wechseljahren kritisch, beim Mann hingegen in der Zeit vor dem Ende der beruflichen Laufbahn.
Bei beiden Geschlechtern ist eine besondere Häufung in dem Zeitraum zwischen Pubertät und den mittleren Lebensjahren zu verzeichnen.
Auch die Auslöser sind bei Männern und Frauen unterschiedlich.
Sind es beim Mann eher berufliche Konkurrenzsituationen, Übergangenwerden bei der Beförderung, schlechte Karrierechancen, schlechte Auftragslage bei Selbstständigen, finanzielle Sorgen oder familiäre Probleme, so sind die Auslöser bei der Frau ganz anderer Art.
Beim weiblichen Geschlecht kommen Auslöser wie Enttäuschungen in der Liebe und Partnerschaft, bei alleinstehenden Frauen oft die Angst vor Vereinsammung und Isolierung in Betracht.

Die Erkrankung kann sich über eine Dauer von wenigen Tagen bis zu mehreren Monaten hinziehen.
Besonders bei älteren Männern ist eine längere Dauer von traurigen Verstimmungen zu beobachten.

Die Betroffenen fühlen sich nicht im eigentlichen Sinne krank, sondern eher verzweifelt unter das belastende Ereignis gedrückt. Ausgeprägte Niedergeschlagenheit, Interessenlosigkeit, Hilflosigkeit und Apathie bestimmen den Alltag.

Betroffene finden in Hilfe beim Arzt.
Als beste Therapiemöglichkeiten gelten eine Kombination von Krisenintervenierender Gesprächstherapie und medikamentöser Behandlung.
In der Regel werden ziemlich schnell Behandlungsfortschritte erzielt. 

Die manische Depression ist auch unter dem Namen bipolare Störung bekannt.

Die Betroffenen leiden unter, willentlich nicht steuerbaren, extremen Schwankungen des Antriebes, der Stimmung und der Aktivität.

Während der depressiven Phase kommt es zu typischen Symptomen einer Depression, wie übermäßige Niedergeschlagenheit und Traurigkeit.
Das Leben wird als düster und nicht lebenswert wahrgenommen. Während besonders starker depressiver Schübe kann eine verstärkte Neigung zur Selbsttötung auftreten.

Die manische Phase ist gekennzeichnet durch gesteigerten Antrieb, Rastlosigkeit und eventuell Reizbarkeit. Betroffene nehmen die Realität stark verzerrt wahr und sind nicht in der Lage, Ereignisse in ihrem Leben realitätsnah zu werten und zu verstehen.

Es treten auch gemischte Phasen auf, die sich durch gesteigerten Antrieb und gedrückter Stimmung auszeichnen.
Diese Phase ist besonders gefährlich, da durch gesteigertem Antrieb und der falschen Deutung von Erlebnissen die Suizidneigung deutlich ansteigt.

Während der beiden Extremphasen können auch Perioden der scheinbaren Normalität eintreten.

Bipolar Gestörte schwanken jedoch nicht nur zwischen Manie und Depression, sondern zusätzlich noch im Intervall zwischen akuten Krankheitsphasen, extrem verzerrtem Wahrnehmen der Wirklichkeit und Erleben.

Die Erkrankung beginnt oft im frühen Erwachsenenalter und kann sich entscheidend auf die Lebensführung des Betroffenen auswirken, da die Erkrankung oftmals erst sehr spät entdeckt wird.
Gerade weil die Krankheit oft schon bei jungen Menschen ausbricht die noch nicht über eine gefestigte Persönlichkeit verfügen.
Die Lebensläufe der Kranke weisen oft konträre Richtungswechsel auf.
Oft hatten die Betroffenen grosse Schwierigkeiten in der Lehrausbildung oder im Berufsleben.
Aber auch einige kriminelle Karrieren sind durch diese Krankheit begründet.

Wenn man auch leichtere Fälle der Erkrankung berücksichtigt sind etwa 3-4 % der Bevölkerung betroffen.

Die Krankheit wird auch immer wieder mit Kreativität in Verbindung gebracht, da in der manischen Phase oft gewagte Projekte gestartet werden. Doch sollte man sich hüten die Krankheit zu idealisieren. Sie ist potentiell tödlich und gefährlich. 

Die larvierte (verkleidete, versteckte) Depression ist eine Form der Erkrankung, die am schwersten zu diagnostizieren ist.

Oftmals versteckt sie sich hinter einer Vielzahl körperlicher Symptome.

Der Patient klagt über Schmerzen an Organen und Körperteilen, es kann zu starkem Gewichtsverlust oder starker Gewichtszunahme durch Essstörungen kommen, einige haben Schwindelgefühle oder sind chronisch müde und abgeschlagen.

Sie haben Mundtrockenheit, Bauch-, Kopf- und Herzschmerzen. Die Beschwerden sind wechselnd, diffus und schwer einzugrenzen.

Oftmals haben die Patienten eine regelrechte Ärzteodyssee hinter sich mit ebenso vielen unterschiedlichen Diagnosen.

Einige Fachleute vertreten auch die These, dass die Krankheit Fibromyalgie in Wirklichkeit eine larvierte Depression sei.

Als Therapie sind medikamentöse Behandlung, begleitende Psychotherapie und unterstützende Maßnahmen wie Lichttherapie empfohlen.

Das Krankheitsbild einer Depression zu beschreiben, ist fast nicht möglich. Zu vielfältig und vielschichtig sind die Erscheinungsformen der Krankheit.

Es ist auch nicht möglich zu sagen ein Depressiver ist schwermütig und niedergeschlagen. Wer je einen an Depression erkrankten in einer manischen Phase erlebt hat, ist von vermeintlichen Klarheit der Krankheitssymptome nicht mehr überzeugt.

Relativ typische Merkmale sind gestörtes Zeitempfinden, Freudlosigkeit, Schwermut, Elendigkeit, Antriebslosigkeit, Erschöpfbarkeit, Schamgefühle, Unruhe, Interesselosigkeit, Aggressivität, Reizbarkeit, Überempfindlichkeit, Gedächtnisstörungen, Minderwertigkeitsgefühle, Entscheidungsunfähigkeit, Grübelzwang, Angstzustände, Panikattacken, Verarmungsideen, Entfremdungserlebnisse, Zwangsgedanken, Emotionslosigkeit, Lebensmüdigkeit, Zwangsgedanken, Hypochondrie, Schuldgefühle, Versündigungswahn, Sinnestäuschungen, Halluzinationen, Wahrnehmungstörungen, gestörtes Zeitempfinden.

Dazu kommen noch körperliche Symptome wie Appetitlosigkeit, Muskel-, Rücken- , Gelenkschmerzen, Verspannungen, Herz- und Kreislaufstörungen, Schlafstörungen, Alpträume, Gewichtsverlust und sexuelle Störungen.

Hinzu kommen Störungen des Antriebes wie Unruhe, Getriebenheit, Mattigkeit.

Die Merkmale können alle auftreten, müssen jedoch nicht. Schon zwei oder auch Symptom(e) können Indikatoren für eine nahende Depression sein.

Die Auslöser für diese schwere Erkrankung sind ebenso verschieden wie das Krankheitsbild selbst.
Gründe sind dauernde Überbelastung (Burnout), reaktive Faktoren, zum Beispiel nach dem Verlust lieber Menschen, jahreszeitliche Auslöser wie bei der Winterdepression, andauernde zwischenmenschliche Probleme, Schwangerschaft (die Wochenbettdepression) und erbliche Belastungen.

Aus diesen Auslösern und Symptomen, lassen sich folgende Krankheitsbilder benennen.

Depressive Episode, bipolare Störung, depressive Neurose, Major Depression, larvierte und endogene Depression, Winterdepression, Wochenbettdepression, organische Depression, Altersdepressionen, reaktive Depressionen, manische Depression, Entwurzelungs- und Erschöpfungsdepression.

Sie sehen also, das Bild der Depression ist unglaublich vielfältig, wird in den letzten Jahren von den Ärzten immer besser erkannt und behandelt.
Seriöse Zahlen gehen davon aus das in Europa 20- 25% der Menschen an mehr oder minder stark ausgeprägten Depressionsymptomen leiden.
Es gibt jedoch keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken.
Die Depression ist eine der am leichtesten zu behandelnden psychischen Erkrankungen.

Trotzdem sollte man sie nicht auf die leichte Schulter nehmen. Depressionen gehören aufgrund des hohen Selbsttötungsrisikos zu den potentiell tödlichsten Erkrankungen.
Nehmen Sie deshalb schnellstmöglich Hilfe in Anspruch wenn sie den Verdacht hegen, an einer Form der Depression erkrankt zu sein. 

Das Bett zu verlassen kostet unglaublich viel Kraft und ist fast nicht zu bewältigen. Der Gedanke an den kommenden Arbeitstag lässt einen jeden Mut verlieren.

So oder so ähnlich beginnt für Leute mit einer Erschöpfungsdepression der Tag.
In der modernen Zeit auch Burnout-Syndrom genannt.

Schon im Alten Testament ist diese Depressionsform als die Elias Müdigkeit erwähnt. Viele Geistesgrössen der Vergangenheit wussten von den Symptomen dieser Depressionsform zu berichten.
So klagte der junge Goethe, dass die Verwaltungsarbeit ihm das „Dichten vertrockne“.
Doch erkranken nicht nur Denkarbeiter sondern auch Hausfrauen an ihr.

Die Gründe dafür sind vielfältig.
Grundlegend ist zu sagen, dass permanente Überforderung ohne Aussicht auf Erholung diese Erkrankung hervorrufen. Aber auch schwere körperliche Erkrankungen, die mit körperlichen Schmerzen und Beeinträchtigungen einhergehen, können Auslöser sein.

Der Vergleich mit dem Hamster im Laufrad ist nicht zu weit hergeholt.
Damit ist einerseits die andauernde berufliche Überforderung gemeint, aber auch junge Mütter oder alte Menschen sind betroffen.

Für beide Geschlechter gibt es unterschiedliche, typische Auslöser.
Bei Männern überwiegen berufliche Ursachen. Angst vor Versagen, ständige Zeitnot, fortdauernde Stresssituationen, das Treffen weitreichender Entscheidungen, ein lauter und gehetzter Arbeitsplatz, Übergangenwerden bei Beförderungen, aber auch eine Beförderung, die entsprechende berufliche Mehrbelastungen mit sich bringt. Seltener werden partnerschaftliche oder Familien Probleme als Ursache genannt, die jedoch bei der genannten Gruppe meist eine ausserordentliche Intensität erreicht haben müssen.

Bei den Frauen sind die Gründe zwar anders gelagert, aber mindestens genau so vielschichtig.
Ständige Doppelbelastung durch Beruf und Haushalt, finanzielle Sorgen, Vereinsamung und Entwurzelung, fehlende Möglichkeiten sich über private Probleme auszutauschen aber auch zwischenmenschliche Probleme, sind bei Frauen Auslöser für die Krankheit.

Die Folgen sind Reizbarkeit und Schwäche, die sich oft über mehrere Jahre langsam aber sicher verstärken. Verbunden mit innerer Unruhe, Anspannung, Nervosität, Einschlafstörungen, unruhigem Schlaf, Missstimmungen, Konzentrationsschwäche, Vergesslichkeit, schnelle Ermüdbarkeit und Reizbarkeit.
Oft bemerken nahestehende Menschen einen „neuen Wesenzug“ von Reizbarkeit und Unbeherrschtheit am Kranken.

Im weiteren Verlauf der Krankheit kommt es zu psychosomatischen Symptomen wie Herz- und Kreislauferkrankungen, Magenproblemen, aber auch Problemen der Wirbelsäule und der Gelenke.
Ganz am Ende der Erkrankung zeigt der Patient typische Depressionsmerkmale.
Helfen kann in diesem Fall ein Gespräch mit einem Arzt. 

Gerade eben noch freudestrahlend und voller Optimismus und im nächsten Moment ist alles vorbei, man fühlt sich zu Tode betrübt, völlig niedergeschlagen und hat eigentlich gar keinen speziellen Grund dazu.
Aber warum das so ist, wird häufig erst sehr spät erkannt.

Die Diagnose lautet: Endogene Depression. Endogen bedeutet, „von innen heraus, aus dem Organismus heraus“, aber ohne nachweisbare körperliche Ursache. Oftmals werden die Ursachen von dem Patienten nicht wahrgenommen oder einfach verdrängt und brechen erst viel später aus ihm heraus.

Die endogene Depression gehört zu den quälendsten psychischen Erkrankungen.
Typisch bei der Erkrankung sind Schlafstörungen, morgendliches Stimmungstief, Wahnideen, die zu selbstzerstörerischem Verhalten und Selbsttötungsgefahr führen können, Gewichtsverlust, Kraftlosigkeit, Interesselosigkeit, Konzentrationsstörungen. Der Patient fühlt sich „innerlich tot“.
Frauen sind am häufigsten in der Zeit der Wechseljahre betroffen, Männer erkranken häufiger im hohen Alter.

Die Depressionen verlaufen in Phasen, die Abstände variieren zwischen wenigen Tagen und einem Jahr oder mehr. Männer reagieren hierbei häufiger auf berufliche Probleme oder Besitzverlust, Frauen hingegen eher auf partnerschaftliche oder familiäre Probleme.
Patienten mit endogenen Depressionen sind durchaus freundlich und warmherzig zugewandt, weisen allerdings unangemessene Episoden von extremer Reizbarkeit und Aggressivität auf.

Die endogene Depression wird medikamentös in Zusammenhang mit einer Psyhotherapie behandelt.
Körperliche Aktivitäten sind sehr wichtig. Eine entsprechende Soziotherapie (Hilfe und Korrektur im Alltag) soll dem Patienten eine Hilfestellung leisten.
Die heutigen therapeutischen Maßnahmen ermöglichen dem Patienten ein relativ normales Leben mit einem recht hoffnungsvollem Heilungsverlauf. 

Die Menschen der älteren Generation haben in ihrem Leben eine Unzahl an Schicksalsschlägen hinnehmen müssen. Oft haben sie liebe Verwandte und Freunde verloren sowie die Auswirkungen von Krieg und Hunger kennenlernen müssen.

Man sollte annehmen das alte Menschen überdurchschnittlich häufig an Depressionen leiden. Doch die Annahme trügt. Alte Menschen leiden nicht häufiger an Depressionen als junge, doch kommen im Alter alle Arten von Depressionen vor. Es ist deshalb treffender, von der Depression im Alter als von dem Krankheitsbild der Altersdepression zu sprechen.

Allerdings ist die Altersdepression die mit Abstand häufigste psychische Erkrankung im Alter. Die Depression nimmt im Alter allerdings oft einen ganz anderen Verlauf als in jungen Jahren. So klagen alte Menschen sehr häufig über körperlich Symptome und weniger über depressiv bedingte Traurigkeit und Abgeschlagenheit.

Es gibt auch immer wieder Fälle in denen Depressionssymptome wie Schlafstörungen oder nachlassende Vitalität, nur dem Alter angelastet und als Kennzeichen schwerer Lebensumstände angesehen werden. Auch müssen bei der Diagnostizierung altersbedingte, neurologische sowie internistische Erkrankungen mit in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. Eventuelle Medikamentennebenwirkungen können ebenfalls eine Rolle spielen.

Zu beachten ist auch das ältere Menschen eine deutlich höhere Suizidrate haben als junge Kranke und Depressionen viel länger andauern.

Als beste Therapiemöglichkeit wird eine Kombination aus medikamentöser Behandlung, Psychotherapie und eventuell der Lichtherapie angesehen.

Zu beachten ist, das eine Behandlung von Depressionen bei alten Menschen viel länger dauert. Auch in der Nachsorge sollte den besonderen Anforderungen alter Menschen Rechnung getragen werden.

Hilfe für Betroffene

Stand August 2001

MERKBLATT – GEWÄHRUNG ÖFFENTLICHER LEISTUNGEN WEGEN GESUNDHEITLICHER
EINSCHRÄNKUNGEN

Dieses Merkblatt ist aufgrund jahrelanger Erfahrung entstanden. Das
Merkblatt wurde für Betroffene, nicht für Fachkundige geschrieben. Deshalb wurde bei den Formulierungen zuerst Wert auf Verständlichkeit gelegt. Fachausdrücke, die vielleicht korrekter, aber auch unverständlicher wären, wurden nicht verwendet. Grundsätzlich kommt es bei Invaliditäts-Rentenangelegenheiten (dies gilt auch für Verfahren bei Berufsgenossenschaften, Versorgungswerken und Versorgungsämtern) auf die Art und Weise an, wie Sie sich äußern. Es ist unerheblich, wo die Äußerungen stattfinden, schriftlich gegenüber einer Behörde, mündlich beim Gericht, mündlich bei einem Gutachter usw. die nachfolgenden Gedanken müssen in jedem Fall beachtet und, abgewandelt auf die persönliche Situation, angewandt werden. Die Beurteilungskriterien sind bei den verschiedenen Stellen unterschiedlich. Bei LVA/BfA/Knappschaft/Versorgungswerken usw. geht es bei derartigen Rentenanträgen um Ihre Restarbeitsfähigkeit. Bei einer Berufsgenossenschaft geht es allein um die beruflich bedingten Erkrankungen/Verletzungen, eine Verletzung auf dem Arbeitsweg gehört dazu. Beim Versorgungsamt geht es um alle nicht vorübergehenden Krankheiten/Verletzungen, die das altersübliche Maß übersteigen, also nicht allein um Erkrankungen/Verletzungen mit beruflichen Ursachen. Bei der Krankenkasse geht es gelegentlich um die
Notwendigkeit einer Behandlung, meist aber um die Erstattung bzw. Kostenübernahme für bestimmte Verfahren, Behandlungen oder Hilfsmittel. Bei der Pflegekasse geht es um den Zeitaufwand, der für notwendige Hilfsleistungen aufgebracht werden muß und auch darum, ob die Hilfsleistungen von medizinisch ungeschulten Angehörigen erbracht werden kann oder ob Fachkräfte eingesetzt werden müssen. Die Streitpunkte sind deshalb oft vorher abzusehen.
* * *
Bei der LVA/BfA wird im Wesentlichen darum gestritten, ob die Restarbeitsfähigkeit in irgendeiner Tätigkeit unter 3 Stunden täglich (volle Erwerbsminderungsrente) oder zwischen 3 bis unter 6
Stunden täglich (teilweise Erwerbsminderungsrente) beträgt. Nach dem alten Recht bis 31.12.2000 ging es im Wesentlichen um die Restarbeitsfähigkeit unter 2 Stunden täglich Erwerbsunfähigkeitsrente) oder um eine 2-stündige bis unter-halbschichtige Arbeitsfähigkeit (Berufsunfähigkeitsrente). Je jünger Sie sind, umso schwieriger ist es eine krankheits- oder unfallbedingte Rente zu bekommen. Das heißt also, je jünger Sie sind, umso sorgfältiger und gründlicher müssen Sie vorgehen. Die Sache ist insgesamt viel komplizierter, eine vollständige Darstellung würde allerdings den Rahmen des Merkblattes sprengen.
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Bei den verschiedenen Versorgungswerken wird darum gestritten, ob eine Berufsunfähigkeitsrentenzahlung entsprechend der jeweiligen Satzung erfolgen kann oder nicht. Leider sind die Satzungswerke unterschiedlich, so daß genauere Aussagen nur im Einzelfall getroffen werden können. Meistens verhält es sich folgendermaßen: Vom Versorgungswerk wird die Berufsunfähigkeitsrente nur dann gezahlt, wenn der Antragsteller wegen eines körperlichen Gebrechens oder wegen geistiger oder/und körperlicher Schwäche keine der Berufsaufgaben des jeweiligen Berufsstandes mehr ausüben kann (und seine Tätigkeit tatsächlich eingestellt hat). Das Schwergewicht liegt hier meist auf "keine Tätigkeiten". Kann der Antragsteller noch irgendeine der Tätigkeiten des jeweiligen Berufsstandes ggf. auch nur Teilzeit ausüben, gibt es keine Berufsunfähigkeitsrente, egal ob noch eine entsprechende Tätigkeit auf dem Arbeitsmarkt vorhanden ist oder nicht. Der Wortinhalt der Berufsunfähigkeit ist hier also gravierend unterschiedlich zum Wortinhalt der Berufsunfähigkeit, wie er von LVA und BfA verwendet wird. Im Attest, welches bei der Antragstellung abgegeben wird, sollen also neben den Diagnosen und Beschwerden die Berufsaufgaben/Tätigkeiten einzeln
aufgeführt sein und bei jeder Berufsaufgabe/Tätigkeit soll festgestellt werden, wegen welcher Beschwerden die jeweilige Berufsaufgabe/Tätigkeit nicht mehr ausgeübt werden kann.
* * *
Bei den Berufsgenossenschaften (BG) wird darum gestritten, ob eine gesundheitliche Einschränkung von einem Unfall bzw. von der Arbeitstätigkeit über die Jahre hinweg herrührt, oder ob es sich z.B. um eine altersbedingte Abnutzung handelt, die so bei jedem anderen Menschen auch hätte auftreten könnte. Je älter ein Antragsteller ist, der bei einer BG einen Leistungsanspruch
anmeldet, umso leichter ist es für die BG´en eine berufsunabhängige Schädigung festzustellen. Je Älter Sie also sind, umso sorgfältiger müssen Sie vorgehen. Hilfreich ist bei Berufsunfällen die genaue Beschreibung des Gesundheitszustandes unmittelbar vor dem Unfall, unmittelbar nach
dem Unfall und dann jeweils in Jahresabständen nach dem Unfall. In manchen Fällen kann man später, auch wenn Leistungen zunächst abgelehnt wurden, Folgeschäden bei der Berufsgenossenschaft geltend machen. Deshalb soll man den Gesundheitszustand alle Jahre nach dem Unfall dokumentieren (Hausarzt, Facharzt) und den Unfallzusammenhang festhalten. Wenn Sie einen "Erlebnisbericht" über die Entwicklung einer Berufskrankheit bei der BG abgeben, der Ihre nach und nach geminderte Arbeitsfähigkeit darstellt, dann müssen Sie dies immer bezogen auf Ihren Arbeitsplatz tun. Das heißt, Sie müssen krankmachende Faktoren (z.B. Gase, Dämpfe, Ausdünstungen, Chemikalien, Lärm, Staub, Zugluft, einseitige Arbeitshaltung, ständiges Rütteln usw.) Ihrer Arbeitsumgebung beschreiben und darlegen in welcher Form Sie damit Umgang hatten bzw. in Berührung kamen. Wenn es geht legen Sie Zeugenerklärungen vor oder besser Beweise. Haben Sie einen Behindertengrad von einem Versorgungsamt zuerkannt bekommen, hat dies Einfluss auf das Verfahren bei einer BG. Der Einfluss kann positiv oder negativ sein. Dies muß der Einzelfall
zeigen.
* * *
Bei den Versorgungsämtern geht der Streit meist um die Höhe des Grades der Behinderung (GdB), aber auch um die Zuerkennung von Nachteilsausgleichen (Merkzeichen). Ab einem GdB von 50% gibt es einen Schwerbehindertenausweis. Erst mit diesem Ausweis gibt es die meisten Vergünstigungen (z.B. bei der Rente von BfA/LVA).
Man kann beim Versorgungsamt etwa alle Jahre wieder einen Antrag auf Erhöhung des GdB stellen, wenn sich der Gesundheitszustand weiter verschlechtert hat. Oft können Bezieher einer Erwerbsminderungsrente von BfA/LVA oder einer Rente einer Berufsgenossenschaft auch einen GdB vom Versorgungsamt erhalten und dadurch Vorteile bekommen. Dies ist oft unbekannt, man soll in jedem Fall den Antrag stellen. Eine Nachfrage im Rentenbüro (Adresse am Ende des Merkblattes) oder beim zuständigen Versorgungsamt hilft weiter.

Das Versorgungsamt entscheidet meist nach Aktenlage. Es kommt also darauf an, dem

Versorgungsamt möglichst viele aussagekräftige Papiere und / oder eine aussagekräftige Selbstbeschreibung vorzulegen. Außerdem sollten Sie alle Krankenhäuser und Ärzte bei denen Sie in Behandlung sind oder in den letzten Jahren waren im Antragsformular aufzählen. Das Versorgungsamt fragt bei den Ärzten an, wenn etwas unklar ist. Auf diese Anfrage von Seiten des Versorgungsamtes an die Ärzte können Sie mit dem folgenden Satz am Ende des Antrages hinwirken: "Ich bitte um Anfrage bei allen (alternativ den/die jeweiligen Namen) genannten Ärzten."
Die Bescheide der Versorgungsämter im Behindertenrecht erweisen sich oft als falsch. Das liegt daran, daß es einerseits schon generell nicht einfach ist, einem Gesundheitszustand mit einem Prozentsatz zutreffend festzustellen. Außerdem verlassen sich die feststellenden Sachbearbeiter bei den Versorgungsämtern meist auf Befundberichte der behandelnden Ärzte und nehmen keine eigene ärztliche Begutachtung der Antragsteller vor.

Nach Schätzung eines hier im Büro bekannten Richters an einem Sozialgericht erweisen sich etwa 45 % der angefochtenen Bescheide als falsch zu Ungunsten der gesundheitlich angegriffenen Klägerpartei. Weitere etwa 15% der feststellenden Bescheide erweisen sich als rechtswidrig zu Gunsten der gesundheitlich angegriffenen Klägerpartei.

Bevor man also Widerspruch und Klage erhebt, muß man zwei Dinge entscheiden:

1. Kann sich die Situation möglicherweise verschlechtern. Die Durchführung eines sozialgerichtlichen Verfahrens kann auch zu einer Entziehung von Nachteilsausgleichen oder zu einer Reduzierung des Behinderungsgrades führen. Hier muß vorab die Situation eingeschätzt werden, dies ist meist nur einem Fachmann möglich. Wer beispielsweise schon schwerbehindert ist, sollte sich also gut überlegen, ob in einem Klageverfahren eine Erhöhung des GdB von 50 auf 60 angestrebt werden sollte, denn bei günstigem Ausgang des Klageverfahrens kann der Kläger nur einen geringfügig höheren Steuerfreibetrag erreichen. Dagegen riskiert er in dem Verfahren den Verlust der Schwerbehinderteneigenschaft, wenn sich herausstellt, daß der GdB von 50% schon zu hoch war.

2. Lohnt sich die Sache überhaupt. Sinnvoll ist die Durchführung eines sozialrechtlichen Verfahrens (Widerspruch, Klage) nur dann, wenn mit dem Verfahren ein lohnenswertes Ziel erreicht werden kann. Das ist meist dann der Fall, wenn die Gewährung von Nachteilsausgleichen von der Verwaltung abgelehnt wurde, oder wenn man von einer möglichen Erhöhung des GdB einen Vorteil hat. Oft wird ein Verfahren aber auch geführt, aus dem sich kein Vorteil ergibt. Personen, die z.B. wegen geringem Verdienst (oder auch Rentner) keine Lohn- oder Einkommenssteuer zahlen haben von einer Erhöhung des GdB von 60 auf 80% nichts. Was kann man tun, wenn der GdB herabgesetzt wurde oder wenn Nachteilsausgleiche entzogen wurden ?
Wird mit Bescheiden der Verwaltung der GdB herabgesetzt, z. B. weil eine Besserung im Gesundheitszustand des Klägers eingetreten sein soll, oder wird ein Nachteilsausgleich entzogen, wirkt sich die Dauer der dann folgenden sozialrechtlichen Verfahren (Widerspruch, Klage) zugunsten des Klägers aus. So lange der entziehende oder herabstufende Bescheid durch Widerspruch und Klage angefochten ist, wird er nicht bestandskräftig. Hat also das Versorgungsamt per Bescheid einen GdB von 50% auf 40% herabgestuft, so behält der Widerspruchsführer/Kläger die Rechte aus seinem GdB von 50% so lange wie die sozialrechtlichen Verfahren dauern. Selbst wenn Widerspruch und Klage keine Erfolgsaussicht bieten, kann es deshalb lohnend sein sozialrechtliche Verfahren zu führen.

Wer z.B. als Schwerbehinderter mit 60 Jahren in Rente haben möchte und ihm wird mit 58 Jahren der GdB auf unter 50% gekürzt, kann den Schwerbehindertenstatus auf diese Weise bis zum Rentenbeginn erhalten und dann pünktlich die Rente beziehen. Geht die Schwerbehinderteneigenschaft nach rechtskräftiger Bewilligung der Rente verloren wird die laufende Rente trotzdem weiter gezahlt. Nur bei einer Neubeantragung der Rente muß die Schwerbehinderteneigenschaft wieder neu bewiesen werden.

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Soll eine Pflegestufe zuerkannt werden, geht es um den zeitlichen Aufwand der pro Tag für die zu pflegende Person aufgewendet werden muß. Hierbei ist zu beachten, daß nicht alle Tätigkeiten, die für die zu pflegende Person ausgeübt werden auch zur Anerkennung im Sinne des Pflegegesetzes kommen können. Hauswirtschaftliche Verrichtungen (z.B. Essen kochen) zählen nicht.
Es zählen nur solche Tätigkeiten, die in einem Lebensbereich ausgeübt werden, die im Normalfall von einer gesunden Person immer selbst ausgeführt werden (z.B. die Aufnahme der Nahrung). Auch werden Tätigkeiten, die dem medizinischen Bereich zuzuordnen sind (z.B. Einreibungen, Verbände wechseln, Insulin spritzen) nicht von der Pflegekasse berücksichtigt, weil hier die Krankenkasse zuständig ist. Der durchschnittliche, tägliche Mindestaufwand für Pflegetätigkeiten beträgt bei der Pflegestufe I = 90 Minuten, bei Pflegestufe II = 3 Stunden, bei Pflegestufe III = 5 Stunden. Haben Sie einen Antrag auf Zuerkennung einer Pflegestufe gestellt, bekommen Sie zu Hause, bzw. dort wo die Pflege stattfindet einen Besuch von einem Gutachter, der die Pflegezeiten festlegt.

Der Gutachter kann bei einem Hausbesuch nur eine Momentaufnahme machen. Günstig ist es deshalb, wenn in einem "Pflegetagebuch" der zeitliche Aufwand über eine längere Zeit (ein Monat ist meist ausreichend für die Pflegekasse) festgehalten wird. Eine Kopie des Pflegetagebuches behalten Sie bei sich.

Für die verschiedenen relevanten Pflegetätigkeiten gibt es Zeitrichtlinien. Es geht also letztendlich nicht darum, wieviel Zeit Sie selbst persönlich benötigen, sondern wieviel Zeit nach den Zeitrichtlinien zuerkannt werden kann. Oft ist deshalb die Enttäuschung groß, weil man selbst für eine bestimmte Verrichtung 10 Minuten braucht und es werden dann nur 4 Minuten anerkannt. Andere Tätigkeiten werden oft nicht aufgeführt, weil man nicht daran dachte, daß für genau diese Tätigkeiten auch bestimmte Zeiten hätten anerkannt werden können. Bei Bedarf können Sie einen Überblick über die Zeitrichtlinien bei Ihrer Krankenkasse/ Pflegekasse anfordern.

* * *
Oft werden Sie von den Behörden zu einem laut Gesetz unabhängigen Gutachter, der nicht Ihr behandelnder Arzt sein darf, geschickt. Die Gutachter werden von der jeweiligen Behörde bezahlt. Bei solchen Terminen können Sie viel falsch machen und Sie sind dort oft allein. Manchmal darf der Ehe- oder Lebenspartner dabeisein oder auch ein Dolmetscher. Diese Personenkreise wissen aber meist auch nicht welche Fehler gemacht werden können. Zum großen Teil geht es um Ihre Glaubwürdigkeit.
Wenn Sie z.B. bei einem ärztlichen Gutachtenstermin Tatsachen geäußert haben, die dann später bei einer eventuellen Gerichtsverhandlung berichtigt oder ergänzt werden müssen, dann ist Ihre Glaubwürdigkeit herabgesetzt. Deshalb ist es unbedingt erforderlich gut vorbereitet zu einem Gutachtenstermin, einer Gerichtsverhandlung usw. zu gehen.

Am besten machen Sie sich einen "Spickzettel" auf dem die chronologische Entwicklung Ihrer Krankheiten vollständig dargestellt ist und der auch alle "Kleinigkeiten" und besonderen (auch einmalige oder seltene) gesundheitliche Ereignisse enthält. Dieser Spickzettel sollte am besten in Form eines Krankheits-Lebenslaufes (beginnend mit den Kinderkrankheiten) geschrieben sein, der besonders die Einflussnahme der schlimmer werdenden Krankheiten auf Ihre Arbeitsfähigkeit und auf Ihr Leben aufzeigt.

Unbedingt gehört Ihr persönliches Erleben der Krankheiten auf diesen Spickzettel. Diagnosen müssen Sie nicht aufführen, Sie müssen Ihre Beschwerden aufführen und dies möglichst ausführlich. Zwei Kranke mit derselben Diagnose können trotzdem unterschiedliche Beschwerden haben. Besonders müssen Sie die Auswirkungen Ihrer Beschwerden auf Ihre Arbeitsfähigkeit im weiteren Sinne, also auch die Auswirkungen der Beschwerden auf die "Arbeitsfähigkeit" in Haushalt, Garten und täglichem Leben darstellen.

Ihr Arzt oder ein Gutachter, auch wenn er besonders vertraut ist mit Ihnen, steckt nicht in Ihrem Körper und kann deshalb das persönliche Erleben einer Krankheit nicht besser beschreiben als Sie selbst. Auch ist eine Gegenüberstellung der Tätigkeiten, die Sie früher ausführen konnten und jetzt nicht mehr können, angebracht. Bei der Gegenüberstellung soll auch der Grund beschrieben sein, warum Sie die Tätigkeiten nicht mehr ausüben

können.
Krankenhausaufenthalte können Sie in tabellarischer Kurzform (von-bis, wegen, Ergebnis) aufschreiben, ebenso die Erkrankungen/Beschwerden der weiter zurückliegen Jahre. Ausführlicher beschreiben sollten Sie die Beschwerdeentwicklung und den Niedergang Ihrer Arbeitsfähigkeit seit etwa 1 Jahr vor dem Rentenantrag, mindestens aber die letzten 4 Jahre, bei Unfällen ab dem Unfalltag. Bei Unfällen stellen Sie bitte auch den Zustand vor dem Unfall dar. Den Spickzettel kopieren Sie für sich selbst und für Ihren Rechtsbeistand. Das Original geben Sie bei Gutachter / Gericht usw. ab.

Wenn Sie nicht mehr in der Lage sind einen Spickzettel selbst zu schreiben und eine Vertrauensperson hilft Ihnen dabei, soll dies auf dem Spickzettel vermerkt sein. Z.B. "Diesen persönlichen Bericht hat eine Vertrauensperson / meine Frau für mich geschrieben, weil ich das selbst nicht mehr kann / weil ich mich gar nicht mehr konzentrieren kann, weil ich den Kuli nicht mehr halten kann. Ich selbst habe auch schon Vieles vergessen." Sehr hilfreich ist es, wenn Sie etwa eine Woche vor einem Gutachtenstermin, Kurbeginn usw. ein Krankheitstagebuch für eine Woche schreiben. Dort sollen alle gesundheitsbedingten Schwierigkeiten während des Tagesablaufes enthalten sein. Das Tagebuch sollten Sie immer griffbereit haben, also immer alles sofort aufschreiben, nicht am Abend gesammelt. Sie fangen früh an. Wenn Sie schlecht und nur wenige Stunden geschlafen haben, wie zerschlagen aufgestanden sind, muß dies vermerkt sein. Geht das Zähneputzen nicht, wg. Rückenschmerzen - aufschreiben. Auch wenn die sonstige Hygiene nicht richtig ausgeführt werden konnte und sie sich dann wegen eventueller Gerüche nicht unter die Menschen trauen, sollen Sie dies aufschreiben. Jede kleine Einschränkung soll notiert werden, immer mit dem Grund warum dies nicht ging. Dieses Tagebuch kopieren Sie und geben die Kopie beim Gutachter ab.

Hier kommt es nicht darauf an, daß alles schick geschrieben ist. Es muß nur lesbar sein. Es muss ganz genau geäußert werden, was man meint. "Ich habe beim Fenster putzen immer Hilfe." ist etwas anderes als: "Beim Fenster putzen kann ich selbst nicht mehr mitarbeiten, ich kann nur noch aufpassen, dass alles richtig gemacht wird." Der erste Satz ist nicht falsch, denn es ist Hilfe da, er ist aber unvollständig und verursacht falsche Rückschlüsse auf Ihre Restleistungsfähigkeit. Nur der zweite Satz stellt klar, dass Sie beim Fensterputzen selbst nicht mehr aktiv anpacken können. Je mehr Tätigkeiten Sie in Haushalt, Garten und Hobbybereich ausführen können, umso geringer wird die Chance auf eine Rentenzahlung. Drei und mehr Stunden Arbeit täglich in Haushalt und / oder Garten verhindern mindestens die Zahlung der vollen Erwerbsminderungsrente.

Einflüsse auf Ihre Arbeitsfähigkeit, die nicht von Ihrer Krankheit kommen, müssen Sie nicht aufzählen. Solche Einflüsse wirken oft negativ, weil diese Anlässe dazu hergenommen werden können, die Rentenablehnung zu begründen (Eigentor). Wenn Sie wegen der schreienden Kinder oder wegen dem Lärm auf der Straße unter nächtlicher Schlaflosigkeit leiden, oder wenn Sie wegen eines betreuungsbedürftigen Angehörigen mit den Nerven am Ende sind und deshalb nicht arbeiten können, ist dies keine bei den Rentenversicherungsträgern versicherte Ursache für eine dauernde Arbeitsunfähigkeit und die Rente wird zu Recht abgelehnt.

Bei den Versicherungsträgern geht es allein um die Krankheiten als Ursache für eine dauernde Arbeitsunfähigkeit. Woher diese Krankheiten gekommen sind ist weniger interessant, als die Auswirkungen der Krankheit auf Ihre Arbeitsfähigkeit. Es nutzt nichts, wenn Sie die Situation besser darstellen als sie ist.

Insbesondere darf man sich nicht minderwertig vorkommen, wenn viele Sachen, die früher problemlos zu erledigen waren nun nicht mehr getan werden können. Werden Sie nach Hobbys gefragt und geben Sie ein oder mehrere Hobbys an, ohne den Zusatz, dass Sie diese Hobbys schon z.B. seit 2 Jahren nicht mehr ausüben können (wenn es tatsächlich so wäre), kommt dies falsch bei der anderen Seite an und wirkt sich nachteilig auf die Rentengewährung aus. Wenn Sie noch Hausarbeiten ausüben können, dies aber mit dem vielfachen Zeitaufwand, muss dies auch genau so gesagt werden. "Ich bügle zweimal in der Woche Hemden." genügt nicht. In diesem Fall muss es z.B. heißen: "Ich bügle zweimal in der Woche Hemden, wobei ich für jedes Hemd eine halbe Stunde brauche und mich nach jedem Hemd für 15 Minuten ausruhen muss. Früher habe ich für jedes Hemd nur 10 Minuten gebraucht." Wenn Sie allerdings alle üblichen Haus- Garten- und Hobbyarbeiten noch ausüben können, dann wird die Rente auch dann nicht gewährt, wenn Sie alles nur noch mit einem mehrfachen Zeitaufwand erledigen können.

Werden für Hausarbeiten Hilfsmittel oder sonstige Erleichterungen benutzt, dann muss dies angesprochen werden. Es ist ein Unterschied, ob Sie zum Kartoffeln schälen eine Kartoffelschälmaschine benutzen, oder ob Sie dies von Hand machen. Es ist ein Unterschied, ob Sie die Betten nur deshalb bauen können, weil das Bettgestell extra für Sie erhöht wurde und Sie sich deshalb nicht bücken müssen, oder ob Sie ganz normal die Betten bauen. Verarbeiten Sie z.B. jeden Tag frisches Gemüse in der Küche, dann wird die andere Seite davon ausgehen, dass Sie Erwerbstätigkeiten die hohe Anforderungen an die Feinmotorik der Hände stellen, noch ausüben können.

Können Sie aber schon keine Kartoffeln mehr schälen, keinen Rosenkohl mehr putzen usw, obwohl Sie das gern essen würden, darf also nicht gesagt werden: "Ich esse gern jeden Tag frisches Gemüse." sondern: "Ich würde gern jeden Tag frisches Gemüse essen, muss aber Tiefkühlgemüse nehmen, weil ich die Zubereitung nicht mehr vornehmen kann." Unglaubwürdig wirkt es, wenn Sie z.B. wegen Schmerzen / Versteifungen in den Händen + Fingern nicht mehr schreiben können, weil der Stift nicht gehalten werden kann, andererseits aber Näharbeiten machen, oder jeden Tag Kartoffeln von Hand schälen.

Sind Sie Mitglied in einem Verein, waren dort aber aus gesundheitlichen Gründen seit zwei Jahren nicht mehr aktiv, dann reicht es nicht zu sagen: "Ich bin Mitglied im XY-Verein." Ihr Gegenüber wird dann fragen, was dort alles gemacht wird. Sie beschreiben dann die geselligen Abende, die gemeinsamen Ausflüge und Wanderungen, vielleicht noch mit leuchtenden Augen, weil schöne Erinnerungen geweckt werden. Da ergibt sich ein vollkommen falsches Bild. Es muss in diesem Fall gesagt werden: "Ich bin Mitglied im XY-Verein, war aber seit zwei Jahren wegen meiner schlechten Gesundheit nicht mehr dabei." Fragt der Gegenüber was in diesem Verein alles so gemacht wird, dann kann die Antwort z.B. lauten:" Ich weiß es nicht mehr genau, weil ich seit zwei Jahren nicht mehr aktiv sein konnte." Was früher war steht nicht zur Debatte. Meist steht der Zeitraum seit Antragstermin zur Debatte.

Sie sollten auch ungefragt auf gesundheitlich einschränkende Umstände hinweisen, dies ist allerdings nicht nötig, wenn Sie alles aufgeschrieben haben und Ihre Notizen abgeben. Beschäftigungen wie Bücherlesen, Musikhören, Hörspiele hören, anspruchsvolle Fernsehsendungen sehen usw., bei denen die Intellektuelle Leistungsfähigkeit gefordert ist lassen ebenfalls Rückschlüsse auf Ihre (geistige) Leistungsfähigkeit zu. Auch hier gilt wieder, wenn Sie dies früher gern gemacht haben und jetzt nicht mehr können, dann muss dies auch so gesagt werden.

Wenn sogenannte Kleinigkeiten, wie z.B. Schwindel, Schwarzwerden vor den Augen, Ohnmachtsanfälle usw. vorhanden sind, dann muss man dies unbedingt ansprechen. Bei Schwindelanfällen können Sie sich selbst und Arbeitskollegen auf einer Arbeitsstelle gefährden. Regelmäßig muss auch angegeben werden, wie oft und in welchen Abständen Schwindelanfälle usw. im Durchschnitt auftreten. Es ist daher sinnvoll, sich alle gesundheitlichen Beeinträchtigungen, auch die Kleinigkeiten, genau aufzuschreiben und diese Notizen dann während des jeweiligen Termins zu benutzen. Ggf. lassen Sie sich von einem Angehöriger beim Anfertigen der Notizen helfen. In diesem Fall
vermerken Sie auf Ihren Notizen, daß Sie Hilfe hatten.
Es ist günstig, Ihre Notizen beim jeweiligen Termin abzugeben. Wichtig ist es darzustellen, dass meist nicht ein Tag wie der Andere ist. Wenn Sie also an einem Tag für eine Stunde einkaufen können und am anderen Tag können Sie, weil z.B. die Beine dann wieder schmerzen, unmöglich einkaufen, können dafür aber für eine Stunde Wäsche zusammenlegen, am dritten Tag können Sie dann für eine Stunde Staub wischen, dann muss dies auch so gesagt werden.

Fragt ein Gutachter oder Richter: "Was können Sie denn noch für Tätigkeiten verrichten ?" und Sie antworten dann: "Ich kann noch für je eine Stunde einkaufen gehen, Wäsche zusammenlegen und Staub wischen", dann ist eine rechnerische Arbeitszeit von drei Stunden (täglich) vorhanden und damit gibt es meist keine teilweise Erwerbsminderungsrente mehr. Sagen Sie aber: "Ich kann für etwa eine Stunde am Tag noch Tätigkeiten verrichten, z.B. einkaufen gehen oder Wäsche zusammenlegen oder Staub wischen." ist eine wahrheitsgemäße und für Ihr Anliegen weitaus, bessere Situation gegeben.

Auch das beliebte Spazierengehen lässt Rückschlüsse auf die Restleistungsfähigkeit zu, ebenso Auto und Fahrrad fahren. Wenn Sie jeden Tag zwei Stunden spazieren gehen, sich aber alle 15 Minuten irgendwo hinsetzen müssen für 20 Minuten zum Ausruhen, dann muss dies auch so gesagt werden. Falsch ist in diesem Fall: "Ich gehe jeden Tag zwei Stunden spazieren." Richtig ist z.B.: "Wenn ich für höchstens 2 Stunden spazieren gehen kann, dann muss ich mich alle Viertelstunde hinsetzen und für 20 Minuten ausruhen. Auch kann ich nur noch langsam laufen und schaffe höchstens noch 500 Meter am Stück." Wenn Sie viermal am Tag eine Wegstrecke von 500 Metern auch mit Gehstützen in akzeptabler Zeit (ca 20 Min.) am Stück zurücklegen können, geht die andere Seite davon aus, daß Sie eine Arbeitsstätte ohne größere Probleme erreichen können und auch auf der Arbeitsstelle ausreichend mobil sind. Können Sie dies nicht mehr, deutet dies auf die Rentenberechtigung hin.

Wenn Sie auf die Frage "Können Sie noch Auto fahren ?" einfach mit "Ja" antworten, dann ist dies zu wenig. Auch hier müssen die tatsächlichen Gegebenheiten dargestellt werden, geben Sie zeitliche oder räumliche Begrenzungen an. Wenn Sie nur in Begleitung fahren können, sagen Sie auch dies. Können Sie noch größere Strecken, in unbekannter Umgebung und für mehrere Stunden Auto fahren, ist dies eher ein Indiz dafür, daß Sie nicht rentenberechtigt sind. Wenn Sie sich im Auto eher unsicher fühlen, dann sollten Sie tatsächlich besser öffentliche Verkehrsmittel benutzen oder sich fahren lassen, auch um zum Gutachtenstermin zu gelangen.

Regelmäßig verwenden viele Antragsteller überdurchschnittlich viel Zeit für Arztbesuche und medizinisch bedingte Selbstpflege auf, auch die normale Körperpflege dauert meist länger. Oftmals ist Hilfe beim Anziehen von Socken und Schuhen nötig. Dies muss so geschildert werden, wenn es zutrifft. Wird der Tagesablauf abgefragt, dann darf dieser Teil des Tagesablaufes nicht unter den Tisch fallen.

Auch wenn Sie zur Maniküre und zur Pediküre gehen müssen, weil Sie dies nicht mehr selbst tun können, dann soll dies geäußert werden, ggf. auch auf Ihrem Spickzettel enthalten sein.

Wenn Sie zweimal im Monat ins Thermalbad gehen, weil es Ihnen gesundheitlich gut tut (z.B. Schmerzlinderung), ist dies auch genauso vorzutragen. Wenn Sie den Eindruck erwecken, dass Sie aus purer Freude zweimal im Monat ins Thermalbad gehen, dann wird sich dies negativ auswirken. Gleichartig gilt dies für alle andere Aktivitäten.

War Ihr Freundeskreis früher groß und ist er es jetzt nicht mehr, weil Sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr an den verschiedenen Aktivitäten teilnehmen konnten, dann muss man auch dieses ansprechen. Die schleichend-wachsende soziale Isolation ist für jeden Richter und Gutachter ein Indiz für vorhandene gesundheitliche Probleme.

Wenn Sie auf Hilfe angewiesen sind, sollten Sie die Personen, die Ihnen helfen (Schwester, Schwiegervater, Nachbarin, Sohn usw.) und den Restarbeitsumfang, den Sie noch ausüben können, benennen. Dies erhöht Ihre Glaubwürdigkeit. Wenn Sie einfach sagen: "Die Familie hilft mir", dann steckt in diesem Satz auch der Gedanke, dass Sie Etliches noch alleine machen, denn helfen bedeutet z.B. nicht, dass die ganze Arbeit abgenommen wird. Wenn Ihre Familie also dahingehend hilft, dass Sie verschiedene Tätigkeiten gar nicht mehr ausüben können, muss dies auch genauso gesagt werden.

Sie sollten sich von jedem Arzt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung geben lassen, auch dann wenn Sie schon von einem anderen Arzt zur gleichen Zeit krankgeschrieben sind, wenn Sie selbständig oder Hausfrau sind, oder wenn Sie kein Krankengeld mehr bekommen.

Die Ärzte vermerken jede Krankschreibung in den Patientenunterlagen. Wenn Sie z.B. wegen Rückenbeschwerden krank geschrieben sind und ein Nervenarzt möchte Sie zusätzlich zur gleichen Zeit krankschreiben, dann nehmen Sie die zusätzliche Krankschreibung an.
Andernfalls kann Folgendes passieren: Wenn später Ihre ärztlichen Unterlagen von einem Versicherungsträger angefordert werden, dann wird der Versicherungsträger sehen können, dass Sie z.B. mit den Nervenbeschwerden nicht krankgeschrieben waren. Die Schlussfolgerung beim Versicherungsträger ist dann oftmals: "Dann waren die Nervenbeschwerden nicht so schlimm, die Rückenbeschwerden allein reichen nicht für die Rente." Wenn also nur deshalb keine AU mehr festgestellt wurde, weil der Krankenschein bei keiner Stelle mehr vorgelegt werden kann (Arbeit verloren, Kranken- und Arbeitslosengeld ausgelaufen) möge Ihr Arzt in einem Attest etwa den folgenden Satz schreiben: Z.B.: Seit Januar 2001 wurden keine AU-Bescheinigung mehr ausgestellt, weil diese nirgendwo mehr hätten vorgelegt werden können. AU bestand gleichwohl über diesen Zeitpunkt hinaus ununterbrochen fort bis heute.

Haben Sie einen Gutachtenstermin z.B. bei einem Orthopäden, kann es passieren, daß dieser Orthopäde sich auf sein Fachgebiet bei der Untersuchung beschränkt. Sie sollten den Orthopäden von sich aus über alle anderen Krankheitsbilder aufklären, weil anderen Krankheiten das engere orthopädische Krankheitsbild beeinflussen können.

Außerdem bestehen Sie nicht nur aus einem Rücken oder einer Hüfte, sondern sind ein ganzer Mensch und deshalb muß die Restleistungsfähigkeit insgesamt eingeschätzt werden.Die geschilderten Beispiele gelten analog für alle Lebensbereiche. Wenn Sie täglich drei Stunden oder mehr selbständig, ohne Hilfe in akzeptablem Zeitrahmen irgendwelche Arbeiten im Haushalt und / oder im Hobbybereich ausüben können, bekommen Sie keine volle Erwerbsminderungsrente. Wenn Sie täglich 6 Stunden oder mehr selbständig, ohne Hilfe in akzeptablen Zeitrahmen irgendwelche Arbeiten in Haushalt , Garten und Hobbybereich ausüben können, bekommen Sie meist keine Rente. Dazwischen gibt es die teilweise Erwerbsminderungsrente. Je komplexer und schwieriger die Tätigkeiten sind, die Sie noch ausüben können, umso kleiner wird die Chance, dass die Rente gewährt werden kann. Deshalb ist es unbedingt falsch, wenn man bei Gutachtensterminen, Gerichtsterminen usw. aus Scham oder Minderwertigkeitsgedanken heraus die ganze Situation besser als sie ist oder unvollständig darstellt.

Sie können nichts für Ihre Erkrankung, ein Schicksalsschlag hat Sie getroffen und deshalb dürfen Sie Hilfe annehmen. Hilfe erschweren Sie, wenn Sie falsche oder unvollständige Formulierungen wählen. Der beste Fachmann kann nicht später aus der Welt schaffen, was von Ihrer Seite falsch angegeben wurde.

Muss ein Belastungs-EKG nach relativ kurzer Zeit bei einer Belastungsstufe von 50 Watt beendet werden, deutet dies auf die Rentenberechtigung hin. Auch 75 Watt sind nicht unbedingt rentenschädlich, wenn die begleitenden gesundheitlichen Gegebenheiten "stimmen".

Sollte dies so bei Ihnen gewesen sein, muß darauf geachtet werden, daß die Behörde davon auch entsprechend Notiz nimmt. Wenn bei der jeweiligen Behörde im Laufe der Zeit ein dicker Packen Arztbericht vorliegt und irgendwo in diesem Packen sind die Ergebnisse des Belastungs-EKG aufgeführt, kann ein solches Einzelblatt manchmal übersehen werden (dies gilt ggf. auch für die Wegstrecke - weiter oben beschrieben).

Man muß hierwegen keinen Vorwurf machen, es steckt sicher kein böser Wille dahinter. Aber man muß darauf aufmerksam machen. Sollten Sie "ausgefeilte" Schreiben an Behörden über Ihren Gesundheitszustand usw. nur deshalb in dieser "ausgefeilten" Form schreiben können, weil eine Vertrauensperson Ihnen dabei hilft, oder sogar vollständig für Sie schreibt, dann müssen Sie diesen Umstand am Schluss jedes dieser Schreiben vermerken: "Dieses Schreiben hat eine Vertrauensperson für mich geschrieben." Tun Sie dies nicht, kann die jeweilige Behörde Rückschlüsse auf Ihre geistige Leistungsfähigkeit ziehen.

Wenn Sie den ganzen Tag mit Schmerzen leben müssen und zu einer Gerichtsverhandlung, zu einem Gutachtenstermin usw. geladen werden, extra vor diesem Termin ein Schmerzmittel nehmen und dann während des ganzen Termins keine Schmerzen erkennen lassen, dann ergibt sich hieraus ein falsches Bild. Sie dürfen und sollen während einer Sozialgerichtsverhandlung, während eines Gutachtenstermins usw. Ihre Schmerzen in angemessener Weise zeigen, die Sitzhaltung wechseln und um Pausen bitten, um sich bewegen zu können. Sie dürfen sich auch z.B. ein Sitzkissen mitbringen, wenn dies ansonsten bei Ihnen auch notwendig ist. Haben Sie Wirbelsäulenbeschwerden mit Schmerzen, dann müssen Sie sich auch entsprechend bewegen.

Wenn Sie während eines Gutachtenstermins auf einem Stuhl sitzen, reichlich Schmerzmittel genommen haben oder einfach die Zähne zusammenbeißen und im Sitzen Ihre schräg hinter dem Stuhl stehende Tasche auf Ihren Schoß heben, liest sich dies im Gutachten anschließend so (Originalzitat, mit "wir" meint der Gutachter sich selbst): "Wir fanden bei unserer Untersuchung deutliche Übertreibungstendenzen. Die Fähigkeit, seitlich hinter sich zu fassen, also bei gleichzeitiger Beugung und Drehung der Wirbelsäule eine Handtasche in spontaner und flüssiger Bewegung aufzuheben, ist mit den geklagten Rückenbeschwerden und der ansonsten gezeigten Schonhaltung nicht in Einklang zu bringen."

Es nutzt dann auch nichts, wenn Sie nachfolgend Ihren Rechtsberater wechseln, in der Hoffnung, dass ein anderer Fachmann die Rentengewährung noch erreichen kann. In derselben Art wirkt es unglaubwürdig, wenn Sie sich eigentlich nicht bücken können, die Hände also nicht mehr bis zum Boden herabführen können, und dann (weil Schmerzmittel genommen) beim Gutachtenstermin vornüber gebeugt an einem Tisch sitzen. Ebenso gilt dies für das Heben der Arme. Können Sie die Arme normalerweise nur bis Schulterhöhe heben und führen dies beim Gutachtenstermin anders vor, weil Schmerzmittel genommen, dann ist dies ein Negativpunkt für die Rentengewährung.

Wenn Sie von einem Versicherungsträger während des laufenden Rentenverfahrens zu einer Kur geschickt werden, passiert es oft, daß Sie als geheilt und arbeitsfähig aus der Kur entlassen werden. Dies genau ist die Aufgabe der Kureinrichtung, Sie zu heilen und wieder arbeitsfähig zu machen. Tritt diese Situation ein, wird in der Folge die Rente abgelehnt. Haben Sie von vornherein das Gefühl, daß die Kur Ihnen sicherlich nichts bringen wird, weil Sie z.B. schon einen jahrelangen Weg durch die Instanzen der Ärzteschaft zurückgelegt haben, dann müssen Sie sich nicht zur Kur hinquälen. Besprechen Sie die Angelegenheit mit Ihrem Hausarzt, bescheinigt Ihr Hausarzt Ihnen, daß Sie nicht kurfähig sind, dann ist das Thema erledigt. Außerdem haben Sie Ihrem Versicherungsträger Geld gespart, denn eine Kur ist teuer.
Die Erhöhung eines Grades der Behinderung vom Versorgungsamt während eines Rentenantragsverfahrens ist ein Hinweis darauf, daß sich Ihr Gesundheitszustand verschlechtert hat. Dies ist eine indirekte Unterstützung für Ihr Rentenbegehren, Wunder darf man sich davon aber nicht erwarten.

Besser sieht es aus, wenn Sie eine Pflegestufe zuerkannt bekommen. Hierdurch steigern sich die Chancen eine Rente von BfA, LVA usw., zu bekommen. Die Schmerzsymptomatik (auch Fibromyalgie und Muskelrheuma) ist ein besonderes Kapitel, das von vielen Institutionen nicht ernst genommen wird. Fast immer entstehen durch einen Dauerschmerz auch seelische/psychische Beeinträchtigungen, die unbedingt gemeinsam mit einem Facharzt geklärt werden müssen. Dies verbessert auch Ihre Situation gegenüber den Behörden, denn seelische/psychische Beeinträchtigungen werden meist eher als leistungsmindernde Krankheiten anerkannt, als eine reine Schmerzsymptomatik.

Die meisten Schmerzpatienten haben die Erfahrung gemacht, dass ihre Schmerzen nicht ernst genommen werden, dass sie manchmal sogar entwürdigend behandelt werden, dass man davon ausgeht, dass die Schmerzen nicht so schlimm sein können, wenn keine organischen oder nervlichen Funktionsstörungen vorliegen usw.. Deshalb werden die Schmerzen von Seiten der Patienten nicht mehr erwähnt. Dies ist in einem Verfahren, in dem Leistungen wegen des Gesundheitszustandes beantragt wurden, falsch. Wenn Sie Schmerzen haben, oder sogar niemals schmerzfrei sind, müssen Sie dies gegenüber einem (fremden) Gutachter vollständig offenbaren.

Auch wenn Sie in allen anderen Lebensbereichen immer Haltung bewahren und Ihre Schmerzen und Ängste verstecken, der Gutachter oder sonstige im jeweiligen Verfahren maßgeblich beteiligten Personen, müssen vollständig Bescheid wissen. Wenn der Gutachter Ihre Beschwerden (wiederholt) nicht ernst nimmt, können Sie den Gutachtenstermin vorzeitig beenden.

Der vorstehende Absatz gilt sinngemäß auch für rein seelisch/psychische Beeinträchtigungen. Hier muß auch ein fremder Gutachter über die (geheimen) Ängste usw. aufgeklärt werden, damit er sich ein vollständiges Bild machen kann. Sagen Sie Ihrem Gutachter, daß es schwer ist oder Ihnen sogar zunächst unmöglich erscheint sich praktisch von einer Minute auf die Andere einem fremden Menschen so dermaßen weit zu öffnen, wie es nötig wäre.

Bitten Sie darum, daß er vielleicht zuerst eine der ebenfalls notwendigen technische Untersuchungen vornimmt, damit Sie etwas warm werden können. Das ist keine unverschämte Bitte, ein guter Arzt wird das akzeptieren, oder selbst einen anderen akzeptablen Weg finden.

Sie können andererseits nicht erwarten, daß jeder Gutachter gleich in den ersten Minuten erkennt, wie er sich Ihnen gegenüber verhalten soll. Auch Sie sind dem Gutachter zunächst fremd. Und jeder Patient hätte es gern ein wenig anders. Deshalb ist es hilfreich für alle Seiten, wenn Sie dem Gutachter einige Hinweise geben, wie man gemeinsam den ganzen Termin gestalten kann, so daß bestmögliche Ergebnisse zustande kommen.
Wenn ein Gutachter sich abwertend äußert, Sie nicht ernst nimmt, Ihnen nicht zuhört usw. dann können Sie den Gutachter darauf aufmerksam machen, dass er verpflichtet ist sie ernst zu nehmen, ohne Vorurteile sachkundig und objektiv zu untersuchen und dass sie ansonsten seine Untersuchung ablehnen können. Werden Sie weiter abwertend behandelt, können Sie die Untersuchung vorzeitig beenden.

Im Falle der vorzeitigen Beendigung einer Untersuchung durch Sie sollten Sie im Nachhinein unbedingt einen wahrheitsgemäßen Erlebnisbericht schreiben und diesen Bericht bei der jeweiligen Stelle (Gericht, LVA, BfA usw.) bzw. bei Ihrem Rechtsbeistand (Ihr Rechtsbeistand kann oft Formulierungen verbessern) abgeben.

Es sollen auch die kleinen Schwächen der Menschen beachtet werden. Erscheinen Sie zu einem Untersuchungstermin über die Maßen gepflegt, mit sorgfältig geputzten (lackierten) Fingernägeln, perfekt sitzender Frisur, gediegen angezogen, dann ist der erste Eindruck, den Sie hiermit auf den Gutachter machen, sehr positiv und eher gesund.

Die Menschen (da gehören Gutachter auch dazu) können sich selten solchen äußerlichen Eindrücken verschließen und schnell ist eine Vormeinung, nämlich daß eher gesund ist, wer so gut aussieht, hergestellt. Deshalb haben Rentenbewerber, die jünger aussehen und / oder Jugendlichkeit ausstrahlen, oft mehr Probleme die Rente zu bekommen. Wenn dieses "jung aussehen" z.B. in der Familie liegt, dann sollten Sie dies unbedingt erwähnen.

Sie dürfen, eigentlich müssen Sie alles äußern, was Ihre

Leistungsfähigkeit beeinträchtigt und dies möglichst vollständig.
Mindestens bei einer Gerichtsverhandlung haben Sie dafür genügend Zeit, oft auch bei ärztlichen Gutachtensterminen. Ihr Rechtsbeistand könnte Ihnen die Schilderung der Leiden z.B. bei einer Gerichtsverhandlung zwar abnehmen, aber es ist besser, Sie tun es selbst.

In Ihrem Körper stecken nur Sie selbst und deshalb wissen Sie am besten Bescheid. Außerdem muss der Richter einen persönlichen Eindruck von Ihnen bekommen und nicht von Ihrem Rechtsbeistand. Deshalb wird der Richter Sie in jedem Fall fragen.

Oftmals ist es deshalb besser, wenn der Rechtsbeistand darauf hinarbeitet, daß auch ein Gerichtsverfahren vollständig schriftlich (also ohne mündliche Verhandlung) durchgeführt wird. Es kann dann nicht passieren, daß der Rentenbewerber im guten Glauben etwas äußert was man hätte besser in anderer Form hätte äußern sollen.

Manchmal folgen die Gutachter aus falsch verstandener Berufsehre den Vorgutachten, so daß dann letztendlich doch wieder nach Aktenlage entschieden wird. Und dies trotzdem durch eine persönliche Untersuchung der Eindruck erweckt wird, daß der Gutachter sich durch eigene Anschauung eine neutrale Beurteilung erlauben kann. Während einer solchen Untersuchung können Sie aber natürlich auf die Vorgutachten eingehen und können klipp und klar sagen (oder aufschreiben), daß diese oder jene Einschätzung im Gutachten des Herrn Dr. Falsch vom 30. Februar 2000 aus diesem oder jenem Grund nicht stimmt.

Wenn möglich sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt über ein "schlechtes" Gutachten und fragen sie Ihn, wo er die Schwachpunkte dieses Gutachtens sieht. Ihr Hausarzt kann ärztliche Unlogik (z.B. Schonhinken seit längerer Zeit auf einem Bein, ohne daß eine Umfangsverminderung der Muskulatur dieses Beines festgestellt wurde), gegenseitige Verstärkungen von Krankheitsbildern (z.B. Verstärkung von Hüftbeschwerden durch Abnutzungen in einem Kniegelenk) und Unvollständigkeiten eines Gutachtens Ihnen gegenüber aufdecken.

Sie wiederum haben dann die Möglichkeit diese "Munition" dem nachfolgenden Gutachter an die Hand zu geben. Manchmal sind auch Hinweise hilfreich, die es dem nachfolgenden Gutachter ermöglichen, Formulierungen zu wählen, die dem Vorgutachter keine "übermäßigen Schmerzen" bereiten. Z.B. zeitbezogene Hinweise (das Vorgutachten ist ja schon ein halbes Jahr alt und in diesem halben Jahr hat sich alles verschlimmert), oder fachbezogene Hinweise (der Vorgutachter ist Orthopäde und konnte deshalb meine Leiden auf neurologischem Gebiet nicht oder nur unvollständig erkennen).

Zwei Dinge dürfen Sie nicht: Übertreiben und simulieren. Alles Andere aber ist notwendig zu schildern, auch wenn es Ihnen unangenehm ist. Viel Unangenehmer ist es, wenn die Rente abgelehnt wird und Sie dann irgendwann zum Sozialamt gehen müssen.

Sehr viele Anträge auf Zahlung einer Erwerbsminderungsrente werden zunächst abgelehnt, die Zahlung kann oft erst im Klageverfahren erreicht werden. Wenn Sie vorhaben einen derartigen Rentenantrag zu stellen, ist es oft angebracht mindestens drei Monate (wegen der Wartefrist bei den Rechtsschutzgesellschaften) vor der Rentenantragstellung eine Rechtsschutzversicherung abzuschließen.

Im Antrags und im Widerspruchsverfahren zahlen die Rechtsschutzversicherer zwar nichts, aber im Klageverfahren werden eventuelle Kosten für einen Gutachter voll und die Kosten des Rechtsbeistandes zum Teil übernommen. Die Rechtsschutzgesellschaften sagen zwar immer, daß sie auch die Kosten des Rechtsbeistandes voll übernehmen, aber für den Betrag der da gezahlt wird, bekommen Sie höchstselten einen guten Fachmann. Ein guter Fachmann ist aber auch sein Geld wert, denn er wird die Übernahme von aussichtslose Fälle von vornherein ablehnen. Die Erfolgsquote ist dann auch dadurch hoch

und im Erfolgsfall zahlen die Rentenversicherungsträger meist rückwirkend die Rente. 

Der Ansatz ist, Gedanken (Kognitionen) zu ändern, oder einfacher ausgedrückt,
erworbene, krankmachende, falsche Gedankengänge zu erkennen und zu korrigieren.
Ein solcher Gedanke wäre zum Beispiel: „Ich bin nichts wert. Alles was ich mache ist falsch. Niemand mag mich.“
Durch Veränderungen von negativ ablaufenden Gedankenketten, lässt sich die Grundstimmung sowie das eigene Verhalten ändern.

Die kognitive Verhaltenstherapie wird bei vielfältigen psychologischen Störungen eingesetzt. Sie hat eine hohe Erfolgsquote und wird von speziell ausgebildeten Ärzten oder Psychotherapeuten durchgeführt und umfasst in der Regel 20- 40 Therapiestunden.
Es gibt Einzel- und Gruppensitzungen, je nach Art und Schwere der Erkrankung.

Im Zusammenspiel mit einer medikamentösen Behandlung sind beispielsweise bei Depressionen sehr hohe Heilungschancen gegeben.

Die Vorgehensweise bei der Verhaltenstherapie ist wie folgt.

In der ersten Phase informiert der Therapeut den Patienten über Ziele und Ablauf der Behandlung, sowie über deren wahrscheinliche Dauer. Der Patient erhält seine Diagnose und wird umfassend über seine Erkrankung informiert. Der Patient bekommt Informationen und Literatur über seine Erkrankung ausgehändigt.

In der zweiten Phase erfolgt eine Selbst-Reflektierung des Patienten. Dies geschieht in Form von Stimmungs-Tagebüchern. In diese trägt der Patient mehrmals am Tag zu festgelegten Zeiten seine augenblickliche Stimmung in Form von Schulnoten ein.
Auf diese Weise fallen ihm Zusammenhänge zwischen Gedanken, Erlebnissen und seinen augenblicklichen Stimmungen auf.

Aus der Auswertung der Tagebücher ergibt sich in der dritten Phase nun ein Handlungsansatz, der dem Patienten Lösungswege, für bisher für ihn schädliche Handlungen aufzeigt.

Um zu verhindern, dass der Patient sich nun in ein Schneckenhaus zurückzieht, wird in der vierten Phase begonnen ein Aktivitätsplan zu erstellen.
Dazu gehören kurze Spaziergänge, kleine Belohnungen, zum Beispiel eine Tasse Kaffee in der Stadt.

In Phase fünf wird mit destruktiven Gedankengängen aufgeräumt und mit dem Patienten neue gedankliche Abläufe und Handlungsweisen eingeübt.

In der letzten Phase wird sogenannte Rückfallprophylaxe betrieben.
Der Patient wird mit sogenannten Frühwarnzeichen einer wiederkehrenden Depression vertraut gemacht, ihm wird ein Notfallplan an die Hand gegeben, um auf eventuelle Rückfälle gezielt und sicher eingehen zu können. 

Antidepressiva sind eine Gruppe von Medikamenten mit höchst unterschiedlicher Wirkungsweise.
Doch verfolgen alle das gleiche Ziel.
Sie sollen eine Verbesserung und Steigerung des Antriebes bewirken.

Wie geschieht das?
Im menschlichen Gehirn spielen Botenstoffe, sogenannte Neurotransmitter eine sehr wichtige Rolle.
Sie überbringen Botschaften, die unser Befinden betreffen, an „Empfänger“.
Diese „Empfänger“ und „Sender“ nennt man Synapsen. Die Botenstoffe heißen Serotonin, Noradrenalin und Dopamin.
Stark vereinfacht gibt es drei Störungen dieser Botenstoffe, die Depressionen auslösen können.
Es gibt Störungen der aussendenden Stelle, es gibt eine Störung der Stelle, an der die Botenstoffe andocken und es gibt ein Zuviel oder Zuwenig an Botenstoffen.
Wieder stark vereinfacht gibt es jetzt drei Gruppen von Medikamenten.
Eine Gruppe wirkt auf die aussendende Synapse, eine auf die Andockstelle, und eine Gruppe reguliert die Menge der Botenstoffe im Gehirn.
In Wirklichkeit ist das wesentlich komplizierter, doch um ein Grundverständnis der Wirkungsweise der Medikamente zu bekommen, ist dieses Beispiel sehr anschaulich.

Zusätzlich sollen die Medikamente noch verschiedene Begleiterscheinungen der Depression mit regulieren.
Die Medikamente der einzelnen Gruppen werden noch mit anderen Wirkstoffen kombiniert, um beispielsweise eine Manie, Unruhezustände, Schlafstörungen und Ähnliches mit zu therapieren.

Ein großer Unsicherheitsfaktor bei der Einnahme von Psychopharmaka sind die Nebenwirkungen.
Die große Frage beim Verschreiben von diesen Medikamenten ist immer, werde ich mich durch die Einnahme der Präparate verändern?
Haben die Mittel Auswirkungen auf meine Persönlichkeit? Werde ich zum sabbernden Zombie?
Die Antwort ist ein klares NEIN!
Es gibt selbstverständlich Nebenwirkungen wie bei allen Medikamenten. Doch diese sind bei den modernen Mitteln eher gering und auch abhängig von verschiedenen Faktoren.
Da Antidepressiva eine relativ lange Anlaufzeit haben, bevor sie beginnen zu wirken, kann es schon vorkommen, dass eventuelle Nebenwirkungen schon vor Beginn des Wirkens der Medizin festzustellen sind.
Diese fallen aber verglichen mit den Leiden einer Depression fast nicht ins Gewicht.

Zusätzlich zur medikamentösen Behandlung wird noch eine kognitive Verhaltenstherapie empfohlen, um erlernte, schädliche Verhaltensmuster zu erkennen und zu ändern.

Sie kommt ohne jede Vorwarnung und ohne jeden Grund.
Das Herz schlägt plötzlich rasend, Schweiß perlt auf der Stirn, man zittert am ganzen Körper, hat Atemnot, ein beklemmendes Gefühl im Brustkorb, hyperventiliert, sieht manchmal nichtvorhandene Dinge oder Personen und fühlt sich mehr als unwohl.
Man hat das Gefühl, nicht man selbst zu sein, oder neben sich zu stehen.
Symptome einer typischen Angst- oder Panikattacke, die zwar alle miteinander auftreten können, aber nicht müssen.

Im ursprünglichen Sinne ist Angst eine Schutz- und Erhaltungshandlung unseres Körpers.
In früheren Zeiten, als die Nahrungsbeschaffung oft mit direkter Lebensgefahr verbunden war, und man sich sein Essen mit Pfeil und Bogen jagen musste, war die Angstattacke oft lebensrettend.
Sie brachte uns in Sekundenbruchteilen in die Lage, mit aller zu Verfügung stehenden Energie vor einem Angreifer zu flüchten oder uns zum Kampf zu stellen.

Dazu wurden im Gehirn verschiedene sogenannte Indolamine ausgeschüttet, zu denen auch das Adrenalin und Serotonin gehören.
Unter anderem wird die Verfügbarkeit der körpereigenen Kräfte dadurch wesentlich erhöht, gleichzeitig hat man ein vermindertes Schmerzempfinden und verfügt über ein besseres Hör- und Sehvermögen.
Man ist bereit für Flucht oder Angriff.

Im Gegenzug zu dieser wünschenswerten und positiven Reaktion unseres Körpers gibt es noch die Angststörung, bei der die obengenannten Symptome ohne jeden äußeren Anlass ausgelöst werden.
Den Betroffenen ist oft nicht klar, dass die in Ihrem Körper wahrgenommen Reaktionen Teil dieser Angststörung sind.
Vielmehr haben Betroffene den Eindruck kurz vor einer Herzattacke zu stehen, jeden Moment den Verstand zu verlieren, überzuschnappen oder etwas absolut Irrationales zu tun.

Ausgelöst werden Angstattacken oft durch emotionale und gedankliche Fehlinterpretationen körperlicher Wahrnehmungen.
Zum Beispiel verstärkt die Angst vor einem Herzinfarkt die Symptome der Angstattacke.
Man achtet verstärkt auf Angstsymptome und erwartet schon die entsprechende Reaktion darauf.
Bei einigen Kranken können sich diese Panikattacken auch über einen längeren Zeitraum erstrecken, dann aber mit abgeschwächten Angstreaktionen.

Angstattacken gehen oft mit anderen psychischen Störungen einher. Wie zum Beispiel Depressionen, Phobien oder dem Posttraumatischen Belastungssyndrom.
Aber auch Drogen wie Cannabis und LSD können Angststörungen auslösen. Bei den letztgenannten Auslösern können die Symptome auch nach einem Absetzen der Rauschmittel als chronische Erkrankung erhalten bleiben.

Wenn Sie selbst von Angststörungen betroffen sind, holen Sie sich Hilfe. Sie werden sehen, dass sich Ihre Angststörungen schon nach kurzer Zeit in Wohlgefallen auflösen werden, wenn sie richtig behandelt werden. 

Eine Depression gehört zu den potentiell tödlichsten Krankheiten die es gibt!

Nicht wegen der Schwere der körperlichen Erkrankungen, sondern wegen des extrem hohen Selbstmordrisikos, dass mit der Erkrankung einhergeht.
Dieses ist unbedingt ernst zu nehmen!

Jeden Tag sterben acht junge Menschen durch Selbstmord, etwa 150 versuchen es.
Das sind mehr Tote als durch Drogen, Verkehrsunfälle und AIDS zusammen.

Um das Thema Selbstmord ranken sich verschiedene Märchen und Mythen, mit denen es aufzuräumen gilt.
Allgemein wird noch immer die These hochgehalten, „Wer von Selbstmord spricht, tut es nicht!“
Das stimmt nicht.
Das genaue Gegenteil ist der Fall. Wer von Selbstmord spricht, tut es auch.
Ebenso falsch ist es, dass man einem Suizidgefährdeten mit dem Sprechen über das Thema überhaupt erst auf die Idee bringt.
Haben sie den Verdacht, dass der Kranke mit Selbstmordgedanken spielt, sprechen sie das Thema taktvoll aber doch klar an.
Viele Kranke empfinden dies als enorme Erleichterung und Befreiung. Der Gedanke an Suizid ängstigt und quält sie. Mit einem offenen Ansprechen des Sachverhaltes, helfen sie ihm aus seinen falschen Vorstellungen und Gedankengebäuden auszubrechen.

Ebenso unrichtig ist es, das Suizide ohne Vorwarnung geschehen. Der Kranke äußert sich in den meisten Fällen über seine schreckliche Situation.
Aussprüche wie: „Hat ja doch alles keinen Sinn mehr“ oder „...besser man macht Schluss“ sind Warnsignale die an Brisanz kaum zu überbieten sind.
Nehmen Sie solche Aussprüche unbedingt ernst! Holen sie sich gegebenenfalls Hilfe!

Ins Reich der Märchen gehört auch die Annahme, dass man einen Selbstmörder mit der konfrontativen Aufforderung „...dann mach es doch“ von seinen Plänen abbringen kann.
Jemand der offen oder versteckt von Selbstmord spricht, ist völlig verzweifelt.
Eine derartig herzlose Äußerung kann dramatische Folgen haben und unter Umständen Auslöser für eine Handlung des Kranken sein, die von größter Tragweite ist.

Die Sichtweise des Kranken ist durch die Depression so dramatisch verändert, dass selbst der schreckliche Gedanke an den Freitod angenehm erscheint.

Falls Sie selbst mit dem Gedanken spielen Ihrem Leben ein Ende zu setzen, bedenken Sie die Endgültig dieses äußerst drastischen Schrittes.
In der Regel will man nicht sterben, sondern der Leidensdruck hat eine Intensität erreicht, die man nicht mehr ertragen kann. Selbst der Tod erscheint angenehm gemessen an dem gerade erlebten Leiden.

Das Gute an der Situation ist, dass es Hilfe bei Depressionen gibt. Keine andere Erkrankung des Gehirns ist so leicht heilbar wie Depressionen.
Links oben in der Navigation finden Sie den Punkt „Erste Hilfe“. Dort haben wir nach Postleitzahlen sortiert Adressen zusammengestellt, die Ihnen in akuten Phasen der Depression eine Hilfe sein können.
Geben Sie sich und Ihren Angehörigen die Chance es wenigstens noch ein Mal zu versuchen.
Bedenken Sie auch, dass Sie mit einem Selbstmord nicht nur Ihr Leben zerstören sondern auch das Ihrer Lieben und Angehörigen.
Haben Sie schon Mal mit jemandem gesprochen, dessen Ehepartner, Kind oder Elternteil sich das Leben genommen hat? 

Therapien

Der Ansatz ist, Gedanken (Kognitionen) zu ändern, oder einfacher ausgedrückt,
erworbene, krankmachende, falsche Gedankengänge zu erkennen und zu korrigieren.
Ein solcher Gedanke wäre zum Beispiel: „Ich bin nichts wert. Alles was ich mache ist falsch. Niemand mag mich.“
Durch Veränderungen von negativ ablaufenden Gedankenketten, lässt sich die Grundstimmung sowie das eigene Verhalten ändern.

Die kognitive Verhaltenstherapie wird bei vielfältigen psychologischen Störungen eingesetzt. Sie hat eine hohe Erfolgsquote und wird von speziell ausgebildeten Ärzten oder Psychotherapeuten durchgeführt und umfasst in der Regel 20- 40 Therapiestunden.
Es gibt Einzel- und Gruppensitzungen, je nach Art und Schwere der Erkrankung.

Im Zusammenspiel mit einer medikamentösen Behandlung sind beispielsweise bei Depressionen sehr hohe Heilungschancen gegeben.

Die Vorgehensweise bei der Verhaltenstherapie ist wie folgt.

In der ersten Phase informiert der Therapeut den Patienten über Ziele und Ablauf der Behandlung, sowie über deren wahrscheinliche Dauer. Der Patient erhält seine Diagnose und wird umfassend über seine Erkrankung informiert. Der Patient bekommt Informationen und Literatur über seine Erkrankung ausgehändigt.

In der zweiten Phase erfolgt eine Selbst-Reflektierung des Patienten. Dies geschieht in Form von Stimmungs-Tagebüchern. In diese trägt der Patient mehrmals am Tag zu festgelegten Zeiten seine augenblickliche Stimmung in Form von Schulnoten ein.
Auf diese Weise fallen ihm Zusammenhänge zwischen Gedanken, Erlebnissen und seinen augenblicklichen Stimmungen auf.

Aus der Auswertung der Tagebücher ergibt sich in der dritten Phase nun ein Handlungsansatz, der dem Patienten Lösungswege, für bisher für ihn schädliche Handlungen aufzeigt.

Um zu verhindern, dass der Patient sich nun in ein Schneckenhaus zurückzieht, wird in der vierten Phase begonnen ein Aktivitätsplan zu erstellen.
Dazu gehören kurze Spaziergänge, kleine Belohnungen, zum Beispiel eine Tasse Kaffee in der Stadt.

In Phase fünf wird mit destruktiven Gedankengängen aufgeräumt und mit dem Patienten neue gedankliche Abläufe und Handlungsweisen eingeübt.

In der letzten Phase wird sogenannte Rückfallprophylaxe betrieben.
Der Patient wird mit sogenannten Frühwarnzeichen einer wiederkehrenden Depression vertraut gemacht, ihm wird ein Notfallplan an die Hand gegeben, um auf eventuelle Rückfälle gezielt und sicher eingehen zu können. 

Eine gute Möglichkeit Depressionen zu behandeln ist die Lichttherapie.
Bei diesem inzwischen wissenschaftlich anerkannten Verfahren, wird der Patient sehr hellem cirka 10.000 Lux starkem, blendfreiem Licht ausgesetzt. Wobei ein Lux etwa der Leuchtstärke einer Kerze entspricht.

Dabei schaut er wahlweise für 30 Minuten direkt oder für etwa 2 Stunden indirekt in die Lichtquelle. Bevorzugte Zeit für die Anwendung ist unmittelbar nach dem morgendlichen Erwachen.
Wichtig ist dabei lediglich, dass das Licht auf die Netzhaut fällt.

Wie wirkt die Lichttherapie?
Jede Depression wird durch eine zu hohe Konzentration des Neurotransmitters Melantonin und somit einem Mangel an Serotonin, dessen Abbauprodukt das Melantonin ist, im Gehirn ausgelöst.
Es ist nachgewiesen, dass besonders in der zweiten Nachthälfte Melantonin im Gehirn produziert wird.

Wenn die Lichttherapie unmittelbar nach dem Erwachen durchgeführt wird, wird die Produktion von Melantonin fast schlagartig eingestellt. Es kommt dadurch zu einem positiven Stimmungsumschwung.
Symptome wie Angst, Denk- und Gefühlshemmung, Schlaf-, Konzentrations- und Verhaltensstörungen lassen nach.

Kann das Serotonin seine Aufgaben wieder erfüllen und Informationen von Gehirnzelle zu Gehirnzelle transportieren, kann man besser schlafen, fühlt sich besser und hat eine höhere Leistungsfähigkeit.

In den skandinavischen Ländern, die im Winter unter einem Mangel an natürlichem Tageslicht leiden, wird die Lichttherapie seit längerer Zeit gegen Winterdepressionen eingesetzt.

Doch auch an anderen Formen der Depression, wie zum Beispiel die Altersdepression, reagieren positiv auf diese Form der Therapie.
Doch sollten bei diesen, die herkömmlichen Behandlungsmethoden, wie Verhaltenstherapie und medikamentöse Behandlung, nicht außer acht gelassen werden.

Auch Fluggesellschaften wenden die Lichttherapie inzwischen gegen Jetlag an.

Antidepressiva sind eine Gruppe von Medikamenten mit höchst unterschiedlicher Wirkungsweise.
Doch verfolgen alle das gleiche Ziel.
Sie sollen eine Verbesserung und Steigerung des Antriebes bewirken.

Wie geschieht das?
Im menschlichen Gehirn spielen Botenstoffe, sogenannte Neurotransmitter eine sehr wichtige Rolle.
Sie überbringen Botschaften, die unser Befinden betreffen, an „Empfänger“.
Diese „Empfänger“ und „Sender“ nennt man Synapsen. Die Botenstoffe heißen Serotonin, Noradrenalin und Dopamin.
Stark vereinfacht gibt es drei Störungen dieser Botenstoffe, die Depressionen auslösen können.
Es gibt Störungen der aussendenden Stelle, es gibt eine Störung der Stelle, an der die Botenstoffe andocken und es gibt ein Zuviel oder Zuwenig an Botenstoffen.
Wieder stark vereinfacht gibt es jetzt drei Gruppen von Medikamenten.
Eine Gruppe wirkt auf die aussendende Synapse, eine auf die Andockstelle, und eine Gruppe reguliert die Menge der Botenstoffe im Gehirn.
In Wirklichkeit ist das wesentlich komplizierter, doch um ein Grundverständnis der Wirkungsweise der Medikamente zu bekommen, ist dieses Beispiel sehr anschaulich.

Zusätzlich sollen die Medikamente noch verschiedene Begleiterscheinungen der Depression mit regulieren.
Die Medikamente der einzelnen Gruppen werden noch mit anderen Wirkstoffen kombiniert, um beispielsweise eine Manie, Unruhezustände, Schlafstörungen und Ähnliches mit zu therapieren.

Ein großer Unsicherheitsfaktor bei der Einnahme von Psychopharmaka sind die Nebenwirkungen.
Die große Frage beim Verschreiben von diesen Medikamenten ist immer, werde ich mich durch die Einnahme der Präparate verändern?
Haben die Mittel Auswirkungen auf meine Persönlichkeit? Werde ich zum sabbernden Zombie?
Die Antwort ist ein klares NEIN!
Es gibt selbstverständlich Nebenwirkungen wie bei allen Medikamenten. Doch diese sind bei den modernen Mitteln eher gering und auch abhängig von verschiedenen Faktoren.
Da Antidepressiva eine relativ lange Anlaufzeit haben, bevor sie beginnen zu wirken, kann es schon vorkommen, dass eventuelle Nebenwirkungen schon vor Beginn des Wirkens der Medizin festzustellen sind.
Diese fallen aber verglichen mit den Leiden einer Depression fast nicht ins Gewicht.

Zusätzlich zur medikamentösen Behandlung wird noch eine kognitive Verhaltenstherapie empfohlen, um erlernte, schädliche Verhaltensmuster zu erkennen und zu ändern.