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Häufig gestellte Fragen zu Depressionen

Der Ansatz ist, Gedanken (Kognitionen) zu ändern, oder einfacher ausgedrückt,
erworbene, krankmachende, falsche Gedankengänge zu erkennen und zu korrigieren.
Ein solcher Gedanke wäre zum Beispiel: „Ich bin nichts wert. Alles was ich mache ist falsch. Niemand mag mich.“
Durch Veränderungen von negativ ablaufenden Gedankenketten, lässt sich die Grundstimmung sowie das eigene Verhalten ändern.
 
Die kognitive Verhaltenstherapie wird bei vielfältigen psychologischen Störungen eingesetzt. Sie hat eine hohe Erfolgsquote und wird von speziell ausgebildeten Ärzten oder Psychotherapeuten durchgeführt und umfasst in der Regel 20- 40 Therapiestunden.
Es gibt Einzel- und Gruppensitzungen, je nach Art und Schwere der Erkrankung.
 
Im Zusammenspiel mit einer medikamentösen Behandlung sind beispielsweise bei Depressionen sehr hohe Heilungschancen gegeben.
 
Die Vorgehensweise bei der Verhaltenstherapie ist wie folgt.
 
In der ersten Phase informiert der Therapeut den Patienten über Ziele und Ablauf der Behandlung, sowie über deren wahrscheinliche Dauer. Der Patient erhält seine Diagnose und wird umfassend über seine Erkrankung informiert. Der Patient bekommt Informationen und Literatur über seine Erkrankung ausgehändigt.
 
In der zweiten Phase erfolgt eine Selbst-Reflektierung des Patienten. Dies geschieht in Form von Stimmungs-Tagebüchern. In diese trägt der Patient mehrmals am Tag zu festgelegten Zeiten seine augenblickliche Stimmung in Form von Schulnoten ein.
Auf diese Weise fallen ihm Zusammenhänge zwischen Gedanken, Erlebnissen und seinen augenblicklichen Stimmungen auf.
 
Aus der Auswertung der Tagebücher ergibt sich in der dritten Phase nun ein Handlungsansatz, der dem Patienten Lösungswege, für bisher für ihn schädliche Handlungen aufzeigt.
 
Um zu verhindern, dass der Patient sich nun in ein Schneckenhaus zurückzieht, wird in der vierten Phase begonnen ein Aktivitätsplan zu erstellen.
Dazu gehören kurze Spaziergänge, kleine Belohnungen, zum Beispiel eine Tasse Kaffee in der Stadt.
 
In Phase fünf wird mit destruktiven Gedankengängen aufgeräumt und mit dem Patienten neue gedankliche Abläufe und Handlungsweisen eingeübt.
 
In der letzten Phase wird sogenannte Rückfallprophylaxe betrieben.
Der Patient wird mit sogenannten Frühwarnzeichen einer wiederkehrenden Depression vertraut gemacht, ihm wird ein Notfallplan an die Hand gegeben, um auf eventuelle Rückfälle gezielt und sicher eingehen zu können.

Schmerzen können depressiv machen.
 
Besonders bei Erkrankten mit chronischen Schmerzen besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit an einer Depression zu erkranken.
Mit dazu beitragen dürfte sicherlich auch, dass Patienten mit chronischen Schmerzen großen seelischen Belastungen ausgesetzt sind, die sie oftmals daran hindern, in normaler Weise am Alltag teilzunehmen.
Durch die erfolgende Isolation von der Umwelt aber auch durch die permanent hohe Belastung können sich Depressionen entwickeln.
 
Fast 65 % aller depressiv Erkrankten klagen beim ersten Arztbesuch über Symptome wie Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen, sowie über Verspannungen.
Viele geben an, vorrangig wegen ihrer Schmerzsymptomatik den Arzt aufgesucht zu haben.
Ein anderer Teil klagte über Symptome wie Appetitlosigkeit, Schlafmangel oder Schwindel.
Trotz dieser Zahlen denkt nur etwa jeder dritte Arzt daran, seine Patienten zu Symptomen der Depression zu befragen.
 
Weniger bekannt dürfte dagegen die Tatsache sein, dass Depressionen auch Schmerzen auslösen.
 
In einer amerikanischen Studie wurden 70 Frauen mit Depressionen und etwa halb soviel Nichtdepressive untersucht und befragt.
Etwa die Hälfte der depressiven Frauen gab an, unter leichten Schmerzen zu leiden.
Je stärker die Intensität der Depression ausgeprägt war, umso höher war der Grad des Schmerzes.
Um zu überprüfen, ob die empfundenen Schmerzen auch objektiv nachzuweisen sind, entnahmen die Ärzte den Probandinnen Blut zur Untersuchung.
Bei Schmerzen werden im Blut bestimmte Substanzen freigesetzt. Die Werte waren bei allen depressiven Frauen erhöht.
 
Mitverantwortlich für die Häufung von schmerzhaften Erkrankungen bei Depressiven wird auch der Mangel an Schlaf, verursacht durch Schlafstörungen, gemacht.
Doch auch Ängste, das Gefühl zu Versagen und andere Streßfaktoren können Auslöser sein.
 

Diese Nacht scheint mal wieder kein Ende zu nehmen.
Unruhig und müde wälzt man sich von einer Seite auf die andere, doch der Schlaf will und will nicht kommen.
Der Kopf ist voll mit Gedanken, die man schon mindestens eine Millionen mal gedacht hat.
Mit Grauen denkt man an den nächsten Tag, den man wieder völlig übermüdet und erschöpft meistern muss.
So oder so ähnlich erleben Depressive Schlafstörungen.
 
Es gibt die Schlafstörung in unterschiedlichen Ausprägungen.
Man unterscheidet zwischen der Einschlaf- und der Durchschlafstörung und dem vorzeitigem Erwachen. Eine Kombination dieser Störungen ist möglich.
 
Diese Schlafstörungen können vielfältigste Ursachen haben.
Kummer, Freude und Sorgen können Auslöser dafür sein. Erst wenn die Leistungsfähigkeit während des Tages dauerhaft beeinträchtigt wird, spricht man von einer krankhaften Störung.
 
Im Allgemeinen kann man Störungen des Schlafes durch Verhaltensänderungen positiv beeinflussen. Dazu zählen keine aufregenden Filme mehr unmittelbar vor dem Einschlafen. Ebenso wird davon abgeraten, Kaffee oder Alkohol zu trinken.
Alkohol ist tatsächlich ein Schlafräuber, auch wenn allgemein das Gegenteil angenommen wird. Auch das Raumklima kann sich negativ auf unser Schlafverhalten auswirken.
 
Besonders an Depressionen Erkrankte berichten oft von einem Unvermögen die Nacht schlafend zu verbringen.
Oft wachen diese mitten in der Nacht auf und können aufgrund starken Grübelzwanges nicht wieder einschlafen. Derselbe Zwang ist auch dafür verantwortlich, dass depressiv Erkrankte oft erst tief in der Nacht in Schlaf fallen.
Der nächste Tag wird dann oft als besonders belastend wahrgenommen.
 
Kollegen, Familie und Freunde des Betroffenen leiden vielfach mit unter der Schlafstörung des Betroffenen. Sie müssen mit der Reizbarkeit und Unkonzentriertheit des Betroffenen zurechtkommen.
Dauern die Schlafstörungen über einen längeren Zeitraum an, verstärken die negativen Reaktionen aus dem Umfeld das Leiden für den Depressiven noch.
 
Abhilfe schafft hier nur die Konsultation des Arztes und eine Behandlung der auslösenden Faktoren.

Das Krankheitsbild einer Depression zu beschreiben, ist fast nicht möglich. Zu vielfältig und vielschichtig sind die Erscheinungsformen der Krankheit.
Es ist auch nicht möglich zu sagen ein Depressiver ist schwermütig und niedergeschlagen. Wer je einen an Depression erkrankten in einer manischen Phase erlebt hat, ist von vermeintlichen Klarheit der Krankheitssymptome nicht mehr überzeugt.
 
Relativ typische Merkmale sind gestörtes Zeitempfinden, Freudlosigkeit, Schwermut, Elendigkeit, Antriebslosigkeit, Erschöpfbarkeit, Schamgefühle, Unruhe, Interesselosigkeit, Aggressivität, Reizbarkeit, Überempfindlichkeit, Gedächtnisstörungen, Minderwertigkeitsgefühle, Entscheidungsunfähigkeit, Grübelzwang, Angstzustände, Panikattacken, Verarmungsideen, Entfremdungserlebnisse, Zwangsgedanken, Emotionslosigkeit, Lebensmüdigkeit, Zwangsgedanken, Hypochondrie, Schuldgefühle, Versündigungswahn, Sinnestäuschungen, Halluzinationen, Wahrnehmungstörungen, gestörtes Zeitempfinden.
 
Dazu kommen noch körperliche Symptome wie Appetitlosigkeit, Muskel-, Rücken- , Gelenkschmerzen, Verspannungen, Herz- und Kreislaufstörungen, Schlafstörungen, Alpträume, Gewichtsverlust und sexuelle Störungen.
 
Hinzu kommen Störungen des Antriebes wie Unruhe, Getriebenheit, Mattigkeit.
 
Die Merkmale können alle auftreten, müssen jedoch nicht. Schon zwei oder auch Symptom(e) können Indikatoren für eine nahende Depression sein.
 
Die Auslöser für diese schwere Erkrankung sind ebenso verschieden wie das Krankheitsbild selbst.
Gründe sind dauernde Überbelastung (Burnout), reaktive Faktoren, zum Beispiel nach dem Verlust lieber Menschen, jahreszeitliche Auslöser wie bei der Winterdepression, andauernde zwischenmenschliche Probleme, Schwangerschaft (die Wochenbettdepression) und erbliche Belastungen.
 
Aus diesen Auslösern und Symptomen, lassen sich folgende Krankheitsbilder benennen.
 
Depressive Episode, bipolare Störung, depressive Neurose, Major Depression, larvierte und endogene Depression, Winterdepression, Wochenbettdepression, organische Depression, Altersdepressionen, reaktive Depressionen, manische Depression, Entwurzelungs- und Erschöpfungsdepression.
 
Sie sehen also, das Bild der Depression ist unglaublich vielfältig, wird in den letzten Jahren von den Ärzten immer besser erkannt und behandelt.
Seriöse Zahlen gehen davon aus das in Europa 20- 25% der Menschen an mehr oder minder stark ausgeprägten Depressionsymptomen leiden.
Es gibt jedoch keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken.
Die Depression ist eine der am leichtesten zu behandelnden psychischen Erkrankungen.
 
Trotzdem sollte man sie nicht auf die leichte Schulter nehmen. Depressionen gehören aufgrund des hohen Selbsttötungsrisikos zu den potentiell tödlichsten Erkrankungen.
Nehmen Sie deshalb schnellstmöglich Hilfe in Anspruch wenn sie den Verdacht hegen, an einer Form der Depression erkrankt zu sein.

Verbunden mit einer Depression sind oft Essstörungen.
Vielfach wird über Appetitlosigkeit geklagt.
Das Essen schmeckt nicht mehr und der Kranke, der sowieso schon mit Antriebslosigkeit zu kämpfen hat, muss sich regelrecht zum Essen zwingen.
Die allgemeine Kraftlosigkeit tut ein Übriges. Es gibt Kranke, die davon berichteten, keine Kraft zum Essen gehabt zu haben.
Gewichtsverluste von bis zu 20 Kilogramm sind keine Seltenheit.
Die Regelstellen im Körper, die sonst Hunger melden und dadurch für eine regelmäßige Nahrungsaufnahme sorgen, funktionieren nicht mehr.
Manche bezeichnen die Depression auch als eine Art Winterschlaf des Körpers. Körperliche Grundfunktionen werden auf Sparflamme gefahren.
 
Andere Kranke legen einen gesteigerten Appetit an den Tag und stopfen wahllos alles in sich hinein, was Küche und Kühlschrank hergeben.
Wobei dem Verzehr von kohlehydrathaltigen Lebensmitteln eindeutig der Vorzug gegeben wird.
In dieser, etwas weniger häufigen Variante der Erkrankung, kann es zu, zum Teil erheblichen, Gewichtszunahmen kommen.
 
Andere Kranke ernähren sich sehr einseitig, essen zum Beispiel nur noch Schokolade oder Obst.
 
In jedem Falle ist der Arzt zu konsultieren.
Grundlegend muss gegen die Ursachen der Depression vorgegangen werden.
Ob medikamentös oder über Verhaltensänderungen, muss der jeweilige Arzt entscheiden.
Doch in den vorliegenden Fällen helfen auch appetitanregende Mittel oder extrem nährstoffreiche Spezialnahrungsmittel, sogenannte Kosmonautennahrung.
 
An diesem Beispiel kann man die extrem unterschiedlichen Gesichter einer Depression sehr anschaulich erkennen.
Was die Diagnostizierung der Erkrankung ausserordentlich schwierig macht.
 

Antidepressiva sind eine Gruppe von Medikamenten mit höchst unterschiedlicher Wirkungsweise.
Doch verfolgen alle das gleiche Ziel.
Sie sollen eine Verbesserung und Steigerung des Antriebes bewirken.
 
Wie geschieht das?
Im menschlichen Gehirn spielen Botenstoffe, sogenannte Neurotransmitter eine sehr wichtige Rolle.
Sie überbringen Botschaften, die unser Befinden betreffen, an „Empfänger“.
Diese „Empfänger“ und „Sender“ nennt man Synapsen. Die Botenstoffe heißen Serotonin, Noradrenalin und Dopamin.
Stark vereinfacht gibt es drei Störungen dieser Botenstoffe, die Depressionen auslösen können.
Es gibt Störungen der aussendenden Stelle, es gibt eine Störung der Stelle, an der die Botenstoffe andocken und es gibt ein Zuviel oder Zuwenig an Botenstoffen.
Wieder stark vereinfacht gibt es jetzt drei Gruppen von Medikamenten.
Eine Gruppe wirkt auf die aussendende Synapse, eine auf die Andockstelle, und eine Gruppe reguliert die Menge der Botenstoffe im Gehirn.
In Wirklichkeit ist das wesentlich komplizierter, doch um ein Grundverständnis der Wirkungsweise der Medikamente zu bekommen, ist dieses Beispiel sehr anschaulich.
 
Zusätzlich sollen die Medikamente noch verschiedene Begleiterscheinungen der Depression mit regulieren.
Die Medikamente der einzelnen Gruppen werden noch mit anderen Wirkstoffen kombiniert, um beispielsweise eine Manie, Unruhezustände, Schlafstörungen und Ähnliches mit zu therapieren.
 
Ein großer Unsicherheitsfaktor bei der Einnahme von Psychopharmaka sind die Nebenwirkungen.
Die große Frage beim Verschreiben von diesen Medikamenten ist immer, werde ich mich durch die Einnahme der Präparate verändern?
Haben die Mittel Auswirkungen auf meine Persönlichkeit? Werde ich zum sabbernden Zombie?
Die Antwort ist ein klares NEIN!
Es gibt selbstverständlich Nebenwirkungen wie bei allen Medikamenten. Doch diese sind bei den modernen Mitteln eher gering und auch abhängig von verschiedenen Faktoren.
Da Antidepressiva eine relativ lange Anlaufzeit haben, bevor sie beginnen zu wirken, kann es schon vorkommen, dass eventuelle Nebenwirkungen schon vor Beginn des Wirkens der Medizin festzustellen sind.
Diese fallen aber verglichen mit den Leiden einer Depression fast nicht ins Gewicht.
 
Zusätzlich zur medikamentösen Behandlung wird noch eine kognitive Verhaltenstherapie empfohlen, um erlernte, schädliche Verhaltensmuster zu erkennen und zu ändern.

Sie kommt ohne jede Vorwarnung und ohne jeden Grund.
Das Herz schlägt plötzlich rasend, Schweiß perlt auf der Stirn, man zittert am ganzen Körper, hat Atemnot, ein beklemmendes Gefühl im Brustkorb, hyperventiliert, sieht manchmal nichtvorhandene Dinge oder Personen und fühlt sich mehr als unwohl.
Man hat das Gefühl, nicht man selbst zu sein, oder neben sich zu stehen.
Symptome einer typischen Angst- oder Panikattacke, die zwar alle miteinander auftreten können, aber nicht müssen.
 
Im ursprünglichen Sinne ist Angst eine Schutz- und Erhaltungshandlung unseres Körpers.
In früheren Zeiten, als die Nahrungsbeschaffung oft mit direkter Lebensgefahr verbunden war, und man sich sein Essen mit Pfeil und Bogen jagen musste, war die Angstattacke oft lebensrettend.
Sie brachte uns in Sekundenbruchteilen in die Lage, mit aller zu Verfügung stehenden Energie vor einem Angreifer zu flüchten oder uns zum Kampf zu stellen.
 
Dazu wurden im Gehirn verschiedene sogenannte Indolamine ausgeschüttet, zu denen auch das Adrenalin und Serotonin gehören.
Unter anderem wird die Verfügbarkeit der körpereigenen Kräfte dadurch wesentlich erhöht, gleichzeitig hat man ein vermindertes Schmerzempfinden und verfügt über ein besseres Hör- und Sehvermögen.
Man ist bereit für Flucht oder Angriff.
 
Im Gegenzug zu dieser wünschenswerten und positiven Reaktion unseres Körpers gibt es noch die Angststörung, bei der die obengenannten Symptome ohne jeden äußeren Anlass ausgelöst werden.
Den Betroffenen ist oft nicht klar, dass die in Ihrem Körper wahrgenommen Reaktionen Teil dieser Angststörung sind.
Vielmehr haben Betroffene den Eindruck kurz vor einer Herzattacke zu stehen, jeden Moment den Verstand zu verlieren, überzuschnappen oder etwas absolut Irrationales zu tun.
 
Ausgelöst werden Angstattacken oft durch emotionale und gedankliche Fehlinterpretationen körperlicher Wahrnehmungen.
Zum Beispiel verstärkt die Angst vor einem Herzinfarkt die Symptome der Angstattacke.
Man achtet verstärkt auf Angstsymptome und erwartet schon die entsprechende Reaktion darauf.
Bei einigen Kranken können sich diese Panikattacken auch über einen längeren Zeitraum erstrecken, dann aber mit abgeschwächten Angstreaktionen.
 
Angstattacken gehen oft mit anderen psychischen Störungen einher. Wie zum Beispiel Depressionen, Phobien oder dem Posttraumatischen Belastungssyndrom.
Aber auch Drogen wie Cannabis und LSD können Angststörungen auslösen. Bei den letztgenannten Auslösern können die Symptome auch nach einem Absetzen der Rauschmittel als chronische Erkrankung erhalten bleiben.
 
Wenn Sie selbst von Angststörungen betroffen sind, holen Sie sich Hilfe. Sie werden sehen, dass sich Ihre Angststörungen schon nach kurzer Zeit in Wohlgefallen auflösen werden, wenn sie richtig behandelt werden.
 

Eine gesunde Angst ist etwas absolut Natürliches und Begrüßenswertes.
Sie hält uns davon ab, Dinge zu tun, die uns Schaden zufügen können, oder macht uns bereit für Flucht oder Angriff in Gefahrensituationen.
Die Angst davor, eine Schlange zu berühren, in eine Flamme zu fassen oder halsbrecherisch an einem Felsüberhang zu turnen, sind solche Ängste.
Oder den Kampf mit einem angreifenden wilden Tier zu wagen, oder doch besser die Flucht zu ergreifen. Die Angst macht uns, unter anderem mit einer heftigen Adrenalinausschüttung, zu beidem bereit.
Ängste dienen unserem Schutz.
 
Doch neben diesen Ängsten gibt es auch erworbene und krankhafte Ängste.
Ein Beispiel zur erlernten Angst.
Ein Frau wird in ihrer Kindheit von einem Hund gebissen und entwickelt aufgrund dieses Erlebnisses eine Hundephobie. Jahre später erzählt sie ihrem eigenem Kind immer wieder wie gefährlich und böse Hunde doch sind.
Ohne jemals negative Erfahrungen mit dieser Tierrasse gemacht zu haben, wird das Kind einem Hund zumindest mit größter Skepsis begegnen.
Man spricht von einer erlernten Angst.
 
Darüber hinaus gibt es Ängste, die durch psychische Krankheiten oder Störungen ausgelöst werden.
Die Depression ist zum Beispiel eine solche Krankheit, die mit mehr oder minder stark ausgeprägter Angst einhergeht.
In bestimmten Fällen kann sich diese Angst bis zu einer Angst- oder Panikattacke steigern, die von den Betroffenen als äußerst quälend und belastend empfunden wird.
Hierbei kann es durchaus vorkommen, dass die Symptome der Angst, noch vor den Symptomen der Depression, wahrgenommen werden. Doch auch die umgekehrte Reihenfolge ist möglich.
Hier kann der Fall eintreten, dass durch Depressionen ausgelöste Ängste die auslösende Depression noch verstärken. Der Betroffene befindet sich dann in einem Teufelskreis, aus dem es ohne Hilfe oftmals keine Entrinnen gibt.
 
Ängste haben die Aufgabe, uns zu einer Verhaltensänderung zu bewegen, zum Beispiel, nicht in die heiße Flamme zu fassen. Gelingt dies nicht, entwickelt die Angst ein Eigenleben und wird dadurch zum Problem.
Angststörungen, die nicht körperliche Ursachen haben, sind in der Regel relativ leicht durch eine Verhaltenstherapie zu bekämpfen.
Bei depressiv bedingten Ängsten ist vielfach der medikamentöse Lösungsweg der erfolgversprechendste.

Bei Depressiven die von Suchterkrankungen betroffen sind, muss man sich immer die Frage stellen, was war zuerst da. Die Depression oder die Sucht?
Erst nach Klärung dieser Frage, kann ein Therapievorschlag sinnvoll sein.

Warum ist diese Frage so wichtig?
Weil Suchtmittel (Alkohol, Drogen, Spielsucht) sowohl Auslöser als auch Kompensationsmethode für eine Depression sein können.

Ein Depressiver, der noch nicht in ärztlicher Behandlung ist, stellt nach dem Genuss von Alkohol plötzlich fest, dass es ihm wesentlich besser geht. Was liegt da näher als sich am Abend einen zu genehmigen? Der Erfolg rechtfertigt doch schließlich die Maßnahme.

Nein, genau das macht er nicht!
Alkohol macht süchtig wenn man regelmäßig trinkt. Reichen am Anfang noch ein oder zwei Flaschen Bier, so muss nach einiger Zeit die Dosis erhöht werden, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Der Weg in die Sucht ist vorgezeichnet.

Ein anderes Beispiel.
Ein Mensch trinkt über die Jahre zuviel und wird abhängig. Durch die Gegebenheiten der Sucht entwickelt sich bei diesem zusätzlich noch eine Depression.
Um jedem dieser Menschen helfen zu können, ist ein ganz anderer Therapieansatz nötig.
Deshalb ist es für suchtkranke Depressive wichtig, sich über diesen Sachverhalt klar zu werden.

Das Gleiche gilt auch für andere Suchtmittel.

Nach der Geburt kommt es bei vielen Frauen zu depressiven Stimmungsschwankungen, die Hormone spielen verrückt, der Körper verändert sich. Mit diesem Zustand kommen viele Frauen nach der Entbindung nicht zurecht.
Man spricht hier auch von postpartalen (nach der Niederkunft) oder postnatalen Depressionen.
Im Volksmund auch als Baby-Blues bekannt.
Man unterscheidet zwischen drei unterschiedlichen Kategorien der Wochenbettdepression.
 
Beim postpartalen Stimmungstief handelt es sich um „Heultage“, die in den ersten 10 Tagen nach der Geburt auftreten und auf die hormonellen Veränderungen zurückzuführen sind. Hierbei kommt es meist zu Traurigkeit, häufiges Weinen, Müdigkeit, Erschöpfung und Stimmungsschwankungen.
Meist verschwinden diese Symptome nach wenigen Tagen, wenn sie sich z.B. mit ihrem Partner aussprechen können und trösten lassen.
 
Die postpartale Depression kann jederzeit im ersten und zweiten Jahr nach der Geburt eintreten.
Es wird angenommen, dass etwa 20% aller Mütter betroffen sind.
Die postpartale Depression ist eine schleichende und durchaus schwerwiegende Erkrankung. Die Betroffenen leiden unter Traurigkeit, Müdigkeit, sexueller Unlust, Schuldgefühlen, Panikattacken und Ängsten, die sogar zu Selbstmordgedanken führen.
Häufig werden die Ursachen der Krankheit zu spät erkannt, da sich die Betroffenen nach aussen hin nichts anmerken lassen wollen, da von ihnen ja erwartet wird, dass sie eine glückliche Mutter sein müssen.
Charakteristisch für postpartale Depressionen sind Schuldgefühle. Die Betroffenen haben das Gefühl, dass sie ihr Kind nicht richtig versorgen und mit dem Kind nicht umgehen können.
Wichtig ist es, sich professionelle Hilfe zu suchen. Die Frau kann sich an ihren Gynäkologen, Hausarzt, Psychologen oder Psychotherapeuten wenden.
Wichtig ist, dass ein genauer Hormonstatus angefertigt wird, um organische Störungen ausschliessen zu können.
 
Die schwerste Form der Wochenbettdepressionen ist allerdings die postpartale Psychose, die in den ersten zwei Wochen nach der Entbindung auftreten kann. Sie zeichnet sich aus durch starke Antriebssteigerung, motorische Unruhe, Verworrenheit, Grössenwahn, Halluzinationen und Schizophrenie. Sie muss unbedingt ärztlich und medikamentös behandelt werden.

Morgens ist es schwer sich aus dem Bett zu erheben. Der Tag ist mindestens doppelt so anstrengend wie sonst. Hobbys und andere Freizeitaktivitäten sind mehr Last als Spass. Man ist ständig schlapp und müde.
Was ist nur mit mir los?
So, oder so ähnlich erleben viele Betroffene eine Winterdepression.
 
Winterdepressionen sind ein typisches Phänomen der nordischen Länder. In der Gegend um das Mittelmeer kommt sie so gut wie gar nicht vor. In Skandinavien sind diese Erkrankungen deutlich häufiger als in Deutschland. Sie ist saisonal bedingt und tritt vorrangig in den Wintermonaten auf.
Als Ursache werden Störungen des biologischen Tagesrhythmus angenommen.
 
Man geht davon aus, dass es in der dunklen Jahreszeit zu einer erhöhten Melantonin-Produktion kommt. Daraus resultierend kommt es zu einem niedrigeren Spiegel des Neurotransmitters Serotonin, dessen Abbauprodukt Melatonin ist.
Fatal ist, dass es gerade in den Wintermonaten zu einer erhöhten Melatoninproduktion kommt.
Die meisten Mediziner gehen davon aus, dass ein niedriger Serotoninspiegel sich verantwortlich für die meisten Depressionen zeigt.
 
Die typischen Symptome für eine Winterdepression sind, erhöhtes Schlafbedürfnis, verstärkter Appetit mit einer starken Neigung zu kohlehydrathaltigen Nahrungsmitteln und einer daraus resultierenden Gewichtszunahme. Übermässige Traurigkeit und allgemeine Energielosigkeit sind weiter Merkmale dieser Erkrankung.
 
Die Winterdepression tritt bei weitem nicht so häufig auf wie andere depressive Erkrankungen.
Doch handelt es sich bei den meisten Depressionen während der dunklen Jahreszeit um Winterdepressionen.
Frauen sind vier Mal so häufig betroffen wie Männer, aber auch Kinder und Jugendliche können erkranken.
 
Eine etwas mildere Erscheinungsform der Winterdepression ist der sogenannte Winter Blues.
Die Erkrankten fühlen sich schlapp und müde während er dunklen Wintertage.
Der Winterblues ist nicht wirklich eine richtige Depression. Die Symptomatik ist auch deutlich schwächer ausgeprägt.

Schmerzen können depressiv machen.
 
Besonders bei Erkrankten mit chronischen Schmerzen besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit an einer Depression zu erkranken.
Mit dazu beitragen dürfte sicherlich auch, dass Patienten mit chronischen Schmerzen großen seelischen Belastungen ausgesetzt sind, die sie oftmals daran hindern, in normaler Weise am Alltag teilzunehmen.
Durch die erfolgende Isolation von der Umwelt aber auch durch die permanent hohe Belastung können sich Depressionen entwickeln.
 
Fast 65 % aller depressiv Erkrankten klagen beim ersten Arztbesuch über Symptome wie Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen, sowie über Verspannungen.
Viele geben an, vorrangig wegen ihrer Schmerzsymptomatik den Arzt aufgesucht zu haben.
Ein anderer Teil klagte über Symptome wie Appetitlosigkeit, Schlafmangel oder Schwindel.
Trotz dieser Zahlen denkt nur etwa jeder dritte Arzt daran, seine Patienten zu Symptomen der Depression zu befragen.
 
Weniger bekannt dürfte dagegen die Tatsache sein, dass Depressionen auch Schmerzen auslösen.
 
In einer amerikanischen Studie wurden 70 Frauen mit Depressionen und etwa halb soviel Nichtdepressive untersucht und befragt.
Etwa die Hälfte der depressiven Frauen gab an, unter leichten Schmerzen zu leiden.
Je stärker die Intensität der Depression ausgeprägt war, umso höher war der Grad des Schmerzes.
Um zu überprüfen, ob die empfundenen Schmerzen auch objektiv nachzuweisen sind, entnahmen die Ärzte den Probandinnen Blut zur Untersuchung.
Bei Schmerzen werden im Blut bestimmte Substanzen freigesetzt. Die Werte waren bei allen depressiven Frauen erhöht.
 
Mitverantwortlich für die Häufung von schmerzhaften Erkrankungen bei Depressiven wird auch der Mangel an Schlaf, verursacht durch Schlafstörungen, gemacht.
Doch auch Ängste, das Gefühl zu Versagen und andere Streßfaktoren können Auslöser sein.
 

Fast jeder von uns hat in seinem Leben schon schlimme Schicksalsschläge ertragen müssen.
Der Verlust lieber Menschen, Trennung vom Partner, Verlust des Arbeitsplatzes, Verlust der Heimat, gute Freunde die in einen anderen Ort ziehen, aber auch scheinbar banale Sachen, wie der Tod eines Haustieres.
 
Manchmal stecken wir diese relativ schadlos weg, doch unter bestimmten Voraussetzungen entwickelt sich bei manchen Menschen eine sogenannte Belastungs-Depression. Auch depressive Erlebnisreaktion, psychoreaktive Depression, abnorme depressive Belastungssituation oder depressive Reaktion genannt.
 
Reaktiv deshalb, weil sie als Reaktion auf ein auslösendes Ereignis eintreten.
Täglich haben wir mit auftretenden Problemen zu kämpfen. Manchmal gibt es plötzlich auftretende Belastungen, die wir nicht mehr tragen können und unter denen wir zusammenbrechen.
 
Dieses Krankheitsbild ist geschlechterunabhängig. Doch tritt diese Erkrankung bei Männern und Frauen in unterschiedlichen Lebensphasen auf.
Bei Frauen ist besonders die Zeit vor den Wechseljahren kritisch, beim Mann hingegen in der Zeit vor dem Ende der beruflichen Laufbahn.
Bei beiden Geschlechtern ist eine besondere Häufung in dem Zeitraum zwischen Pubertät und den mittleren Lebensjahren zu verzeichnen.
Auch die Auslöser sind bei Männern und Frauen unterschiedlich.
Sind es beim Mann eher berufliche Konkurrenzsituationen, Übergangenwerden bei der Beförderung, schlechte Karrierechancen, schlechte Auftragslage bei Selbstständigen, finanzielle Sorgen oder familiäre Probleme, so sind die Auslöser bei der Frau ganz anderer Art.
Beim weiblichen Geschlecht kommen Auslöser wie Enttäuschungen in der Liebe und Partnerschaft, bei alleinstehenden Frauen oft die Angst vor Vereinsammung und Isolierung in Betracht.
 
Die Erkrankung kann sich über eine Dauer von wenigen Tagen bis zu mehreren Monaten hinziehen.
Besonders bei älteren Männern ist eine längere Dauer von traurigen Verstimmungen zu beobachten.
 
Die Betroffenen fühlen sich nicht im eigentlichen Sinne krank, sondern eher verzweifelt unter das belastende Ereignis gedrückt. Ausgeprägte Niedergeschlagenheit, Interessenlosigkeit, Hilflosigkeit und Apathie bestimmen den Alltag.
 
Betroffene finden in Hilfe beim Arzt.
Als beste Therapiemöglichkeiten gelten eine Kombination von Krisenintervenierender Gesprächstherapie und medikamentöser Behandlung.
In der Regel werden ziemlich schnell Behandlungsfortschritte erzielt.

Die manische Depression ist auch unter dem Namen bipolare Störung bekannt.
Die Betroffenen leiden unter, willentlich nicht steuerbaren, extremen Schwankungen des Antriebes, der Stimmung und der Aktivität.
 
Während der depressiven Phase kommt es zu typischen Symptomen einer Depression, wie übermäßige Niedergeschlagenheit und Traurigkeit.
Das Leben wird als düster und nicht lebenswert wahrgenommen. Während besonders starker depressiver Schübe kann eine verstärkte Neigung zur Selbsttötung auftreten.
 
Die manische Phase ist gekennzeichnet durch gesteigerten Antrieb, Rastlosigkeit und eventuell Reizbarkeit. Betroffene nehmen die Realität stark verzerrt wahr und sind nicht in der Lage, Ereignisse in ihrem Leben realitätsnah zu werten und zu verstehen.
 
Es treten auch gemischte Phasen auf, die sich durch gesteigerten Antrieb und gedrückter Stimmung auszeichnen.
Diese Phase ist besonders gefährlich, da durch gesteigertem Antrieb und der falschen Deutung von Erlebnissen die Suizidneigung deutlich ansteigt.
 
Während der beiden Extremphasen können auch Perioden der scheinbaren Normalität eintreten.
 
Bipolar Gestörte schwanken jedoch nicht nur zwischen Manie und Depression, sondern zusätzlich noch im Intervall zwischen akuten Krankheitsphasen, extrem verzerrtem Wahrnehmen der Wirklichkeit und Erleben.
 
Die Erkrankung beginnt oft im frühen Erwachsenenalter und kann sich entscheidend auf die Lebensführung des Betroffenen auswirken, da die Erkrankung oftmals erst sehr spät entdeckt wird.
Gerade weil die Krankheit oft schon bei jungen Menschen ausbricht die noch nicht über eine gefestigte Persönlichkeit verfügen.
Die Lebensläufe der Kranke weisen oft konträre Richtungswechsel auf.
Oft hatten die Betroffenen grosse Schwierigkeiten in der Lehrausbildung oder im Berufsleben.
Aber auch einige kriminelle Karrieren sind durch diese Krankheit begründet.
 
Wenn man auch leichtere Fälle der Erkrankung berücksichtigt sind etwa 3-4 % der Bevölkerung betroffen.
 
Die Krankheit wird auch immer wieder mit Kreativität in Verbindung gebracht, da in der manischen Phase oft gewagte Projekte gestartet werden. Doch sollte man sich hüten die Krankheit zu idealisieren. Sie ist potentiell tödlich und gefährlich.

Die larvierte (verkleidete, versteckte) Depression ist eine Form der Erkrankung, die am schwersten zu diagnostizieren ist.
Oftmals versteckt sie sich hinter einer Vielzahl körperlicher Symptome.
Der Patient klagt über Schmerzen an Organen und Körperteilen, es kann zu starkem Gewichtsverlust oder starker Gewichtszunahme durch Essstörungen kommen, einige haben Schwindelgefühle oder sind chronisch müde und abgeschlagen.
Sie haben Mundtrockenheit, Bauch-, Kopf- und Herzschmerzen. Die Beschwerden sind wechselnd, diffus und schwer einzugrenzen.
Oftmals haben die Patienten eine regelrechte Ärzteodyssee hinter sich mit ebenso vielen unterschiedlichen Diagnosen.
Einige Fachleute vertreten auch die These, dass die Krankheit Fibromyalgie in Wirklichkeit eine larvierte Depression sei.
 
Als Therapie sind medikamentöse Behandlung, begleitende Psychotherapie und unterstützende Maßnahmen wie Lichttherapie empfohlen.

Das Krankheitsbild einer Depression zu beschreiben, ist fast nicht möglich. Zu vielfältig und vielschichtig sind die Erscheinungsformen der Krankheit.
Es ist auch nicht möglich zu sagen ein Depressiver ist schwermütig und niedergeschlagen. Wer je einen an Depression erkrankten in einer manischen Phase erlebt hat, ist von vermeintlichen Klarheit der Krankheitssymptome nicht mehr überzeugt.
 
Relativ typische Merkmale sind gestörtes Zeitempfinden, Freudlosigkeit, Schwermut, Elendigkeit, Antriebslosigkeit, Erschöpfbarkeit, Schamgefühle, Unruhe, Interesselosigkeit, Aggressivität, Reizbarkeit, Überempfindlichkeit, Gedächtnisstörungen, Minderwertigkeitsgefühle, Entscheidungsunfähigkeit, Grübelzwang, Angstzustände, Panikattacken, Verarmungsideen, Entfremdungserlebnisse, Zwangsgedanken, Emotionslosigkeit, Lebensmüdigkeit, Zwangsgedanken, Hypochondrie, Schuldgefühle, Versündigungswahn, Sinnestäuschungen, Halluzinationen, Wahrnehmungstörungen, gestörtes Zeitempfinden.
 
Dazu kommen noch körperliche Symptome wie Appetitlosigkeit, Muskel-, Rücken- , Gelenkschmerzen, Verspannungen, Herz- und Kreislaufstörungen, Schlafstörungen, Alpträume, Gewichtsverlust und sexuelle Störungen.
 
Hinzu kommen Störungen des Antriebes wie Unruhe, Getriebenheit, Mattigkeit.
 
Die Merkmale können alle auftreten, müssen jedoch nicht. Schon zwei oder auch Symptom(e) können Indikatoren für eine nahende Depression sein.
 
Die Auslöser für diese schwere Erkrankung sind ebenso verschieden wie das Krankheitsbild selbst.
Gründe sind dauernde Überbelastung (Burnout), reaktive Faktoren, zum Beispiel nach dem Verlust lieber Menschen, jahreszeitliche Auslöser wie bei der Winterdepression, andauernde zwischenmenschliche Probleme, Schwangerschaft (die Wochenbettdepression) und erbliche Belastungen.
 
Aus diesen Auslösern und Symptomen, lassen sich folgende Krankheitsbilder benennen.
 
Depressive Episode, bipolare Störung, depressive Neurose, Major Depression, larvierte und endogene Depression, Winterdepression, Wochenbettdepression, organische Depression, Altersdepressionen, reaktive Depressionen, manische Depression, Entwurzelungs- und Erschöpfungsdepression.
 
Sie sehen also, das Bild der Depression ist unglaublich vielfältig, wird in den letzten Jahren von den Ärzten immer besser erkannt und behandelt.
Seriöse Zahlen gehen davon aus das in Europa 20- 25% der Menschen an mehr oder minder stark ausgeprägten Depressionsymptomen leiden.
Es gibt jedoch keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken.
Die Depression ist eine der am leichtesten zu behandelnden psychischen Erkrankungen.
 
Trotzdem sollte man sie nicht auf die leichte Schulter nehmen. Depressionen gehören aufgrund des hohen Selbsttötungsrisikos zu den potentiell tödlichsten Erkrankungen.
Nehmen Sie deshalb schnellstmöglich Hilfe in Anspruch wenn sie den Verdacht hegen, an einer Form der Depression erkrankt zu sein.

Das Bett zu verlassen kostet unglaublich viel Kraft und ist fast nicht zu bewältigen. Der Gedanke an den kommenden Arbeitstag lässt einen jeden Mut verlieren.
 
So oder so ähnlich beginnt für Leute mit einer Erschöpfungsdepression der Tag.
In der modernen Zeit auch Burnout-Syndrom genannt.
 
Schon im Alten Testament ist diese Depressionsform als die Elias Müdigkeit erwähnt. Viele Geistesgrössen der Vergangenheit wussten von den Symptomen dieser Depressionsform zu berichten.
So klagte der junge Goethe, dass die Verwaltungsarbeit ihm das „Dichten vertrockne“.
Doch erkranken nicht nur Denkarbeiter sondern auch Hausfrauen an ihr.
 
Die Gründe dafür sind vielfältig.
Grundlegend ist zu sagen, dass permanente Überforderung ohne Aussicht auf Erholung diese Erkrankung hervorrufen. Aber auch schwere körperliche Erkrankungen, die mit körperlichen Schmerzen und Beeinträchtigungen einhergehen, können Auslöser sein.
 
Der Vergleich mit dem Hamster im Laufrad ist nicht zu weit hergeholt.
Damit ist einerseits die andauernde berufliche Überforderung gemeint, aber auch junge Mütter oder alte Menschen sind betroffen.
 
Für beide Geschlechter gibt es unterschiedliche, typische Auslöser.
Bei Männern überwiegen berufliche Ursachen. Angst vor Versagen, ständige Zeitnot, fortdauernde Stresssituationen, das Treffen weitreichender Entscheidungen, ein lauter und gehetzter Arbeitsplatz, Übergangenwerden bei Beförderungen, aber auch eine Beförderung, die entsprechende berufliche Mehrbelastungen mit sich bringt. Seltener werden partnerschaftliche oder Familien Probleme als Ursache genannt, die jedoch bei der genannten Gruppe meist eine ausserordentliche Intensität erreicht haben müssen.
 
Bei den Frauen sind die Gründe zwar anders gelagert, aber mindestens genau so vielschichtig.
Ständige Doppelbelastung durch Beruf und Haushalt, finanzielle Sorgen, Vereinsamung und Entwurzelung, fehlende Möglichkeiten sich über private Probleme auszutauschen aber auch zwischenmenschliche Probleme, sind bei Frauen Auslöser für die Krankheit.
 
Die Folgen sind Reizbarkeit und Schwäche, die sich oft über mehrere Jahre langsam aber sicher verstärken. Verbunden mit innerer Unruhe, Anspannung, Nervosität, Einschlafstörungen, unruhigem Schlaf, Missstimmungen, Konzentrationsschwäche, Vergesslichkeit, schnelle Ermüdbarkeit und Reizbarkeit.
Oft bemerken nahestehende Menschen einen „neuen Wesenzug“ von Reizbarkeit und Unbeherrschtheit am Kranken.
 
Im weiteren Verlauf der Krankheit kommt es zu psychosomatischen Symptomen wie Herz- und Kreislauferkrankungen, Magenproblemen, aber auch Problemen der Wirbelsäule und der Gelenke.
Ganz am Ende der Erkrankung zeigt der Patient typische Depressionsmerkmale.
Helfen kann in diesem Fall ein Gespräch mit einem Arzt.

Gerade eben noch freudestrahlend und voller Optimismus und im nächsten Moment ist alles vorbei, man fühlt sich zu Tode betrübt, völlig niedergeschlagen und hat eigentlich gar keinen speziellen Grund dazu.
Aber warum das so ist, wird häufig erst sehr spät erkannt.
 
Die Diagnose lautet: Endogene Depression. Endogen bedeutet, „von innen heraus, aus dem Organismus heraus“, aber ohne nachweisbare körperliche Ursache. Oftmals werden die Ursachen von dem Patienten nicht wahrgenommen oder einfach verdrängt und brechen erst viel später aus ihm heraus.
 
Die endogene Depression gehört zu den quälendsten psychischen Erkrankungen.
Typisch bei der Erkrankung sind Schlafstörungen, morgendliches Stimmungstief, Wahnideen, die zu selbstzerstörerischem Verhalten und Selbsttötungsgefahr führen können, Gewichtsverlust, Kraftlosigkeit, Interesselosigkeit, Konzentrationsstörungen. Der Patient fühlt sich „innerlich tot“.
Frauen sind am häufigsten in der Zeit der Wechseljahre betroffen, Männer erkranken häufiger im hohen Alter.
 
Die Depressionen verlaufen in Phasen, die Abstände variieren zwischen wenigen Tagen und einem Jahr oder mehr. Männer reagieren hierbei häufiger auf berufliche Probleme oder Besitzverlust, Frauen hingegen eher auf partnerschaftliche oder familiäre Probleme.
Patienten mit endogenen Depressionen sind durchaus freundlich und warmherzig zugewandt, weisen allerdings unangemessene Episoden von extremer Reizbarkeit und Aggressivität auf.
 
Die endogene Depression wird medikamentös in Zusammenhang mit einer Psyhotherapie behandelt.
Körperliche Aktivitäten sind sehr wichtig. Eine entsprechende Soziotherapie (Hilfe und Korrektur im Alltag) soll dem Patienten eine Hilfestellung leisten.
Die heutigen therapeutischen Maßnahmen ermöglichen dem Patienten ein relativ normales Leben mit einem recht hoffnungsvollem Heilungsverlauf.

Die Menschen der älteren Generation haben in ihrem Leben eine Unzahl an Schicksalsschlägen hinnehmen müssen.
Oft haben sie liebe Verwandte und Freunde verloren sowie die Auswirkungen von Krieg und Hunger kennenlernen müssen.
Man sollte annehmen das alte Menschen überdurchschnittlich häufig an Depressionen leiden.
Doch die Annahme trügt.
Alte Menschen leiden nicht häufiger an Depressionen als junge, doch kommen im Alter alle Arten von Depressionen vor. Es ist deshalb treffender, von der Depression im Alter als von dem Krankheitsbild der Altersdepression zu sprechen.
Allerdings ist die Altersdepression die mit Abstand häufigste psychische Erkrankung im Alter.
Die Depression nimmt im Alter allerdings oft einen ganz anderen Verlauf als in jungen Jahren.
So klagen alte Menschen sehr häufig über körperlich Symptome und weniger über depressiv bedingte Traurigkeit und Abgeschlagenheit.
Es gibt auch immer wieder Fälle in denen Depressionssymptome wie Schlafstörungen oder nachlassende Vitalität, nur dem Alter angelastet und als Kennzeichen schwerer Lebensumstände angesehen werden.
Auch müssen bei der Diagnostizierung altersbedingte, neurologische sowie internistische Erkrankungen mit in die Entscheidungsfindung einbezogen werden.
Eventuelle Medikamentennebenwirkungen können ebenfalls eine Rolle spielen.
Zu beachten ist auch das ältere Menschen eine deutlich höhere Suizidrate haben als junge Kranke und Depressionen viel länger andauern.
 
Als beste Therapiemöglichkeit wird eine Kombination aus medikamentöser Behandlung, Psychotherapie und eventuell der Lichtherapie angesehen.
Zu beachten ist, das eine Behandlung von Depressionen bei alten Menschen viel länger dauert.
Auch in der Nachsorge sollte den besonderen Anforderungen alter Menschen Rechnung getragen werden.

Der Ansatz ist, Gedanken (Kognitionen) zu ändern, oder einfacher ausgedrückt,
erworbene, krankmachende, falsche Gedankengänge zu erkennen und zu korrigieren.
Ein solcher Gedanke wäre zum Beispiel: „Ich bin nichts wert. Alles was ich mache ist falsch. Niemand mag mich.“
Durch Veränderungen von negativ ablaufenden Gedankenketten, lässt sich die Grundstimmung sowie das eigene Verhalten ändern.
 
Die kognitive Verhaltenstherapie wird bei vielfältigen psychologischen Störungen eingesetzt. Sie hat eine hohe Erfolgsquote und wird von speziell ausgebildeten Ärzten oder Psychotherapeuten durchgeführt und umfasst in der Regel 20- 40 Therapiestunden.
Es gibt Einzel- und Gruppensitzungen, je nach Art und Schwere der Erkrankung.
 
Im Zusammenspiel mit einer medikamentösen Behandlung sind beispielsweise bei Depressionen sehr hohe Heilungschancen gegeben.
 
Die Vorgehensweise bei der Verhaltenstherapie ist wie folgt.
 
In der ersten Phase informiert der Therapeut den Patienten über Ziele und Ablauf der Behandlung, sowie über deren wahrscheinliche Dauer. Der Patient erhält seine Diagnose und wird umfassend über seine Erkrankung informiert. Der Patient bekommt Informationen und Literatur über seine Erkrankung ausgehändigt.
 
In der zweiten Phase erfolgt eine Selbst-Reflektierung des Patienten. Dies geschieht in Form von Stimmungs-Tagebüchern. In diese trägt der Patient mehrmals am Tag zu festgelegten Zeiten seine augenblickliche Stimmung in Form von Schulnoten ein.
Auf diese Weise fallen ihm Zusammenhänge zwischen Gedanken, Erlebnissen und seinen augenblicklichen Stimmungen auf.
 
Aus der Auswertung der Tagebücher ergibt sich in der dritten Phase nun ein Handlungsansatz, der dem Patienten Lösungswege, für bisher für ihn schädliche Handlungen aufzeigt.
 
Um zu verhindern, dass der Patient sich nun in ein Schneckenhaus zurückzieht, wird in der vierten Phase begonnen ein Aktivitätsplan zu erstellen.
Dazu gehören kurze Spaziergänge, kleine Belohnungen, zum Beispiel eine Tasse Kaffee in der Stadt.
 
In Phase fünf wird mit destruktiven Gedankengängen aufgeräumt und mit dem Patienten neue gedankliche Abläufe und Handlungsweisen eingeübt.
 
In der letzten Phase wird sogenannte Rückfallprophylaxe betrieben.
Der Patient wird mit sogenannten Frühwarnzeichen einer wiederkehrenden Depression vertraut gemacht, ihm wird ein Notfallplan an die Hand gegeben, um auf eventuelle Rückfälle gezielt und sicher eingehen zu können.

Antidepressiva sind eine Gruppe von Medikamenten mit höchst unterschiedlicher Wirkungsweise.
Doch verfolgen alle das gleiche Ziel.
Sie sollen eine Verbesserung und Steigerung des Antriebes bewirken.
 
Wie geschieht das?
Im menschlichen Gehirn spielen Botenstoffe, sogenannte Neurotransmitter eine sehr wichtige Rolle.
Sie überbringen Botschaften, die unser Befinden betreffen, an „Empfänger“.
Diese „Empfänger“ und „Sender“ nennt man Synapsen. Die Botenstoffe heißen Serotonin, Noradrenalin und Dopamin.
Stark vereinfacht gibt es drei Störungen dieser Botenstoffe, die Depressionen auslösen können.
Es gibt Störungen der aussendenden Stelle, es gibt eine Störung der Stelle, an der die Botenstoffe andocken und es gibt ein Zuviel oder Zuwenig an Botenstoffen.
Wieder stark vereinfacht gibt es jetzt drei Gruppen von Medikamenten.
Eine Gruppe wirkt auf die aussendende Synapse, eine auf die Andockstelle, und eine Gruppe reguliert die Menge der Botenstoffe im Gehirn.
In Wirklichkeit ist das wesentlich komplizierter, doch um ein Grundverständnis der Wirkungsweise der Medikamente zu bekommen, ist dieses Beispiel sehr anschaulich.
 
Zusätzlich sollen die Medikamente noch verschiedene Begleiterscheinungen der Depression mit regulieren.
Die Medikamente der einzelnen Gruppen werden noch mit anderen Wirkstoffen kombiniert, um beispielsweise eine Manie, Unruhezustände, Schlafstörungen und Ähnliches mit zu therapieren.
 
Ein großer Unsicherheitsfaktor bei der Einnahme von Psychopharmaka sind die Nebenwirkungen.
Die große Frage beim Verschreiben von diesen Medikamenten ist immer, werde ich mich durch die Einnahme der Präparate verändern?
Haben die Mittel Auswirkungen auf meine Persönlichkeit? Werde ich zum sabbernden Zombie?
Die Antwort ist ein klares NEIN!
Es gibt selbstverständlich Nebenwirkungen wie bei allen Medikamenten. Doch diese sind bei den modernen Mitteln eher gering und auch abhängig von verschiedenen Faktoren.
Da Antidepressiva eine relativ lange Anlaufzeit haben, bevor sie beginnen zu wirken, kann es schon vorkommen, dass eventuelle Nebenwirkungen schon vor Beginn des Wirkens der Medizin festzustellen sind.
Diese fallen aber verglichen mit den Leiden einer Depression fast nicht ins Gewicht.
 
Zusätzlich zur medikamentösen Behandlung wird noch eine kognitive Verhaltenstherapie empfohlen, um erlernte, schädliche Verhaltensmuster zu erkennen und zu ändern.

Sie kommt ohne jede Vorwarnung und ohne jeden Grund.
Das Herz schlägt plötzlich rasend, Schweiß perlt auf der Stirn, man zittert am ganzen Körper, hat Atemnot, ein beklemmendes Gefühl im Brustkorb, hyperventiliert, sieht manchmal nichtvorhandene Dinge oder Personen und fühlt sich mehr als unwohl.
Man hat das Gefühl, nicht man selbst zu sein, oder neben sich zu stehen.
Symptome einer typischen Angst- oder Panikattacke, die zwar alle miteinander auftreten können, aber nicht müssen.
 
Im ursprünglichen Sinne ist Angst eine Schutz- und Erhaltungshandlung unseres Körpers.
In früheren Zeiten, als die Nahrungsbeschaffung oft mit direkter Lebensgefahr verbunden war, und man sich sein Essen mit Pfeil und Bogen jagen musste, war die Angstattacke oft lebensrettend.
Sie brachte uns in Sekundenbruchteilen in die Lage, mit aller zu Verfügung stehenden Energie vor einem Angreifer zu flüchten oder uns zum Kampf zu stellen.
 
Dazu wurden im Gehirn verschiedene sogenannte Indolamine ausgeschüttet, zu denen auch das Adrenalin und Serotonin gehören.
Unter anderem wird die Verfügbarkeit der körpereigenen Kräfte dadurch wesentlich erhöht, gleichzeitig hat man ein vermindertes Schmerzempfinden und verfügt über ein besseres Hör- und Sehvermögen.
Man ist bereit für Flucht oder Angriff.
 
Im Gegenzug zu dieser wünschenswerten und positiven Reaktion unseres Körpers gibt es noch die Angststörung, bei der die obengenannten Symptome ohne jeden äußeren Anlass ausgelöst werden.
Den Betroffenen ist oft nicht klar, dass die in Ihrem Körper wahrgenommen Reaktionen Teil dieser Angststörung sind.
Vielmehr haben Betroffene den Eindruck kurz vor einer Herzattacke zu stehen, jeden Moment den Verstand zu verlieren, überzuschnappen oder etwas absolut Irrationales zu tun.
 
Ausgelöst werden Angstattacken oft durch emotionale und gedankliche Fehlinterpretationen körperlicher Wahrnehmungen.
Zum Beispiel verstärkt die Angst vor einem Herzinfarkt die Symptome der Angstattacke.
Man achtet verstärkt auf Angstsymptome und erwartet schon die entsprechende Reaktion darauf.
Bei einigen Kranken können sich diese Panikattacken auch über einen längeren Zeitraum erstrecken, dann aber mit abgeschwächten Angstreaktionen.
 
Angstattacken gehen oft mit anderen psychischen Störungen einher. Wie zum Beispiel Depressionen, Phobien oder dem Posttraumatischen Belastungssyndrom.
Aber auch Drogen wie Cannabis und LSD können Angststörungen auslösen. Bei den letztgenannten Auslösern können die Symptome auch nach einem Absetzen der Rauschmittel als chronische Erkrankung erhalten bleiben.
 
Wenn Sie selbst von Angststörungen betroffen sind, holen Sie sich Hilfe. Sie werden sehen, dass sich Ihre Angststörungen schon nach kurzer Zeit in Wohlgefallen auflösen werden, wenn sie richtig behandelt werden.
 

Eine Depression gehört zu den potentiell tödlichsten Krankheiten die es gibt!
Nicht wegen der Schwere der körperlichen Erkrankungen, sondern wegen des extrem hohen Selbstmordrisikos, dass mit der Erkrankung einhergeht.
Dieses ist unbedingt ernst zu nehmen!
 
Jeden Tag sterben acht junge Menschen durch Selbstmord, etwa 150 versuchen es.
Das sind mehr Tote als durch Drogen, Verkehrsunfälle und AIDS zusammen.
 
Um das Thema Selbstmord ranken sich verschiedene Märchen und Mythen, mit denen es aufzuräumen gilt.
Allgemein wird noch immer die These hochgehalten, „Wer von Selbstmord spricht, tut es nicht!“
Das stimmt nicht.
Das genaue Gegenteil ist der Fall. Wer von Selbstmord spricht, tut es auch.
Ebenso falsch ist es, dass man einem Suizidgefährdeten mit dem Sprechen über das Thema überhaupt erst auf die Idee bringt.
Haben sie den Verdacht, dass der Kranke mit Selbstmordgedanken spielt, sprechen sie das Thema taktvoll aber doch klar an.
Viele Kranke empfinden dies als enorme Erleichterung und Befreiung. Der Gedanke an Suizid ängstigt und quält sie. Mit einem offenen Ansprechen des Sachverhaltes, helfen sie ihm aus seinen falschen Vorstellungen und Gedankengebäuden auszubrechen.
 
Ebenso unrichtig ist es, das Suizide ohne Vorwarnung geschehen. Der Kranke äußert sich in den meisten Fällen über seine schreckliche Situation.
Aussprüche wie: „Hat ja doch alles keinen Sinn mehr“ oder „...besser man macht Schluss“ sind Warnsignale die an Brisanz kaum zu überbieten sind.
Nehmen Sie solche Aussprüche unbedingt ernst! Holen sie sich gegebenenfalls Hilfe!
 
Ins Reich der Märchen gehört auch die Annahme, dass man einen Selbstmörder mit der konfrontativen Aufforderung „...dann mach es doch“ von seinen Plänen abbringen kann.
Jemand der offen oder versteckt von Selbstmord spricht, ist völlig verzweifelt.
Eine derartig herzlose Äußerung kann dramatische Folgen haben und unter Umständen Auslöser für eine Handlung des Kranken sein, die von größter Tragweite ist.
 
Die Sichtweise des Kranken ist durch die Depression so dramatisch verändert, dass selbst der schreckliche Gedanke an den Freitod angenehm erscheint.
 
Falls Sie selbst mit dem Gedanken spielen Ihrem Leben ein Ende zu setzen, bedenken Sie die Endgültig dieses äußerst drastischen Schrittes.
In der Regel will man nicht sterben, sondern der Leidensdruck hat eine Intensität erreicht, die man nicht mehr ertragen kann. Selbst der Tod erscheint angenehm gemessen an dem gerade erlebten Leiden.
 
Das Gute an der Situation ist, dass es Hilfe bei Depressionen gibt. Keine andere Erkrankung des Gehirns ist so leicht heilbar wie Depressionen.
Links oben in der Navigation finden Sie den Punkt „Erste Hilfe“. Dort haben wir nach Postleitzahlen sortiert Adressen zusammengestellt, die Ihnen in akuten Phasen der Depression eine Hilfe sein können.
Geben Sie sich und Ihren Angehörigen die Chance es wenigstens noch ein Mal zu versuchen.
Bedenken Sie auch, dass Sie mit einem Selbstmord nicht nur Ihr Leben zerstören sondern auch das Ihrer Lieben und Angehörigen.
Haben Sie schon Mal mit jemandem gesprochen, dessen Ehepartner, Kind oder Elternteil sich das Leben genommen hat?



Der Ansatz ist, Gedanken (Kognitionen) zu ändern, oder einfacher ausgedrückt,
erworbene, krankmachende, falsche Gedankengänge zu erkennen und zu korrigieren.
Ein solcher Gedanke wäre zum Beispiel: „Ich bin nichts wert. Alles was ich mache ist falsch. Niemand mag mich.“
Durch Veränderungen von negativ ablaufenden Gedankenketten, lässt sich die Grundstimmung sowie das eigene Verhalten ändern.
 
Die kognitive Verhaltenstherapie wird bei vielfältigen psychologischen Störungen eingesetzt. Sie hat eine hohe Erfolgsquote und wird von speziell ausgebildeten Ärzten oder Psychotherapeuten durchgeführt und umfasst in der Regel 20- 40 Therapiestunden.
Es gibt Einzel- und Gruppensitzungen, je nach Art und Schwere der Erkrankung.
 
Im Zusammenspiel mit einer medikamentösen Behandlung sind beispielsweise bei Depressionen sehr hohe Heilungschancen gegeben.
 
Die Vorgehensweise bei der Verhaltenstherapie ist wie folgt.
 
In der ersten Phase informiert der Therapeut den Patienten über Ziele und Ablauf der Behandlung, sowie über deren wahrscheinliche Dauer. Der Patient erhält seine Diagnose und wird umfassend über seine Erkrankung informiert. Der Patient bekommt Informationen und Literatur über seine Erkrankung ausgehändigt.
 
In der zweiten Phase erfolgt eine Selbst-Reflektierung des Patienten. Dies geschieht in Form von Stimmungs-Tagebüchern. In diese trägt der Patient mehrmals am Tag zu festgelegten Zeiten seine augenblickliche Stimmung in Form von Schulnoten ein.
Auf diese Weise fallen ihm Zusammenhänge zwischen Gedanken, Erlebnissen und seinen augenblicklichen Stimmungen auf.
 
Aus der Auswertung der Tagebücher ergibt sich in der dritten Phase nun ein Handlungsansatz, der dem Patienten Lösungswege, für bisher für ihn schädliche Handlungen aufzeigt.
 
Um zu verhindern, dass der Patient sich nun in ein Schneckenhaus zurückzieht, wird in der vierten Phase begonnen ein Aktivitätsplan zu erstellen.
Dazu gehören kurze Spaziergänge, kleine Belohnungen, zum Beispiel eine Tasse Kaffee in der Stadt.
 
In Phase fünf wird mit destruktiven Gedankengängen aufgeräumt und mit dem Patienten neue gedankliche Abläufe und Handlungsweisen eingeübt.
 
In der letzten Phase wird sogenannte Rückfallprophylaxe betrieben.
Der Patient wird mit sogenannten Frühwarnzeichen einer wiederkehrenden Depression vertraut gemacht, ihm wird ein Notfallplan an die Hand gegeben, um auf eventuelle Rückfälle gezielt und sicher eingehen zu können.

Eine gute Möglichkeit Depressionen zu behandeln ist die Lichttherapie.
Bei diesem inzwischen wissenschaftlich anerkannten Verfahren, wird der Patient sehr hellem cirka 10.000 Lux starkem, blendfreiem Licht ausgesetzt. Wobei ein Lux etwa der Leuchtstärke einer Kerze entspricht.
Dabei schaut er wahlweise für 30 Minuten direkt oder für etwa 2 Stunden indirekt in die Lichtquelle. Bevorzugte Zeit für die Anwendung ist unmittelbar nach dem morgendlichen Erwachen.
Wichtig ist dabei lediglich das, dass Licht auf die Netzhaut fällt.
Wie wirkt die Lichtherapie?
Jede Depression wird durch eine zu hohe Konzentration des Neurotransmitters Melantonin und somit einem Mangel an Serotonin, dessen Abbauprodukt das Melantonin ist, im Gehirn ausgelöst.
Es ist nachgewiesen, dass besonders in der zweiten Nachthälfte Melantonin im Gehirn produziert wird.
Wenn die Lichttherapie unmittelbar nach dem Erwachen durchgeführt wird, wird Produktion von Melantonin fast schlagartig eingestellt. Es kommt dadurch zu einem positiven Stimmungsumschwung.
Symptome wie Angst, Denk- und Gefühlshemmung, Schlaf-, Konzentrations- und Verhaltensstörungen lassen nach.
Kann das Serotonin seine Aufgaben wieder erfüllen und Informationen von Gehirnzelle zu Gehirnzelle transportieren, kann man besser schlafen, fühlt sich besser und hat eine höhere Leistungsfähigkeit.
In den skandinavischen Ländern, die im Winter unter einem Mangel an natürlichem Tageslicht leiden, wird die Lichttherapie seit längerer Zeit gegen Winterdepressionen eingesetzt.
Doch auch an anderen Formen der Depression wie zum Beispiel die Altersdepression, reagieren positiv auf diese Form der Therapie.
Doch sollten bei diesen, die herkömlichen Behandlungsmethoden wie Verhaltenstherapie und medikamentöse Behandlung nicht außer acht gelassen werden.
Auch Fluggesellschaften wenden die Lichttherapie inzwischen gegen Jetlag an.

Antidepressiva sind eine Gruppe von Medikamenten mit höchst unterschiedlicher Wirkungsweise.
Doch verfolgen alle das gleiche Ziel.
Sie sollen eine Verbesserung und Steigerung des Antriebes bewirken.
 
Wie geschieht das?
Im menschlichen Gehirn spielen Botenstoffe, sogenannte Neurotransmitter eine sehr wichtige Rolle.
Sie überbringen Botschaften, die unser Befinden betreffen, an „Empfänger“.
Diese „Empfänger“ und „Sender“ nennt man Synapsen. Die Botenstoffe heißen Serotonin, Noradrenalin und Dopamin.
Stark vereinfacht gibt es drei Störungen dieser Botenstoffe, die Depressionen auslösen können.
Es gibt Störungen der aussendenden Stelle, es gibt eine Störung der Stelle, an der die Botenstoffe andocken und es gibt ein Zuviel oder Zuwenig an Botenstoffen.
Wieder stark vereinfacht gibt es jetzt drei Gruppen von Medikamenten.
Eine Gruppe wirkt auf die aussendende Synapse, eine auf die Andockstelle, und eine Gruppe reguliert die Menge der Botenstoffe im Gehirn.
In Wirklichkeit ist das wesentlich komplizierter, doch um ein Grundverständnis der Wirkungsweise der Medikamente zu bekommen, ist dieses Beispiel sehr anschaulich.
 
Zusätzlich sollen die Medikamente noch verschiedene Begleiterscheinungen der Depression mit regulieren.
Die Medikamente der einzelnen Gruppen werden noch mit anderen Wirkstoffen kombiniert, um beispielsweise eine Manie, Unruhezustände, Schlafstörungen und Ähnliches mit zu therapieren.
 
Ein großer Unsicherheitsfaktor bei der Einnahme von Psychopharmaka sind die Nebenwirkungen.
Die große Frage beim Verschreiben von diesen Medikamenten ist immer, werde ich mich durch die Einnahme der Präparate verändern?
Haben die Mittel Auswirkungen auf meine Persönlichkeit? Werde ich zum sabbernden Zombie?
Die Antwort ist ein klares NEIN!
Es gibt selbstverständlich Nebenwirkungen wie bei allen Medikamenten. Doch diese sind bei den modernen Mitteln eher gering und auch abhängig von verschiedenen Faktoren.
Da Antidepressiva eine relativ lange Anlaufzeit haben, bevor sie beginnen zu wirken, kann es schon vorkommen, dass eventuelle Nebenwirkungen schon vor Beginn des Wirkens der Medizin festzustellen sind.
Diese fallen aber verglichen mit den Leiden einer Depression fast nicht ins Gewicht.
 
Zusätzlich zur medikamentösen Behandlung wird noch eine kognitive Verhaltenstherapie empfohlen, um erlernte, schädliche Verhaltensmuster zu erkennen und zu ändern.