Es war einmal ein kleines Meisenkind. Nur ein winzig kleines Meisenkind. Mama Meise sagte zu dem Kind:
" Kind, ich fliege jetzt los, um uns Würmer zu besorgen. Wir müssen heute abend ja noch was zu essen haben. Sei schön brav und bleib im Nest." "Piep", sagte das Meisenkind und die Mutter flog davon. Das Meisenkind hüpfte fröhlich in seinem Nest herum. Vor lauter Freude sang es immer wieder ein wunderschönes Lied. Es hieß Piep, Piep, Piep. Und zu seinem eigenen Piep drehte es sich im Nest wie zum Tanz. Doch dabei kam es dem Nestrand so nahe, das es rausfiel. "O weh", dachte das Meisenkind und sagte:"Piep."Jetzt saß es ganz zerzaust am Boden und wußte gar nicht recht, wie ihm zumute war. Das kleine Herz pocherte so laut, das es sein eigenes Piep nicht mehr verstehen konnte. "Ich werde wohl am besten sitzen bleiben und mich ausruhen," dachte das Meisenkind. Und das tat es auch. Nach einer Weile hatte es sich genug ausgeruht. Jetzt wollte es wissen, wo es gelandet war. Es schaute sich um, blieb aber sitzen, wo es war. Doch was war das? Direkt vor ihm tauchten zwei große Füße auf, viel viel größer als die Füße vom Meisenkind. "O", dachte das Meisenkind. Wie praktisch. Ich hüpfe einfach drauf, dann muß ich nicht selbst laufen. Meine Füße sind doch noch so klein. Da werde ich doch ganz schnell müde." "Huch, das schaukelt aber," dachte das Meisenkind. Und weil ihm das sosehr gefiel, fing es gleich wieder an zu singen. Piep, Piep, Piep! Plötzlich Hörte es Eine Stimme hoch über sich. "Ja, was bist du denn für ein kleinerPiepmatz? Wo kommst du her und wo ist deine Mama?" "Piep", sagte das Meisenkind, als wäre damit alles gesagt. Die Stimme von oben hörte sich freundlich an. Die Füße waren zwar groß, aber sehr behutsam. das Meisenkind hatte gar keine Angst. Und als es die Hand vor sich sah, die wie eine kleine Nestmulde aussah, hüpfte das Meisenkind voller Behaglichkeit hinein. Ganz warm war es darin. fast wie in seinem eigenen Nest. In der Hand lag eine wunderschöne rote Johannesbeere. "Das ist aber lieb," dachte das Meisenkind und pickte die Beere mit seinem kleinen Schnäbelchen auf. Nach einer Weile wollte die Hand das Meisenkind wieder in die Zweige eines Baumes setzen.Aber es dachte gar nicht daran, auf den Zweigen sitzen zu bleiben.Flugs, mit einem Flügelschlag trohnte es hoch oben auf der Schulter. Na gut, ganz sotoll war die Aussicht nicht wie von seinem Nest im Baum. Aber immerhin wurde es überall herumgetragen. Und was es alles zu sehen bekam. Sowas hatte es sein Lebtag noch nicht gesehen. Was für große Nester die Menschen doch hatten. Ganz anders als das Nest vom Meisenkind. Und sie machten auch nicht Piep wie die Familie vom Meisenkind. Die machten ganz andere Töne. Das mußte es unbedingt der Mama erzählen. Mama? Mama! "O, ich muß nach Hause.Mama, wartet doch auf mich." Es gibt doch gleich Abendbrot." " Piep", rief das Meisenkind." Das bedeutete soviel wie Tschüss. Es war schön mit dir." Und dann flog es auf und davon, direkt in die heimatlichen Zweige, wo die Mutter schon mit dem Abendessen wartete.
Ein Meisenkind namens Piep
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