Ich bin der Auffassung, daß jede Form der Sucht, der häufigste und leichteste Weg in eine Depression ist. Auch umgekehrt ist es wohl denkbar, daß man meint, mit etwas, was dann zur Sucht wird, aus einer Depression herauszukommen, doch ist das wohl seltener der Fall.
Das entscheidende dabei ist, daß man sich zunächst klar macht, was ist das Wesen der Sucht und das Wesen der Depression.
Fundamental gemeinsam haben beide, daß ihr ursächlicher Grund, außerhalb von ihnen selbst, in gänzlich anderer Form, liegt.
Das Wesen der Depression sehe ich darin, daß es ein Resultat, eine Reaktion auf einen Zustand der Überforderung ist. Der Organismus, ich nenne es mal das "Selbst", zieht die Notbremse. So zwingt das Selbst, das bewusste "Ich" (wie ich es mal nennen will), einzuhalten und sich des Selbst anzunehmen. Etwas liegt gewaltig im Argen und es soll kein weiterer Schritt getan werden, außer der nach innen, zum Selbst. Oft wurde kein stabiles Selbst ausgebildet und das Selbst durch den Weg des Ichs verraten.
Irgendwann kann dies das Selbst einfach nicht mehr ertragen.
Es gibt viele Wege in eine Depression, es muss keine Sucht sein.
Es kann auch direkt von einem überfordernden Problem in die Depression führen.
Manch eine/r macht den Umweg über die Sucht. Auf diese gehe ich hier nun aber ein, da ich diesen Weg kenne.
Es bestehen Probleme. Diese werden nicht gelöst. Durch Suchtmittel wird abgelenkt, weggeschoben, aufgeschoben. Unterschwellig füllt sich das Fass weiter. Irgendwann ist es voll. Zu den ursrünglichen, eigentlichen Problemen hat man nun noch ein Suchtproblem. Das kann eine gute Erklärung dafür sein, wieso es einem nicht gut geht.
Wie schlimm, wenn ich das Problem der Sucht beseitige und feststelle, daß ich immer noch Probleme habe. ;)
Es sucht.
Sehn-Sucht.
Sucht ist Flucht.
Alles Gute
good sad soul
lieber good sad soul

.jpg)

Land
Lieber Bär,
auch an dieser Stelle bedanke ich mich für Deinen Kommentar zu meinem Beitrag.
Auch hier möchte ich nicht zu sehr auf "die Welt" eingehen.
Mir liegt definitiv mehr an menschlicheren Menschen, so will ich es mal nennen, als an Robotern.
Depression ist ein Indiz für nicht artgerechte Haltung, für unnatürliche Lebensweise.
Drogen und Süchte sind das ebenso.
Drugs don't work, they just make you worse ...
Ich denke nicht, daß "Spaß" viel im Leben zählt, also keine hohe Priorität genießen sollte.
Ich denke, das richtige ist gemeint, doch der Begriff verfehlt es.
Vergnügungssucht gibt's auch.
Der Begriff der "Stärke" wird allzugerne in, meiner Auffassung nach, verkehrter Weise verwendet.
Für mich gibt es kaum ein stärkeres Indiz für charakterliche Erbärmlichkeit, geistige Beschränktheit, seelische Verarmung und ein unausgebildetes Selbst, als Macht, bzw. ihre Verwendung, wenn wir uns auf diesen negativen Bereich beschränken, den, der die Mittel der Zwangsausübung betrifft. Wir leben nun nicht mehr in einer Zeit, wo jemand auf den Thron geboren wird. Das haben wir abgeschafft. Nur den Thron noch nicht.
Es gibt auch Mächte anderer Form. Als erstes sei die Liebe genannt.
Und zu Deinem letzten Satz:
Sich seines Selbst bewusst zu werden, das ist der erste Schritt, wozu durch die Depression gezwungen werden soll.
Erkenne Dich selbst und halte Maß.
Philosophie ist die bessere Droge. :)