Essen ; Seelenhunger
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hallo ihr Lieben!
ich bin mir nicht sicher, ob das zu dem Thema 'Sucht' gehört, aber ich wusste auch nicht, wo ich sonst davon sprechen soll.
Ich habe das Problem, dass meine Gefühlslage sehr entscheidend ist im Bezug darauf, was ich esse. Geht es mir schlecht, auch erstmal ohne ersichtlichen Grund, dann greife ich automatisch zu Schokolade, Keksen etc. Ich versprüre einen richtigen Drang dazu, obwohl ich körperlich gesehen gar nicht hungrig bin. Ich gehe automatisch in die Küche oder in den Keller und hole etwas zu essen. Und denkt nicht, dass 1, 2 Schokoriegel reichen.
Es ist nicht so, dass ich mich nicht mit gesunder Ernährung auskenne, ich bin Sportlerin, strebe ein Sportstudium an, weiß also sehrwohl was mein Körper eigentlich braucht und was gut für mich ist.
Aber ich kann es einfach nicht umsetzen, weil mir meine Seele einen Strich durch die Rechnung macht. Dadurch nehme ich zu, fühle mich unwohl, schwabbelig und hässlich.
Wie kann ich wieder lernen, auf meinen körperlichen Hunger zu hören und mich beim Essen nicht von der Gefühlslage beeinflussen zu lassen? Gerade depressive Phasen machen sowas besonders schwer. Letztendlich denke ich mir dann immer wieder 'das war total unnötig, warum hast du das wieder gemacht?' Wie finde ich Alternativen zum Essen?
liebe Grüße :)
Liebe Vreni,
mir geht es ähnlich, esse für mein Leben gern Schokolade,
Kekse. Irgendwo sind da auch so Glücksstoffe drin, und man
fühlt sich einfach besser, hinterher kommen dann aber die
Gewissensbisse...............................
Einfach keine Schokolade mehr kaufen...............................
aber jetzt wo Aldi und Co so lange Öffnungszeiten haben......
hänge dir einen Zettel vor deinen Schreibtisch, auf deinen Spiegel
"keine Süssigkeiten mehr essen"............................................
es gibt ja auch süsse Äpfel, Apfelsinen, Mandarinen, Trauben,
.............oder du machst dir einen Obstsalat.
............belohne dich, wenn du mal ohne Süssigkeiten aus-
kommst.........................................................................
lege für jedesmal Geld zurückt, wo du es packst.................
und kaufst dir dafür ein Buch, eine CD, ein Heft...............
..........es ist so schwer, ich weiss es von mir selbst.........
viele liebe Grüsse,
hund und bär.
hallo,
also ich versuche die Schokolade ganz langsam im Mund zer-
gehen zu lassen, nicht einfach nur reinschlingen. Dann esse
ich persönlich weniger, wenn ich versuche, ganz bewusst zu
genießen...................
liebe Grüsse,
hund und bär.
...ob das zu dem Thema 'Sucht' gehört, aber ich wusste auch nicht, wo ich sonst davon sprechen soll.
Ja, aus meiner Sicht gehört das hierhin, weil meiner Meinung nach einige Dinge erfüllt sind, die ein Suchtverhalten ausmachen. Du isst Süßes ja nicht nur zum Spass am Genuss (das wäre das gemütliche Szenario bei einer Tasse Kakao), sondern versucht damit, über Depri-Phasen, Frust und schlechte Laune (...3 Kinderriegel ausm Schrank...) hinwegzukommen. Im übertragenen Sinne ist das eine Art Selbstmedikation, die Dir in dem kurzen Moment hilft, "alles erträglicher zu machen". Genauso, wie der Raucher zur Kippe greift...
Gerade depressive Phasen machen sowas besonders schwer.
So einen richtigen Tipp habe ich auch nicht. Du kennst Dich mit Ernährung aus weißt um alle Tricks (viel Obst, Gemüse, Wasser trinken...), die man so machen kann. Aber das alles befriedigt halt nicht so, wie die "Droge" Schokolade - Man will keinen verd.... "Ersatzstoff"...
Ich kenne Suchtverhalten aus meinem eigenem Leben (Cannabis, Alkohol, Ziggi`s) und weiß, was für ein Kampf das ist, die Droge gegen etwas anderes "sinnvolleres" auszutauschen (Sport etc.).
Ich habe festgestellt, dass ich mein Konsumverhalten besser im Griff hatte, wenn ich ausgeglichener und weniger depressiv war. Das hatte mich seinerzeit darin bestärkt, den Schwerpunkt auf die Depri - Behandlung und nicht auf die Suchtbehandlung zu legen. Ich konnte in den "leichteren Zeiten" viel besser durchhalten, weniger zu kiffen, weniger oder keinen Tabak zu rauchen und kam auch mit dem Alk besser klar. Meine Frau ist übrigens auch "schokisüchtig" und macht die gleiche Beobachtung seit dem es ihr wieder gut geht. Das Verlangen nach Süssigkeiten (auch Schoki) ist zurückgegangen.
Ich weiß nicht, ob und wie Du gerade in Behandlung gegen die Depri bist. Wenn Du in Thera bist, medikamentös gut eingestellt bist, sprich mal mit Deinem Arzt und / oder Therapeuten über die Ess - Atacken (oder hast Du dies schon besprochen?). Wenn Du gerade weniger aktiv in Behandlung bist, kannst Du das ja als Anstoß nehmen, noch mal neu in Richtung Behandlung zu gucken. Möglicherweise kann auch eine Medikamentenumstellung helfen, denn einige Antidepressiva haben Appetitsteigerung als Nebenwirkung. Allerdings reagiert jeder auf ein bestimmtes Mittel anders, so dass man leider nicht sagen kann "dieses oder jenes Medikament regt den Appetit nicht so sehr an, wie...".
Letztendlich denke ich mir dann immer wieder 'das war total unnötig, warum hast du das wieder gemacht?'
Du weißt "eigentlich", warum das passiert (die Depression) und machst Dir trotzdem Vorwürfe. Ich weiß, es ist total leicht gesagt, aber sei barmherzig mit Dir selber und versuche, diese anklagenden Gedanken sobald, wie möglich zu verlassen. Mach dann "einen Haken" unter dem Rückschlag, um nach vorne zu gucken. Vielleicht "trainierst" Du "Gegengedanken" zu den Anklagen, die Du dann - wenn`s passiert - mit einem gewissen Automatismus anwenden kannt.
Wie finde ich Alternativen zum Essen?
Nur ein paar Schlagworte, die Du vermutlich alle schon kennst, aber vielleicht ist noch eine Anregung dabe:
- Sport (ja klar kennst Du das
)
- Spaziergänge
- Leute treffen
- Sonnenbank
- Lesen
- Gebet
- Sich dem Licht aussetzen
- Entspannungsübungen
- Meditation
- Musik (aktiv / passiv)
- Tee
- Jeden Tag ohne Ess-Ataken in ein Notizbuch schreiben
Mir fällt noch der Begriff "Entschleunigung" ein. Will heißen: Schau mal, ob und wo es möglich ist, Belastungen herunterzufahren. Weniger Belastung (bzw. weniger Situationen, die Dich in den Frust bringen) bedeutet auch, weniger Frustessen von "schneller Schokolade". Ich wünsche Dir sehr, dass Du einen guten Weg findest.
Hallo Vrenii,
mir geht es fasst genauso wie dir. Aber bei beschrenkt sich das nicht nur auf Süßigkeiten und ich treibe auch selten Sport (seit letzte Woche versuche ich zumindest zweimal in der Woche)
Ich kenne sehr gut was du beschreibst. Man weiß ganz genau was gut für einem ist, aber macht dann das gegenteil.
Ich glaube was auch helfen kann, ist seinen Körper so zu akzeptieren wie er ist.
Viele Grüße von Astrantia
hallo ihr Lieben,
also ich finde jetzt Süssigkeiten als Sucht aus meiner Sicht etwas
übertrieben.....................dann wäre ja fast die ganze Republik
süchtig.
Es ist auch erwiesen, dass gerade Babynahrung die Lust auf
Süsses fördert, weil die auch total übersüss ist.
Ausserdem wer Süsses gerne ist schädigt niemand, gut man
nimmt etwas zu, na ja.....................................................
Wenn man aber regelmässig Sport treibt, kann man es in Grenzen
halten. Ich persönich ziehe halt süssen Dingen Wurst und Fleisch
vor, davon esse ich ziemlich wenig.
Ja, Schokolade ist schon ein Seelentröster................................
das ist aber die Auswirkung.
Wir leben in einem Land, wo sehr viel an Leistung gefordert
Der Stress und die Anforderungen werden allgemein immer
grösser, sei es Schule oder Arbeitsplatz. Auch unsere Beziehungen
sind nicht mehr so beständig, und auch in den Familien geht
es immer hektischer und stressiger zu. Das ist die Kehrseite
unseres Wohlstandes.
Viele greifen darum zu Drogen..............................................
um es noch auszuhalten.
Gerade wir Depris müssen da aufpassen, damit wir nicht in
den allgemeinen Strudel hineingeraten, wir brauchen nun
mal mehr Pausen und Zeit für uns sebst.
Für mich ist da das Stichwort"einfacher aber besser leben"
wichtig geworden. Lieber auf manches verzichten, und dafür
mehr vom Leben zu haben, mehr Zeit für sich selbst und in
gute Beziehungen zu investieren, als immer das Neueste haben
zu müssen.
Ich möchte alles, und das sofort............................................
auch ich muss ganz neu lernen, auf manches zu verzichten,
seitdem ich nicht mehr soviel Geld zur Verfügung habe, aber
manchmal ist weniger mehr.
Wenn wir in Frieden mit uns leben, trotz vieler Fragen, Un-
gewissem, das ist die beste Abwehr gegen Suchtverhalten.
Aber ab und zu ein Stück Schokolade, das gönne ich mir
einfach, wer nicht mehr geniessen kann, kann auch mal
leicht ungeniesbar werden.
wir sind rund...............na und.............................
ehrlich gesagt, manchmal ist mir ein gemütlicher dicker Mensch
lieber, als so aufgeregte Schlanke. Es kommt auch auf die
innere Einstellung an, und auf das Lebensalter.
Mir hat mal ein Arzt gesagt,"lieber etwas dicker anstatt Depres-
sionen," dieser Satz ist bei mir hängen geblieben, weil ja auch
manche Tabletten gegen Depris dicker machen..................
Aber dieser Kult, unbedingt schlank aussehen zu müssen,
dieser Druck, auch von den ganzen Medien und Modelshows,
der kann auch ganz schön fertig machen. Auch einige Mit-
menschen, die meinen, auf uns Druck ausüben zu können,
da müssen wir uns erst mal frei davon machen....................
viele liebe Grüsse,
hund und bär.
...also mit Weight Watchers. Ich muss rund 20 KG loswerden, mein Dok legte mir das nahe (Rücken, Nerv, Bluthochdruck). Ich mache das selber ohne Gruppe und habe mir bei Ebay für 25 Euro eine CD zugelegt mit einer Software, die mir das Rechnen abnimmt etc.
Das WW - System finde ich ganz gut, weil es da auch Lebensmittel gibt, an denen man sich dumm und dämlich fressen kann, ohne dass es Unmengen an Punkten kostet (Obst, Kartoffeln, Nudeln.. etc.). Ansonsten kann man alles essen, was man will, eben halt in bestimmten Mengen.
Falls es Dir um eine generelle Ernährungsumstellung geht, Vreni, kannst Du Dir das ja mal (falls noch nicht geschehen) angucken. Es ist mMn. keine Diät im klassischen Sinne, da es nicht einseitig ist und man eigentlich auch nicht hungern muss. Aber ich bin kein Spezi auf dem Gebiet, sondern versuche nur, ohne es zum Lebensinhalt zu machen, meine Wampe ein wenig abzuflachen :-).
Hallo Bär,
doch eigentlich stehe ich zu der Aussage, dass Süßigkeiten zumindest ein Suchtverhalten auslösen können. Zumindest instrumentalisieren wir Süßigkeiten u.U. genauso, wie Drogen, um den Gemütszustand vorübergehend zu verbessern. Man muss balancieren. Ich sage ja nicht, dass jeder, der gerne Süßes ist, süchtig ist. Nicht jeder, der gerne Wein trinkt, ist Alkoholiker, nicht jeder, der zu besonderen Anlässen mal einen Joint raucht, ist cannabis - süchtig, etc.
Es kommt mehr darauf an: Genieße ich oder verwende ich das "Suchtmittel" als ein Instrument, um was zu erreichen, was über den Genuss hinaus geht. Zu einer klassischen Sucht gehören mehrere Dinge, dass ist klar, aber auch Süßigkeiten können ein Suchtverhalten auslösen.
...schadet niemanden...
Genau, stimmt. Auch jemand, der jeden Tag 2 Joints raucht, schadet niemanden, ausser sich selber. Es gibt Suchtverhalten, die auch anderen schaden (z.T. indirekt), aber das hier zu diskutieren, ginge zu weit.
...Säuglingsnahrung...
Ja, dass Zeugs ist furchtbar süss. Und so werden die Kids schon früh konditioniert. Auf vielen Kinderlebensmitteln sind bunte Bildchen drauf, damit die Kids sich den Kram überhaupt reinziehen, denn von Natur her sind wir garnicht auf diese übertrieben künstlich versüßten Lebensmittel angelegt. Und so kommt es, dass Kindern eine Ananas-Scheibe ausser Dose besser schmeckt, als in Natur, weil im Dosenfutter mehr Zucker drin ist etc. Ist nicht verwerflich, so`n Kram zu essen, machen wir eh fast alle, man tut aber gut daran, um diese Mechanismen zu wissen.
...Aber ab und zu ein Stück Schokolade,...
Genau, "die Menge macht das Gift". Mit der Thematik "Sucht" soll sich ja auch niemand in die Ecke gedrängt, oder abgestempelt fühlen (wie gesagt: Ich kenne das Thema selber gut genug). Es muss zum einem jeder selber entscheiden, was ihm wichtig ist und jeder muss für sich selber herauskriegen, ob er beim Essen oder was auch immer ein Suchtverhalten bei sich wieder findet. Und nein, ich sage nicht, dass jeder Übergewichtige oder jeder, der gerne Schoki ist, ein Suchti ist oder so... Als ich mich mal mit meinem Cannabis-Konsum beschäftigt habe (bin jetzt clean), ging es auch viel darum, herauszufinden, wo die Grenze zwischen Genuss und Instrumentalisierung ist. Das hatte mir damals sehr geholfen, meinem Suchtverhalten auf die Schliche zu kommen.



also keine Süßigkeiten mehr kaufen, das ist schlecht, ich lebe halt mit meinen eltern und meinem bruder zusammen und es kommt nicht vor, dass wir nichts Süßes im Haus haben.
mein Ziel ist es ja auch nicht, keine Süßigkeiten mehr zu essen. Süßigkeiten schmecken lecker und in geringen Mengen sind sie ja auch okay. Es ist ja etwas anderes, wenn ich zum Beispiel an einem kalten Winternachmittag eine Tasse Tee oder Kakao trinke und dabei ein paar Kekse esse und das genieße, oder ob ich aus einer schlechten Laune oder einen schlechten Gedanken heraus an den Schrank gehe und mir erstmal 3 Kinderriegel schnappe und die dann so schnell esse, dass ich denke ich bräuchte gleich noch einen. Solche Dinge sind es ja, die ich nicht mehr will. Das mache ich schon automatisch.
Ja ich esse auch recht viel Obst, aber bei diesen seelischen Essgelüsten hab ich einfach einen rieeeesigen Drang nach Süßigkeiten, dem ich nicht widerstehen kann.