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Verlassen werden

7 Antworten [Letzter Beitrag]
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Schiedding
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Beigetreten: 02.09.2011

Hallo an alle!
Ich als nicht-Depri hab ein paar Fragen in Bezug aufs "Verlassen werden" an alle, die unter Depressionen leiden.

Wie fühlt ihr euch wenn ihr das Gefühl bekommt, euer Partner könnte euch verlassen wollen? (auch wenn es sich letztendlich als unbegründet herausstellt) Wodurch begründet ihr euren Verdacht/eure Angst?  Worauf achtet ihr? Welche Indizien/Zeichen deuten für euch darauf hin, dass euer Partner angeblich nicht mehr mit euch zusammen sein will?

& was ist/wie fühlt ihr euch, wenn ihr merkt, dass eure Befürchtung unbegründet ist? Wie fühlt ihr euch dann? Persönlich & eurem Partner gegenüber? Wie klärt ihr die Situation mit eurem Partner?

Und dann natürlich auch, was würde euch helfen, damit ein solcher (unbegründeter) Angstmoment gar nicht erst aufkommt???

Kann es passieren, dass ihr aus Angst vor dem Verlassen werden, selber die Beziehung beendet? Wie reagieren/reagierten eure Partner? Hat euch das (nicht) geholfen oder (keine/eine) Erkenntnis gebracht?

Von meinem Freund bekomm ich öfters zu spüren, dass er eine gewisse Angst hat, ich möchte nicht mehr mit ihm zusammen sein (was ich aber unbedingt möchte!!! ) Wenn ich ihn frage, warum er das denkt, antwortet er, er habe das Gefühl, er falle mir zur Last, ohne ihn hätte ich ein schöneres Leben, es gibt viel bessere Männer da draußen etc... Was ich von meiner Seite aus nur verneinen kann. Mein Leben ist durch & mit ihm am schönsten! 
Aber warum muss ich ihm das immerwieder sagen/zeigen???

Ich möchte ihn besser verstehen & versuchen nachzuvollziehen, wie wir immerwieder an diesen Streitpunkt kommen darum frag ich euch & bedanke mich schon mal für eure Antworten! (sorry, ich hab auch wirklich viele Fragen gestellt... )

LG,
Schiedding

Bedenke: Ein Stück des Weges liegt hinter dir, ein anderes vor dir. Wenn du verweilst, dann nur, um dich zu stärken, aber nicht um aufzugeben. ~ Augustinus Aurelius ~

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bär
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Beigetreten: 31.07.2010
verlassen werden.

hallo,

bei einer Depression haben wir schon Angstgefühle. Angst

nicht geliebt zu werden, weil man in der Depri ja auch nicht

so liebenswürdig ist, Angst, dass einem die Partnerin, der

Partner verlässt.

Man sucht sich irgendwo einen festen Halt, weil einem selbst

jeglicher Halt fehlt. Wir brauchen Ermutigung, Hoffnung,

ja dass ein Mensch bleibt, trotz unserer Depression, allein

diese Zuwendung, diese Liebe, gibt uns neue Kraft. Dass da

jemand da ist, der versucht uns zu verstehen, der keine

Leistung von uns verlangt, die wir gerade selbst nicht geben

können, in unserer Hilfslosigkeit.

Durch Liebe und Zuwendung, und bei Paaren auch zärtliche

Berührungen, das hilft uns, wieder mehr heil zu werden.

auch wenn wir es nicht immer gerne zugeben..............................

liebe Grüsse,

Hund und Bär.

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Astrantia
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Beigetreten: 28.09.2010
Hallo! Bei mir ist es offt

Hallo!
Bei mir ist es offt so, dass ich Angst bekomme, wenn mein Mann mal einen Tag abweisend reagiert, weil es ihm zum Beispiel selbst nicht gut geht. Dann sehe ich sofort den Untergang der Beziehung vor mir. Es kann dann deswegen auch Streit geben und ich weine offt vor Angst. Warum ich so Angst hatte kann ich im nachhinein nicht nachvolziehen. In dem Moment überrollen mich diese Gefühle einfach wie eine Welle aus schwarzem Wasser. Es gibt Tage, da nehme ich mir eben jede Kleinigkeit zu Herzen. Und wir, die Depressionen haben, neigen eben leider zu offt dazu alles schwärzer zu sehen als es eigentlich ist. Und ich glaube gerade weil du deinem Partner so sehr beistehst und er das spürt, hat er umsomehr Angst, dass du gehst, weil er dich wahrscheinlich ganz arg liebt. Bei manchen Depressiven, wie bei mir sind auch solche Gefühle wie Liebe sehr stark, zumindest fühlt es sich so an. Die Liebe die ich empfinde zu meinem Mann zereist mich manchmal fasst. Dann habe ich auch Angst, dass ich ihn mit dieser Liebe zu sehr "nerve". Und das dein Freund das Gefühl hat er ist dir eine Last hatte ich auch offt. Wenn man Depressionen hat, ist man eben auch offt launisch und ich denke dann auch offt, dass es ihn nervt, wenn ich z.B. zu offt weine oder zu viel von ihm verlange. Mein Mann sagt mir dann auch immerwieder dass, dies nicht der Fall ist. Ich bin dann in diesem Moment beruhigt und glaube ihm dann. Wenn ich dann aber ein anderesmal wieder in ein tiefes Loch falle, dann brauche ich wieder die Bestätigung. Das sich in der kurzen Zeit nichts geändet hat, kommt einem da garnicht in den Sinn. Man ist in seinem Loch, allses stürzt auf einem ein, alles sieht schwarz, schrecklich und bedrohlich aus, ohne Hoffnung. Ich weiß, dass ist blöd, aber auch wenn man es eigentlich schon hundertmal gesagt hat, in diesem Moment brauch man jemanden der einem gut zuredet und es dann nochmal sagt. Wenn man nämlich in so einem Loch sitzt fällt es einem als Depressiver schwer logisch zu denken. Die negativen Gefühle sind zu stark.
Ich würde übrigens nie meinen Mann verlassen aus Angst, dass er mich verlässt.
Ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen.
Viele Grüße von Astrantia

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Schiedding
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Beigetreten: 02.09.2011
Danke

Lieber Hund und Bär, liebe Astrantia,
vielen Dank für Eure Antworten. In einigen Ausführungen sehe ich das Verhalten meines Freundes & es tut gut zu hören/lesen (auch wenn man es eigentlich ja weiß), dass die ablehnende Haltung trotz alledem mit einem umso stärkeren Gefühl der Zuneigung verbunden ist.

Was mich noch interesssieren würde, ist es euch unangenehm wenn ihr realisiert, dass das (wieder) passiert ist? Wie fühlt ihr euch dann? Fühlt ihr euch dann z.B. traurig, wütend,schämt ihr euch etc?

Ich wünsche euch eine schöne Woche,
Schiedding

Bedenke: Ein Stück des Weges liegt hinter dir, ein anderes vor dir. Wenn du verweilst, dann nur, um dich zu stärken, aber nicht um aufzugeben. ~ Augustinus Aurelius ~

Clans
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Lebt sich ein
Beigetreten: 18.09.2011
Hallo Schiedding! Ich war bis

Hallo Schiedding!

Ich war bis gestern wieder seit Wochen in einem sehr sehr tiefen Loch oder anders gesagt, mein schwarzer Hund ist so groß geworden, das er den Himmel schwarz gemacht hat.....
Ab heute hat er nur noch Hausgrösse hoffe ich....warum? Ein tränenreiches ehrliches Gespräch mit meinem Mann hat geholfen.

Bei mir ist allgemein das Problem, das ich tief in mir drinn immer wieder meine nichts wert zu sein... Nicht gut genug und auch nicht liebenswürdig- im wahrsten Sinne des Wortes.
Wir sind seit 11 Jahren zusammen, seit drei Jahren verheiratet, haben sehr sehr viele schlechte Zeiten gemeinsam gemeistert - und trotzdem komme ich immer wieder an den Punkt das ich mich Frage ob er mich nicht betrügt oder gehen will....

Und tatsächlich neige ich in der depression dazu innerlich wahnsinnige Wut auf ihn zu entwickeln und mich trennen zu wollen. Ist natürlich völliger Quatsch- ist realistisch betrachtet nur meine Angst und das Gefühl er und unsere Tochter sin besser ohne mich drann.

Was mir nicht gut tut ist wenn er sich - wie ich von mir zurückzieht und mir sagt wie schlecht ich doch gerade drauf bin und das ich gar nicht mehr am Familienleben teilnehme und ihn ständig zurück Weise. Ich gehe allen und allem aus dem weg. Was mir guttut ist wenn wir reden, er mir sagt und zeigt das er mich trotzdem liebt und mir Sachen abnimmt die mir schwer fallen in der Zeit ohne das ich ihn bitten muss- z.b. Die Kleine übernehmen.

Es war jetzt mein erster Rückfall und ich habe und mache mir Brose Vorwürfe das es wieder soweit gekommen ist- das ich es nicht geschafft habe rechtzeitig auf mich acht zu geben und bin wütend auf mich das es wieder soweit kommen musste- wie immer zum schlechtestenn Zeitpunkt den es gibt.

Wenn es mir richtig richtig schlecht geht kann ich mit niemandem Sprechen- jedes alltägliche Wort ist mir zuviel und sei ea ein Guten Morgen. Ich hasse mich dann dafür das macht es noch schlimmer. Heimlich hole ich dann irgendwann die Worte von Menschen die mich lieben die ich aufbewahre und lese was sie an mir lieben - bisher hat das geholfen sie selbstmordgedanken im Zaum zu halten.

Sorry das ich soooooo viel schreibe.
Also kurzgesagt - ich brauche dann stille Liebesbekennrnisse in Form von Berührungen. Das mir gesagt wird ich bin auch depri ok und eben das Gefühl das ich nichts leisten muss - ich tue ja was ich kann.

Schön das Du dir so viele Gadanken machst dune versuchst zu verstehen! Pass trotz allem auch auf dich auf! Totale Aufopferung von dir schadet dir und ihm auch.

Falls du noch zünde gelesen hast ( :-) ) wünsch ich dir eine Gute Woche und viel Kraft!

 

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bär
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Beigetreten: 31.07.2010
unser ICH.

Hallo ihr Lieben,

bei vielen Depris und auch bei mir, ist oft bedingt durch

Erlebnisse in der Kinderzeit unser "ICH" nicht so stark

entwickelt, wie bei Menschen ohne Depressionen. Die

Gefahr besteht, von starken Menschen ausgenutzt zu werden.

Wir Depris suchen Halt und Stabilität.

Dieses "stark" werden, halte ich persönlich für die wichtigste

Therapie. Klar, die Ursache der Depression ist auch wichtig,

aber die Kinderzeit können wir nicht mehr zurückholen.

Lasst uns lernen, unser Ich zu stärken, dadurch die Konflik-

te unseres Alltages besser zu bewältigen, helfen wir uns gegen-

seitig dabei.

viele liebe Grüsse,

hund und bär.

 

 

sibbdat
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Beigetreten: 05.01.2011
Hallo, auch wenn ich

in keiner festen Beziehung lebe, so kenne ich das Gefühl zu stören, sehr gut. Bei mir bezieht es sich mehr auf Freunde in meinem Umfeld und auf meine Gemeinde.Diese Gefühle sind bei mir manchmal so heftig, das ich dann sage, das sich die anderen vor mir schützen sollen, da ich Ihnen sonst schaden könnte (was natürlich völliger Quatsch ist). Ich war auch mal kurz davor, meine Gemeinde zu verlassen, weil ich der (völlig irrealen) Meinung war, die Gemiende könne ohne mich ihren Auftrag viel besser gerecht werden. Zum Glück hat sich unser Gemeindeleiter gar nicht darauf eingelassen.Ich weiß sehr wohl, das diese Gefühle mit der Depression zu tun haben.Aber manchmal wird man doch von ihnen überwältigt. dann tut es gut, Menschen um sich zu haben, die einen versichern, das man eben nicht stört. Wenn ich das in dem Moment auch nicht fühlen kann. Ich nehme diese Worte an und vertraue dem anderen, das er es aufrichtig meint. Dann versuche ich, nicht erneut mißtrauisch zu sein und demanderen da mit unnötig zu belasten. Ich versuche es. Wieweit mir das gelingt, kann ich selbst nicht beurteilen. aber ich weiß, das meine Freunde mir Rückmeldung geben würden.

Sibbdat 

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Schiedding
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Beigetreten: 02.09.2011
Danke!

An euch alle lieben Dank für eure Antworten!
Ich weiß es sehr zu schätzen, dass ihr hier schreibt, wie das für euch ist. Eure Ausführungen haben mir geholfen mich besser in meinen Freund hineinzufühlen.

Dankeschön!

Bedenke: Ein Stück des Weges liegt hinter dir, ein anderes vor dir. Wenn du verweilst, dann nur, um dich zu stärken, aber nicht um aufzugeben. ~ Augustinus Aurelius ~