Sag ichs den Kollegen
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Hallo Zusammen,
vielleicht könnt ihr mir ja einen Tipp geben.
Habe im Februar eine neue Stelle angetreten und komme so eigentlich mit meinen Kollegen gut zurecht.
Nur hatte ich jetzt in der Zeit schon 3x ein richtiges Tief. Soll heißen ich war antriebslos, hätte spontan heulen können, war unkonzentriert und völlig still.
Bin auch darauf angesprochen worden was mit mir los ist, weil ich sonst eigentlich immer recht offen bin und mich an den Gesprächen beteilige.
Soll ich es meinen engsten Kollegen/Kolleginen sagen das ich an Depressionen leide, oder lieber nicht?
Was meint ihr? Habt ihr Erfahrungen damit?
Danke für eure Hilfe!
Hallo freiheit,
ich würde erst mal versuchen rauszubekommen, wie deine Kollegen zum Thema Depression und psychische Krankheiten stehen.
Du kannst ja z.B. erzählen, dass du einen Film gesehen hast über das Thema und mal nachfragen, wer den auch kennt.
Oder du erzählst mal "so nebenbei", dass du gehört hast, dass das Buch von Walter Kohl "Leben oder gelebt werden" sehr gut sein soll und fragst mal nach, wer das schon gelesen hat.
Auf die Art findest du raus, wie deine Kolleginnen und Kollegen mit dem Thema umgehen.
Sind sie offen dafür? Erzählen sie vielleicht sogar von eigenen Erfahrungen?
Oder fangen sie gleich an zu lästern über Menschen mit dieser Krankheit?
Ich persönlich erzähle in meiner Arbeit nicht davon.
Ich habe einen Kollegen und eine Kollegin, die sehr offen über ihre psychiatrischen Krankheiten reden. Ihnen gegenüber wird Verständnis geheuchelt, aber hinter deren Rücken wird übelst gelästert.
Diesem falschen Geheuchle will ich mich nicht aussetzen.
Vielleicht kannst du mit der Zeit auch zu einzelnen Kolleginnen oder Kollegen ein vertrauensvolles Verhältnis aufbauen, denen du dich dann anvertraust. Es muss ja nicht jeder wissen.
Denn leider haben psychiatrische Krankheiten immer noch einen schlechten Stellenwert in unserer Gesellschaft.
Ich wünsch dir einen guten Weg für den Umgang mit deiner Krankheit in deiner Arbeit.
Alles Gute
Liu
Nach meiner Erfahrung, würde ich auch dazu raten nichts davon zu sagen.
Oder höchstens einigen wenigen.
Diejenigen die es wissen müssen, weil Ihr oft und eng zusammenarbeitet.
Die Folgen sind sonst meist Ausgrenzungen in verschiedensten Erscheinungsformen.
LG
Don
Ich halte die Idee auch für kritisch.
Du kannst ja sagen, dass Dich heute was bedrückt. Aber viele Menschen kommen mit der Diagnose Depression nicht klar und hegen wilde Vorstellungen.
Ich sags auf der Arbeit nur Menschen, die eine aufgelärtes Verhältnis zu psychischen Erkrankungen haben und wissen, dass es Jeden treffen kann und nichts mit Klapsmühle zu tun hat.
Dazu muss das Arbeitsverhältnis schon vertraulich und freundschaftlich sein. Es geht dabei um sehr viel Wertschätzung und absolutes Vertrauen am Arbeitsplatz.
Es gibt noch Menschen, die Denken, wir wären nicht leistungsfähig und deshalb falsch im Unternehmen. Wir müssen daran arbeiten, dass dieses Bild aufgeklärt wird, dann können wir irgendwann darüber offen reden.
Gut ist, wenn man merkt Kollegen sind selber in der Familie oder selbst betroffen, dann ist es leichter ins Gespräch zu kommen.
Aber das man Durchhänger hat oder betrübt sollte man im Büro auch sagen dürfen und einen guten Umgang miteinander finden.
LG Bine1970
definitiv nein.
Auf Dauer bekämst du ein Problem dazu.
Hi,
wir sind hier im Dorf immer sehr offen mit unserer Krankheit umgegangen. Ich würde das immer wieder so tun.
Allerdings muss man sich dann auf etwas Gegenwind einstellen. Z.B. hat jemand beim Jugendamt angerufen, weil mein Mann und ich uns in letzter Zeit häufiger gestritten haben. (bei Psychos ist das ja unmöglich... keine Ahnung was die dann ihren Kindern antun)
Habe aber durch unsere Offenheit auch schon viel Kontakt mit Betroffenen bekommen - und der tut gut. Mittlerweile hab ich ne kleine Clique von "Psychos" und wir halten zusammen.
Doch ich glaube, auf der Arbeit überwiegen die negativen Probleme - hier würde ich nichts sagen.


