Der Teufel in uns....
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Hallo,
eigentlich wollte ich eine frage ins Forum stellen, ob ihr einen Zusammenhang zwischen Depressionen und Rauchen feststellen könnt. Seltsamerweise ist es so, das dass Rauchen die Depressionen bei mir verstärken, ich es aber nicht sein lassen kann.
Dann bin ich auf einen Artikel von Bär gestoßen, in dem er beschreibt, das die Depression nur das resultat des Handelns ist. Eigentlich allgemein bekannt.
Was ist jedoch dieser Teufel in uns, der uns all die dinge machen lässt, von der wir eigentlich wissen, das es uns schadet?
Wir denken negativ, wir machen dinge die uns wieder in das Loch ziehen und dabei wollen wir uns doch nur abstrampeln, nicht hineinzufallen.
Selbst dieses Forum (bittet nehmt es mir nicht übel, ich schreibe ja selber hier) ist voll gefüllt mit negativen gedanken und eignetlich sollte es jedem klar sein, das dies keinem hilft.
Warum aber sind wir so schwach das wir genau das falsche immer zu machen?
In einem Blog habe ich gelesen, das die Lösung so einfach ist: Loslassen. Der Teufel soll uns treten, in die Eier hauen und unser Haus anzünden, aber man soll ihm keine Angriffsfläche geben.
Im Zen heißt es: An einem Baum mit rauer Rinde kann der Tiger seine krallen schärfen. Darum sei ein Baum mit glatter Rinde.
Warum ist aber dieses loslassen nur so schwer? Warum können wir nicht aufhören zu kämpfen, warum können wirs nicht einfach lassen und das Leben "erleben"? Warum geben wir dem Teufel immer wieder neues Brennmaterial?
Sicherlich hat jeder von euch sehr schmerzliches erlebt. Unbestreitbar.
Aber das ist es doch nicht wert, das wir unser Leben zur Hölle machen lassen, oder?
Wir schleppen uns von Arzt zu Arzt, greifen nach jedem Strohalm weil wir nicht ertragen wollen. Wir wollen das es einfach weg geht, wie ein Ausschalter den man umlegt.
Dabei ist gerade dieses "nicht ertragen wollen" das Problem. Wir wehren uns, anstatt es einfach zu zulassen.
Warum geht aber dieses Zulassen nicht? Es ist irgendwie, wie ein IKEA Regal zu bauen. Wir haben die Anleitung, es ist eignetlich alles klar. Aber da fehlt halt diese Schraube....
Hallo zero,
diese beschreibung, als "nicht können" hat auswirkungen, wenn ich sage "ich kann das nicht" dann mach ich für gewöhnlich dafür auch noch fertig. Es gibt sicher gute gründe, wenn man nicht loslassen will. Wir können uns gern mal darüber unterhalten, was zb. das rauchen für dich bedeutet. ich glaube nicht, daß jemand immer das falsche macht - es gibt widersprüchliche wünsche - und das machts schwierig.
Speziell zum Rauchen: Es ist halt eine Sucht. Rauchen gibt sehr kurzfristig eine Art Befriedigung und löst somit eine Art Belohnungseffekt aus. In Zeiten, wo ich das Rauchen aufhöre (im Moment bin ich Nichtraucher) fühle ich mich, wie ein "halber Mensch", wenn ich nicht rauche. Es gibt körperliche Entzugssymptome, die mit einer Ziggie kurzfristige befriedigt werden. Und das befriedigende (Belohnungs-) Gefühl ist besonders stark, wenn man vorher schon leicht entzügig ist ( = Lungenschmacht).
Für Suchtverhalten an sich bin ich anfälliger, wenn ich depressiver bin, das ist meine Erfahrung. Ich kann eher abstinent leben, wenn ich deprimäßig stabil bin. Das Suchtmittel (rauchen, kiffen, alken,...) stellt oftmals eine Selbstmedikation dar. Daher halte ich es für wichtig, wenn man von einer Sucht betroffen und depressiv ist, dass man die Depression als erstes oder zumindest parallel zur Sucht behandelt. Denn für einen Depri eine Sucht zu quitten ist noch .zig mal schwerer, als für einen Nicht-Depri, da das Suchtmittel noch ein (letztes) Stück Lebensqualität vermittelte, was einem jetzt "auch noch genommen wird".
Vielleicht gibt es einen "Reiz des Negativen". Will heißen: wenn ich mir schon keinen guten Gefühle verschaffen kann, will ich mich zumindest schlecht fühlen. Wer weint, fühlt sich sehrwahrscheinlich lebendiger, als jemand, der nix fühlt.
Also lieber schlecht fühlen ("...ich bin so schön traurig..."), als garnix zu empfinden. Warum springen wir schnell auf negative Nachrichten an?
Ist alles nur WeedyTheorie und weder belegt, noch bewiesen, aber ich meine, das da etwas dran ist. Ein Kind, welches keine positive Aufmerksamkeit bekommt, versucht, negative Aufmerksamkeit zu bekommen. Lieber nen Schlag aufn Ar§$%, als überhaupt keine Zuwendung.
Loslassen gelingt - glaube ich - erst, wenn wir im tiefen Innern wissen, dass wir "es" so nehmen müssen, wie es ist und nichts mehr dafür oder daran tun können. Das (auch sinnlose) Kämpfen resultiert sehrwahrscheinlich aus der (unbewußten) Hoffnung heraus, doch noch etwas bewegen zu können.
> Bei der Geburt meiner Kinder, habe ich mal gesagt,
> ich fühle mich so, als würde mir wer einen
> Spiegel vorhalten.
Genauso erlebe ich das auch mit dem Heranwachsen der Kinder. Man sieht hilflos zu, wie sich Dinge scheinbar wiederholen, die eigentlich bei den Kids besser laufen sollten. Man reicht seine eigenen Begrenzungen einfach so an die Kinder weiter, ohne dass man Einfluss nehmen kann. Und das macht mich total hilflos und traurig. Bei uns geht das sogar soweit, dass unsere mittlere Tochter (15) mittlerweile an einer behandlungsbedürftigen Depri erkrankt ist (Thera geht in Kürze los). Und es gibt noch einiges andere mehr...
Trotz 2 facher Depri in der Family (meine Frau und ich) haben wir immer versucht, unsere Kids rauszuhalten. Wir haben nie erwartet, dass sie iwie Rücksicht auf die "kranke Mutti" nehmen müssen oder sonstwas. Und trotz allen bewußten Umgangs mit der Krankheit und mit anderen Dingen sehen wir, dass die Kids genauso die schweren Wege einschlagen, vor denen wir sie eigentlich bewahren wollten.
> Ich weis, das Sport mir helfen würde...
Ja genau, diese ganzen Müsste`s und Würde`s kenne ich auch und habe keinen Tipp dafür. Ausser: Nur eine einzige (leicht umzusetzende) Sache angehen.
> Aber irgendetwas hält mich fest
Ja, das Gefühl, selber sein eigenes Gefängnis zu sein, kenne ich auch. Man will eigentlich und nix geht, oder so....
Ich hab' da mal ne Frage: würden wir uns auch so einen Kopp machen, wenn wir keine Depressionen, aber Diabetes oder Asthma hätten und dies durch Vererbung an unsere Kinder weitergegeben hätten? Warum sollten wir uns schuldig fühlen, wenn unsere Kinder etwas von unserer Krankheit mitbekommen haben? Warum fühlen wir uns überhaupt so "anders", so "nicht ganz dicht" mit unserer Krankheit? Ich rede da ganz offen drüber, und wer's nicht versteht, kann mich mal.......Es bleiben dann zwar nur wenige Freunde übrig, aber das sind die echten, die einfach nur da sind und Mut zusprechen!
LG
Ruth
Ich hab' da mal ne Frage: würden wir uns auch so einen Kopp machen, wenn wir keine Depressionen, aber Diabetes oder Asthma hätten und dies durch Vererbung an unsere Kinder weitergegeben hätten?
Ich glaube, eher nicht. Meine Frau und ich sind (stark) kurzsichtig. Unsere Kinder sind auch kurzsichtig, aber nicht so heftig. Dafür habe ich mich noch nie schuldig gefühlt, obwohl mir schon gesagt wurde "Du bist kurzsichtig, weil Du etwas nicht sehen willst und die Augen vor etwas verschließt...".
Warum fühlen wir uns überhaupt so "anders", so "nicht ganz dicht" mit unserer Krankheit?
Weil es eine der Krankheiten ist, die am meisten hinterfragt wird. Habe ich gestern erst erlebt, selbst mit guten Freunden. Als ich sagte, dass meine pubertierende Tochter Depri`s schiebt, kam die Antwort "Ja, die Kids in der Pubertät sind sehr wechselhaft und bla bla bla...", also übersetzt: Man stellt sich an und flüchtet in die Krankheit.
Selbst psychologisch ausgebildete Leute sagen: "Er geht in die und die Krankheit, um...".
...Und in meinem Hinterkopf ist auch und zusätzlich: "Dass Deine Kinder jetzt auch psychisch krank sind, liegt am Versagen in der Erziehung".
Ich rede da ganz offen drüber, und wer's nicht versteht, kann mich mal....
Damit bist Du sehrwahrscheinlich weiter, als die meisten anderen. Zumindest weiter, als ich. Es ist es halt einfacher, über Kurzsichtigkeit, ein gebrochenes Bein oder einen Virus zu sprechen, für die man nix kann. Versteht mich nicht falsch. Die Krankheit hat nix mit Schuld zu tun, aber bei mir ist das Gefühl, das alles selber verbockt zu haben, oft genug da.
Hallo Weedy,
das mit den Schuldgefühlen kenne ich auch, nur zu gut!! Es liegt, glaube ich, weniger an der Depression, obwohl ich mal irgendwo gelesen habe, dass gerade Christen in ihrer Depri sehr damit zu tun haben, sondern doch auch ein bißchen an unsere Erziehung, die wir genossen haben.
So nach dem Motto: "Wenn du schön lieb bist, wenn du so und nicht anders bist, wenn du in das schöne Bild eines Kindes christlicher Eltern paßt, dann bist du in Ordnung. Wenn nicht, na dann stimmt etwas mit dir nicht!"
Weil ich schon immer ein schwermütiger Mensch war, hat man mir als junges Mädchen mal gesagt: "So jemanden wie dich wollen wir nicht in unserem Kreis!" Zack, die Tür war zugefallen! Das prägt doch, oder?
Auch die Aussagen mancher "frommer" Pastoren oder Prediger, die mir erklären wollen, ich brauche nur dieses oder jenes zu tun oder zu lassen, dann wären meine Depressionen weg und ich wäre geheilt, haben mir Schuldgefühle gemacht. Aber inzwischen habe ich erkannt, dass diese Aussage nicht unbedingt biblisch ist: oder steht etwa irgendwas davon in der Bibel, dass Gott den Elia geheilt hat? Oder den Paulus? Gehört zur Heilung nicht auch, dass es uns auch nur einfach besser geht oder wir lernen, mit der Krankheit umzugehen?
Ruth
hallo ihr Lieben,
rauchen und andere Drogen ist oft ein Hilfeschrei nach Liebe. Liebe, die wir in unserer Kindheit so nicht bekommen haben.
Und ich rede jetzt nicht aus dem hohlen Bauch heraus, kenne selbst das Problem mit Alkohol.
90 % von dem was wir tun, tun wir unbewusst. Nur 10% leben wir bewusst. Unsere Psyche sehnt sich nach Liebe, und wir greifen oft unbewusst zur Flasche..........................
Die Heilung ist meiner persönlichen Ansicht nach einfach nur Liebe. Die Depression ist im Grunde genommen etwas Böses,
die in uns durch fehlende Liebe oder durch ein Trauma entstanden ist. Böses kann man nicht durch Böses ausgleichen,
Hass nicht durch Hass.
Liebe zu uns selbst, und Annehmen dessen, was in unserem Leben nicht gut gelaufen ist, und es verarbeiten. Auf diesem Weg bin ich gerade selbst.
Liebe kann die Blockaden in uns leben, damit wir wieder selbstbestimmt leben können, nicht in Abhängigkeit von Drogen oder Menschen.
viele liebe Grüsse,
hund und bär.
"ich muss kein erfolgreicher Mensch sein, wenn ich ein wertvoller Mensch sein darf.



Bevor meine Kinder zur Welt gekommen sind, war ich sehr sportlich, ehrgeizig, selbstbewusst, angagiert in der Arbeit und hatte einen unglaublich starken willen (wofür mich früher viele bewundert haben)
Jetzt, nach dem ich durch die ganze wideren Umständer der Geburt und dem davor in eine Art Depression gerutscht bin, ist alles so schwierig.
Ich weis, das Sport mir helfen würde, ich weis das dass Rauchen aufhören helfen würde. Ich weis das ich einfach nur mal über meinen Schatten springen müsste.
Aber irgendetwas hält mich fest, zwingt mich zum hinsehen.
Bei der Geburt meiner Kinder, habe ich mal gesagt, ich fühle mich so, als würde mir wer einen Spiegel vorhalten. Meine Kindheit und meine Beziehung zu meinen Eltern war/ist sehr schwierig. Meine Mutter hat mit Gefühlen geherscht und mein Vater mit seiner Hand. Taten wir nicht was sie wollten, war sie Depressiv und er schrie. Einmal musste ich sogar von meiner Mutter einen Selbstmord verhindern.
Ich habe die Theorie, das mich die Depression zwingt, das Erlebte in der Kindheit zu verarbeiten.
Aber wie geht dieses loslassen, dieses verarbeiten?
Warum kann ich nicht sagen: Gut, war ne scheiß Zeit. Aber meine Eltern habens nicht wirklich verdient das ich mir darüber einen Kopf mache.