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Unbegreifliches in Worte gefasst...

13 Antworten [Letzter Beitrag]
ylvai
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Lebt sich ein
Beigetreten: 03.08.2010

Ich sitze im Büro und starre apathisch vor mich hin. Meine Aufgaben und Aufträge arbeite ich nur sehr mühsam ab. Für eine einfache Email brauch ich über eine Stunde Zeit. Den ganzen Tag sitze ich einfach nur da - und tue nichts - außer mich dafür zu hassen.
Hin und wieder breche ich in Tränen aus. Völlig aus dem nichts. Verzweifelt versuche ich dann, meine Tränen zu Unterdrücken. Ich scheitere.
Meine Kollegen sind besorgt um mich, fragen, was denn los sei. Aber außer einem "Alles ok, danke" bringe ich nicht zustande.
Wenn der Tag sich dem Ende neigt, beginne ich mit meinem "Daily Work", verschicke dann doch noch eine oder zwei Emails und gehe nach Hause.

Dort bekomme ich jedes Mal aufs Neue einen tiefen Schock. Im Flur alles voller Dreck von schmuzigen Schuhen. Der Müll liegt auf dem Boden herum, das Geschirr im Spülbecken ist schimmlig und es stinkt. Überall liegt zeug. Fettspritzer an der Wand und auf dem Herd, verschmutzte Wäsche auf dem Bett, unter dem Bett und im ganzen Zimmer verteilt. Unterlagen, Post und Abfall auf ein und dem selben Stapel.
Ich hasse es. Ich bin ein ordnungsliebender Mensch. Wenigstens nach außen soll es doch gut aussehen...?!
Ich schaffe es nicht, von der Haustüre zum Bett zu kommen, ohne zu stolpern.
Der Kühlschrank ist leer und außer ein paar Flaschen Wein und einem Schnaps habe ich auch nichts zu trinken da. Essen tue ich höchstens morgen ein Weckle vom Bäcker. Aber immer seltener kommt das vor.
Verzweifelt falle ich ins Bett. Die heutige Post werfe ich einfach ins Zimmer. Die Klamotten auf dem Bett fliegen hinterher.
Ich breche wieder in Tränen aus. Sicherlich nicht das erste mal heute - und auch nicht das letzte.
Tiefe schluchzer und seufzer - hin und wieder abgelöst von Phasen, in denen ich nach Luft ringe. Es zerreißt mich innerlich. Es tut überall weh. Unbegreiflich. Ich durchsuche meinen Medikamentenschrank. Aber ich habe keine Schlaftabletten und auch nichts andres, was gefährlich scheint.
Ich male mir meinen Tod aus. In meiner Vorstellung ist er schnell, schmerzlos... vorallem aber friedlich und wunderschön. Der Gedanke beruhigt mich. Meine Tränen versiegen langsam und ich putze mir die Nase. Ich denke an Aya. Meine große Liebe. Sie hat es getan - sich das Leben genommen. Ich weiß, jetzt geht es ihr besser. Ich komme nicht umhin, sie um Hilfe zu bitten. Ich sehe ihr lachendes Gesicht vor mir und dann ihr totes.
Ich öffne die Augen, sehe die Realität vor mir. Schmerzfrei und friedlich? Wunschdenken...Blödsinn!
Ich will das Gefühl in mir halten, klammere mich an dem Bild meines toten Körpers fest - doch das Gefühl der Hoffnungslosigkeit, der Trauer und des Schmerzes überrollen mich gnadenlos.

Ich suche nach einem Messer, schneide mir in den Arm. Einmal Zweimal. Ich verliere mich darin. Mein Körper funktioniert nur noch. Alle meine Sinne sind auf den Schmerz gerichtet - Zerstörung, Wut und den Hass. Hass auf den Job, das drumherum, die Menschheit und die Sozialstrukturen. Hass darauf, dass ich noch Leben und vorallem Hass auf mich selbst.
Ich möchte laut Schreien - der Druck wird immer größer.
...

Langsam stehe ich auf, nehme eine Flasche Schnaps aus dem Kühlschrank und schenke randvoll ein. Ich trinke den ersten Schluck ab und fülle ein Anti-Rheumatikum dazu. Ich trinke das ganze Glas leer. Und dann die Flasche. Ich stolpere wieder - falle auf den Boden. Zwischen Müll und Klamotten bleibe ich liegen. Alles dreht sich. Ich weine wieder. Doch vor Erschöpfung schlafe ich langsam ein. Mein letzter Gedanke - ein Flehen: "Lass es keinen Morgen mehr geben, bitte!"
Doch unweigerlich kommt er. Mein Wecker klingelt. Einmal, zweimal... über eine Stunde liege ich halbwach hier auf dem Boden und bete noch immer, es möge ein Traum sein. Irgendwann stehe ich auf. Ich ziehe an, was ich gerade in die Finger bekomme und laufe zum Büro.
Noch unterwegs beginne ich wieder zu beten: "Lass es bitte nicht abend werden." Ich hasse den Job. Ich habe Angst davor. Früher hat es mir doch Spaß gemacht. Jetzt ist alles anders.
Langsam kommt der schlechte Geschmack des Alkohols wieder hoch. Habe ich tatsächlich getrunken? Noch vor einem halben Jahr habe ich mir geschworen, nie - wirklich NIEMALS aus Frust, Leid oder Schmerz zu trinken. Zuviele in der Familie tun es... Ich jetzt auch.
Ich esse die ganze Packung Kaugummis. Hoffe, es merkt niemand im Büro.
Und so sitze ich vor dem PC, starre apathisch vor mich hin  und warte, wie langsam die Stunden verstreichen und die Hölle von vorne beginnt.
________________________________________________________

Danke, dass ihr bis hierher gekommen seid. Glaubt ihr, dieses Gefühl ist noch mit "Depression" zu Beschreiben?
Ich bekomme von jedem Arzt eine andere empfehlung und weiß einfach nicht mehr weiter.

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bär
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Beigetreten: 31.07.2010
hallo ylvai, ich habe das

hallo ylvai,

ich habe das jetzt gelesen und bin doch erschüttert, wie du gerade dein Leben leben mustt.

So kraftlos, keine Hoffnung, und das ist ganz arg schlimm, wie ein Hamster im Hamsterrad, der sich immer weiter dreht.

Ich möchte dir jetzt einfach ein "Stop" zurufen, so kannst du nicht mehr weiterleben, es wird alles schlimmer, und ich glaube, dass du jetzt einfach Hilfe brauchst, mehr Hilfe, als es so ein Forum geben kann.

Es wächst dir alles über den Kopf, und du kannst nur noch zuschauen, wie es mehr und mehr bergab geht, und auch der Alk keine Hilfe mehr ist.

Vielleicht kannst du dich krank melden, ein paar Tage ausspannen, oder vielleicht in eine Kur gehen., damit du deinen Alltag wieder bewältigen kannst.

Ich kenne auch so Zeiten in meinem Leben, wo einem alles zuviel wird,.............................nichts, aber gar nichts mehr geht............................und ich habe es zu lange hinausgezogen, und es wurde nur noch schlimmer. Das musst du dir nicht antun! Habe ein bieschen Achtung und Respekt vor dir selbst.  Leben ist auch was kostbares, und bietet dir noch so viele Möglichkeiten, du darfst es nicht einfach zerstören..............,komme doch erstmal zur Ruhe und denke neu darüber nach. Leben kann sich auch ändern, verändern, es muss nicht immer gleich bleiben wie es ist.

Ich wünsche dir so fest ich nur irgendwo jetzt kann, dass du im Leben bleibst..........,sich neue Türen und Wege für dich auftun.

liebe Grüsse,

bär

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bär
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Beigetreten: 31.07.2010
au, jetzt habe ich noch was

au, jetzt habe ich noch was vergessen, ich bin kein Arzt, aber das Ganze liest sich schon wie eine Depression. Gehe doch einmal zu einem Neurologen, und lasse dich richtig untersuchen........

ylvai
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Lebt sich ein
Beigetreten: 03.08.2010
Hallo bär, danke für deine

Hallo bär,
danke für deine rasche antwort. Ich habe bereits einen platz in der klinik. Leider erst in 2 Monaten.
Ich suche verzweifelt nach einem ausweg - nach jemandem, der mir die hand reicht und in hintern tritt. aber niemand ist da. deshalb habe ich mich an das forum gewandt - um vielleicht die ein oder andre hilfestellung erhalten zu können, wie ich mir selbst die hand reichen könnte...

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bär
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hallo Ylvay, das freut mich

hallo Ylvay,

das freut mich jetzt aber, dass du in 2 Monaten einen Platz in einer Klinik hast......................., in welche Klinik gehst du denn?

Vielleicht könntest du es jetzt sportlich sehen, wie einen Langlauf. Das Ziel sind 2 Monate, 6o Tage, noch bist du nicht am Ziel, aber du bist auf dem Weg dorthin.  Lege alles ab, was dich hindert um dort anzukommen. Du bist es doch wert, du hast ein Recht auf diesen Platz, und das man dir hilft. Aber hallo, deine Wohnung könntest du schon noch etwas aufräumen, und dir was Gescheites anziehen, da steigt doch auch die Stimmung!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Schaue mit dem Kopf nach oben, nicht so nach unten, hebe deine Arme in den Himmel. Hey, du bist doch nicht berufen als Wurm auf der Erde herumzukriechen,.........................

Schau mal auf deine Füsse, wie sie einen festen Halt auf der Erde haben. Hüpfe mal so 3 mal in die Luft und spüre, du gehst nicht unter, du lebst.................................................

Du darfst leben, schreien weinen, hüpfen, springen, all das gehört zum Leben hinzu.

Du hast ein Recht hier auf dieser Erde zu leben, zu sein, wie alle anderen Lebewesen auch.

Meie Hündin ist ja eine richtige Lebenskünslerin, die im hier und jetzt, im heute lebt. Wo ihr Fressen herkommt, ist ihr egal, hauptsache es kommt. Wenn sie müde ist, legt sie sich in irgendeine Ecke, und schläft vor sich hin, macht sich keine Sorgen..................................,und wenn sie spielen will, oder hüpfen, dann macht sie es halt, beneidenswert..........................................

wenn ich sitze, dann gehe ich schon,

wenn ich laufe, dann renne ich schon,

wenn ich schlafen will, denke ich schon an den morgigen Tag.

Das ist doch verrückt, Hund sollte man sein!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Aber an ihr Futter komme nur ich, da ist sie schon abhängig von mir. Aber dann lässt sie wieder ihren Charme spielen, dieses Luder von Hund.

Aber lernenm kann ich von ihr, leichter zu leben, nicht alles so schwer zu nehmen.

Und das wünsche ich auch dir......................................................, und viel Mut und viel Kraft, und das du dein Leben gut beurteilen kannst.........überschlage dich nicht, aber tu das,was auf dem Wege vor dir liegt.........................du musst aber nicht mehr geben, als du hast....................

aber wenn es echt gar nicht mehr geht, schäme dich nicht, krank schreiben zu lassen.

das alles wünsche ich dir,
auch eine feste Hand,
die dich hält,
wenn dein Leben,
in viele tausend Scherben zerfällt,
eine Hand, die dich wieder nach oben zieht,
eine Hand, die dich liebt.

viele liebe grüsse
bär mit hund

 

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Glimmender Docht
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Krankschreiben lassen

Hallo Ylvai,
es hat mich tief berührt und getroffen, dass es Dir so schlecht geht! Ich würde dem Bären auch zustimmen und Dir dringend raten, zu Deinem behandelnden Arzt zu gehen, ihm die Lage ungeschönt zu schildern und ihm zu sagen, dass Du bis zu Deiner Einweisung in die Klinik krankgeschrieben werden mußt. Noch besser, der Arzt würde erkennen, dass ein echter Notfall vorliegt und Dir sofort einen Platz in der Klinik besorgen. Wenn Du ein akutes Magengeschwür hättest, würde man Dich auch nicht darauf vertrösten, dass man Dir in zwei Monaten helfen kann.
Und versuch mal, uns zu erklären, was Du denkst, wie wir Dir helfen können, so ganz konkret.....

Ich denk an Dich!
Ruth

Es wird nicht dunkel bleiben über denen, die in Angst sind (Jes.8,23)

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bär
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hallo Ylvai, ich hoffe, dass

hallo Ylvai,

ich hoffe, dass es bei dir einigermassen geht..................................................es ist nicht so einfach, in so einer Situtation, wie du gerade leben musst, zu leben.

Vielleicht frägst du dich warum, und wieso gerade ich.......was hat das alles für einen Sinn?

Ich wünsche dir jedenfalls, dass du irgendwie wieder auf die Füsse kommst, und wir dir irgendwo helfen können,

alles Gute und liebe Grüsse,

bär mit hund

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Glimmender Docht
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Ich mach mir Sorgen

Hallo Ylvai,

ich mach mir Sorgen um Dich! Wie geht es Dir gerade? Lass hier doch noch mal was von Dir hören, damit wir miteinander schreiben und Dir vielleicht Mut machen können!
Bleib in Verbindung mit uns, damit du jemanden zum Austausch hast.

Ich denk an Dich!
Ruth

Es wird nicht dunkel bleiben über denen, die in Angst sind (Jes.8,23)

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bär
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ja hallo

ja hallo Ylvai!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

 

melde dich doch mal, wenn auch mal ganz kurz, .........................................

wir wollen doch wissen, wie es dir jetzt geht, du bist uns doch nicht egal!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Du bist uns wichtig, und wir machen uns echt Sorgen um dich.

 

liebe Grüsse

brummbär

ylvai
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Lebt sich ein
Beigetreten: 03.08.2010
Kurz gemeldet

Bin derzeit kaum online. Habe jetzt Urlaub und muss nicht mehr ins Büro (zumindest vorerst). Derzeit versuche ich einfach, mich über Wasser zu halten, auch wenns schwer ist!!!

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bär
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Beigetreten: 31.07.2010
Lieber Ylvay, vielen Dank,

Lieber Ylvay,

vielen Dank, dass du dich gemeldet hast........................................................................

Halte durch, und bleibe so gut es geht über Wasser.................

Ja es ist schwer, sehr schwer sogar...................

Aber wir denken natürlich and dich

viele liebe Grüsse
bär