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Ein langer Weg...meine Gechichte...

1 Antwort [Letzter Beitrag]
Bild von ShawnBaxe
ShawnBaxe
Offline
Lebt sich ein

Land

Deutschland
Beigetreten: 29.11.2011

Vielleicht macht es ja Sinn meine Geschichte mit anderen zu teilen. Die Menschen in meinem Umfeld reagieren üblicherweise mit "vesinke nicht in Selbstmitleid", wenn ich darüber spreche. Ich schätze mit Euch kann ich diese Dinge teilen, ohne "abgeurteilt" zu werden. Also...ich fange ganz von vorne an.

Ich war 9...fast 10, als es eigentlich anfing. 1991...ich kam am Ende der Osterferien von meinen Großeltern zurück. Meine Mutter holte mich ab. Als ich sie fragte, was mein Vater wohl wieder schönes am Haus gemacht hätte, während ich weg war (er hat gerne ein bissche "gebastelt", wenn er Zeit dafür hatte), bog sie in einen Feldweg ein und sagte, dass mein Vater tot sei. Er hatte sich erhängt. Mit 34 Jahren. Ich dachte "Lass das ein Albtraum sein. Lass den Wecker klingeln", aber es war die Realität. Kurze Zeit später begann ich mich zurückzuziehen, mein Leben als sinnlos zu betrachten. Gab mir die Schuld an dem, was passiert war.

Die Zeit danach...bis zu meinem 18. Lebensjahr verbrachte ich in Heimen. Vielleicht - nein...ganz bestimmt - lag es an meinem Verhalten, dass meine Mitschüler und auch die Mitbewohner im Heim mich gemobbt haben. Das ging soweit, dass man mich bespuckt und verprügelt hat.

Mit 16 lernte ich dann ein Mädchen kennen...wir verliebten uns und führten eine Beziehung, die fast 4 Jahre hielt. In der Zeit ging es mir recht gut. Obwohl ich meine Wohnung verwahrlosen liess...aber ich war selten traurig oder sowas. Nach dem Ende der Beziehung ging es mir sehr schlecht. Wieder kamen Gefühle von Einsamkeit, Schuld, Trauer und Leere in mir hoch.

Es dauert einige Monate, bis ich da durch war. Danach ging es zwar immer wieder auf und ab, aber es war nicht wirklich extrem.
Im Jahr 2006 lernte ich wieder eine Frau kennen. Aber sie behandelte mich mit Gleichgültigkeit. Am Ende ging auch das in die Brüche. Wieder kamen diese Gefühle hoch. Es war schlimmer, als vorher. Aber ich konnte oder wollte mir nicht eingestehen, dass ich Hilfe brauche. Ein Jahr lang ging es mir ziemlich schlecht. Habe kaum gegessen, kaum geschlafen und mich abgekapselt.

Und im letzten Jahr lernte ich wieder jemanden kennen. Sie war fröhlich, verständnisvoll, liebevoll und teilte meine Leidenschaft für die Musik. Da sie Kinder hat, und diese nicht überfordern wollte, führten wir eine Beziehung im Geheimen. Irgendwann - so nach einem halben Jahr - wollte ich mich nicht mehr verstecken. Aber sie blockte total. Der Kinder wegen ginge das nicht usw. usw. Und sie wolle momentan keine Beziehung. Von da an ging es mir enorm schlecht. Sie machte mir immer Versprechungen, Hoffnung...nur um am Ende eine Grund zu finden, warum sie diese Versprechen nicht halten könne.

Ich hatte ständig angst sie zu verlieren. Vor ein paar Tagen sagte sie mir, dass ihre Gefühle für mich weniger geworden sind. Dass wir zwar schöne Zeiten hatten, aber dass diese zu kurz gewesen wären, um die schlechten Zeiten auszugleichen. Sie sagte, sie könne nicht für mich da sein und eine Zukunft mit mir ginge nicht, weil es mir so schlecht geht. Ich müsse aufhören mit dem Selbstmitleid und solle mich zusammenreissen. Seitdem höre ich kaum von ihr und gesehen habe ich sie seitdem auch nicht mehr. Sie hat mich sonst fast täglich besucht...aber jetzt...nichts mehr.
Es geht mir jeden Tag schlechter. Vorgestern habe ich mich dann mit meinem Arzt und einer Therapeutin in Verbindung gesetzt. Es ist alles unglaublich schwer zu tragen und manchmal weiss ich nicht, was ich tun soll. Ich weiss, dass es falsch ist, aber manchmal bin ich wütend auf sie, weil ich manchmal denke sie hat mich ein Stück weit in diese Lage gebracht und jetzt haut sie ab und lässt mich damit allein. Bestraft mich dafür, dass es mir so geht, obwohl sie nicht ganz unschuldig dran ist. Auf der anderen Seite denke ich, dass ich ihr damit unrecht tue und dass nur ich allein für meine Gefühle verantwortlich bin.
Ja...das war so ganz grob meine Geschichte.

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bär
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Deutschland
Beigetreten: 31.07.2010
deine Geschichte.

Lieber Shawn,

vielen Dank für das Reinstellen deiner Geschichte, und ich musste schon etwas schlucken. Das mit deinem Vater..................., und das als Kind mit so neun oder zehn Jahren erleben zu müssen, das ist echt brutal, knallhart, so was geht ja ganz tief in einen Menschen rein. Wie sollst du denn so was einschätzen, und dann gibst du dir selbst die Schuld................

Dann ab in ein Heim, geschlagen, gemobbt, und wieder gibst du dir selbst die Schuld.

Dann die Zeit der Beziehungen.................................................

und auch da gibst du dir die Schuld.

Also für mich persönlich ist Liebe das Grösste auf dieser Erde, und Schuld das Allerschlimmste.

Aber lieber Shawn, du bist nicht an allem schuld, und du musst dich auch nicht für alles verantwortlich machen.

Du bist ein Mensch wie wir alle, die wir Liebe, Geborgenheit,

Annahme suchen. Und ich sage dir jetzt mal was, als Menschen

machen wir uns immer wieder schuldig, aber durch die Liebe

können wir das wieder ausgleichen.  Schau mal, ich wurde auch

schon verletzt, habe aber selbst auch schon viele andere

Menschen verletzt. Aber oft war ich so konzentriert auf

mich, das dass ich das gar nicht wahrgenommen habe.

A l l e  Menschen machen sich hin und wieder schuldig.

Aber DU bist nicht an allem schuld. Da denke ich, denkst du

irgendwo in eine falsche Richtung. Kein Mensch hält das auf

Dauer auf, sich immer schuldig zu fühlen. Dein Innerstes,

deine Seele kann das auf Dauer nicht tragen, ertragen, es

muss raus, und es äussert sich in Depression. Du musst unend-

lich viel Kraft aufwenden, viel Energie, aber eigentlich musst

du es gar nicht. Ich würde dir jetzt mal raten, auch mit  Hilfe

deiner Therapeutin, versuchen, deine Verletzungen aufzuarbeiten.
Natürlich darfst du wütend auf deine Freundin sein, und auch

deinen Frust rauslassen. Wie schon gesagt, an einer Beziehung,
die in die Brüche geht, sind zwei Menschen beteiligt, und machen sich schuldig.
Aber durch die Liebe, dass krasse Gegentgeil von Schuld, kann so eine Beziehung auch wieder gut werden. "Es tut mir leid", oh wie oft habe ich diese drei Worte schon selbst sagen
müssen......................weil ich auch nicht perfekt bin, und gesagte Worte haben ja so viel von Macht.

...............dass ihre Gefühle für mich weniger geworden sind.....

das finde ich jetzt eine harte Aussage. Für mich ist Liebe

was Allumfassendes, nicht nur Gefühl, sondern auch Verstand

und Verantwortung. Ich selbst habe auch nicht jeden Tag die

gleichen tollen Gefühle für meine Frau, aber es ihr ins Gesicht

zu sagen, oder sie sitzen lassen, das wäre lieblos.

Und dann rennt man in die nächste Beziehung, wo auf einmal

wieder mehr Gefühle da sind, ..........................und dann wieder

weniger.......................und dann zur nächsten Beziehung.

Aber meine liebe Frau nervt es auch, wenn ich den ganzen

Tag nur jammere, inzwischen kann ich das verstehen, setze

mich auf mein Fahrrad, und versuche, den ganzen Frust, die

ganze Depression "loszuradeln", oder auch mal loszulaufen,

oder wie DU, mit der Musik wegzuspielen.

Aber weisst DU, ich finde es gut, dass DU jetzt in eine

Therapie gehst, und auch lernst, stabiler zu werden. Es ist

nicht einfach, du brauchst auch viel Mut und Ehrlichkeit, aber

es lohnt sich, wenn dein Lebenshaus ein ganz neues Fundament,

einen neue Grundlage bekommt. Dass DU innerlich stärker

wirst, dich auch mehr durchsetzen kannst im Leben, in den

Beziehungen, das kann dir ganz arg helfen. Dass du zu dir

und deiner Vergangenheit stehst, und trotzdem dir das REcht

eingestehst, ein glückliches und zufriedenes Leben in Liebe

zu leben. Verletzungen tun brutal weh, und es dauert oft sehr

lange, bis sie verheilt, vernarbt sind, aber DU hast die grosse

Chance, trotz allem, neu und gestärkt daraus hervorzugehen,

 und DU wirst stolz auf dich sein.

Deine Musik habe ich mir übrigens angehört, und ich finde sie

persönlich echt gut und schön. Du hast diese Gabe der Musik,

und das ist doch was Tolles, was Schönes für dich im Leben,

dass du dich über deine Musik ausdrücken kannst.

Ich wünsche dir, dass dir dieses Forum irgendwo gut tut.

viele liebe Grüsse mal,

hund und bär.