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Depressives Denken erkennen und bewältigen?

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Weedy66
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Beigetreten: 19.12.2011

Hallo zusammen,

ich bin zwar schon länger depressiv, beschäftige mich aber jetzt erneut mit dem Thema und nehme bei mir wahr, dass meine Depression sich zum größten Teil gedanklich abspielt.
Das "depressive Denken" ist mir sehr vertraut, aber mir fällt es in der Regel schwer, depressives Denken vom realistischem Denken zu unterscheiden. Ich habe nur ein paar schwache Ideen, wünsche mir aber ein paar Werkzeuge an der Hand, mit denen ich lernen kann, depressive Gedanken als solche zu entlarfen und somit zu entkräftigen. Ich denke, die kognitive Thera verfolgt solche Ansätze, aber ich möchte, bis ich einen Thera - Platz habe, nicht untätig sein.

Wie lerne ich, solche Depri - Gedanken zu erkennen? So ein paar Ideen habe ich schon:

Depressive Gedanken sind

  • bei mir immer negativ
  • sehen die schwärzeste Variante einer ausstehenden Entwicklung, z.B. "Mein Kind hat Marihuana genommen, bestimmt hängt es bald an der Nadel" (In der Realität hängen die wenigsten, die mal MJ probieren oder auch regelmäßig konsumieren, später an der Nadel).
  • stützen sich mehr auf Vermutungen und Phantasieen, als auf Fakten und Erfahrungen
  • selbst entwertend
  • von Schuld- und Versagensgefühlen geprägt
  • mitunter difus, nicht greifbar, nicht messbar, nicht nachweisbar
  • führen zu keinem Ziel / Ergebnis / keiner Lösung

Es besteht die Schwierigkeit, depressive Gedanken als solche zu erkennen und aber auch - soweit vorhanden - ihren wahren Kern herauszulösen. Ich meine, bei mir selber wahrzunehmen, dass die meisten Depri - Gedanken auf realistische Beobachtungen aufsetzen, hier ein Beispiel:

  • Realistische Wahrnehmung: "Mein Kind macht in letzter Zeit öfter Scherze über Drogen..."
  • (Noch) realistische Folgemöglichkeit: "Mein Kind ist neugierig, es könnte sein, dass es Drogen ausprobiert, vielleicht gibt es Probleme, Langeweile. Vielleicht besteht Gesprächsbedarf..."
  • Depressive Folgemöglichkeit: "Mein Kind wird zunächst Drogen ausprobieren, an die falschen Leute geraten und dann bald an der Nadel hängen bzw. für immer drogenabhängig sein. Und ich bin daran schuld weil..."

Ich habe Angst davor bzw. auch schon tatsächlich erlebt, dass Aussagen, die im Kern richtig waren, abgelehnt wurden, mit dem Hinweis: "Du bewertest das über, Du denkst zu negativ / zu depressiv". So konnte auch im Dialog der ursprünglich "richtige Kern" nicht herausgelöst werden.

Ich möchte realistische, warnende negative Gedanken auch richtig bewerten können, ohne gleich zu sagen "Du denkst depressiv".

Gibt es eine Art "Gedankencheckliste", mit der man Depri - Gedanken als solche erkennen und in realistische Gedanken umfunktionieren kann?

Falls ich hier Threads oder einen FAQ - Beitrag dazu trotz Suchen übersehen habe, bin ich auch über solche Hinweise dankbar.

Mit freundlichen Grüßen

Weedy66

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bär
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gut denken.

Lieber weedy 66,

vielleicht wiederhole ich jetzt manches, aber egal. Also ich meine, unser Denken hängt sehr stark mit unserem Selbstbild zusammen. Mit unserer Persönlichkeit, wer bin ich überhaupt,
mit unseren persönlichen Werten, was prägt mich, von wem lasse ich mich prägen, von unseren Zielen, für was lebe ich,
und von unserem Äusseren.

Kannn ich mich annehmen wie ich bin, finde ich einen persönlichen Frieden über mein Sein, meine Gegenwart, meine
Vergangenheit. Kann ich den Menschen vergeben, die mir weh getan haben, oder trage ich noch Hassgedanken mit mehr herum, die wiederum mich deprimässig runterziehen können.

Auch mein Beruf, meine Freunde, meine Familie und mein Besitz bestimmt die Art wie ich denke. 90% unserer Entscheidungen entscheiden wir unbewusst. Also über das oben genannte, was mein Inneres bestimmt, was darin lebt.

Vielfach ist uns das gar nicht bewusst, deshalb ist ein gutes
Selbstbild von uns so arg wichtig. Und gerade ein gutes Selbstbild, dass fällt uns in den Depressionen so schwer.

Für mich ist aber das der Hauptansatzpunkt. Vor mir an der
Wand habe ich mir ein Blatt aufgehängt wo draufsteht,
"Ich bin wertvoll".
Ich lese und denke jetzt so lange, dass ich wertvoll bin,
und dann  lebe ich auch wertvoll, weil ich wertvoll bin. Also nicht so was Aufgesetztes, sondern mit meinem persönlichen Leben verwebt.

Auf einem anderen Blatt an der Wand, habe ich Dinge aufgeschrieben, wo ich immer wieder falsch denke, in meiner Depression.  Das lernt man dadurch, indem man sich selbst beobachtet, oder in der Familie oder von gute Freunden Rückmeldungen bekomme.

-  Ich muss nicht alles können, und machen können, auch bin ich nicht an allem schuld.

Manches kann ich halt nicht so gut, und muss mir Hilfe suchen.
Als Mann fällt einem das nicht immer so leicht. Ich darf auch Fehler machen, muss nicht perfekt sein. Meine Mutter und
ihre Familie litten auch an Depression, es ist bei mir auch teilweise erbbedingt. Annahme, es annehmen können.
Wenn jetzt meine Tochter eine Note 6 in Mathe nach Hause bringt sage ich mir, dafür bin ich nicht verantwortlich............
usw.

-Nicht alle Menschen mögen mich, was aber nicht nur an mir liegt.
Früher dachte ich immer, alle Menschen müssen mich mögen,
ich muss mit allen Menschen auskommen. Das geht aber gar nicht, oft ist man so unterschiedlich sei es im Beruf, im Verein, in der Kirche usw. Jeder Mensch möcht irgendwo Macht ausüben über Menschen, besser sein, weiter sein......
nicht alle, aber sehr viele. Und da ist der Streit oft schon
vorprlgrammiert. Dann sage ich mir, ich kann diesem Mensch z.B. aus dem Wege gehen, so gut es geht.

-die Welt und mein Leben muss mir nicht immer freundlich begegnen.

Habe immer gedacht, alles muss gut sein, gut werden. Stimmt aber nicht, es gibt keine Gerechtigkeit auf dieser ERde,
es gibt Leid, Unfrieden, Nöte, Unbegreifliches......................
aber auch noch viel Schönes und Gutes.
Und in dieser Spannung zu leben, und so gut es geht, zufrieden und glücklich zu sein................................das versuche ich zu leben, und zu denken. Klappt nicht immer, aber.............

Ja, unser Denken hat einen wesentlichen Einfluss auf unser Leben, unser Erleben, unsere Gefüphle.
aber man kann sein Leben verändern, oder verändern lassen.
(unter Christlicher Umgang mit Depression habe ich da in den letzten Tagen was geschrieben.
Wir können, wenn wir anders denken, unser eigenes persönliches Erleben und Wahrnehmen der Wirklichkeit ändern, Schritt für Schritt. Nicht als etwas Augesetztes, sondern ehrlich und verwebt, verbunden, mit unserem eigenen Leben. Bin da aber auch immer wieder selbst wieder neu am Lernen.

so, dass war es mal in groben Zügen, vielleicht kann es dir ein
wenig weiterhelfen.

liebe Grüsse,

hund und bär.         (Das Beste ist, wie ein HUnd zu denken,
                             wo ist mein Futter, und wie schnell komme
                             ich da ran, wie geht der Kühlschrank auf,
                             wie komme ich auf das Sofa.......................
                            weltbewegende Probleme, aber dieser 
                            HUnd ist da so was von gelassen, da kannst
                            du echt neidisch werden.

Weedy66
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Danke

Danke, Bär,

ich habe Deinen Beitrag mehrmals gelesen und werde ihn auch noch ein paar mal lesen. Da steht viel gutes drin. Neu ist mir z.B. das Aufschreiben negativer Gedanken. Ich dachte, wenn man sich sowas aufschreibt, zieht das eher runter. Aber es hilft einem, wenn ich Dich richtig verstehe, depressives Denken wiederzuerkennen.

Meine Hauptknackpunkte dürften tatsächlich das Selbstbild, die Schuldgefühle und der Wunsch, dass alle mir positiv gesinnt sind, sein. Gerät eines von 3en ins Ungleichgewicht (insbesondere Selbstbild und wenn mich jemand nicht leiden kann oder so), stürtzt mich das im ungünstigsten Fall in einen Depri-Schub rein.

Nicht alle Menschen mögen mich...

Als Kind und Jugendlicher wurde ich fast durchgehend gemobbt. Erst viele Jahre später konnte ich mir einen "guten Stand" in meiner Umgebung erarbeiten (Beruf, Freunde, Gemeinde). Sobald irgendjemand was gegen mich hat, entsteht die Angst, wieder Mobbingopfer oder Problemfall zu werden. Das ist das Gefühl, als ob Dich jemand von der Leiter schubst oder so...
Das erlebe ich jetzt gerade erst recht aktuell, da ich einige problematische Wochen im Beruf hinter mir habe, obgleich ich in den letzten 10 Jahren einen superguten Stand hatte. Jetzt bröckelt da einiges weg und ich weiß (vom Kopf her) sogar, dass ich nicht alleine daran Schuld bin, aber das Gefühl, abzustürzen ist sehr präsent. Im Moment geht es diesbezüglich aber gut, da ich Urlaub habe und ich hoffe, die Urlaubszeit hilft mir, innerlich wieder stabiler zu werden :) .

auch bin ich nicht an allem schuld.

Das ist für mich auch ein sehr schweres Kapitel. Es wird einiges an Arbeit sein, zu lernen, echte Schuld von Schuldgefühlen abzugrenzen.

Wir können, wenn wir anders denken, unser eigenes persönliches Erleben und Wahrnehmen der Wirklichkeit ändern, Schritt für Schritt. Nicht als etwas Augesetztes, sondern ehrlich und verwebt, verbunden, mit unserem eigenen Leben. Bin da aber auch immer wieder selbst wieder neu am Lernen.

Ja, ich glaube, dass ich allmählich wieder soweit bin, mich aktiv um meine "Seelenhygiene" zu kümmern. Hatte einiges an Gesprächstherapie und dann eine lange Zeit Pause gemacht, weil ich es einfach satt hatte, immer zu reden und dabei gefühlt nicht weiterzukommen. In der letzten Zeit bestand meine Behandlung fast ausschließlich aus Antidepressiva und seit einigen Monaten bin ich an dem Punkt, wo die mir nix mehr bringen und ich auch wieder bereit bin, andere Wege einzuschlagen.
Ich bin dankbar, Euch hier gefunden zu haben. Ich habe im realen Leben kaum Möglichkeit, mich über meinen Depri auszutauschen. Selbst und gerade zu Hause geht das nicht, weil meine Frau selber noch stärker betroffen ist und solche Themen sie arg runterziehen. Aber gerade in den letzten Wochen ist mir die Möglichkeit, darüber zu reden, so wichtig und ich habe den Eindruck, die eine oder andere Tür aufzukriegen, die mir in den letzten Jahren verschlossen war.

Mit freundlichen Grüßen

Weedy66

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bär
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Beigetreten: 31.07.2010
wehre dich!!

lieber Weedy,

ich wünschte mir die Veränderungen zum Guten oft auch viel schneller. Es braucht schon Geduld, die wir mit uns selbst haben müssen. Auch mal hinfallen, wiederaufstehn, weitergehn, um es da Nächstemal besser zu machen. Einen Cafe kochen geht irgendwie schneller.......................................

Aber du hast wie ich es gelesen habe nicht leicht, weil deine Frau ja auch an diesen Depressionen leidet. Ich selbst erlebe von meiner lieben Frau schon Unterstützung, die mir gut tut. Auf der anderen Seite kann man sich vielleicht besser austauschen oder verstehen, weil beide wissen, wie sich so eine Depression anfühlt.

Dieses Mobbing kenne ich auch in meinem Leben. Daher ist man schon in der Gefahr, es allen recht machen zu wollen, aus Angst, wieder gemobbt zu werden. Ich kann dir nur sagen, wehre dich, lasse es dir nicht gefallen, dass dich irgendjemand niedermacht. Wehre dich mit guten Argumenten, und das kannst DU. Du weisst ja auch durch deine Depression, wie der Mensch so ist, ............jeder möchte irgendwo mächtiger, grösser, besser sein, gerade wir Männer. Und wenn alle oben sind, stossen sie sich mit den Köpfen gegeneinander. Fange mal an zu beobachten, warum es gerade in deiner Firma so abgeht.
Und vielleicht findest du so einen Weg, mittendurch, ohne dass niemand es merkt. Dass du einfach klüger reagierst als die anderen.

Und nehme ja nicht die ganze Schuld auf dich, du kannst sie nicht tragen. Schreibe es dir auf, hänge es an deine Wand, schreibe es in ein Heft, so eine Art Tagebuch.

Schau, jetzt ist Weihnachten, und ich habe mir eine Magen-
Darminfektion eingefangen. Kann also nicht mit zu den traditionellen Weihnachtsbesuchen. Und dann kommen schon so Reaktionen, ach du kannst doch nicht, das geht doch nicht.
Und früher hätte ich mich da gezwungen. Gut, es fällt mir schon schwer, aber ich bleibe jetzt einfach zuhause.
Manche Leute reden uns auch ein schlechtes Gewissen ein, weil sie spüren, der oder die wehr sich ja sowieso nicht. Und da müssen wir aufpassen, dass wir als Depris nicht der letzte Dreck sind.

Mir fällt noch ein, wie Jesus damals mit den Pharisäern umgegangen ist, die ihn auch mobben wollten. Mit Worten und viel Weisheit, nur einmal hat er sie geklopft...............................
"Sei klug wie die Schlangen, und listig wie die Tauben" heisst es in der Bibel. Ich finde, er hat das recht gut gelöst.

liebe Grüsse,

hund und bär.

 

 

 

sibbdat
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Ich verfolge mit Interesse

euren Dialog und bin immer wieder erstaunt darüber, wie ähnlich wir uns doch alle in unserem depressiven Denken sind. Offensitlich ist das Thema eingebildete Schuld ganz typisch für Depressionen. Mir hat das zumindestens immer wieder geholfen. Wennich dann wieder solche Phasen bekomme, kann ich immerhin schon sagen: Steigere dich nicht zu doll rein. Denk daran, das ist ein typisches Krankheitssymptom. Klar, es ist richtig, eingebildete von realer Schuld zu unterscheiden. Ich habe da no ewtas, was mir dann hilft.Wenn wirklich reale Schuld vor liegt, dann bringe ich sie zu Jesus und er vergibt sie mir und es ist gut. Aber wenn der Schuldgedankeimmer wieder kommt, dann ist es entweder wirklich eingebildete Schuld oder der Feind Gottes hält es uns immer wieder vor. Wenn Gott vergibt, vergibt er ohne Wenn und Aber. Von Gott vergebene Schuld ist weg, ausgelöscht, nicht mehr vorhanden. LG

Sibbdat 

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bär
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ich bin nicht an allem schuld.

Liebe Sibbdat,

mir wurde das von Kind auf eingeredet, ich bin schuld. Warum, ich konnte mich nicht wehren, war das schwächste Glied, und man hat alles auf mich so abgeladen.

Das hat sich so weitergezogen, bis in mein Berufsleben. Ich habe mich immer für alles verantwortlich gemacht, obwohl es mich oft gar nicht betroffen hat.

Aber es hilft mir heute zu wissen, dass es nicht stimmt, ich bin nicht für alles schuldig, und nicht für alles verantwortlich. Im Glauben wurde die Gnade so befreiend für mich, dass hat so vieles in mir erlöst und gelöst.

Auch kann man es nie allen recht machen, es liegt nicht nur an mir, wie sehr ich mich auch anstrenge und mich bemühe.............aber es liegt nicht nur an mir.

Das muss ich mir immer wieder neu sagen, umdenken, anders denken.

Und irgendwann weiss ich es dann "automatisch", gehört zu meinem Leben und denken einfach so dazu.

Selbst war ich lange im Verkauf tätig, was wurden wir da geschult, mit Techniken, wie man am besten verkauft. Erfolgreich, dynamisch, Zahlen,
Umsätze. Wenn wir es so und so anpacken, dann verkaufen wir gut und dann noch Prämien, Anreize usw. Techniken können schon helfen,aber sie sind nicht das Wichtigste. Wichtig ich, dass ich dazu stehen kann, aber auch zu mir und meinen Werten, niemanden anlüge, oder was verkaufe, was der Kunde gar nicht braucht.........................................................................

Alles Umdenken, Veränderungen muss zu mir und meinem Charakter passen, sonst ist es aufgesetzt. Das Gute an den Verkaufstechniken habe ich genutzt, was aber nicht zu mir gepasst hat, erst gar nicht angewendet.

Wenn ich heute was Grösseres kaufe, ist mir der Charakter des Verkäufers am wichtigsten, dass ich nicht betrogen werde.

Viele Menschen wurden schon "umgedacht", da muss man auch aufpassen.

Die viele Werbung über Internet, Zeitungen, den ganzen Medien, die beein-
flussen uns schon ganz schön. Aber ich kann ja entscheiden, was ich lesen möchte und was nicht.

Es liegt auch schon an uns, von was wir uns prägen lassen, und was nicht.

Was ich anschaue, was ich lese, usw......................................................

welche Freunde..............

viele liebe Grüsse,

hund und bär.

 

Weedy66
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Beigetreten: 19.12.2011
Ja, Schuld ist eines der Kernthemen
Ich verfolge mit Interesse
euren Dialog und bin immer wieder erstaunt darüber, wie ähnlich wir uns doch alle in unserem depressiven Denken sind. Offensitlich ist das Thema eingebildete Schuld ganz typisch für Depressionen.

Und mir wird bewußt, wie lange ich schon dieses depressive Denken in mir trage. Mir kommen Erlebnisse aus meiner Kindheit und Grundschulzeit hoch, in denen ich mich wochenlang mit Schuldgefühlen herumgequält habe, die zum Teil aus Situationen erwachsen sind, in denen nich nicht schuldig war. Ich erinner mich an Erlebnisse, die einige Jahre prägten...
Als ich als Kind / Jugendlicher ausgeschlossen / gemobbt wurde, fühlte ich mich schuldig. Irgendwas musste ja an mir sein... die anderen mussten ja Recht haben... usw.

Denk daran, das ist ein typisches Krankheitssymptom.

So blöd das für manche klingen mag: Für mich ist es eine Entlastung, zu wissen, dass es ein Krankheitssymptom ist und nicht auch noch meine Schuld, unter Schuldgefühlen zu leiden.

Ich werde in 2012 definitiv wieder aktiv in Thera gehen (also nicht nur Tabletten schlucken) und hoffe, nun mehr auf gedanklicher Ebene gegen die Depri`s anzukämpfen. Suche noch einen Therapeuten in meiner Nähe, der sich mit kognitiver Thera auskennt.

Mit freundlichen Grüßen

Weedy66

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bär
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errfülltes Leben.

Lieber Weedy,

da wünsche ich dir, dass du da echt einen guten Therapeuten findest. Mir ist es eigentlich egal, welche Therapien, Techniken er anwendet. Hauptsache er hat einen guten Charakter, und ich verstehe mich mit ihm. Und dass er mich in meine Lebenssituation einfühlen kann.

Seit einem Jahr gehe ich bewusst zu einem christlichen Arzt, weil der auch vieles verstehen kann, was in den Gemeinden so abläuft.

Aber klar, es muss auch passen. Jeder Mensch hat ja so andere  Wahrnehmungssysteme.  Manche nehmen viel mit ihren Augen auf, andere
im Fühlen und Denken, andere wiederum über das Hören. Letztendlich ist es schon gemischt, aber jeder Mensch, und so auch jeder Therapeut hat so seine Schwerpunkte.
Oder die Popularpsychologie, dieses positive Denken, das war mein letzter Arzt. Da kam ich nicht so klar, fühlte mich auch manchmal manipuliert......

Letztlich muss jeder seinen eigenen guten Weg für sich finden. Egal welche
Therapie, welche Techniken.
Wichtig ist, dass wir lernen, mehr und mehr, besser mit den Depressionen zu leben, hoffnungsvoller, zufriedener. Mir wurde mal wichtig, dass es Leben ohne Leiden nicht gibt, aber trotz allem erfüllt zu leben. Manche Menschen können das, und für mich sind das echte Vorbilder. So möchte ich auch einmal sein.

liebe Grüsse,

hund und bär.

"wir müssewn nicht erfolgreich sein, wenn wir wertvoll sein dürfen."

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Don Limpio
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Einfach glänzend...

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Ich habe momentan das gleiche

Ich habe momentan das gleiche Problem....

Oft kann ich wegen der Depression mein Arbeitspensum nicht erledigen. Die Folge sind Schuldgefühle, diese verstärken wiederum die Depresssion was mich erst recht daran hindert meine Arbeit zu machen.

Ich hänge also im Moment in einen echten Teufelskreis fest.

Weiß jemand wie ich da wieder raus kommen kann?


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Skype: DeralteSchwede1
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bär
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Schuldgefühle.

Lieber Don,

ich selbst wurde mit viel Schuldgefühlen, Druck und brutalem Schlagen erzogen. Hatte immer Angst, etwas falsch zu machen, und das hat sich durch mein Leben so durchgezogen, bis heute. Gut, ich kann jetzt besser damit umgehen, aber rigendwo spüre ich noch manchmal den Druck, die Angst, die sich dann in Depressionen äussert.
 
Diese Schuldgefühle sagen mir, dass irgendetwas nicht stimmt. Es ist wie eine gefühlsmässige Reaktion auf die Spannung zwischen meinen fehlerhaftem Handeln, und einer Idealvorstellung, die meine Eltern sehr sehr hoch angesetzt haben, und die ich halt nicht erfüllen kann.Oft ist es mit Scham, Selbstbestrafung, Selbstablehnung verbunden, und ich sitze da, wie 
ein heulendes Elend....ich schaffe es nicht, ich kann meine Familie nicht versorgen usw.

Aber dieses Denken ist falsch, und nicht objektiv, nicht richtig, Don, das musst du dir immer wieder klar machen, schreibe es dir in dein Tagebuch,lass es dir von deiner Frau bestätigen. dass du nicht schuldig bist.Was habe ich mich selbst am Glauben an Gott schuldig gefühlt, erst in den letzten zwei Jahren konnte ich mit dem Wort Gnade was anfangen.Ja, ein falsch verstandener Glaube kann auch echt krank machen.
Lieber Don, ich konnte meine Eltern vergeben, das hat mir sehr geholfen.
Und ich versuche jetzt einfach, "unzudenken".
Nein, an der Depression bin ich nicht schuldig. Ich gebe im Leben mein Bestes, aber wenn ich es nicht packe, weil mir die Kräfte fehlen, oder das Geschick, dann möchte ich diese meine Begrenzung versuchen anzunehmen.Aber es macht mich nicht weniger wertvoll. Ich muss und kann nicht perfekt sein. Lieber Don ich wünsche dir jetzt ganz arg, dass du mehr und mehr von den Selbstvorwürfen wegkommst,....mehr zur Gelassenheit Ja dass du dich mehr und mehr selbst annehmen und lieb haben kannst.
Kein Mensch kann 100% geben, oder erwarten, weil wir Menschen sind, und als Depri kann man schon gar nicht immer 100% erwarten. Vielleicht müssen wir die Latte, die andere oder wir selbst uns so hoch gesetzt haben, etwas niedriger ansetzen. Und dann sich über uns selbst freuen, uns selbst Beifall geben, etwas Gutes uns selbst tun, dankbar sein für das, was noch so geht. 
Wenn es aber im Moment nicht so geht, dann geht es halt nicht. Ich merke es an mir, sich noch mehr zusammenreissen, noch mehr zwingen, den eigenen Druck noch mehr erhöhen, das geht bei mir nach unten. Ja ich weiss, wir leben in einer Hochleistungsgesellschaft, aber mehr und mehr Menschen packen es nicht mehr. Burnout, und das ist ja letztlich nur der bessere Ausdruck für Depression. Ich wünsche mir, dass sich in unserer Gesellschaft da bald was ändert, solange bleibt uns nur die Möglichkeit, uns selbst zu ändern, verändern, anders denken...............................
liebe Grüsse,

hund und bär.


sibbdat
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Gerade bei Depression realistisch und objektiv denken

Lieber Don, wir alle wissen, das unser Denken in einem absoluten depressiven Tief alles andere als logisch und realistisch ist. Das ist Merkmal unserer Erkrankung. Und doch ist es überlebensnotwendig, das wir genau das trainieren. Vom Gefühl her fühlen wir uns schuldig bis in die Haarspitzen. Gründe dafür gibt es wie Sand am Meer. Wie Weedy geschrieben hat, fühlen wir uns auch schuldig, weil wir uns schuldig fühlen. Aber genau das ist ja eben auch ein typisches Krankheitssymptom, dieses sich ständig schuldig fühlen. Don, du fühlst dich schuldig, weil du deine Arbeit nicht mehr schaffst. Aber du kannst deine Arbeit eben nicht mehr in dem Maße schaffen, wie es dir zu stabileren Zeiten möglich ist. Logisch, wie sollte das wohl möglich sein. Ich weiß ja, das ihr, Marsella und du in einer ganz speziellen Situation seid. Und ich kann mir denken, das der Druck für euch dann noch größer wird. Die Firma muss doch laufen. Ganz nebenbei gesagt: Weißt du eigentlich, das ich höchste Achtung vor deiner und Maresllas Leistung habe. Bei so einem schweren Krankheitsbild soeine Leistung.Respekt, Hut ab ! Ich habe keine Ahnung, ob dir das, was ich hier schreibe, weiter hilft. Denn ich brauche keine Firma leiten. Aber wenn ich meine Phasen bekomme, dann versuche!!! ich mir folgendes klar zu machen: Zur zeit geht es mir wieder ganz besonders schlecht. So schlecht, das ich kaum weiß, wie ich das aushalten soll. Aber so ist es nun mal. Und weil es mir  so sehr schlecht geht, werde ich jetzt alles vermeiden, wordurch es mir noch!! schlechter gehen könnte. Ich weiß, das Anklage und Druck die Symptome im höchsten Maße verstärkt. Wenn ich schon nichts daran ändern kann, das diese Pahsen immer wieder kommen, so kann ich aber dazu beitragen, das sie nicht noch schlimmer werden. Wenn ich eine offene und blutende Wunde hätte, würde ich doch auch nicht einfach weiter machen. Und eine Depression ist eine extrem offene und blutende Wunde. Ich glaube, wir Depressiven müssen zwar unsere depressiven Gedanken ernst nehmen. Aber wir müssen sie auch als das ansehen, was sie sind. Es sind kranke Gedanken, die aus der Krankheit der Depression entspringen. Keine Anklage, keine Schuld. Don DU BIST SCHULDFREI . Der Zustand ist schrecklich, kaum auszuhalten. Aber DU BIST SCHULDFREI. Gott segne euch beide. LG

Sibbdat