Wie habt ihr es eurer Familie gesagt?
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Hallo Leute!
Meine Fam. (Mann und erw. Kinder) ahnen nichts von meiner Krankheit, denk ich mal. Ich hab aber keine Ahnung wie ich ihnen das beibringen soll. Weiß nicht ob sie Verständniss dafür haben. Ich will aber auch nicht das der ganze Ort davon erfährt.
Wie habt ihr das gemacht und wie haben eure Angehörigen oder Freunde darauf reagiert. Wenns mir schlecht geht höre ich einfach immer wieder von meiner Fam. Was spinnst heute wieder?
Wäre über gute Antworten sehr froh.
Ich wünsche euch einen schönen Tag.
Alles Liebe Silvia
Hallo Silvia,
ich wollte letzte woche meiner besten freundin alles von meiner krankheit erzählen. Zu meiner Überraschung sagte sie: Na das ist mir nichts neues, habe ich mir schon gedacht. Sie war auch sehr verständnissvoll. Mein Mann weiß auch bescheid. Ihm musste ich es aber mehrmals genau erklären damit er es auch wirklich verstand. Ich habe das immer gemacht, wenn es mir gerade sehr schlecht ging und er sich fragte, was mit mir los ist.
Wen alles nicht hilft, schreibe deinen Leuten einen Brief, in dem du genau alles erklärst. Oder zeige ihnen ein Text oder Buch über Depressionen und bitte sie darin zu lesen. Manche Menschen verstehen es sofort, einige brauchen etwas Zeit und andere können leider gar kein Verständniss aufbringen. Aber auch so harte Nüsse kan man knacken. Also trau dich ruhig. Irgendwann muss es ja mal raus.
Viele Grüße von Astrantia
Liebe Silvia,
ich möchte das bestätigen, was Astrantia geschrieben hat. Gib Deinen Leuten in aller Ruhe eine genaue Schilderung dessen, was Du mit Dir selbst erlebst. Wenn es eine Möglichkeit gibt, ihnen etwas Schriftliches an die Hand zu geben, vielleicht auch mal im Internet nachzuschauen, dann tu das. Und mach Dir bitte selber und auch ihnen klar: Depressionen sind keine Geisteskrankheit, sondern eine Störung des Stoffwechsels im Gehirn. Depressionen haben nichts mit "Spinnen" oder "schlecht drauf sein" zu tun, sondern sind eine echte Krankheit wie Diabetes oder Bluthochdruck und wie diese auch behandlungsfähig. Es dauert eben seine Zeit, und Du darfst von Deiner Familie auch Geduld fordern.
Wenn jemand von Deinen Lieben krank war, warst Du doch auch zur Stelle und hast geholfen und getan, was notwendig war, oder?
Ich habe mal zu meinem Mann gesagt: "Ich war immer für Dich da, wenn Du krank warst oder Probleme hattest und bin es auch immer noch. Aber jetzt mußt Du stark sein, weil ich schwach bin!" Das hat er sehr wohl verstanden! Und zu den erwachsenen Kindern kannst Du das auch sagen!!!
Nur Mut, liebe Silvia!
Herzliche Grüße
Ruth
Liebe Silvia,
ich konnte es gar nicht verbergen in der Familie, hatte keine
Kraft mehr, es zu verbergen...........................................................
Am Beginn meiner Depri waren meine Kinder noch jünger, und
die haben mich auch schon depressiv erlebt.............................,
aber, sie sind trotzdem auf einem guten Weg heute.
In der Familie würde ich mich auf jeden Fall öffnen, .............
es verstecken kostet viel Kraft..............................................
Der ganze Ort muss es natürlich nicht erfahren. Ich habe es
aber den Freunden und Bekannten erzählt, denen ich vertraute,
dass sie es verstehen können, wenn auch erst später.
Weil, wir brauchen Menschen, die uns nicht ablehnen, sondern
versuchen, auf unsere Depri einzugehen.
Vielleicht kannst du es mal deiner Familie in aller Ruhe er-
klären, gibst deinem Mann ein Buch zu lesen, über Depressionen,
und das wir eben nicht "spinnen". Und ausserdem gibt es
viele Menschen die spinnen, weil manche meinen, sich über
andere erheben zu können, sie niedermachen.
Darum verstecken viele Menschen ihre Krankheiten, weil sie
sich einfach nur schämen. Man muss doch immer gut aussehen,
gepflegt,
fröhlich, gute Laune verbreiten, happy sein.............................
Wenn du aber tiefer schaust.....................................................
Gerade Menschen mit Depris haben die Gabe, tiefer zu
schauen, nicht nur die Oberfläche zu sehen..................................
Liebe Silvia, ich wünsche dir einfach einen ausgeglichenen
Umgang mit den Depris, die Balance, es manchen anzuvertrauen,
und bei anderen lieber schweigen.
Viele liebe Grüsse, und du spinnst eben nicht!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Hund und Bär.
denn es immer verbergen wollen und müssen kann extrem viel von deiner Kraft rauben. Ich habe die Erfahrung gemacht, das es auch ganz darauf ankommt, ob es jemand verstehen will. Es gibt Menschen, die haben noch nie was von Depressionen gehört und können sich verhältnismäßig schnell ein Bild machen und zeigen erstaunliches Verständnis. Andere wiederum können Berge von Bücher darüber lesen und verstehen nichts.Aber ich würde auf jedenfall offen damit umgehen. So offen, wie es dir und deinem Umfeld eben zur Zeit möglich ist.
Liebe Silvia,
ich halte es für eine gute Idee, deinen Mann mit zum Therapeuten zu nehmen. Denn der kann es immer noch besser und einfacher verständlich erklären, wie du dich fühlst, was mit dir los ist.
Ich habs meinen Eltern selbst versucht zu erklären, aber da habe ich das Gefühl, dass sie nicht hören wollen, dass es ihrer Tochter schlecht geht. Verständnis ist nicht da...
Und als ich letztens sagte, ich werde wieder in eine Klinik gehen, da meinte meine Mutter: "Da warst du doch erst!" Ja sie geht davon aus, da geht man halt mal in die Klinik und dann ist alles wieder gut. Und zu einem Gespräch mit meinem Therapeuten habe ich damals meine Eltern nicht bekommen. Da hatten sie blöde Ausreden. Und mir wars dann auch zu blöd zu betteln...
Sag deinem Mann, wie wichtig es dir ist, dass er sich das anhört. Ich finde es sehr wichtig, dass er dich versteht. Und wenn es nur ansatzweise ist.
Ich wünsche dir viel Glück und alles Liebe...
Vivien
Liebe Vividu..............................
waren deine Eltern immer schon so mit dir................................
Irgendwie wissen die vielleicht genau warum es geht, wollen
es aber nicht zugeben, was nicht sein darf, darf nicht sein.
Es ist aber sehr schade, dass sich gerade deine Eltern so
benehmen, du bist doch ihr Kind...................................
liebe Grüsse an dich, liebe Vivian,
hund und bär.
Lieber Bär,
es tut sehr weh, dass meine Eltern kein Verständnis dafür haben. In meiner letzten Therapie meinte mein Bezugspfleger, dass sie vielleicht genung eigene Probleme und Sorgen haben und dass das mit mir zu viel für sie werden würde.
Sie haben mich nie besucht während dieser acht Wochen. Meine Mutter meinte, ich wäre ja jetzt da in guten Händen, wofür sie mich besuchen sollten. Das tat sehr weh! Jeder von meinen Mitpatienten hat Besuch bekommen, nur ich nicht!
Ja... das dachte ich mir auch so-ich bin doch ihr Kind!!! Auch wenn ich erwachsen bin.
Dazu muss ich noch sagen, dass meine Mutter ein Alkoholproblem hat. Das macht mich zusätzlich noch fertig. Sie trinkt jeden Abend ihre 3-4 Flaschen Bier. Aber sie ist der Meinung, sie wäre keine Alkoholikerin.
Damit will ich sagen, dass sie bestimmt genug eigene Sorgen hat. Aus langerweile trinkt man nicht jeden Abend. Und ausserdem kann sie nicht ohne.
Dazu raucht sie noch sehr viel.
Auch darüber habe ich in meiner Therapie gesprochen, weil es mich so fertig macht. Da bekam ich die Antwort, ich wäre erwachsen und soll mich davon nicht runterziehen lassen und zusehen dass es mir selbst gut geht.
Aber das ist doch MEINE MUTTER!!! Ich kann nicht dabei zusehen, wie sie sich kaputt macht, wie sie öfter beim husten kaum noch Luft bekommt und dann immer meint, sie hätte sich nur verschluckt! Das käme ja nicht davon, dass sie mindestens 50 Zigaretten am Tag raucht...
Ich kann damit nicht umgehen...
Viele Grüße
Vivien
Liebe Vividu,
au, das hat mich jetzt richtig erschüttert. Wenn deine liebe
Mutter jeden Abend ihre 3-4 Flaschen Bier trinkt, ist sie
echt abhängig.................................................................................
.............und mit 5o Zigarretten am Tag ist sie nikotinsüchtig.
Nein, liebe Vividu, ich möchte deine Mutter jetzt keinesfalls
verurteilen, ich kenne ja auch nicht ihre Geschichte.
Und sie wird ihren Grund haben, wieso sie sich nicht der
Wirklichkeit des Lebens stellen kann.
Aber in dieser Situation musst du leben, und das ist ganz
arg schwer.
Natürlich willst du deiner Mutter helfen, aber als eigenes
Kind ist das ganz arg schwer, und es kostet auch viel Kraft,
die du im Moment einfach nicht hast.
Weisst du, von aussen helfen ist oft besser wie von innen,
weil du da mehr Kraft und den nötigen Abstand hasst.
Ich würde mir dir wünschen, dass du ausziehen könntest,
Menschen dir helfen, eine Wohnung für dich zu finden.........
Du, das Geld bezahlt das Arbeitsamt, die Miete und zum
Teil Nebenkosten, und du hast monatlich einen Geldbetrag,
mit dem du leben könntest. Es geht, lebe gerade selbst auf
diesem Niveau.........................., und Hund auch.............................
Aber du braucht diese Abhängigkeit, gerade auch vom
Elternhaus her, weil deine Eltern dich in diesen Abwärtssog
mit hineinziehen, und du da mitten drin bist.
Ich wünsche dir viel Kraft, und passe bitte gut auf dich auf,
du bist ein wertvoller Mensch, ehrlich, ...................................
liebe Grüsse,
hund und bär.
Danke lieber Bär, für dein Feedback!
Ich wohne schon lange nicht mehr bei meinen Eltern, aber im selben Ort, praktisch gleich um die Ecke. Ich bekomme ALG 2-genau wie du es beschrieben hast.
Mein Problem ist, dass ich nicht ohne meine Mutter kann, ich bin jeden Tag bei ihr und wir verstehen uns auch ganz gut. Ich glaube, ich hänge so an ihr, weil ich Angst habe, dass sie stirbt. Damit ich mir nachher nicht vorwefen kann, nicht genug Zeit mit ihr verbracht zu haben.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich damals, als ich erwachsen wurde, das gar nicht mitbekommen habe, dass ich nun für mich selbst sorgen muss und mein eigenes Leben leben muss. Dabei will ich noch gar nicht erwachsen sein, es ist mir einfach zu schwer alles und die ganze Verantwortung für mich selbst zu tragen........
Ich will so gerne noch mal Kind sein, da war alles so schön einfach.
Nochmal zu meiner Mutter:
Mit ihr selbst habe ich über das Trinken schon gesprochen. Sie meint, sie bräuchte das nicht, sie könnte auch ohne ihr Bier abends gut schlafen. Und ich lege meine Hand dafür ins Feuer, das sie das nicht kann!
Dann habe ich mich an meine Tante (ihre Schwester) gewandt. Die hat mir das nicht geglaubt! Sie sagte: "Ach quatsch, Bärbel ist doch keine Alkoholikerin, sie trinkt nur ab und zu gerne ein Bier." Aber ich weiss es doch besser! Es ist schon seit meiner Kindheit so (seitdem ich denken kann) und ich habe es jeden Abend miterlebt! Aber nein, sie glaubt mir nicht. Ich kam mir so blöd vor und es tat so weh, dass mir nicht geglaubt wurde.
Dann habe ich vor nicht allzu langer Zeit meinen ganzen Mut zusammen genommen und mit meinem Vater (Stiefvater) drüber reden wollen. Ich hab mich nicht wirklich glänzend mit ihm verstanden während meiner Kindheit.
Ich hab ihn zu mir nach Hause eingeladen. Als ich dann anfing ihm weinend zu erklären, was ich mir für Sorgen um meine Mutter mache wegen dem Alkohol und dem Rauchen wurde er laut uund wütend und meinte ich soll aufhören mich damit kaputt zu machen und soll aufhören zu weinen. Dann hat ist er gegangen und hat wütend die Tür hinter sich zugeschlagen.
Was soll ich von dieser Reaktion halten?
Will er es vielleicht nicht wahr haben?
Warum ist es für alle so unverständlich, dass ich mich so sorge?
Meine Brüder meinen dazu nur, dass müsste sie selbst wissen, was sie da macht...
Warum kann ich nicht so denken?
Lieben Gruß
Vivien



Land
Hey Leute!
Danke für eure Tipps. Wisst ihr langsam komme ich in erklärungsnot,warum ich so oft wegfahre. Vorallem meine Schwiegermutter fragt immer warum musst du schon wieder in die Stadt? Vor 2Jahren hab ich einen Bandscheibenvorfall gehabt. Und jetzt sag ich hast immer ich muss zur Therapie. Die glaubt dann zur Physiotherapie. Aber schön langsam wird es komisch dass das so lange dauert. Mein Mann schluckt das auch einfach so. Oft hab ich das Gefühl er interessiert sich gar nicht dafür was ich mache.
Meine Medikamente hab ich einfach so offen liegen gelassen. Aber er hat nicht einmal gefragt wofür nimmst du die. Irgendwie hab ich gehofft er fragt danach. Im Moment geht es mir halbwegs gut. Bin nicht so müde und schaffe auch einiges an Arbeit. Aber irgendwie hab ich immer Angst das dieses Tief gleich wieder kommt. Dann denk ich immer jetzt sagst du noch nichts. Mal sehen wie es weitergeht. Vielleicht kann ja auch mein _Therapeut im das näher bringen. Aber da müsste ich meinen Mann erst mal dazu bringen mit mir hinzufahren.
Was haltet ihr davon.
Ich wünsch euch einen schönen Abend. Danke für eure lieben Tipps und fürs Mut machen.
Alles Liebe Silvia