Umgang in der Partnerschaft
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hallo,
also ich bin irgendwie froh, dass ich in meiner Depri nicht
allein leben muss. Aber ich weiss auch, dass es meine liebe
Frau mit mir oft nicht einfach hat.
Vielleicht erwarte ich manchmal zuviel in meiner Depri..............
Was erwarte ich überhaupt, wie soll man mit mir umgehen,
wie kann ich trotz Depri etwas zur Partnerschaft beitragen....
Wann geht es gar nicht mehr.................................
Vielleicht können wir hier unsere Erfahrungen, Meinungen,
Wünsche, Probleme, schwierige Situationen austauschen.
Oder die, welche in keiner Partnerschaft leben, wie geht ihr
mit euch um, wenn die Depri kommt????????????????
viele liebe Grüsse,
bär mit "Partner" Hund
gelöscht
Liebe Liu!
Dein Beitrag hat mich sehr nachdenklich gemacht und geht mir seit Stunden nicht mehr aus dem Kopf.
Deine Situation ist schwierig, aber ich hoffe, dass sie nicht ausweglos ist.
Mit einem depressiven Menschen zu leben ist zugegebenermaßen nicht unbedingt einfach. Ich kann da aus eigener Erfahrung sprechen, bin selber "nur" Angehörige und habe selber keine Depressionen.
Auch wenn ich keine eigenen Erfahrungen mit der Erkrankung gemacht habe und nur ahnen kann, wie schlecht sich Depressive an manchen Tagen fühlen, so versuche ich wenigstens, meinen Mann halbwegs zu verstehen und zu unterstüzen.
Mir gelingt das längst nicht immer...und benehme mich unwissend wie ein Elefant im Porzellanladen....
Ich kann mir nur vorstellen, dass das Krankheitsbild von Depressionen Deinem Mann eine Heidenangst verursacht und er deshalb lieber den Kopf in den Sand steckt. (Würde ich selber auch manchmal gerne tun, nur leider nützt das gar nichts). So zu tun, als ob man nicht bemerkt, dass es dem Partner schlecht geht, kann nicht die Lösung sein. Dass Du unter Deiner Situation sehr leidest, kann ich mir gut vorstellen.
Da Du selber schreibst, dass Dein Mann normaler Weise ein sehr liebenswerter und hilfsbereiter Mensch ist, denke ich, dass ihm seine eigene Angst und Hilflosigkeit im Wege stehen. Vielleicht hat er gar keine Ahnung davon, wie sehr Dich sein Verhalten kränkt?
Wie schätzt Du Deinen Mann ein? Denkst Du, dass es ihm helfen würde, wenn er sich auch einmal hier im Forum umschaut?
Gerade weil ich selber weiß, wie schwer das Leben mit einem depressiven Partner manchmal ist, würde ich Deinem Mann auf keinen Fall etwas Böses unterstellen. Vielleicht braucht er einfach mal Jemanden, der ihm zeigt, dass man auch mit den Depressionen des Partners leben kann, ohne die Augen zu verschließen. Vielleicht muss er nur lernen, für Dich dazu sein, wenn es Dir schlecht geht.
Depressionen sind leider immer noch ein absolutes Tabu-Thema in unserer Gesellschaft.
Aber wir brauchen wohl kaum darauf zu warten, dass sie verschwinden, nur weil wir so tun, als würden sie nicht existieren.
Vielleicht regst Du Deinem Mann an, hier ein wenig zu lesen. Wenn er mag, kann er sich auch gerne an mich oder meinen Mann (Don Limpio) wenden.
Ich hoffe und bete für Dich, dass Dein Mann Deine Depressionen akzeptieren kann und es Dir bald etwas besser geht.
Liebe Grüße
Marsella73
Liebe Liu, das stelle ich mir sehr schwer vor, nicht mit dem Partner darüber reden zu können.
Am Anfang konnte mein Mann damit auch nicht umgehen, er hat es nicht verstanden, was mit mir los war.
Es gab auch dann schon Streit deswegen, dass war für mich dann ganz schlimm, weil ich dachte er liebt mich deswegen nicht mehr.
Es ist sogar am Anfang einmal mit zum Therapeuten, da hat er gemerkt, ich leide sehr darunter.
Er konnte sich zwar darüber nicht mir unterhalten, aber hat mir zugehört, hat mich oft getröstet.
Wenn mir was mißlungen war und ich dann am ausrasten war, hat er mich einfach in den Arm genommen, wenn ich in der Klinik deswegen war, hat er mich so oft es ging besucht.
Ohne seine Unterstützung hätte ich es nie geschaft.
Ich denke du soltest ihm mal, ein par Informationen so einfach mal zum lesen hinlegen, man kann die Krankheit zwar nicht nachvollziehen und auch das Verhalten des Partner oft nicht verstehen.
Aber wenn er sich mal darüber informiert, könnte wenigstens Verständnis für dein Verhalten bekommen und erkennen wie wichtig es ist, dass der depressive Partner weis, "hier, ich bin immer für dich da, wenn du reden willst, ich hör dir zu."
Das würde es für beide Partner eine Erleichterung bringen, auch wenn es trotzdem noch sehr schwer sein wird.
Vielen Dank für eure Rückmeldungen auf meinen Beitrag.
Ich lese jetzt schon eine Weile mit in eurem Forum und bin überzeugt davon, so empathisch, wie bei euch, hab ichs noch nirgends erlebt.
Aber - hm, ich pass hier nicht rein, ich würd eure Harmonie stören.
Warum?
Na ja, also wenn ich jetzt gleich wirklich ehrlich auf eure Beiträge reagiere, ich glaub, das kommt nicht wirklich gut an.
Weil - ehrlich gesagt, so wirklich verstanden gefühlt hab ich mich nur von Marsella.
Herzlichen dank dafür Marsella.
Wisst ihr, es ist nicht so, dass ich nie versucht hätte, mit meinem Mann drüber zu reden.
Eigentlich wollte ich nur ein bisschen davon erzählen. wie ich mich fühle. Ratschläge wollte ich keine. Schon gar keine, die mir das Gefühl geben, ich wär ein bisschen meschugge und wär noch gaaaaar nieeeee auf den Gedanken gekommen, mal mit meinem Mann drüber zu reden, wie es mir geht. Doch doch, so doof bin ich gar nicht. Ich hab meinem Mann durchaus erklärt, wies mir geht. Das haben auch Ärzte in der Klinik versucht, in der man mich weggesperrt hat.
Ich möchte aber auf keinen Fall meinen Mann als einen unsensiblen Menschen darstellen. Das ist er nicht.
Aber auch er hatte ein ganz furchtbares Leben, eine schreckliche Kindheit mit furchtbarer Gewalt. Ich denke, Don Limpio kann da gut nachvollziehen, wie es einem da geht.
Ja, mein Mann kann nicht damit umgehen, dass seine Frau krank ist. Und darum möchte er nicht damit konfrontiert werden.
Aber eure Reaktionen (außer Marsellas) geben mir das Gefühl, es wäre meine Pflicht, ihn damit zu konfrontieren.
Nein, das werde ich nicht.
Vermutlich haltet ihr mich für unreif, oder was auch immer.
Aber wir sind seit 30 Jahren verheiratet. Und haben wirklich verdammt viel durchgestanden.
Gut, ich kann mit meinem Mann nicht drüber reden, dass ich Depressionen habe.
Aber ich kann mich drauf verlassen, dass mein Mann mich liebt.
Nach 30 Jahren (plus der Jahre davor, die wir zusammen waren) kennt man einen Menschen.
Die Hilflosigkeit meines Mannes ist mir ein größerer Liebesbeweis als so einige "och du Arme"-Schultergetätschel derer, die mich doch gar nicht so gut kennen.
Ach Leute, ich sollte endlich kapieren, dass ich kein Forenmensch bin.
Ich erwarte immer noch, schreiben zu dürfen, wies mir geht, ohne Ratschläge zu bekommen. Und das in einem Forum.
Außerdem kann ich schlecht damit umgehen, alles in Gottes Hand zu legen.
Ich bin praktizierende Christin, seit meiner Kindheit in der Kirche engagiert und habe auch Theologie studiert. Leider konnte ich meinen Traumberuf (Gemeindereferentin) dann doch nicht ausüben.
Aber ich bin nach wie vor ehrenamtlich in der Kirche aktiv, vor allem für Kinder und Jugendliche.
Allerdings ist meine Vorstellung von Gott eine andere als die, die ich hier oft lese.
Der Gott, an den ich glaube, prüft uns nicht durch Krankheiten (wie z.B. die Depression).
Na ja, wie gesagt, ich sollte akzeptieren, dass ich kein Forenmensch bin.
Ich freu mich, euch gefunden zu haben.
Auch wenn ich nicht dazugehör. Liegt an mir - bin nicht depressionsforentauglich
Passt auf euch auf.
Alles Liebe und Gute
Bussal
Liu
Liebe Liu,
niemand hier hatte die Absicht, Dich als meschugge hinzustellen. Bestimmt nicht.
Manchmal steckt man in Situationen, in denen man das Einfachste nicht sieht.
Das Du keine Ratschläge möchtest, wird hier auch jeder akzeptieren.
Man muss es nur wissen....
Meist ist es aber so, dass Leute sich ratsuchend in diesem Forum anmelden.
Deshalb vielleicht, die für Dich nicht gewollte Situation.
Aber - hm, ich pass hier nicht rein, ich würd eure Harmonie stören.
Das es hier harmonisch zugeht, ist doch eigentlich sehr schön.
Freu Dich doch dass es solche Foren gibt!
Das heißt aber nicht, dass Du hier mit Deiner Meinung hinter dem Berg halten musst.
Wenn Du was zu sagen hast, sag es!
Auch in Sachen Gottesbild gehe ich nicht mit allem konform, was hier geschrieben wird.
Doch meine Erfahrungen zeigen, dass es um solche Themen immer extreme Kontroversen gibt. Um es mal gaaanz vorsichtig auszudrücken...
Ich hatte mal ein christliches Forum und habe es aus genau diesem Grund geschlossen.
Aber hier geht es auch nicht darum wer die richtige Lehre hat, sondern um Depressionen.
Deshalb auch mein Eintrag in den Forenregeln.
Auch wenn Du meinst hier nicht her zu passen, bin ich da ganz anderer Meinung!
Die Trauer und die Wut mal wieder nicht verstanden worden zu sein, die ich aus Deinem Beitrag herauszulesen glaube, kenne ich nur zu gut.
Viele andere hier mit Sicherheit auch.
Als Depressiver hat man in der Gesellschaft kaum Rückhalt.
Hier kann dieser Rückhalt, im Rahmen der Möglichkeiten eines Forums, gefunden werden.
Niemand kann einen Depressiven verstehen, der nicht depressiv war.
Und hier wimmelt es geradezu von diesen Leuten.
Ich würde gern nochmal was zu dem Gefühl des Nicht-Verstanden-Werdens etwas sagen.
Weißt Du, ich bin hochbegabt.
Gerade mal ein Prozent aller Menschen hat einen höheren IQ.
Geboren wurde ich in einer Arbeiterfamilie mit einem trinkendem Vater.
Während meiner Jugend und Schulzeit war ich immer nur der Sohn des Dorfsäufers, der per se nichts taugte....
Nur für ganz wenige Momente konnte ich dem entfliehen.
In Kinderferienlagern oder bei gelegentlichen Besuchen, bei meinen Großeltern.
Dort war meine Neugier, meine Ideen und meine Kreativität immer geschätzt und ich bekam viel Lob und Annerkennung.
Nur in meinem normalen Lebensalltag eben nicht.
Da war ich ein Taugenichts wie mein Vater. Oder ein vorlautes Kind.
Ich war immer dabei, aber nicht richtig!
Ich weiß nicht ob Du verstehst, was ich meine....
Ich habe mein Leben lang nach Meinesgleichen gesucht.
Auf der Straße bei den Obdachlosen und in akademischen Kreisen. Auch in Hochbegabten-Foren.
Ich bin nirgends fündig geworden....
Nur sehr wenige Menschen in meinem Leben verstanden mich.
Und nur einer richtig. Meine Frau.
Was ich mit diesem Text sagen will ist, dass ich mich jeden Tag meines Lebens fühle, als wenn ich von einem anderen Planeten stamme. Das ist wirklich so!
Ich gehöre nirgends dazu und ich habe keinen einzigen, wirklichen Freund.
Ich weiß dass sich das vermutlich nicht mehr ändern wird.
Also habe ich folgende Lösung für mich gefunden.
Wenn ich ein Informatik-Problem habe gehe ich zu Informatikern.
Bei jedem anderen Problem entsprechend.
Ich glaube auch aus diesem Grund das Du hier richtig bist.
Du kannst hier einfach schreiben und Dich auch mal richtig auskotzen, wenn es sein muss.
Wenn Du eine Frage hast, formuliere Sie entsprechend und Du wirst eine Antwort bekommen.
Der Empfang den Du hier bekommen hast, war einfach ein netter Versuch Dich abzuholen.
Niemand hat sich dabei etwas Böses gedacht.
Jetzt haben wir schon ein bisschen mehr von Dir kennengelernt und werden deine Wünsche auch respektieren.
Hand drauf!
Denk mal drüber nach...
Es gibt aber auch die Möglichkeit, mit meiner Frau Marsella oder jedem anderen hier im Forum, per PN oder E-Mail in Kontakt zu treten.
Vielleicht ist das ja was für Dich....
Es grüßt Dich ganz lieb
Don - Der nicht immer harmonisch ist....



Land
Liebe Liu,
au, das mir aber jetzt echt leid für dich, dass dein Partner sich eher
zurückzieht, und nicht ehrlich damit umgehen kann.
Du selbst kannst dann nicht mehr ehrlich damit umgehen, das ist
sehr schade.
So wie ich dich seither kennengelernt habe, liebe Liu, bist du doch
gar nicht die so starke Frau. Oder musst du es deinem Mann vor
spielen, weil er sonst nichts auf die Reihe kriegt..........................
Du schreibst aber, dass ihr euch gegenseitig liebt, und da würde
ich doch eine Chance sehen.
Furcht und sich etwas vorspielen, ob das was mit Liebe zu tun
hat.
Mir würde das jetzt brutal schwerfallen. Gut meine Frau ist eher
der lebenslustige Typ, und ich habe auch schon versucht, meine
Depris vor ihr und den Kindern zu verstecken........................aber
sie merkt es doch, sie sagt, sie sieht es mir an.
Klar wünscht man sich, dass der Partner uns so nimmt wie wir sind,
gerade auch in unseren Depris.
Ich wünschte, du könntest mit deinem Mann darüber mal ein ehr
liches Gespräch führen. Er muss ja nicht gleich alles verstehen,
aber vielleicht ein bieschen mehr Verständnis aufbringen, aus Liebe
zu dir.
Oh liebe Liu, lass in deiner Depri deine Gefühle, deine Agressionen
raus, wenn du sie unterdrückst, werden sie nur noch schlimmer.
Schrei diese Wut heraus, irgendewo im Wald oder sonstwo, wo
dich niemand hören kann. Schreie sie zu Gott, wie in den Psalmen,
du liebe Liu, der erträgt das. Schreie ihn an, deine Angst, dein
Unverständnis......................der mag und liebt dich trotzdem ganz
arg weiter, und streckt dir beide Arme entgegen.
Du lebst um zu leben, liebe Liu, nicht um zu funktionieren.
Funktionieren müssen die Maschinen, Autos, Computer.---------
Du darfst jammern..........................................
Du und meine Kinder sind jetzt schon grösser, und ein Wunder ist
für mich, dass sie trotz einem Deprivater, der ja wollte, aber nicht
immer konnte, sind sie beide auf einem guten Weg.
Liebe Liu, du bist nicht immer in diesem Deprischrank gefangen.
Ich würde es dir so wünschen, dass du auch mal zur Ruhe kommen,
entspannen kannst.
Ich wünsche dir ganz arg viel Gnade und Liebe, Barmherzigkeit,
Geduld und Güte,
und dass das Dunkle der Depri bald wieder verschwindet, du
wieder etwas mehr Licht siehst.
viele liebe Grüsse,
in Gedanken an dich
bär mit hund