Trennung
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Hallo zusammen! Ich war schon über ein Jahr nicht mehr hier, aber jetzt stehe ich vor dem Scherbenhaufen meiner Beziehung. Im letzten Jahr gab es in unserer Beziehung schon eine sehr schwere Zeit, in dem ich angefangen habe, mich mit dem Thema Depressionen auseinanderzusetzen, weil mein Partner sich so verändert hatte. Mit ihm darüber reden konnte ich nicht, weil er "zu" gemacht hat. Er sei doch nicht krank und käme da schon alleine wieder raus, sagte er. Das hat er auch geschafft und unsere Beziehung war wieder sehr harmonisch.
Vor ca. 7 Wochen fing dann das ganze wieder von vorne an. Er machte nichts mehr mit mir gemeinsam, war extrem schlecht gelaunt, gab kaum oder patzige Antworten auf ganz normale Fragen usw. Nach einem Gespräch, in dem es schon über eine eventuelle Trennung ging, schrieb er mir in einer SMS, er könne im Augenblick keinen klaren Gedanken fassen, es sei alles so durcheinander, er habe ein "Gewitter" in seinem Kopf und ich solle ihn die Zeit geben, die er braucht. Am Wochenende haben wir zusammen den Geburtstag eine Freundin gefeiert, er benahm sich wie früher, hat gelacht und mit mir getanzt. Erst als wir wieder zuhause waren, fiel seine Maske wieder von ihm und er war wieder das "Ekel".
Gestern Abend sprach ich ihn dann noch einmal auf seinen Zustand an, er fauchte mich an und sagte, er würde die Beziehung beenden. Nach langem hin und her sagte er mir, dass er eine Neue hätte und das schon seit ein paar Wochen. (In einem vorhergehenden Gespräch hat er mir mal erzählt, dass man nur erzählen muss, dass man einen Andere hat, damit die Gefühle der Verlassenen erlischen)
Vieles passt da so gar nicht zusammen. Er will noch ca. 4 Wochen bei mir wohnen bleiben, er heulte gestern Abend, dass er immer für mich da sein wolle und ich ihn nicht verurteilen solle. Ich solle seinen Kindern nicht weh tun, indem ich den Kontakt zu ihnen einschlafen lasse, gleichzeitig sagte er, dass es ihm völlig egal sei, was jetzt mit ihm passieren würde. "Und wenn ich dabei drauf gehe, dann bin ich eben weg", sagte er. Als ich ihm dann sagte, dass er Verantwortung seinen Kindern gegenüber hätte, meinte er, es wäre ihm egal. Das alles passt doch so gar nicht zusammen.
Meint ihr, dass es sich um eine Art Depression handeln könnte?
Was kann ich tun? Er lässt sich nicht helfen und ich habe Angst, dass er sich etwas antun könnte.
LG Cladie
Liebe Cladie,
ob dein Mann jetzt eine Depression hat, dazu kenne ich ihn
zu wenig. Aber diese extremen Gefühlsschwankungen, ich
habe eine Freundin, und dann doch wieder lebenslange Treue,
beim Geburtstag deiner Freundin sich zusammenreissen,
und zuhause sich voll gehen lassen, das könnte schon darauf
hindeuten.
Wir Männer sind da echt schwierig, Schwäche zugeben zu
können................................................und Depression wird in
unserer Gesellschaft leider gern als Schwäche ausgelegt.
Depression ist aber keine Schwäche, und niemand muss
sich dafür schämen.
Aber wenn du heute einen burnout hast, wegen zuviel Leistung
da bis du eher anerkannt, weil Leistung in unserer Gesell
schaft wiederum ganz oben steht.
Aber wie sollst du jetzt darauf reagieren. ...............................
eher verständnisvoll, oder eher härter....................................
Dein Partner ist in einer Zwickmühle, und ohne Hilfe wird
er da nicht mehr rauskommen.........................................................
Vielleicht kannst du ihm ja sagen, dass du versuchst ihn da
zu verstehen, und ihm helfen möchtest. ........................................
Er wird sich wehren, alles abstreiten........................................
versuche es trotzdem weiter. Oder zeige ihm einmal dieses
Forum hier.
Stark ist eigentlich derjenige, der seine Schwächen zugeben
kann. Nicht der, der sie ängstlich verbirgt, oder kompensiert.
Es ist jetzt so ein Drahtseilakt, dass du ihn trotzdem als
Mann akzeptierst, er aber merkt, dass er Hilfe braucht.
Tabletten, Therapie, aufarbeiten..............................................
diese Hilfen gibt es ja, aber man muss auch wollen......................
Das ist jetzt nicht einfach für dich, mir hat es letztendlich
geholfen, auch meine Verantwortung gegenüber meiner Familie
zu sehen, und nicht zu flüchten. Es auszuhalten, und nach
Lösungen zu suchen.
Versuche damit zu leben, passe aber bitte auch gut auf dich
selbst dabei auf, weil deine Kinder dich ja auch noch brauchen.
Und tue auch nur mal was für dich, um neue Kräfte zu sammeln.
viele lieb Grüsse,
hund und bär.
Liebe Cladie,
das tut mir jetzt aber sehr leid für dich. Dein Partner sucht
sich jetzt den für ihn einfachsten Weg, ohne Verantwortung
sich selbst gebenüber. dir und deinen Kindern.
Aber ich glaube, dass er bei der kleinsten Schwierigkeit
wieder zurückkommt.
Dir erstmal viel Kraft, lass ihn gehen, wenn er will..................
aufhalten wird man ihn nicht können, irgendwo auch schade...
Schaue jetzt aber mehr auf dich und deine Kinder, das ist
jetzt fast noch wichtiger.........................................
liebe Grüsse,
hund und bär.
Oh liebe Cladie,
was dein Mann jetzt ganz dringend bräuchte, wäre eine Therapie,
am besten eine klinische. Ein paar Wochen seines Lebens für
sich selbst investieren, alles Bewusste und Unbewusste in
seiner Seele aufarbeiten, um dann wieder aufatmen zu können,
befreiter, ausgeglichener leben zu können.
Aber er verdrängt es total, flieht vor sich selbst.
Familie kann anstrengend sein, wenn man zuviel von sich
selbst noch durch das Leben schleppen muss, und die Last
der Familie auch noch tragen möchte. Nein, Familie ist nicht
nur Last, aber schon mit kleineren Kindern eine anstrengendere
Lebensphase. Das hat aber wiederum als Ausgleich sehr viele
schöne Seiten....................................................................
Was kannst du jetzt tun. Nur ihn immer wieder ansprechen,
sich doch helfen zu lassen, mehr nicht. Zwingen kann man
einen Menschen nicht, und auch diese uns helfenden Tabletten,
muss man bereit sein zu nehmen.
Ich kann dich da so gut verstehen liebe Cladie, und wünsche
dir und deinen Kindern viel Kraft, Liebe und Mut, und dass
dein lieber Mann doch noch zur Einsicht kommt, schon der
Familie wegen.
viele liebe Grüsse,
bär und hund.
Liebe Cladie!
Ich kann deine Angst und Verzweiflung so gut verstehen. Mein Mann leidet auch an Angstzuständen, die oftmals unser ganzes Miteinander einfrieren. Es bleibt das Gefühl, als ob jemand den Teppich unter den Füßen wegzieht...
Ich wünsche dir viel Kraft diese schwere Zeit durchzustehen. Vielleicht kannst Du schöne Zeit mit den Kindern verbringen - uns hilft das dann auch immer. Die Kinder leiden ja auch mit und diese schönen Momente helfen uns allen dann - dann ist mal mehr erlaubt als sonst
.
Ich fühle mit Dir und hoffe, dass ich Dir ein wenig Trost spenden kann. Fühl Dich getragen.
anni
Oh, Cladie, ich kenne diese Hilflosigkeit und Fassungslosigkeit, dieses Gefühl - das ist doch jetzt alles nicht wahr, nicht echt!
Es schmerzt. Ein Gefühl, als ob alles um einen herum zerbricht und Du selber mit. Versuch bei Dir zu bleiben - vielleicht kannst Du es als Auszeit sehen - zeitlich begrenzt - das hoffe ich für Dich.
"Wenn Du etwas liebst, dann lass es los, las es gehen - wenn es Dir gehört, dann kommt es zu Dir zurück."
Das ist soooo schwer, aber es hilft, genau wie das Weinen - versuch nicht Deine Gefühle zu unterdrücken, das macht krank - mich aggressiv und das bekommen dann die Kinder ab. Dann schleuder ich lieber meinem Mann meine Wut entgegen. Auch unsere Partner müssen wissen, wie es in uns aussieht und wütend zu sein und traurig ist doch in dieser Situation total normal.
Versuch bei Dir zu bleiben, sei nett zu Dir und tu Dir Gutes. Lass Dich nicht mit runter ziehen, damit ist keinem geholfen - das ist sooo schwer.
Manche Zeiten sind stürmisch, doch auch jeder Sturm geht vorüber. Gestern abend war eine Talkrunde über Burnout und mich verließ etwas der Mut als Sven Hannawald erzählte es hätte 8 Jahre gedauert - wir haben "erst" 3. Da rettet mich nur die Hoffnung, das wir da schneller durchkommen - Gott wird uns tragen. Auch Euch alle - und jeden dadurch, wo er durch muss, um was auch immer zu erreichen. Vielleicht können wir das irgendwann verstehen. Aber er trägt uns alle...
anni
Ich stimme dem, was Anni schreibt,voll zu. Gott trägt uns. Und jetzt ganz besonders dich und auch deinen Mann. Auch ich werde für euch beten.



Danke Hund und Bär!
Er wird ausziehen, zu einem Freund. Die ersten Sachen sind gepackt und er ist gerade dabei einen weiteren Umzugskarton zu packen. Ich weiß gar nicht, ob ich erleichert oder traurig sein soll. Wahrscheinlich beides, immerhin sind wir fast 7 Jahre zusammen gewesen. Ich hatte eigentlich gedacht, dass er mehr kämpfen würde, aber vielleicht kann er es auch nicht.
Ich bin so durcheinander. Er wird mir sehr fehlen und vielleicht hoffe ich auch ein bißchen, dass er zurückkommt, aber im Augenblick sieht es nicht so aus.