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traurige Wut & wütende Trauer

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Schiedding
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Beigetreten: 02.09.2011

Mein Freund hat heute Schluss gemacht  wegen (meiner Meinung nach) einer Lapalie. Diese Entscheidung kam für mich aus heiterem Himmel. Zwar nach einer kleinen Diskussion, aber das war nicht mal ein Streit oder sowas... nichts ernstes, ich war nicht mal böse mit ihm...

Er machte Schluss, gleich mit der Bitte an mich meine Sachen zu packen & zu gehen... & das nach 2 wunderschönen Wochen ohne wirkliche Probleme, direkt am Warnemünder Strand bei wolkenlosem Himmel & warmen Sonnenstrahlen...

Ich war wie vor den Kopf gestoßen. Wusste gar nicht, wie mir geschieht...

Dann saß ich im Zug, auf dem Weg zu meiner Mutter, & er schickte mir eine Danke-für-die-schöne-Zeit-&-alles-Gute-SMS, die ich total fehl am Platz fand & die mich wütend gemacht hat. Er macht Schluss, er bittet mich zu gehen (was ich gar nicht wollte). Dann ließ er mich sogar noch !allein! in der leeren Wohnung meine Sachen packen & war nicht
mal da als ich weinend die Tür hinter mir ins Schloss zog. & dann diese DankeSMS... 

Auf meine traurig-patzige SMS kamen etwas später mehrere nach: Es täte ihm leid, er war nicht bei klarem Gedanken, hat Dinge gesagt, die er nicht meinte... aber nun will ich ja nicht mehr...

Aaaaarghhh!!! Das macht mich noch trauriger & wütender!!!
Ich will nicht???
ER IST ALLES, WAS ICH WILL!!!
& ich möchte, dass er glücklich ist, dass wir zusammen glücklich sind.
Aber er schickt mich weg?! Macht mich traurig.
& darf dann doch wieder ankommen?! & alles ist gut?!

Was glaubt er eigentlich wer er ist?!
Ich bin auch nur ein Mensch, der Gefühle hat & auf sein Herz acht gibt.
Jetzt bin ich weg, weil er mich weggeschickt hat.

Und als wäre das nicht schon traurig genug, kommt dann auch noch hinzu dass ich jetzt leider sage, dass ich nicht mehr zurückwill.

Ich liebe ihn über alles, aber mich so vor den Kopf stoßen lassen, meine Empfindungen mit Füßen zu treten & dann kommt er doch wieder angekrochen & ich verzeihe alles...

Es reicht! Ich hab die Schnauze voll!
Soweit zu sein, dass ich das sage, bricht mir mein Herz gleich nochmal. 
Das ist doch nicht fair.
Wie kann sowas nur möglich sein?
Bin so dermaßen traurig, aber auch echt wütend. Auf ihn, auf mich, seine Eltern... das ist einfach nicht fair... *schnief*

"I have spread my dreams under your feet;
Tread softly because you tread on my dreams." W.B.Yeats

eure traurige Schiedding

Bedenke: Ein Stück des Weges liegt hinter dir, ein anderes vor dir. Wenn du verweilst, dann nur, um dich zu stärken, aber nicht um aufzugeben. ~ Augustinus Aurelius ~

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anni1900
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Ein wenig Trost!?

 Liebe Schiedding!

Ich bin anni, mein Mann leidet unter Depressionen und ich kann dich gut verstehen.
Ich fühle Deine Zerrissenheit mit Dir und weiß, dass diese schwer zu ertragen ist. Fühl Dich von mir einfach verstanden und gedrückt - vielleicht kann Dich das ein wenig trösten.
anni

 

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bär
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Beigetreten: 31.07.2010
unbewuss,

Liebe Schiedding,

wir Menschen reagieren oft unbewusst, durch Fühlen und

Empfinden. Ohne gross darüber nachzudenken sprechen

wir im Affekt Dinge aus, oder reagieren so, dass es uns

hinterher wieder leid tut.

Und gerade in einer engen Beziehung tut das natürlich weh.

Aber dein Freund hat bestimmt nicht gross darüber nach-

gedacht oder es schon länger geplant, sonst hätte er sich

nicht gleich entschuldigt.

Meine Frau und ich handeln auch öfters im Affekt, und wie

oft habe ich schon sagen müssen, Du es tut mir leid. ja es tut

mir selbst weh, dass ich so gehandelt habe, kannst du mir

bitte vergeben. Liebende leben von der Vergebung, und ich

selbst bin immer wieder ganz neu darauf angewiesen, dass

man mir vergibt.

Nein, es ist oft nicht fair wie wir handeln, aber wir sind

doch nur auch nur Menschen, und überhaupt nicht perfekt.

Gebe nicht so schnell auf, liebe Schiedding, gebe dir einen

Ruck..................................................................................................

es kann doch wieder schön für euch zwei werden.

Ausserdem lernt ihr euch so besser kennen, als wenn alles

nur glatt läuft.

Da wächst man gemeinsam in der Liebe weiter.........................

trotz diesen Wachtstumsschmerzen.

 

viele liebe Grüsse,

hund und bär, die sich auch mal vergeben müssen, weil wir

auch nicht immer gut reagieren............................................

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Schiedding
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Beigetreten: 02.09.2011
Wie oft soll ich denn noch

Wie oft soll ich denn noch vergeben???
Das ist ja nicht das erste Mal passiert.
Wie oft soll ich mir seine Vorwüfe noch anhören? Die verletzenden Worte?
Wie oft soll mir noch der Boden unter den Füßen weggerissen werden?
Wie oft soll ich denn noch MEIN Herz flicken???
Ich bin am Ende meiner Kräfte - & das nach gerade mal nur 2 Jahren.
Gott, was liebe ich diesen Menschen!!! Aber wie soll es mir denn nach 10 oder 20 Jahren gehen wenn ich jetzt schon nicht mehr kann & sich nichts ändert & ich immer wieder gemeine, verletzende Vorgewüfe zu hören bekomme???

Gott, ich weiß, wie unheimlich leid es ihm tut. & dass er das nicht wollte, dass nichts davon 'geplant' war. Dass er jetzt weiß, dass er überreagiert hat. & ich wünschte mir, es 'blitzdingst' & alles wäre so schön wie vorher. Ich könnte ihn umarmen, zum Lachen bringen, ihn drücken, er würde mir durchs Haar wuscheln... *seufz*

Aber ich kann doch nicht immer denken "ach, er meint es gar nicht ernst, er will ja gar nicht Schluss machen" ?! Was kann ich denn da noch ernst nehmen???

Ich bin selber am Boden zerstört, hab den 'Schock' immer noch nicht überwunden, kann nicht glauben, dass ich jetzt allein ohne ihn hier sitze, verachte meine Gedanken, dass ich uns besser vergessen soll, suche verzweifelt einen Halt, den ich leider im Moment nicht finde, stehe plötzlich allein da.
Zusätzlich zu meiner eigenen Verzweiflung fühle ich sein verloren sein, hab aber keine Kraft mehr für uns beide.

Ich meine das nicht böse, aber Depression darf kein 'Freifahrtsschein' sein im Affekt nahestehende Menschen anzufauchen, sie zu verletzen, sich danach zu entschuldigen & dann ist wieder alles gut weil der andere, der verletzt wurde, ja eh & sowieso wieder vergibt.

Sorry, auch wenn ich mir selber nochmal damit das Herz breche - ICH WILL DAS NICHT MEHR!
Ich möchte auch, genauso wie ich es immer für meine Freund möchte, glücklich sein. Am liebsten natürlich mit ihm! 
Nach zwei Jahren muss ich jetzt, glaub ich, leider einsehen, dass es uns nicht vergönnt ist, dieses Glück zusammen zu leben.

Glücklich macht mich das natürlich !überhaupt! nicht. Mein ganzer Sinn scheint verschwunden, der Boden unter meinen Füßen ist plötzlich weg... Ich drehe mich in Wut, Trauer, Tränen, Aufgabe, Verzweiflung, Verachtung & Zerrissenheit. Weiß weder ein noch aus...

Tut mir leid, lieber Bär & Hund, ich weiß, Liebe & Zuwendung ist das, was ihr am allermeisten braucht. Und ich war nur zu gern bereit, diese wunderschönen Momente meinem Schatz zu geben. Immer voller Hoffnung, es würde endlich aufhören, er würde endlich verstehen, was er mit diesen Affekthandlungen anrichtet... Doch leider ist irgendwann einmal einfach einmal zu viel.

Schiedding, die auch Liebe & Zuwendung braucht

Bedenke: Ein Stück des Weges liegt hinter dir, ein anderes vor dir. Wenn du verweilst, dann nur, um dich zu stärken, aber nicht um aufzugeben. ~ Augustinus Aurelius ~

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Schiedding
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Beigetreten: 02.09.2011
Danke

Dankeschön liebe Anni.
Wie gehst du denn mit dieser Zerrissenheit um? Was hilft dir/euch?
Ich bin todtraurig, echt wütend & zugleich fühl ich mich als hät ich ihn im Stich gelassen... Dabei hat er doch Schluss gemacht.
ich weiß echt nicht, wo mir der Kopf steht *seufz*

Bedenke: Ein Stück des Weges liegt hinter dir, ein anderes vor dir. Wenn du verweilst, dann nur, um dich zu stärken, aber nicht um aufzugeben. ~ Augustinus Aurelius ~

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unterschiedlich.

Liebe Schiedding,

wollte eigentlich nur damit sagen, dass nicht alle depressiven

Menschen so sind, wie jetzt dein Freund. Ich habe

schon viele depressive Menschen getroffen, und die

sind eigentlich sehr wertvoll.

So wie es unterschiedliche Menschen gibt, gibt es auch
unter uns depressiven Menschen Unterschiede.

Natürlich ist es nicht in Ordnung, wie dein Freund mit

dir umgegangen ist, das kann ich gut verstehen.

Auf der einen Seite merkst du, wie gern du ihn hast,

auf der anderen Seite spürst du auch, wie es dir über

die Kräfte geht.

Meine liebe Frau bekam am Tag der Hochzeit eine

Krise, und wollte schon gar nicht mehr heiraten und

mich verlassen. Du meine Güte, und die ist eigentlich

alles andere als depressiv. Ich hatte schon alles

umgestellt, Arbeitsplatz, Wohnort, Wohnung...........

da hatte ich auch meine liebe Not........................

Aber du bist ein Mensch, der Entscheidungen treffen

darf, und jetzt auch muss.

Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne

Ende.....................................

Nimm dir Zeit wäge es ab, aber du musst dich entscheiden,
weil so ein ewiges Hin und Her ist für euch beide

nicht gut.

Es ist ganz arg schwer, brutal schwer......................

es schmerzt, hinterlässt Wunden, tut weh, das ist

doch klar.

Es dauert eine Zeit lang, bis du einigermassen hinweg

bist, und ganz verheilen tut so eine Wunde nicht ganz.

Aber DU bist dann wieder frei, frei für Neues in

Deinem Leben..........................................

viele liebe Grüsse

hund und bär.

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anni1900
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Beigetreten: 03.02.2011
Ehrlichkeit, Zeit, Grenzen

 Liebe Schiedding!

Das ist - weiß Gott! - nicht einfach. Und auch ich danke diesem Forum und besonders Bär mit Hund immer wieder zu ermutigen, Kraft zu geben und von Gott zu reden.
Unser Weg, damit mal mehr und mal weniger gut mit der Situation klar zu kommen ist für mich in erster Linie -Abgrenzung-. Damit meine ich nicht Ausgrenzung, auch wenn das manchmal auch passiert. Ich muss mich abgrenzen, damit er mich nicht mit runterzieht - früh genug merken, wenn es wieder abwährts geht. Wir haben 3 Kinder, für die wir verantwortlich sind und wenn er in die Depression geht, dann ist das sein Weg. Als wenn ich am Eingang stehen bleibe und ihm hinterherschaue und ihm sage: Hier bin ich, aber wenn Du dahin gehst, dann musst Du allein gehen. Ich kann dich hören, sehen, reden, aber nicht mitgehen!! 
Finde ich total schwer, wenn er dann sagt: "Aber so stelle ich mir eine Partnerschaft nicht vor!" Dann habe ich das Gefühl mein Herz und mein Magen drehen sich um sich selbst, aber mehr kann ich nicht leisten. So bin ich geschaffen, das weiß ich mittlerweile. Vermutlich ist das auch gut so. Ich denke sonst hätte Gott uns nicht zusammengeführt (wir lieben uns seit 24 Jahren, da waren wir Jugendlich).
Auch wenn man sich liebt, muss man dem anderen die Grenzen aufzeigen. Darüber gibt es sogar ein Buch bei SCM glaub ich.
Ich muss ihm ganz klar sagen, wenn er meine Grenze übertritt und den Weg zu seinem Therapeuten hat er erst wieder angetreten, als ich ihm damit gedroht habe seine Koffer vor die Tür zu stellen...(in dem Moment dachte ich, meine Knie geben nach, mein Herz bleibt stehen).
Durch die lieben Menschen hier im Forum habe ich gelernt zu akzeptieren, das ich dann ganz viel gutes für mich tun muss und er muss seinen Weg durch die Depression gehen (vielleich wie ein Abenteuerurlaub-Survivaltraining).Ich warte am Eingang und tue gaaaanz viel für mich. Mit Freunden reden, Gitarre spielen, der Haushalt bleibt liegen... dazu fehlt mir denn einfach die Kraft...
Wir retten uns dann über kleine Inseln, bis es wieder besser geht. Ich hoffe, er nimmt irgendwann mal ein Anti-Depressivum, damit es ihm erst einmal leichter fällt daran zu arbeiten und es uns nicht mehr so belastet, aber das ist seine Entscheidung - ich würde auch nicht wollen, dass mich jemand dazu nötigt.
Ich kann ihm nur die Zeit schenken, die er braucht dadurch zu gehen, aber gehen muss er...
Ich warte dann, bis er dadurch ist. Zur Arbeit gehen konnte er bisher nur mal eine kurze nicht. Aber dafür geht dann Zuhause die Zeit für Arztbesuche (auch wenn er gesund ist wartet er darauf schwer krank zu sein) und so drauf...

Ohh, so viel geschrieben. Momentan stehe ich wieder auf so einer kleinen Insel und hoffe, der Sand wird nicht so schnell weggespült...
Liebe Schiedding, Du musst entscheiden, wie weit du mitgehen kannst, und wo Du stehen bleibst... manchmal geht der Weg weit auseinander - sehr weit - , er kommt aber auch zurück und es stärkt, wenn man durch das Tal durchgekommen ist...
Nicht leicht, aber intensiv.
Wie fühlt sich das für Dich an??
Ich wünsche Dir, das Gott Dein Herz behutsam in die Hände nimmt und dich dadurch trägt.
Liebe Grüße anni

 

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Schiedding
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Beigetreten: 02.09.2011
Gedanken

Lieber Bär & Hund,
es tut mir leid wenn mein letzter Eintrag etwas 'böse' rüberkam. Ich wollte niemanden damit angreifen. Falls es leider so ankam, tut es mir wirklich leid.

Jeder Mensch ist wertvoll!!! Das steht für mich außer Frage. Und wäre mein Freund nicht ein absolut wundervoller Mensch wäre ich nicht mit ihm zusammen. Aber dieses ständige Auf & Ab...??? Seitdem wir uns vor 3 Jahren kennenlernten, ist es nie anders gewesen. Nur mal mehr oder weniger heftig.
Wisst ihr, 4x Schluss machen in 4 Monaten, es aber dann doch nicht so meinen, geht einfach an die Substanz...

Die Entscheidung ist ja nun schon gefallen. Aber 'gefallen' tut sie keinem von uns beiden, doch mir scheint es tatsächlich gemäß deines Spruches "Lieber ein Ende mit Schrecken..."

Du hast Recht, es ist verdammt hart & es tut umso mehr weh, aber da müssen wir nun wohl beide durch.
Mir fällt das umso schwerer, weil mich echt böse Schuldgefühle plagen. Fühle mich ganz oft so, als würde ich ihn im Stich lassen, weil ich nun leider nicht mehr für ihn dasein kann & er keine anderen Menschen in seinem Leben hat, die ihm in dieser schweren Stunde gut zureden könnten. Das macht mir echt arg zu schaffen.

Aber leider muss ich hier sagen, rein rational & auch distanziert damits mir nicht zu sehr wehtut - ich bin doch nicht für sein Glück verantwortlich, ich kann zwar dazu beitragen, dass es ihm besser geht (sofern er mich lassen würde), aber sein eigenes Wohlergehen kann ich ihm nicht geben, das kann nur aus ihm selber kommen.

Oder???

Übersehe ich da etwas? Vielleicht bin ich mit meinen Gedanken ja total auf dem Holzweg... dann sagt mir bitte, was ich machen & damit besser umgehen soll. *seufz* Ach ich weiß einfach grad gar nichts mehr...

die verwirrte & traurige Schiedding

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Beigetreten: 02.09.2011
Schuldgefühl vs. 'Gutgehgefühl'

Liebe Anni,
ganz vielen Dank für deine offenen Worte. Und keine Angst vor dem Zuvielschreiben - mich interessiert jedes Wort, das du schreibst. Ich hab nämlich auch schon deinen Beitrag in der AnghörigenGruppe gelesen & muss sagen, dass ich allergrößten Respekt habe vor dem, was du leistest!
24 Jahre ist eine lange Zeit, 3 Kinder eine unheimliche Verantwortung, ich bewundere dich, dass du das alles meisterst & die Kraft dazu hast. Ich wünsche dir, dass du auch jetzt genügend Kraft hast, diese Phase zu meistern. Auch ich kann dich nur zu gut verstehen. Ich schick dir aufmunternde Gedankenenergie.

Ja, Abgrenzung ist wichtig. Das habe ich für mich auch herausgefunden. Nur leider konnte mein Partner nie so richtig verstehen, warum ich sie manchmal brauchte. Er hat es gleich mit Auseinanderleben & nicht mehr für ihn da sein wollen in Verbindung gebracht & es kam immer wieder zu Auseinandersetzungen dadurch. Aus Angst vor neuen Problemen hab ich mich immer weniger abgegrenzt, was natürlich nicht gut war, denn die Probleme kamen trotzdem bzw. sogar umso heftiger. Jedes einzelne davon haben wir überstanden, & jedesmal dachte ich, dass wir noch gestärkter daraus hervorgegangen wären. Bis zur nächsten Talabfahrt... & wieder hat man sich auf den beschwerlichen Weg nach oben gemacht. Zusammen, mit dem anderen... & auf der anderen Seite wieder runter...
Naja, das alles gehört jetzt wohl der Vergangenheit an... *seufz*

Im Moment geht es mir nicht so gut. Obwohl ich heute viel für mich getan habe & die schöne Sonne am See mit meinem Hund genießen konnte. Aber nur so lange bis mich enorme Schuldgefühle packen.
Da bekomme ich das Gefühl, dass ich meinen (Ex)Partner im Stich lasse, dass er mich jetzt mehr denn je braucht, ich mich ihm aber verwehre. Das macht mich so unsäglich traurig, es tut sogar richtig weh.

Aber er hat doch Schluss gemacht & mich weggeschickt. Auch wenn es, so wie Bär schreibt, im Affekt war. Aber 4x Schluss machen in 4 Monaten, dass kann doch kein Herz verkraften...

Alles ist weg, unsere Zukunft, unser gemeinsamer Weg... wir haben über Heirat gesprochen, Kinder... alles weg jetzt...
Auf der anderen Seite denke ich (& *schwups* schon kommen diese Schuldgefühle wieder), gut dass wir noch keine Kinder zusammen haben oder verheiratet sind, gut, dass man jetzt (unabhängig von gewissen Lebensumständen) Konsequenzen ziehen kann & nur wir beide dadrin hängen.

Hab mich etwas mehr noch Belesen zum Leben an Angehöriger eines Depressiven - die Geschichten machen mir leider keinen Mut. Im Gegenteil, bestätigt zu bekommen, dass dieses Hin & Her & Auf & Ab auf unbestimmte längere Zeit so weitergeht, macht mir Angst & bestärkt mich in meiner traurigen Entscheidung. *seufz*

Ich bin so sauer auf seine Familie, auf das, was sie ihm (un/bewusst) angetan haben, auf das, was ihn in die Depression getrieben hat, dass es uns nun deswegen verwehrt bleibt ein erfülltes Leben zu finden.

Ich bin sauer auf mich, weil ich ihn einfach so fallen lasse & weil ich keine Kraft mehr finde.

Ich fühle mich in manchen Momenten jedoch schon relativ gut, was allerdings sofort zu diesen unangenehmen Schuldgefühlen führt. Was mich wiederum sauer macht, weil ich denke, dass ich diese Schuldgefühle eigentlich nicht haben bräuchte, weil ich immer versucht habe für ihn da zu sein...

Was für ein Teufelskreis. *seufz* Fühl mich so allein, klein, auch hilflos & weiß grad nicht, was richtig oder falsch in dieser Situation wäre.

Ich bin dir & Bär mit Hund ganz doll dankbar, dass ihr mir so lieb zusprecht. Dankeschön! Möge der Herr seine schützenden Hände auch über euch halten.

Schiedding

Bedenke: Ein Stück des Weges liegt hinter dir, ein anderes vor dir. Wenn du verweilst, dann nur, um dich zu stärken, aber nicht um aufzugeben. ~ Augustinus Aurelius ~

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Beigetreten: 31.07.2010
Liebe

hallo liebe Schiedding,

Liebe ist nicht einfach, aber für mich doch das Grösste auf

dieser Erde. Weisst du, für mich ist Liebe auch so ein le-

benslanges Lernen, da lernt man nie aus.

Ich kann dich eigentlich gut verstehen, wurde schon selbst

einfach sitzengelassen...................................................................

das ist ganz arg schwer, wieder zum Leben zu finden. Aber

man kann auch daraus lernen. Und wer ist denn schuld..............,

kann man in diesem Zusammenhang überhaupt von Schuld

reden...................................................................................................

Ich würde eher vom Vergeben sprechen. Man wird ehrlich,

gibt zu, es passt nicht, es geht nicht,...........................................

aber wir versuchen es stehen zu lassen, und vergeben uns,

was nicht so gut war, und vergebe auch mir selber..........

Dann kann jeder seinen eigenen Weg gehen.

Meine liebe Frau hat mir einmal am Anfang unserer Ehe

einen Teller nachgeworfen, weil ich es gewagt habe, gegen

das Essen etwas zu sagen................................................................

damals war ich doch sehr entsetzt, heute kann ich darüber

lächeln und davon schreiben.

Das wünsche ich dir, liebe Schiedding, dass du auch wieder

gute neue Wege gehen kannst. Und dass du trotz allem, auch was

nichts  Gutes was passiert ist, etwas für dein Leben lernen

kannst.

viele liebe Grüsse,

hund und bär.

 

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anni1900
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Beigetreten: 03.02.2011
Toller Spruch :-)

 Liebe Schiedding!

Dein Spruch in der Fusszeile gefällt mir.

Ich mag auch:
Wenn Du nichts änderst, dann ändert sich nichts!

LG anni