traurige Wut & wütende Trauer
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Mein Freund hat heute Schluss gemacht
wegen (meiner Meinung nach) einer Lapalie. Diese Entscheidung kam für mich aus heiterem Himmel. Zwar nach einer kleinen Diskussion, aber das war nicht mal ein Streit oder sowas... nichts ernstes, ich war nicht mal böse mit ihm... 
Er machte Schluss, gleich mit der Bitte an mich meine Sachen zu packen & zu gehen...
& das nach 2 wunderschönen Wochen ohne wirkliche Probleme, direkt am Warnemünder Strand bei wolkenlosem Himmel & warmen Sonnenstrahlen... 
Ich war wie vor den Kopf gestoßen. Wusste gar nicht, wie mir geschieht... 
Dann saß ich im Zug, auf dem Weg zu meiner Mutter, & er schickte mir eine Danke-für-die-schöne-Zeit-&-alles-Gute-SMS, die ich total fehl am Platz fand & die mich wütend gemacht hat. Er macht Schluss, er bittet mich zu gehen (was ich gar nicht wollte). Dann ließ er mich sogar noch !allein! in der leeren Wohnung meine Sachen packen & war nicht
mal da als ich weinend die Tür hinter mir ins Schloss zog. & dann diese DankeSMS...
Auf meine traurig-patzige SMS kamen etwas später mehrere nach: Es täte ihm leid, er war nicht bei klarem Gedanken, hat Dinge gesagt, die er nicht meinte... aber nun will ich ja nicht mehr...
Aaaaarghhh!!! Das macht mich noch trauriger & wütender!!!
Ich will nicht???
ER IST ALLES, WAS ICH WILL!!!
& ich möchte, dass er glücklich ist, dass wir zusammen glücklich sind.
Aber er schickt mich weg?! Macht mich traurig. 
& darf dann doch wieder ankommen?! & alles ist gut?!
Was glaubt er eigentlich wer er ist?!
Ich bin auch nur ein Mensch, der Gefühle hat & auf sein Herz acht gibt.
Jetzt bin ich weg, weil er mich weggeschickt hat. 
Und als wäre das nicht schon traurig genug, kommt dann auch noch hinzu dass ich jetzt leider sage, dass ich nicht mehr zurückwill. 
Ich liebe ihn über alles, aber mich so vor den Kopf stoßen lassen, meine Empfindungen mit Füßen zu treten & dann kommt er doch wieder angekrochen & ich verzeihe alles... 
Es reicht! Ich hab die Schnauze voll!
Soweit zu sein, dass ich das sage, bricht mir mein Herz gleich nochmal.
Das ist doch nicht fair. 
Wie kann sowas nur möglich sein?
Bin so dermaßen traurig, aber auch echt wütend. Auf ihn, auf mich, seine Eltern... das ist einfach nicht fair... *schnief*
"I have spread my dreams under your feet;
Tread softly because you tread on my dreams." W.B.Yeats
eure traurige Schiedding
Liebe Schiedding!
Ich bin anni, mein Mann leidet unter Depressionen und ich kann dich gut verstehen.
Ich fühle Deine Zerrissenheit mit Dir und weiß, dass diese schwer zu ertragen ist. Fühl Dich von mir einfach verstanden und gedrückt - vielleicht kann Dich das ein wenig trösten.
anni
Liebe Schiedding,
wir Menschen reagieren oft unbewusst, durch Fühlen und
Empfinden. Ohne gross darüber nachzudenken sprechen
wir im Affekt Dinge aus, oder reagieren so, dass es uns
hinterher wieder leid tut.
Und gerade in einer engen Beziehung tut das natürlich weh.
Aber dein Freund hat bestimmt nicht gross darüber nach-
gedacht oder es schon länger geplant, sonst hätte er sich
nicht gleich entschuldigt.
Meine Frau und ich handeln auch öfters im Affekt, und wie
oft habe ich schon sagen müssen, Du es tut mir leid. ja es tut
mir selbst weh, dass ich so gehandelt habe, kannst du mir
bitte vergeben. Liebende leben von der Vergebung, und ich
selbst bin immer wieder ganz neu darauf angewiesen, dass
man mir vergibt.
Nein, es ist oft nicht fair wie wir handeln, aber wir sind
doch nur auch nur Menschen, und überhaupt nicht perfekt.
Gebe nicht so schnell auf, liebe Schiedding, gebe dir einen
Ruck..................................................................................................
es kann doch wieder schön für euch zwei werden.
Ausserdem lernt ihr euch so besser kennen, als wenn alles
nur glatt läuft.
Da wächst man gemeinsam in der Liebe weiter.........................
trotz diesen Wachtstumsschmerzen.
viele liebe Grüsse,
hund und bär, die sich auch mal vergeben müssen, weil wir
auch nicht immer gut reagieren............................................
Liebe Schiedding,
wollte eigentlich nur damit sagen, dass nicht alle depressiven
Menschen so sind, wie jetzt dein Freund. Ich habe
schon viele depressive Menschen getroffen, und die
sind eigentlich sehr wertvoll.
So wie es unterschiedliche Menschen gibt, gibt es auch
unter uns depressiven Menschen Unterschiede.
Natürlich ist es nicht in Ordnung, wie dein Freund mit
dir umgegangen ist, das kann ich gut verstehen.
Auf der einen Seite merkst du, wie gern du ihn hast,
auf der anderen Seite spürst du auch, wie es dir über
die Kräfte geht.
Meine liebe Frau bekam am Tag der Hochzeit eine
Krise, und wollte schon gar nicht mehr heiraten und
mich verlassen. Du meine Güte, und die ist eigentlich
alles andere als depressiv. Ich hatte schon alles
umgestellt, Arbeitsplatz, Wohnort, Wohnung...........
da hatte ich auch meine liebe Not........................
Aber du bist ein Mensch, der Entscheidungen treffen
darf, und jetzt auch muss.
Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne
Ende.....................................
Nimm dir Zeit wäge es ab, aber du musst dich entscheiden,
weil so ein ewiges Hin und Her ist für euch beide
nicht gut.
Es ist ganz arg schwer, brutal schwer......................
es schmerzt, hinterlässt Wunden, tut weh, das ist
doch klar.
Es dauert eine Zeit lang, bis du einigermassen hinweg
bist, und ganz verheilen tut so eine Wunde nicht ganz.
Aber DU bist dann wieder frei, frei für Neues in
Deinem Leben..........................................
viele liebe Grüsse
hund und bär.
Liebe Schiedding!
Das ist - weiß Gott! - nicht einfach. Und auch ich danke diesem Forum und besonders Bär mit Hund immer wieder zu ermutigen, Kraft zu geben und von Gott zu reden.
Unser Weg, damit mal mehr und mal weniger gut mit der Situation klar zu kommen ist für mich in erster Linie -Abgrenzung-. Damit meine ich nicht Ausgrenzung, auch wenn das manchmal auch passiert. Ich muss mich abgrenzen, damit er mich nicht mit runterzieht - früh genug merken, wenn es wieder abwährts geht. Wir haben 3 Kinder, für die wir verantwortlich sind und wenn er in die Depression geht, dann ist das sein Weg. Als wenn ich am Eingang stehen bleibe und ihm hinterherschaue und ihm sage: Hier bin ich, aber wenn Du dahin gehst, dann musst Du allein gehen. Ich kann dich hören, sehen, reden, aber nicht mitgehen!!
Finde ich total schwer, wenn er dann sagt: "Aber so stelle ich mir eine Partnerschaft nicht vor!" Dann habe ich das Gefühl mein Herz und mein Magen drehen sich um sich selbst, aber mehr kann ich nicht leisten. So bin ich geschaffen, das weiß ich mittlerweile. Vermutlich ist das auch gut so. Ich denke sonst hätte Gott uns nicht zusammengeführt (wir lieben uns seit 24 Jahren, da waren wir Jugendlich).
Auch wenn man sich liebt, muss man dem anderen die Grenzen aufzeigen. Darüber gibt es sogar ein Buch bei SCM glaub ich.
Ich muss ihm ganz klar sagen, wenn er meine Grenze übertritt und den Weg zu seinem Therapeuten hat er erst wieder angetreten, als ich ihm damit gedroht habe seine Koffer vor die Tür zu stellen...(in dem Moment dachte ich, meine Knie geben nach, mein Herz bleibt stehen).
Durch die lieben Menschen hier im Forum habe ich gelernt zu akzeptieren, das ich dann ganz viel gutes für mich tun muss und er muss seinen Weg durch die Depression gehen (vielleich wie ein Abenteuerurlaub-Survivaltraining
).Ich warte am Eingang und tue gaaaanz viel für mich. Mit Freunden reden, Gitarre spielen, der Haushalt bleibt liegen... dazu fehlt mir denn einfach die Kraft...
Wir retten uns dann über kleine Inseln, bis es wieder besser geht. Ich hoffe, er nimmt irgendwann mal ein Anti-Depressivum, damit es ihm erst einmal leichter fällt daran zu arbeiten und es uns nicht mehr so belastet, aber das ist seine Entscheidung - ich würde auch nicht wollen, dass mich jemand dazu nötigt.
Ich kann ihm nur die Zeit schenken, die er braucht dadurch zu gehen, aber gehen muss er...
Ich warte dann, bis er dadurch ist. Zur Arbeit gehen konnte er bisher nur mal eine kurze nicht. Aber dafür geht dann Zuhause die Zeit für Arztbesuche (auch wenn er gesund ist wartet er darauf schwer krank zu sein) und so drauf...
Ohh, so viel geschrieben. Momentan stehe ich wieder auf so einer kleinen Insel und hoffe, der Sand wird nicht so schnell weggespült...
Liebe Schiedding, Du musst entscheiden, wie weit du mitgehen kannst, und wo Du stehen bleibst... manchmal geht der Weg weit auseinander - sehr weit - , er kommt aber auch zurück und es stärkt, wenn man durch das Tal durchgekommen ist...
Nicht leicht, aber intensiv.
Wie fühlt sich das für Dich an??
Ich wünsche Dir, das Gott Dein Herz behutsam in die Hände nimmt und dich dadurch trägt.
Liebe Grüße anni
hallo liebe Schiedding,
Liebe ist nicht einfach, aber für mich doch das Grösste auf
dieser Erde. Weisst du, für mich ist Liebe auch so ein le-
benslanges Lernen, da lernt man nie aus.
Ich kann dich eigentlich gut verstehen, wurde schon selbst
einfach sitzengelassen...................................................................
das ist ganz arg schwer, wieder zum Leben zu finden. Aber
man kann auch daraus lernen. Und wer ist denn schuld..............,
kann man in diesem Zusammenhang überhaupt von Schuld
reden...................................................................................................
Ich würde eher vom Vergeben sprechen. Man wird ehrlich,
gibt zu, es passt nicht, es geht nicht,...........................................
aber wir versuchen es stehen zu lassen, und vergeben uns,
was nicht so gut war, und vergebe auch mir selber..........
Dann kann jeder seinen eigenen Weg gehen.
Meine liebe Frau hat mir einmal am Anfang unserer Ehe
einen Teller nachgeworfen, weil ich es gewagt habe, gegen
das Essen etwas zu sagen................................................................
damals war ich doch sehr entsetzt, heute kann ich darüber
lächeln und davon schreiben.
Das wünsche ich dir, liebe Schiedding, dass du auch wieder
gute neue Wege gehen kannst. Und dass du trotz allem, auch was
nichts Gutes was passiert ist, etwas für dein Leben lernen
kannst.
viele liebe Grüsse,
hund und bär.
Liebe Schiedding!
Dein Spruch in der Fusszeile gefällt mir.
Ich mag auch:
Wenn Du nichts änderst, dann ändert sich nichts!
LG anni



Land
Wie oft soll ich denn noch vergeben???
Das ist ja nicht das erste Mal passiert.
Wie oft soll ich mir seine Vorwüfe noch anhören? Die verletzenden Worte?
Wie oft soll mir noch der Boden unter den Füßen weggerissen werden?
Wie oft soll ich denn noch MEIN Herz flicken???
Ich bin am Ende meiner Kräfte - & das nach gerade mal nur 2 Jahren.
Gott, was liebe ich diesen Menschen!!! Aber wie soll es mir denn nach 10 oder 20 Jahren gehen wenn ich jetzt schon nicht mehr kann & sich nichts ändert & ich immer wieder gemeine, verletzende Vorgewüfe zu hören bekomme???
Gott, ich weiß, wie unheimlich leid es ihm tut. & dass er das nicht wollte, dass nichts davon 'geplant' war. Dass er jetzt weiß, dass er überreagiert hat. & ich wünschte mir, es 'blitzdingst' & alles wäre so schön wie vorher. Ich könnte ihn umarmen, zum Lachen bringen, ihn drücken, er würde mir durchs Haar wuscheln... *seufz*
Aber ich kann doch nicht immer denken "ach, er meint es gar nicht ernst, er will ja gar nicht Schluss machen" ?! Was kann ich denn da noch ernst nehmen???
Ich bin selber am Boden zerstört, hab den 'Schock' immer noch nicht überwunden, kann nicht glauben, dass ich jetzt allein ohne ihn hier sitze, verachte meine Gedanken, dass ich uns besser vergessen soll, suche verzweifelt einen Halt, den ich leider im Moment nicht finde, stehe plötzlich allein da.
Zusätzlich zu meiner eigenen Verzweiflung fühle ich sein verloren sein, hab aber keine Kraft mehr für uns beide.
Ich meine das nicht böse, aber Depression darf kein 'Freifahrtsschein' sein im Affekt nahestehende Menschen anzufauchen, sie zu verletzen, sich danach zu entschuldigen & dann ist wieder alles gut weil der andere, der verletzt wurde, ja eh & sowieso wieder vergibt.
Sorry, auch wenn ich mir selber nochmal damit das Herz breche - ICH WILL DAS NICHT MEHR!
Ich möchte auch, genauso wie ich es immer für meine Freund möchte, glücklich sein. Am liebsten natürlich mit ihm!
Nach zwei Jahren muss ich jetzt, glaub ich, leider einsehen, dass es uns nicht vergönnt ist, dieses Glück zusammen zu leben.
Glücklich macht mich das natürlich !überhaupt! nicht.
Mein ganzer Sinn scheint verschwunden, der Boden unter meinen Füßen ist plötzlich weg... Ich drehe mich in Wut, Trauer, Tränen, Aufgabe, Verzweiflung, Verachtung & Zerrissenheit. Weiß weder ein noch aus... 
Tut mir leid, lieber Bär & Hund, ich weiß, Liebe & Zuwendung ist das, was ihr am allermeisten braucht. Und ich war nur zu gern bereit, diese wunderschönen Momente meinem Schatz zu geben. Immer voller Hoffnung, es würde endlich aufhören, er würde endlich verstehen, was er mit diesen Affekthandlungen anrichtet... Doch leider ist irgendwann einmal einfach einmal zu viel.
Schiedding, die auch Liebe & Zuwendung braucht
Bedenke: Ein Stück des Weges liegt hinter dir, ein anderes vor dir. Wenn du verweilst, dann nur, um dich zu stärken, aber nicht um aufzugeben. ~ Augustinus Aurelius ~