Ich habe mich in einen Mann mit Depris verliebt
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Hallo Zusammen!
Ich bin neu hier und habe mich hier angemeldet, weil ich einen Mann kennengelernt habe, der laut seiner Aussage seit 10 Jahren unter (schweren) Depressionen leidet.
Mit fällt es manchmal nicht leicht, wie ich mich gegenüber ihm verhalten soll und hoffe, dass man hier Erfahrungen austauschen kann und ein paar Tips bekommt. Vielleicht fange ich mit ein paar Infos in Kurzform an:
Wir haben uns über das Internet kennengelernt vor ca. 1 Jahr. Nach 8 Monaten haben wir uns zum ersten mal getroffen. Erst danach hat er mit von seiner Depression erzählt, wobei ich bei unserem Treffen überhaupt nichts gemerkt habe. Vor ca. 3 Monaten war er in einer Psychosomatischen Klinik und haben uns danach drei weitere male getroffen. Mittlerweile hat er ein mal bei mir übernachtet und wir haben sogar darüber gesprochen, das wir zusammen passen würden und uns auch vom Aussehen sehr attraktiv finden. (das Thema fing er an und hat sich nach und nach ergeben). Er kann mir seine Gefühle immer sehr gut sagen/schreiben. Er hat mir auf der einen Seite gesagt, dass er mit mir zusammen sein möchte. nur dann sagt er kann es nicht zulassen und sieht sich als hoffnungslosen Fall, da sein Leben in den letzten 10 Jahren immer so verlaufen ist. Er wollte von 2 Frauen auch mehr und hat diesen von seinem Problem erzählt (wie mir angeblich) und konnte die Nähe einfach nicht zulassen. Irgendwann war es nicht möglich nur freundschaftlich miteinander umzugehen, somit ist der Kontakt abgebrochen laut ihm. Mir will er nicht weh tun und möchte den engen Kontakt nicht mehr, findet es aber schade, wenn dieser nicht mehr stattfinden würde!?
Ich will ihn nicht verlieren und beweisen, dass ich anders bin. Ich habe mich wirklich in ihn verliebt. :-/ Ich weiss, dass es sicherlich nicht einfach ist, aber auf der anderen Seite weiss ich, dass er anders, "normal" ist, wenn er mit mir zusammen ist, wenn er erstmal aus seinen vier Wänden raus ist. Wir lachen viel, vor Berührungen hat er keine Angst. Wir die ganze Zeit über schriftlichen Kontakt, bis auf kaum nennenswerte Tage Schreibpause. Im Moment ist funkstille angesagt seit ca. einer Woche. Unsere 1. gemeinsame Nacht liegt ein paar Wochen zurück. Gelaufen ist nichts wirklich nennenswertes. Wir lagen dicht beieinander, unsere Arme haben sich berührt, das war's. War aber okay für mich! Ich wusste schließlich, dass er mit solchen Situationen ein Problem hat und wollte ihn nicht bedrängen. Er ist der Meinung, das er mich mit seinen Schlafstörungen nicht zur Ruhe kommen lassen würde. Schlecht einschlafen konnten wir beide. Ich habe es auf den Alkohol geschoben, er auf seine Schlafstörungen.
Ich denke er hat Angst wie es nun weitergeht. Ich selbst sehe ihn und unsere Situation ganz anders als er und er sich selbst... das gehört wohl zu seinem Krankheitsbild alles ins negative zu ziehen!? Für mich ist er ein toller Mensch der vielleicht noch nicht die richtige Partnerin gefunden hat und Verständnis für ihn hat.
Meine Frage ist, wie ich an ihn rankommen soll?? Er sagt seit 10 Jahren geht es auf und ab. Mal fühlte er sich besser und konnte seinem Alltag "normal" nachgehen und hat Freunde getroffen dann ging es wieder nicht. Eine richtige Partnerin hatte er in dieser Zeit nicht. Er möchte nicht sein Leben lang alleine bleiben und weiss auf der anderen Seite die "normale" Sicht der Dinge das er daran was ändern muss und meine Nähe geniest. Er hat in der Zeit wo ich von seinen Depris weiss schon viel geändert. Die Reha tat ihm auch gut. Er ist weiterhin in Behandlung und bekommt seinen Alltag meiner Meinung nach nun wieder gut auf die Reihe (z.B. Arbeit, Sport, Kollegen treffen). Doch auch das alles sieht er nicht positiv und meint, dass er ständig wieder rückfällig wird und bald wieder in seinem Loch sitzt. Meiner Meinung nach ist es nicht gut für ihn, wenn er abends oder am Wochenende alleine zu Hause sitzt und Zeit hat zum Grübeln...
Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Soll ich ihn als Parnter vergessen, da er niemals eine Beziehung eingehen kann wie er es sagt? Ich will ihn nicht bedrängen und würde ihm Zeit geben. Ich habe so viele Fragen in meinem Kopf ... ich mag ihn so sehr, ich will ihn und keinen anderen ... :-( Es ist so schwierig, wenn man nicht zusammen wohnt und ihn aus seinem Loch rauszuholen! Ich möchte ihn gerne unterstützen und alles gemeinsam mit ihm durchstehen!! Er ist ein toller Mensch und ich hoffe er sieht das auch bald wieder!! :-)
Ich hoffe ihr versteht die Situation ein wenig und könnt mir euren Kommentar dazu hinterlassen. Dank schon mal im voraus!!
Liebe Help-2011,
ich kann mir gut vorstellen, dass Du in Deiner jetzigen Situation sehr traurig und unzufrieden bist. Wer wäre das nicht? Da triffst Du einen Menschen, der Dir gefällt, Du merkst, dass es ihm genauso geht und trotzdem kann er sich nicht auf Dich einlassen.
Es ist schwierig für Außenstehende, Dir einen konkreten Tipp zu geben, was Du tun kannst, um an ihn heran zu kommen.
Ich vermute auch, dass Dein Freund in seinen letzten Beziehungen aufgrund seiner Depressionen sehr enttäuscht wurde und sich deshalb einfach nicht mehr so recht traut, eine Bindung einzugehen.
Depressionen haben sehr viele Gesichter und für Gesunde ist es ausgesprochen schwierig, damit umzugehen.
Man stösst als Gesunder selbst oft an seine Grenzen, weil man vieles einfach nicht verstehen und nachvollziehen kann. Du hast schon richtig vermutet, dass diese negativen Gedanken ein Teil der Depressionen sind.
Mein Mann hat ebenfalls schwere Depressionen, wir sind seit 7 Jahren verheiratet und haben ebenfalls viele Höhen und Tiefen hinter uns gebracht. Ganz ehrlich, da gab es durchaus Situationen, in denen wäre ich auch am liebsten weggelaufen. Ich hab's aber nicht getan und bin heute froh darüber.
Und Dein Freund hat vor diesen Tiefen wahrscheinlich die meiste Angst, weil viele Gesunde damit nicht fertig werden und den Depressiven in seiner schlimmsten Situation alleine lassen.
Wenn Du wirklich Interesse an einer Beziehung hast, solltest es Deinem Freund immer wieder klar machen, dass Du nicht zu den Frauen gehörst, die sich bei Problemen aus dem Staub machen.
Sei aber vorher wirklich ehrlich zu Dir selbst und sei Dir bewusst, dass es sehr schwer für Euch beide werden kann.
Vielleicht mag sich Dein Freund auch hier im Forum anmelden?
Was ich gut finde ist, dass Dein Freund sehr offen mit seiner Krankheit umgegangen ist und Dir gleich gesagt hat, dass er krank ist. Dass Du davon nichts bemerkt hast, muss übrigens nichts heissen. Wenn mein Mann mir damals nicht gleich gesagt hätte, dass er Depressionen hat, hätte ich es auch nicht sofort bemerkt. Wie gesagt, Depressionen haben viele Gesichter.
Weißt Du, ob Dein Freund Medikamente gegen die Depressionen einnimmt? Falls nicht, solltest Du einmal mit darüber reden, wie wichtig die Einstellung mit den richtigen Medikamenten ist.
Dass Dein Freund nie wieder eine Beziehung eingehen sollte, glaube ich auf keinen Fall. Versuche über dieses Thema einfach noch einmal mit ihm zu reden und sag ihm, wie wichtig er Dir ist.
Jetzt bin ich mit meinem "Latein" leider auch schon am Ende. Wie gesagt, es ist schwierig, Jemanden einzuschätzen, den man gar nicht kennt.
Falls Du sein Herz erobern solltest, wünsche ich Dir viel Kraft und alles Gute! Schau Dich hier ruhig noch ein bisschen um vielleicht mag sich Dein Freund auch noch hier vorstellen. Würde mich freuen, wenn Ihr hier Hilfe bekommen würdet.
Liebe Grüße
Marsella


