Er will sich trennen...
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Hallo Ihr alle,
ich habe mich ja bereits einmal von Euch Hilfe geholt und ich empfand es als sehr hilfreich, deshalb wende ich mich nochmal an Euch!
Kurz nochmal zum Hintergrund: mein Freund und ich sind erst drei Monate zusammen. Er setzte seine Tabletten ab, weil er der Meinung war, es würde nach einem Jahr auch ohne gehen. Nach vier Wochen fingen seine massiven Stimmungsschwankungen an bis dahin, dass er mir gegenüber Suizidgedanken äußerte.
Wir redeten und er fing zeitweise an die Tabletten zu nehmen. Ich lasse ihm alle Zeit, die er braucht aber es wird deutlich, dass er es allein nicht schafft. Zwischendruch hatte er auch die Einsicht. Dann kippte das wieder und er ist der Meinung niemand kann ihm helfen, entweder schafft er es allein oder gar nicht. Er braucht niemanden. Er hat sich vor Wochen schon von Menschen distanziert und nun hat er es auch mit mir gemacht. Das er sich nicht mehr meldete und nach keinen Treffen mehr fragte.
Jetzt gab es am Donnerstag die Situation, dass er unter Alkoholeinfluss mich versucht hat aufs allerletzte zu beleidigen. Mir erzählt hat, wie unattraktiv ich bin, was er nicht an mir mag und wollte mir Fotos von seinen Ex Freundinnen zeigen. Das hat er dann allerdings nicht getan. Zwischendruch kam dann so ein Spruch wie: jeder Mann kann sich glücklich schätzen mich an seiner Seite zu haben. Aber ich wäre nicht die Person die er will. Ich habe dann irgendwann die Wohnung verlassen. Ich war nicht laut, habe ihm keine Vorwürfe gemacht... ich wusste auch nicht so recht, was da gerad passiert.
Am nächsten Tag schrieb er mir eine SMS worin er schrieb, dass er nicht so ein Arsch sein wollte und mich nicht verletzten wollte. Er aber keine Verpflichtungen nach kommen kann. Ich habe ihm darauf geantwortet, dass ich weiß, dass er nicht anders kann und habe ihm versucht zu erklären, dass er wirklich jeglichen Freiraum gekommt und ich wirklich gar nichts im Moment fordere. Das ich doch nur gemerkt habe, dass er sich wieder weiter zurückzieht und ich wissen wollte, was es ist. Darauf hat er mir dann nicht mehr geantwortet...
Ich bin echt verzweifelt, weil ich glaube, dass es nicht richtig ist, wenn er sich von mir trennt. Und vorallem, dass ich glaube, dass er wirklich nicht mehr lange so weiter machen kann. Ich weiß nicht, wie ich mich verhalten soll.
Bitte, vielleicht habt ihr einen Rat für mich!!
Lieben Dank,
Sovay
Hallo Sovay,
ich an deiner Stelle würde nochmal ausführlich versuchen mit ihm zu reden. Und zwar persönlich, nicht über sms oder ähnliches. Versuche ihm klar zu machen, dass du seine Situation verstehst und Verständniss dafür hast und er offen mit dir reden kann, wenn es ihm schlecht geht. Er soll merken, dass du für ihn da bist und er dir vertrauen kann. Aber am besten persönlich mit ihm sprechen und nicht per sms oder ähnliches. Und wenn es dann wieder nichts bring musst du ihn vielleicht ziehen lassen. Du kannst dein Leben nicht nach ihn richten "nur" weil er krank ist. Depressionen hin oder her, man kann nicht alles auf seine Krankheit schieben. Und es bringt nichts, wenn er dir sozusagen dein Leben auch noch kaputt macht. Wenn es einem wegen den Depressionen schlecht geht tut man manchmal Dinge, die man später bereut. Es kommt aber auch darauf an wie man mit seiner Krankheit umgeht. Sich zurückziehen und sich gehen lassen ist keine Lösung. Er muss verstehen, dass er das alleine nicht schaffen kann. Und zum Beispiel von dir Hilfe bekommen kann. Aber am Ende musst du selbst entscheiden wieviel du noch geben kannst um für die Beziehung zu kämpfen.
Viele Grüße von Astrantia
Hallo Sovay,
ich kann dem, was Astrantia geschrieben hat, nur zustimmen. Ich bin selbst depressiv, habe mich auch von bestimmten Menschen zurückgezogen, aber das Verhalten Deines Freundes finde ich ziemlich seltsam.
Aber sei es, wie es sei: helfen kann man nur dem, der sich helfen lassen will! Ich habe in dem Jahr, in dem ich schon hier im Forum unterwegs bin, den Eindruck gewonnen, dass Männer ganz schlecht mit der Krankheit Depression umgehen können. Vielleicht können sie nur schwer einsehen, dass es sich wirklich um eine ernstzunehmende Krankheit handelt, die unbedingt behandelt werden muss, und nicht um eine "Schwäche"! Vielleicht ist dieser totale Rückzug ein Versuch, die Krankheit vor der Umwelt zu verstecken. Aber dies alles kann er nur mit Hilfe eines guten Therapeuten herausfinden, der DU nicht sein kannst!
Du kannst ihm auch irgendwann keine Hilfe mehr sein, wenn er Dich so verletzt und Du dann leidest.
Vielleicht ticken wir Frauen ja anders: ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich in meiner schlimmsten Depression je den Wunsch gehabt hätte, mich von meinem Mann zu trennen! Im Gegenteil: ich war froh (und bin es heute noch), dass er da war und mich einfach aufgefangen hat.....
Aber, wie gesagt, ich bin eine Frau......
Ich wünsche Dir viel Kraft und Weisheit im Umgang mit Deiner Situation!
Liebe Grüße
Ruth


