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Das Dennoch des Glaubens

Von meiner Zeit in der Schwesternschaft hab eich schon ananderer Stelle erzählt. Aber erwähnen möchte ich noch, das ich während dieser ca. zwanzig Jahre ein Leitwort hatte, das sich wie ein roter Faden immer wieder durchgezogen hat. Es ist Psalm 73, 23-26.

DENNOCH BLEIBE ICH STETS AN DIR
DENN DU HÄLTST MICH BEI MEINER RECHTEN HAND
DU LEITEST MICH NACH DEINEM RAT
UND NIMMST MICH AM  ENDE MIT EHREN AN
WENN ICH NUR DICH HABE
SO FRAGE ICH NICHTS NACH HIMMEL UND ERDE
WENN MIR GLEICH LEIB UND SEELE VERSCHMACHTET
SO BIST DU DOCH GOTT
ALLEZEIT MEINES HERZENS TROST UND MEIN TEIL

Ich kann nicht sagen, wie oft ich diesen Psalm in den Jahren gebetet habe. Wie oft kam mir der Gedanke, einfach alles hinzuwerfen, weil ich dachte, das ich niemals ein Christ nach dem Herzen Gottes werde. Aber dann habe ich zu Gott geschrien: Gott, wie kann ich denn werden, so wie du mich haben willst.Fast jeden Tag bekam ich zu hören, das mein Charakter und meine Wesensart so nicht bei Gott gelten würden. Ich war verzeifelt und ich versuchte es aus eigener Kraft, dem Willen Gottes (heute weiß ich, das es nicht der Wille Gottes, sondern der Wille von Menschen war) zu entsprechen. Aber gleichzeitig trieb es mich noch mehr dazu, daraufhin die Bibel zu durchforschen. Ich sagte zu Gott: Gott, wenn das wirklich stimmt, das ich so nicht vor dir angenehm bin, dann will ich es von dir selbst erfahren. Und dann las ich nach, wie Gott mit den Menschen umging. Ich studierte die Charaktere der Jünger Jesu, ich befasste mich mit Persönlichkeiten wie Abraham, Mose Jakob und vielen anderen Personen der Bibel.Und ich stellte dabei fest, das sie alle trotz ihres geistlichen Standes Menschen wie du und ich waren.Sie wurden schuldig, machten Fehler, ihnen wurde vergeben. Sie wurden nicht aus der Bibel gestrichen, obwohl sie alle irgendwann mal was falsch gemacht haben. Ich wußte ja um Jesus und um seine Erlösungstat für mich. aber irgendwie hatte ich noch nicht begriffen, das Jesus auch alles das mit ans Kreu genommen hat, was in seinen Augen nicht gut war. Während dieser Jahre des intensiven Bibelstudiums habe ich Jesus immer wieder bestürmt und gebetet: Jesus, bitte forme mich nach deinem Bild. Und nach und nach erkannte ich, das es ganz was anderes war, wie mir immer vermittelt wurde. Ich begriff irgendwann, das ich aufhören kann, Jesus zu bestürmen. Er hatte mein Gebet doch schon längst gehört. Was ich aus dieser Zeit mitnehme ist folgendes:
Jesus hat mir die schweren Jahre nicht erspart. Oft, sehr oft, war ich dabei, meinen Glauben über Bord zu werfen. Doch dann wurde ich immer wieder an die Menschen der Bibel erinnert. Sie haben Gott nicht losgelassen. DENNOCH BLEIBE ICH BEI JESUS! DENNOCH!
Denn entweder stimmt das, was in der Bibel steht oder es stimmt nicht.Und dieses Dennoch hat mich bis zum heutigen Tag getragen.
Gut, es bedeutete ja nicht, das durch dieses Dennoch die Schwierigkeien verschwanden.Es bedeutete lediglich, das mir nichts und niemand meinen Glauben rauben konnte. Fortsetzung folgt.

Kommentare

Bild von bär

dennoch.

liebe Sibbdat,

danke für deinen so wertvollen Beitrag. Ich kenne die Psalmverse auch, und sie haben mir selbst auch schon oft geholfen. Gerade in Zeiten, wo nichts mehr geht.

Dann mache ich mir immer wieder bewusst, dieses Leben auf dieser Erde ist nur eine ganz kleine Zeitspanne, in Bezug auf die Ewigkeit im Himmel.

Oder ich denke an die verfolgten Christen, die oft so viele Jahre unschuldig in Gefängnissen sitzen müssen. Da geht es mir doch in Deutschland so was von gut.

liebe Grüsse,

hund und bär.