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Antidepressiva

Antidepressiva sind eine Gruppe von Medikamenten mit höchst unterschiedlicher Wirkungsweise.
Doch verfolgen alle das gleiche Ziel.
Sie sollen eine Verbesserung und Steigerung des Antriebes bewirken.

Wie geschieht das?
Im menschlichen Gehirn spielen Botenstoffe, sogenannte Neurotransmitter eine sehr wichtige Rolle.
Sie überbringen Botschaften, die unser Befinden betreffen, an „Empfänger“.
Diese „Empfänger“ und „Sender“ nennt man Synapsen. Die Botenstoffe heißen Serotonin, Noradrenalin und Dopamin.
Stark vereinfacht gibt es drei Störungen dieser Botenstoffe, die Depressionen auslösen können.
Es gibt Störungen der aussendenden Stelle, es gibt eine Störung der Stelle, an der die Botenstoffe andocken und es gibt ein Zuviel oder Zuwenig an Botenstoffen.
Wieder stark vereinfacht gibt es jetzt drei Gruppen von Medikamenten.
Eine Gruppe wirkt auf die aussendende Synapse, eine auf die Andockstelle, und eine Gruppe reguliert die Menge der Botenstoffe im Gehirn.
In Wirklichkeit ist das wesentlich komplizierter, doch um ein Grundverständnis der Wirkungsweise der Medikamente zu bekommen, ist dieses Beispiel sehr anschaulich.

Zusätzlich sollen die Medikamente noch verschiedene Begleiterscheinungen der Depression mit regulieren.
Die Medikamente der einzelnen Gruppen werden noch mit anderen Wirkstoffen kombiniert, um beispielsweise eine Manie, Unruhezustände, Schlafstörungen und Ähnliches mit zu therapieren.

Ein großer Unsicherheitsfaktor bei der Einnahme von Psychopharmaka sind die Nebenwirkungen.
Die große Frage beim Verschreiben von diesen Medikamenten ist immer, werde ich mich durch die Einnahme der Präparate verändern?
Haben die Mittel Auswirkungen auf meine Persönlichkeit? Werde ich zum sabbernden Zombie?
Die Antwort ist ein klares NEIN!
Es gibt selbstverständlich Nebenwirkungen wie bei allen Medikamenten. Doch diese sind bei den modernen Mitteln eher gering und auch abhängig von verschiedenen Faktoren.
Da Antidepressiva eine relativ lange Anlaufzeit haben, bevor sie beginnen zu wirken, kann es schon vorkommen, dass eventuelle Nebenwirkungen schon vor Beginn des Wirkens der Medizin festzustellen sind.
Diese fallen aber verglichen mit den Leiden einer Depression fast nicht ins Gewicht.

Zusätzlich zur medikamentösen Behandlung wird noch eine kognitive Verhaltenstherapie empfohlen, um erlernte, schädliche Verhaltensmuster zu erkennen und zu ändern.