In dieser Gruppe können sich Angehörigen von Depressiven austauschen und sich mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Mache ich alles richtig?
Hallo,
ich bin ganz neu hier, aber ich denke hier werde ich einen guten Rat finden...
Seit drei Monaten (keine wirklich lange Zeit. :-) ) bin ich mit meinem Freund zusammen. Wir kennen uns von früher, damals haben wir zusammen gelernt und waren da auch schon ein Paar für 4 Monate.
Ein halbes Jahr vor der Gesellenprüfung holte ihn die Depression mit Angstzuständen ein. Da waren wir allerdings kein Paar mehr. Seine Ausbildung hat er nie beendet und zog sich von allem zurück.
Vieles hat sich in den 15 Jahren, die wir uns nicht gesehen haben, geändert. Er war in Therapie und hat viel über sich gelernt und erfahren. Er kann besser mit seinen Gefühlen umgehen und über sie sprechen. Er stößt nicht mehr so leicht Menschen, die er liebt, vor den Kopf mit seiner Art.

Wie kann ich als Angehöriger mit Depressionen und Panikatacken umgehen?
Habt Ihr Tipps für mich, wie ich mit den Depressionen und Panikattacken meines Mannes umgehen kann, ohne mich selber ständig runterziehen zu lassen. Momentan kann ich selber gar nicht mehr unterscheiden, ob wir beide depressiv sind oder nur er und er mich oder nur ich und ich ihn runterziehe. Da geht es im Kopf nur noch drunter und drüber. Zur Zeit versuche ich mich zu distanzieren, aber das macht mich (und ihn auch) fertig. Was soll ich tun? Ich kann es mir bei unserem mittelgroßen Familienunternehmen nicht leisten, nichts mehr auf die Reihe zu kriegen, doch diese ständigen Einbrüche und Rückfälle rauben mir jegliche Energie... Ich kann doch nicht immer die ganze Zeit, wenn er nicht da ist, damit verbringen um mich wieder aufzubauen... Aber es kommt immer öfter vor, das ich Zuhause oder im Supermarkt stehe und es nicht schaffe, einzukaufen oder aufzuräumen. Geschweige denn zu arbeiten (ich bin selbstständig). diese Situation zieht mir den Boden unter den Füßen weg und ich brauche immer mehr Zeit und Kraft, um mich wieder hinzustellen. Was kann ich tun? Unsere Kinder brauchen mich doch in erster Linie und auch da habe ich schon das Gefühl, das sie mich aufbrauchen:-( anni

den depressiven Patner zu verstehen ist fast unmöglich
Hy liebe Frau vom Bär,
ich finde es sehr gut dass du dich hier angemldest hast.
Vielleicht findest du so manche Antwort auf die Krankheit, wo du dann so einiges nachvollziehen kannst.
Ich war in meiner heftigen Depriphase sehr verschieden, entweder sehr trauig oder dem Tobsuchtanfall nahe und das meistens nachts, wo auch mal der Arzt des öffteren kommen mußte.
Wenn mir dann wieder mal nichts gelang, bekam ich eine heftige Heulatacke und habe mich verkrochen, oder ich habe fürchterlich getobt und dann ging gar nichts mehr, mein Mann hat mich dann öfter mal einfach in den Arm genommen, ich habe mich dann zwar etwas beruhigt, aber ich habe es nicht fertig gebracht, mein Werk zu
Ende zu bringen, es ist ging meistens ums Kochen.
Oft gab es dann nur Brot mit Wurst oder Käse, denn ich war nicht fähig zu ein Essen zu kochen, ich wußte nicht wie und mit was fange ich an.
Und so wie mit dem Kochen ging es mit vielen Dingen und dann habe resigniert und fast gar nichts mehr gemacht.
Das war für meinen Mann auch sehr schwer, denn am Anfang dachte er ja, ich hätte dazu keine Lußt und würde alles ihm überlassen.
Irgendwann war er dann auch zu erschöpft den Haushalt nach der Arbeit auf Vordermann zu bringen und dementsprechend sah es dann auch aus.
Ich bin zwar heute keine perfekte Hausfrau (wer ist das schon), aber ich muß mich nicht mehr schämen wenn mal unverhofft jemand klingelt.
Und mein Mann hat es sich beibehalten mich im Haushalt oft zu unterstützen, hat verschiedene Aufgaben ganz übernommen und mir hilft das sehr viel.

Nicht immer ein hartes Los...
Liebe Frau vom Bär!
Schön, dass Du Dich auch hier im Forum angemeldet hast! Ich hatte mich anfangs auch sehr im Hintergrund gehalten.
Ich habe mich zwar frühzeitig angemeldet, war aber nicht aktiv.
Dies ist eigentlich das erste Forum, in dem ich überhaupt etwas schreibe, normaler Weise bin ich eher forumscheu...
Dass Du Dich als Angehörige hier angemeldet hat, finde ich super!
Ja, wir haben es nicht immer leicht mit unseren depressiven Partnern. Besonders deshalb habe ich festgestellt, dass es wirklich sinnvoll ist, sich hier anzumelden. Wir hatten kürzlich selber ein Problem und wussten überhaupt keinen Menschen, den wir um Rat hätten bitten können.
Zum Glück kam mein Mann (Don Limpio) auf die Idee, hier im Forum nachzufragen. Und wir bekamen prompt ein paar gute Tipps, die uns in unserem Zusammenleben helfen können.
Ich denke, dass dieser Austausch wirklich hilfreich sein kann. Man merkt, dass es bei anderen ähnlich läuft und fühlt sich nicht so allein.
Ich glaube auch, dass es ganz wichtig ist, sich von den Depressionen des Partners etwas abzugrenzen. Klingt jetzt vielleicht etwas hart, aber so wie Du es geschrieben hast, finde ich es vollkommen richtig: Das Leben geht weiter.
Wenn ich mich tagelang von meinem Mann runterziehen lasse, habe ich irgendwann Probleme wieder hoch zu kommen. Und damit ist wohl Niemanden geholfen.
Sich ein bisschen zurück zu ziehen und das zu tun, was einem Spaß macht, ist manchmal sehr hilfreich.
Die Angehörigen und ihre Depris...
Also mein Mann bat mich, mich auch mal einzuloggen bei euch. Wer mein Mann ist geht ja aus dem Namen hervor. Wir leben seit fast 18 Jahren mit der Krankheit und haben uns arrangiert. Gut, mein Bär ist ja auch ein ganz liebenswerter (meistens). Wenn es ihm aber nicht so gut geht, versuchen wir uns etwas aus dem Weg zu gehen, denn dann reagiert er überempfindlich auf alles und jeden und da kracht es schon auch mal. Ehrlichgesagt bin ich ja mehr der Türenschmeißer, während sich mein Bär gern zurückzieht und schmollt.
Wie geht man damit um: Ich denke ehrlich und direkt. Es hilft den Depris ja nicht, wenn man versucht alles von ihnen abzuhalten. Das Leben geht weiter, auch wenn das manchmal knallhart rüberkommt. Als die Kinder noch klein waren, stand ich oft zwischen den Stühlen - aber heute kann ich sagen, eine gute Tagesstruktur entzerrt da vieles.
Ich kann mit Bär auch über seine Depris reden und er warnt mich auch vor, aber manchmal muss er es auch aushalten, dass ich ihm ganz klar sage, dass ich nicht alles aus dem Weg räumen kann und fordere dann auch war von ihm. Egal, nächstes Jahr feiern wir Silberhochzeit und wir können Gott nur danken für diese gemeinsamen Jahre. lg frau vom bär


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